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  1. Registriert seit
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    88 Jahre und Krebs

    Ihr Lieben,

    Mitte vergangener Woche kam meine 88-jährige Oma mit Verdacht auf Schlaganfall ins örtliche KH.
    Sie hatte große Probleme zu sprechen und fiel auch um, während mein Onkel den Arzt holte.
    Im KH wurde ein CT gemacht. Auf den Bildern war ein Tumor im Gehirn zu sehen.
    Ich habe mit dem behandelnden Arzt gesprochen, ob es nicht Metastasen sein könnten (in unserer Familie ist Brustkrebs und Darmkrebs sehr verbreitet), auch weil sie die letzten Wochen über über heftige Rückenschmerzen geklagt hat. Am Freitag brachte ein MRT vom Kopf die Sicherheit: multiple Gehirnmetastasen.
    Morgen gehen die Untersuchungen dann weiter, der Primärtumor wird gesucht und natürlich auch andere Metastasenherde. Ich denke mal, und der Arzt stimmt mir zu, daß sich auch welche in der Wirbelsäule finden.
    Man glaubt es nicht…mit 88 hat es sie doch noch erwischt. Sie hatte bereits Anfang der 80er einen Tumor in der Brust, dieser wurde biopsiert. Eine Behandlung hat sie damals die erste Zeit abgelehnt. Als sie wenige Monate später doch dazu bereit war, war der Tumor verschwunden, einfach nicht mehr da.

    Nachdem meine Mutter/ihre Tochter das BK-Rezidiv bekam, hat meine Oma aufgehört, zur Vorsorge zu gehen.
    Jetzt ist die Frage, was tun? Ich habe eine Vorsorge- und Gesundheitsvollmacht von ihr. Der Arzt hat mit mir bereits ein Gespräch geführt, also grob, was denkbar und/oder was sinnvoll wäre. Da sind wir, auch mein Onkel, uns einig: nicht mehr auf Teufel komm raus therapieren oder sogar operieren, sondern nur mehr soweit behandeln, um Lebensqualität zu erreichen. Erst einmal brauchen wir aber genaue Ergebnisse.
    Meine Oma weiß noch gar nichts von ihrer Krebserkrankung. Der Arzt hat zwar mit ihr gesprochen, aber es ist nicht sicher, was und wieviel sie davon mitbekommen hat. Sie denkt immer noch, sie hatte einen Schlaganfall. Fragt natürlich, warum sie nicht behandelt wird.
    Ich habe ein bißchen Bammel davor, mit ihr darüber zu sprechen, auch darüber, welche Therapie sie noch machen will – denn obwohl sie die letzten Jahre auch geistig abgebaut hat, völlig dement ist sie nicht. Ich möchte da auch nicht über ihren Kopf hinweg entscheiden.

    Hat jemand hier Erfahrungen mit Krebs im hohen Alter, speziell mit Gehirnmetastasen?
    Mein Vater, der daheim verstorben ist, hatte welche, aber er war nur halb so alt. Sie wuchsen sehr schnell und zeigten sich von der unangenehmsten Seite.
    Und dann wären wir beim nächsten Punkt: Wie geht es nach dem KH weiter? Eine Pflege daheim kann ich körperlich nicht mehr leisten und sonst ist niemand mehr da. Meine Oma hat es geschafft, sich mit vielen zu zerstreiten. Das Alter hat sie keineswegs milder gemacht, eher das Gegenteil. Sie ist auf Dauer wirklich sehr schwer zu ertragen.
    Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen.

  2. Avatar von Daphnia
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    AW: 88 Jahre und Krebs

    Hallo Mozartstrasse,
    bei meiner Oma wurde mit 91 Jahren eine fortgeschrittene Tumorerkrankung festgestellt (aber keine Hirmetastasen). Sie war im KH wg Bauchschmerzen, dort festgestellt.
    Sie bekam dort nur Schmerztherapie. Man suchte ein Pflegeheim, da zu hause Pflege auch unmöglich war.
    Während der Suche kam es zu ganz schneller Verschlechterung. Es hiess dann, sie sei so krank, dass ein PH nicht mehr möglich sei. Sie starb dann 10 tage später im KH. Sie hat aber nie Genaueres bez ihrer Krankheit wissen wollen.
    Vielleicht solltest du die Ärzte fragen, welche Zeit sie ihr noch geben?
    Und welche Schmerztherapie in Frage kommt?
    Lebt sie allein? Käme ein Pflegedienst in Frage? Bekäme sie aufgrund des Schlaganfalls eine Pflegestufe? Das würde das KH schneller in Gang bringen.
    LG daphnia

  3. Avatar von Wiedennwodennwasdenn
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    AW: 88 Jahre und Krebs

    Zitat Zitat von Mozartstrasse Beitrag anzeigen
    Und dann wären wir beim nächsten Punkt: Wie geht es nach dem KH weiter? Eine Pflege daheim kann ich körperlich nicht mehr leisten und sonst ist niemand mehr da.
    Pflegeheim ? Hospiz ? Je nach Prognose der Ärzte.

    Ein schlechtes Gewissen brauchst Du nicht zu haben. Pflege bei Krebs im Endstadium kann nicht jeder leisten.
    Das Universum und die menschliche Dummheit sind unbegrenzt. Beim Universum bin ich mir nicht sicher (Albert Einstein).

  4. Avatar von taggecko
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    AW: 88 Jahre und Krebs

    Wenn sie in einem halbwegs guten Allgemeinzustand ist käme eine Bestrahlung der Hirnmetastasen in Betracht- und in der Wirbelsäule auch wenn es sehr schmerzhaft ist oder die Gefahr besteht dass es zu einem Bruch kommt.
    Und die Hirnmetasten sind wahrscheinlich der bestimmende Faktor für die Lebenserwartung.
    Und nimm jetzt schon mal Kontakt mit dem Sozialdienst im KH wegen Weiterversorgung auf. Hospiz, Pflegeheim.

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