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  1. Registriert seit
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    Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit.
    Bisher fahre ich jede Woche einen Tag zu meiner Mutter. Hin- und Rückfahrt sind zusammen 4 Stunden. Meine Mutter wohnt in einem großen Haus mit Garten (auch sehr groß) im Unterallgäu. Vor drei Jahren ist ihr langjähriger Lebenspartner verstorben.
    Mit meinem Heimatort verbindet mich nicht viel, ich bin mit 14 Jahren dort wegegezogen auf weiterführende Schulen.
    Sie ist jetzt in einem Alter (88 Jahre), wo ich sie nicht mehr gerne alleine lasse. Ihre früheren Bekannten sind alle verstorben, Gespräche finden mit den Nachbarn statt. Einige Bekannte besucht sie in der näheren Umgebung mit dem Auto. Einkäufe erledigt sie auch meist selbst, bei Ämtern usw. helfe ich ihr. Bis jetzt bekommt sie noch alles auf die Reihe, hat einen geregelten Alltag.
    Vor 2 Jahren haben wir alle (meine Mutter und meine Schwestern) zusammen überlegt, was wir machen können, wenn sie nicht mehr alleine leben kann. Zu meinem Entsetzen haben alle meine Schwestern Prospekte aus ihrer näheren Umgebung über betreute Wohneinrichtungen mitgebracht.
    Ich war die Einzige, die gesagt hat, dass sie dann zu mir kommen könnte. In den letzten Wochen spüre ich, dass sie nicht mehr gerne so alleine lebt.
    Mein Problem ist, dass bei mir am Haus Treppen zu bewältigen sind, drinnen nochmals. Das wäre zu viel für sie auf Dauer.
    Jetzt bin ich am Überlegen, mir eine große, ebenerdig gelegene Wohnung zu suchen. Da könnte sie erstmal mit mir zusammenwohnen und wäre nicht mehr alleine. In eine betreute Wohneinrichtung möchte ich sie nicht geben, da wäre sie überfordert. Sie hat ihr ganzes Leben im eigenen Haus verbracht und den Ort nie verlassen. Eine meiner Schwestern wohnt 180 km von meiner Stadt entfernt. Diese Schwester kümmert sich auch wöchentlich um meine Mutter, hilft ihr viel im Garten.
    Das wäre die Einzige, die dann eine lange Fahrt zu ihrer Mutter auf sich nehmen müsste. Meine anderen Schwestern besuchen sie eher selten.
    Mein Lebensmittelpunkt liegt hier in meiner Stadt. Alle meine Kinder leben in unmittelbarer Nähe.
    Auf keinen Fall möchte ich zu ihr in dieses kleine Dorf ziehen.
    Meine Frage: Wie macht Ihr das mit der Betreuung der Eltern, wenn sie in ein gewisses Alter kommen?
    Bis Oktober nehme ich mir Zeit, dann möchte ich eine Lösung die für uns Beide passt, parat haben.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    In eine betreute Wohneinrichtung möchte ich sie nicht geben, da wäre sie überfordert. Sie hat ihr ganzes Leben im eigenen Haus verbracht und den Ort nie verlassen.
    (...)
    Auf keinen Fall möchte ich zu ihr in dieses kleine Dorf ziehen.
    Was will denn deine Mutter selbst? Ist sie auch so sehr gegen betreutes Wohnen? Ein Ortswechsel stünde ihr ja so oder so bevor.

  3. Avatar von red_gillian
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Meine Frage: Wie macht Ihr das mit der Betreuung der Eltern, wenn sie in ein gewisses Alter kommen?
    Mein Vater lebt ebenfalls 450 km entfernt in meinem Elternhaus und hat in den letzten Monaten stark abgebaut, so dass er sein Leben mittlerweile nicht mehr allein hinbekommt. Und natürlich will er nicht weg von dort.
    Er hatte für lange Jahre einmal wöchentlich eine Haushaltshilfe von der Caritas, die haben wir Anfang des Jahres auf zweimal wöchentlich hochgefahren. Da aber auch das nicht mehr reicht und er jetzt auch tägliche Hilfe in der Wohnung braucht, werden wir eine "24-Stunden"-Betreuerin organisieren - Platz genug ist da.
    Die Kosten dafür wird er allerdings nicht dauerhaft aufbringen können, deshalb werde ich mit ihm sprechen, ob er damit einverstanden ist, dass ich ihn auf die Warteliste eines Heimes in meiner Stadt setzen lasse. Freunden gegenüber hat er geäußert, dass er mit so einem Umzug einverstanden wäre. Alternativ wäre natürlich auch ein Heim in seiner Stadt möglich, aber ich denke, er wäre dann doch gerne näher bei mir.
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
    Listen to the words long written down
    When the man comes around.

    - Johnny Cash, When the man comes around

  4. Avatar von Roundabout
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ingeline,
    warum denkst du, dass deine Mutter mit betreutem Wohnen überfordert wäre?
    Hat sie sich dahingehend schon einmal geäußert oder ist das dein Gefühl ? Nicht immer ist das, was wir als Kinder denken, auch das, was die Eltern wirklich wollen oder empfinden. Vielleicht wäre ihr ein Heim oder betreutes Wohnen in der vertrauten Gegend viel lieber als in der Großstadtwohnung zu sitzen?
    bist du berufstätig? wenn ja, wer kümmert sich dann in deiner Abwesenheit um die Mutter in der für sie fremden Umgebung?
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."


  5. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    JulesRatte

    Es ist schwierig, mit meiner Mutter darüber zu reden. Sie möchte auf jeden Fall nicht mehr so viel alleine sein. Deshalb möchte ich vor dem Winter ihr etwas anbieten, dass sie dann auch gerne annimmt.

    red_gillian

    Eine Haushaltshilfe hätte sie...wenn sie sie denn auch nutzen würde. Meine Mutter kontrolliert diese Frau sehr stark und sie kommt nur noch zum Fensterputzen und Vorhänge waschen.
    Nachdem ihr "Mann fürs Rasenmähen" von der Leiter gefallen ist (immerhin auch schon 78 Jahre) und das nicht mehr leisten kann, bekommt sie in 2 Wochen einen Mähroboter.
    Cousins von mir helfen ihr bei technischen Problemen.
    So weit ist alles geregelt.
    Sie wird zusehends "hinfälliger" und ich vermute, ihr Lebenswillen ist nicht mehr sehr stark. Sätze wie "Ich mag nicht mehr"..."Mir ist alles egal" fallen in letzter Zeit immer häufiger.
    Sie weiß natürlich, dass ich auf keinen Fall zu ihr ins Dorf ziehen würde.


  6. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Roundabout

    Vor zwei Jahren hat sie sich eine Einrichtung für betreutes Wohnen in ihrer Umgebung angeschaut. Sie kannte dort niemanden und meinte, da können sie ja gleich wo ganz anders hingehen.
    Meine Schwestern sind der Meinung, sie würde mich manipulieren. Meine Mutter war nie für die Enkel da (keine Betreuung oder mal in den Ferien da sein) und so wären sie ihr auch nichts schuldig.
    Ich sehe das anders. Allein die Vorstellung, wie sie da einsam in einer betreuten Einrichtung sitzt, würde mir das Herz brechen.

    Ich arbeite freiberuflich von April bis Oktober. Über den Winter habe ich Pause. Da wäre genügend Zeit, mich um sie zu kümmern. Meine Kinder sind jetzt alle erwachsen und so wäre der nahtlose Übergang da ;-)
    Wie heißt es im Volksmund: "Erst die Kinder und dann die Eltern".
    Zwei meiner Schwestern sind bereits in Rente, die andere arbeitet nur noch 3 Tage in der Woche.

    Was mich an der ganzen Aktion abschreckt ist eher, wie ich das auf Dauer packe. Meine Mutter kann sehr fordernd sein. Sie ist sehr ungeduldig und alles muss nach ihrem Willen gemacht werden. Ich nehme das oft mit Humor und lache sie an und mache es, wie ich es meine. Da blitzen zwar ihre Augen...aber sie kommt nicht gegen mich an. Bin ich wieder weg, macht sie es genau so, wie sie es wollte.
    Ich habe viele Kinder und habe mich immer darauf gefreut, endlich mal machen zu können, was ich will.
    Gleichzeitig kann ich meine Mutter nicht hängen lassen. Ein Dilemma irgendwie...

  7. Avatar von Horus
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    In eine betreute Wohneinrichtung möchte ich sie nicht geben,
    Man liest die Formulierung öfter und sie ist absolut furchtbar. Das klingt, wie wenn die Kinder einfach entscheiden würden, was mit der Mutter / den Eltern passiert. Okay, es gibt Situationen (Demenz, etc.) da müssen die Kinder (oder ein gesetzlicher Vertreter) entscheiden, allenfalls über den Kopf von Mutter/Vater hinweg.

    Aber in der hier geschilderten Situation, mit einer Mutter, die offenbar ihr Leben noch weit gehend selbst im Griff hat und urteilsfähig ist?
    Einen solchen Menschen "gibt" man nirgendwo hin. Sondern ein solcher Mensch entscheidet selbst, wo und wie er leben möchte. Und wenn die Entscheidung "ich will ins betreute Wohnen" lautet, so ist das eine gute, selbstgewählte Entscheidung.
    Als "Kind" hat man selbstverständlich Mitspracherecht. Wenn Vater/Mutter entscheidet "ich lebe jetzt bei Tochter X", dann kann Tochter X ohne schlechtes Gewissen sagen, dass sie dies nicht will oder kann, und eine andere Lösung gefunden werden muss.

    Zu meinem Entsetzen haben alle meine Schwestern Prospekte aus ihrer näheren Umgebung über betreute Wohneinrichtungen mitgebracht.
    Was ist an guten Seniorenresidenzen und betreuten Wohneinrichtungen so entsetzlich?


    Hat sie sich dahingehend schon einmal geäußert oder ist das dein Gefühl ? Nicht immer ist das, was wir als Kinder denken, auch das, was die Eltern wirklich wollen oder empfinden. Vielleicht wäre ihr ein Heim oder betreutes Wohnen in der vertrauten Gegend viel lieber als in der Großstadtwohnung zu sitzen?
    Wichtiger Punkt.


    Wie läuft das bei uns?
    Mein Vater, im Moment noch gut zurechtkommend allein lebend, hat sich selbst schon längst in einer passenden Seniorenresidenz mit angeschlossenen optionalen Pflegeleistungen angemeldet. Der würde ärgerlich, wenn mein Bruder oder ich auch nur ansatzweise auf die Idee kämen, ihn "zu uns nehmen zu wollen". Und ja, wir zwei "Kinder" haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihm und er zu uns, an dem fehlt es also nicht.

    Meine Mutter und ihr jetziger Ehemann werden das ähnlich regeln. Die wollen explizit nicht, dass sich eines ihrer "Kinder" (auch der Ehemann hat zwei aus erster Ehe) kümmert.

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  8. Avatar von Horus
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich sehe das anders. Allein die Vorstellung, wie sie da einsam in einer betreuten Einrichtung sitzt, würde mir das Herz brechen.
    Das ist dein Kopfkino. Es kann aber auch ganz anders laufen.

    Beispiel: der Vater des Schwagers meines Lebenspartners, musste wegen steigender Pflegebedürftigkeit ins Pflegheim umziehen. Reaktion vorgängig ähnlich: "da kenne ich ja niemanden, da sind nur alte Leute".
    Und was ist? Seit er dort lebt, geht es ihm erheblich besser als vorher. Wird professionell gepflegt, medizinisch bestens versorgt, was seiner körperlichen Gesundheit zuträglich ist - aber vor allem gehts im psychisch viel besser. Vorher sass er vereinsamt in der Wohnung mit seiner von der Pflege überforderten Frau, hatte kaum noch Möglichkeit rauszugehen (gehbehindert), erhielt kaum Besuch ... und jetzt hat er den ganzen Tag Programm, hat neue Bekanntschaften geknüpft, er blüht richtig auf.

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  9. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Horus

    Manchmal denke ich auch, dass ich mir zu viele Gedanken mache.
    In meiner Nähe wäre eine Einrichtung für betreutes Wohnen, da könnte ich sie oft besuchen.
    Meine Bedenken sind da eher, wie sie in einer Stadt klarkommt.
    Bisher hat sie mir immer Folgendes angeboten: " Ich komme zu dir und gebe dir monatlich 2000€ für Kost und Logis".
    Ich vermute, da wäre ich ihr persönlicher Assistent...24 Stunden täglich immer abrufbar. Da schnürt es mir die Kehle zu...

  10. Avatar von Horus
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich vermute, da wäre ich ihr persönlicher Assistent...24 Stunden täglich immer abrufbar. Da schnürt es mir die Kehle zu...
    Ich vermute, du vermutest richtig.
    Und dein Bauch, bzw. deine Kehle, sagt dir ganz deutlich, welche Antwort auf diese Forderung die richtige ist.
    Aber vor diesem Hintergrund verstehe ich noch viel weniger, weshalb du bei eurem "Kriegsrat" aktiv den Vorschlag gemacht hast, sie könne zu dir kommen, obwohl du offenbar ganz genau weisst, was auf dich zukommen würde, und du das - das sagt dir dein Körper sehr genau - nicht willst.

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