+ Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 62
  1. Avatar von Akzent
    Registriert seit
    08.07.2014
    Beiträge
    6.556

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Welcher Arzt hat für so ein Gespräch die Zeit ?
    Eine Palliativ-Abteilung besteht nicht nur aus einem Arzt. In so einem Symposium sind verschiedene Kräfte integriert. Wenn du so eine Station in der Nähe hast, kannst du dich ohne weiteres informieren. Wo ist das Problem, wenn du es so genau wissen musst.? Allerdings solltest du schon konkrete Fragen stellen können.



  2. Avatar von Sandra71
    Registriert seit
    06.04.2005
    Beiträge
    15.507

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Und ich habe keine Lust sowohl einen Mediziner, als auch einen Juristen dafür zu bezahlen, um gerichtsfeste Vollmachten zu schreiben.
    Ich habe mir jetzt eine Vorsorgevollmacht von der Stadtverwaltung zuschicken lassen. Meine Mutter will mich bevollmächtigen, und weil sie Eigentümerin einer Immobilie ist, muss ihre Unterschrift beglaubigt (das macht z.B. die Betreuungsstelle der Stadt) oder von einem Notar beurkundet werden.

    Für eine Patientenverfügung waren meine Eltern bereits vor Jahren beim Notar.

    Ich würde bei so was nicht an der falschen Stelle sparen und ggf. einen Notar damit beauftragen. Es gibt aber sicher auch andere Möglichkeiten, an eine wirksame Patientenverfügung zu kommen.

  3. Avatar von Sandra71
    Registriert seit
    06.04.2005
    Beiträge
    15.507

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Umden BGH zufrieden zu stellen bräuchte ich eine medizinische und eine juristische Beratung.
    Wofür sollen die gut sein?


  4. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    6.905

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Inzwischen war ich in einer ausgiebigen Beratung bei einer Frau von einem Betreuungsverein hier in der Umgebung (müsste es überall geben). Hab ja gesagt, ich melde mich danach- und ich fasse mal zusammen:

    Wichtiger als die Patientenverfügung ist- nach deren Meinung- die Vorsorgevollmacht. Einfach deshalb, weil die Zeit- die damit angesprochen wird - eine ganz anderen Zeitrahmen bedient.
    Die Patientenverfügung richtet sich vor allem Richtung Tod- während die VV auch ein ganzes Leben genutzt werden kann (zB durch Unfall in jungen Jahren).

    Uns wurde als Vorlagen die Zeitschrift von Finanztest "Das Vorsorgeset" empfohlen (die akutellste Ausgabe).
    Wir sind die auch ganz genau durchgegangen und haben alles besprochen.
    Dabei wurde klar, dass viele Vorlagen (wir hatten unterschiedliche auf dem Tisch liegen) die Versorgung von sämtlichen "Stationen" zusammen fassen - genau hier muss man aufpassen.
    Man sollte sich also die einzelnen Stationen durchaus genau anschauen- die Versorgung kurz vor dem Tod kann man anders wollen als wenn man noch ein halbes Jahr zu leben hat.

    Das meiste wurde zur VV gesagt.
    Zur Patientenverfügung meinte sie, dass man sich damit RICHTIG Zeit lassen sollte.
    Am besten wäre es, wenn man sich mal mit Ruhe hinsetzt und einen Brief schreibt- über sein Leben. Wie man gelebt hat, was einem wichtig ist, was die eigenen Werte sind.

    Gerade weil es bei jedem Menschen anders sein kann und man gar nicht jede Möglichkeit aufzählen kann- wäre so ein Brief sehr gut, da es darum ginge "im Sinne von demjenigen zu entscheiden" und der wird bei solchen Zeilen viel sichtbarer für alle.
    Zu wissen, wie jemand gelebt hat- macht die Entscheidungen leichter.
    Ich fand das sehr einleuchtend.

    Die VV muss beglaubigt sein- man kann sie eintragen lassen in der Bundesnotarkammer, wobei das auch nur bedeutet, dass bei der Frage ob es einen Betreuer gibt- das Gericht dort zuerst hinschaut und dann eben sieht "es gibt einen bestellten Betreuer".
    Je höher man die VV beglaubigen lässt (Notar ist die Spitze) desto "unantastbarer" ist das Dokument.

    Zu der Frage, inwiefern man Missbrauch mit der VV treiben kann- so gut wie gar nicht, da immer mehr als nur der Bevollmächtigte entscheidet. Es gehört immer eine Arztbestätigung dazu, dass der Mensch nicht mehr entscheidungsfähig ist.

    Was ich selbst noch interessant fand war, dass das Gericht zwar einen Betreuer anfordert, der im Fall X benötigt wird-- dann aber immer zuerst in der Familie gefragt wird, wer das übernehmen will.
    Und in den meisten Fällen (denn es haben noch gaaanz viele Menschen keine VV oder PV) übernimmt das dann auch jemand aus der Familie.
    Die Regel ist also, dass es dann doch die Menschen aus der Familie entscheiden (wobei der Arzt immer dabei ist).
    Das ein fremder Betreuer entscheidet, ist seltener der Fall- bei den meisten bleibts in der Familie.

    Zur Aktualisierung- gibt es natürlich immer Weiterentwicklung und neue Urteile.
    Man kann problemlos alle paar Jahre einmal erneut in so einem Kontaktgespräch alles das ergänzen, was fehlt.
    Ansonsten wird einfach ergänzt- keine VV wird wegen "zu wenig aktuell" ungültig, denn wer heute dement wird und noch 10 Jahre lebt, kann keine aktuelle Ausgabe mehr "geistig fit" unterschreiben.
    Das die Unterlagen "veralten" ist ein genereller Charakter dabei, der mit einbezogen ist.

    Alles zusammen, war es sehr interessant und informativ.
    Wir haben uns dann direkt danach alle zusammen an den Tisch gesetzt und sind Punkt für Punkt gemeinsam durchgegangen.
    Da alles noch frisch war, konnten wir das wunderbar besprechen und jetzt sind wir damit fertig.

    Generell sehr zu empfehlen- so eine Beratung.
    Und es ist sicherlich ein weites Feld, welches jedoch übersichtlich wird, wenn man mit jemandem redet, der vom Fach ist und jede Frage beantworten kann.
    Geändert von kenzia (10.04.2018 um 06:52 Uhr)

  5. Avatar von kuhliebe
    Registriert seit
    19.08.2015
    Beiträge
    1.249

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Danke liebe kenzia für dein sehr intersessantes Feedback.
    Toll das du hier nochmal zusammenfassend geschrieben hast.


  6. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    6.905

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    gerne

  7. Avatar von ereS
    Registriert seit
    28.08.2012
    Beiträge
    14.116

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    danke kenzia fuer den ausfuehrlichen bericht
    in der hoffnung, das man niemals so eine vollmacht benoetigt...


  8. Registriert seit
    29.12.2010
    Beiträge
    518

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Eine Vorsorgevollmacht muss nicht beglaubigt sein. Ich habe eine für meine Eltern, 2012 unterschrieben, Formular aus dem Internet, Vordruck vom Bundesministerium (weiß die genaue Formulierung nicht). Mein Vater erkrankte an Demenz, es wurde dann bei Beantragung des Pflegegrades darauf hingewiesen, man solle eine gesetzliche Betreuung einrichten.
    Ich habe mich dann bei der Betreuungsstelle des Kreises beraten lassen, die mir gesagt haben, es sei alles mit der Vorsorgevollmacht geregelt, von der Einrichtung der gesetzlichen Betreuung wurde abgeraten.
    Der Ernstfall ist mittlerweile eingetreten, Vater in der geschlossenen Psychiatrie (nicht freiwillig). Die Vorsorgevollmacht wurde dort anerkannt, ich kann alles für ihn regeln, nur die freiheitsentziehenden Maßnahmen / der Aufenthalt in der Klinik mussten vom Amtsgericht genehmigt werden. Dazu reichte ein Schreiben des Arztes und eine Kopie der Vorsorgevollmacht. Weitere Maßnahmen wie Heimunterbringung gehen mit der (nicht beglaubigten) Vorsorgevollmacht, ist ja auf dem Formular angekreuzt, wurde jetzt noch mal durch die Sozialarbeiterin bestätigt.
    Es ging auch noch um die Frage, ob er (im Fall der Fälle, ist jetzt nicht unmittelbar zu erwarten, aber in dem Alter möglich) reanimiert werden soll. Eine PV liegt nicht vor, weil mein Vater das nicht wollte, er wollte sich damit nicht auseinandersetzen, hat gesagt, dass sollten wir entscheiden, wenn es soweit wäre. Da wurde ich gefragt, habe das mit meiner Mutter besprochen und das wurde dann in die Krankenakte übernommen.
    Geändert von peka62 (11.04.2018 um 16:58 Uhr)


  9. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    6.905

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Mag sein, ich habe jetzt die Angaben dieser Beraterin weiter gegeben.

    Der Aufwand einer Beglaubigung ist nicht hoch, daher werden wir dsa noch machen lassen.

    Was du erzählst passt zu der Darstellung der Beraterin, die meinte, dass alle heilfroh sind, wenn die Aufgabe nicht an Betreuer gehen muss.
    Da wird ganz sicher auch über einiges hinweg gesehen, weil es anders eine Unmenge an Aufwand wäre- so könnte ich es mir vorstellen.
    Bei sowas Wichtigem, wie eine Einweisung, wird dann halt doch noch Arztbericht benötigt- wie bei euch geschehen.


  10. Registriert seit
    29.12.2010
    Beiträge
    518

    AW: Vorsorgevollmacht- Patientenverfügung

    Freiheitsenziehende Maßnahmen wie Einweisung in die Psychiatrie oder Fixierung müssen immer noch mal gerichtlich geprüft und genehmigt werden, egal ob Vorsorgevollmacht oder gesetzliche Betreuung vorliegtt. Ist ja auch richtig so.
    Hat meine Mutter auch nicht verstanden- bis ich ihr gesagt habe, sonst könnte ich ja auch sie in einen geschlossene Psychiatrie einweisen lassen Natürlich müssen solche Maßnahmen medizinisch und rechtlich korrekt abgewickelt werden, um Missbrauch vorzubeugen , darum ging es ja auch im Eingangsposting. Und wenn jemand noch klar bei Verstand ist und seine Meinung äußern kann, kann ich mit einer Vorsorgevollmacht gar nichts gegen seinen Willen entscheiden.
    Für Bankgeschäfte reicht übrigens die übliche VV nicht aus, die Banken haben ihre eigenen Formulare, die unterschrieben werden müssen. Und Immobilien oder Landbesitz dürfen auch nicht ohne weiteres verkauft werden.

+ Antworten
Seite 6 von 7 ErsteErste ... 4567 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •