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  1. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Vorgestern war ich wieder bei meiner Mutter im Pflegeheim.
    Ich war erstaunt, wie wach sie jetzt wirkt. Sie fragte nach meinem neuen Auto, ob sie es sehen könnte. Da wurde mir leicht mulmig, denn sie möchte wohl wieder heim. Dank Alzheimer Demenz war das Thema nach 2 Minuten wieder erledigt.
    Sie ist der Meinung, dass sie bei meiner verstorbenen jüngeren Schwester wohnt.

    Es werden täglich andere Aktivitäten angeboten. Kuchenbacken, Plätzchenbacken, Trommeln, Singen, Tischballspiele, Basteln usw..
    An den meisten nimmt sie jetzt auch teil, besonders das Trommeln gefällt ihr.
    Das Essen scheint auch gut zu schmecken, keine/r läßt es stehen.
    An ihrem Tisch wird eine Frau täglich viermal von ihrem Mann gefüttert (der wohnt noch zu Hause und kommt immer zu den Mahlzeiten). Von diesem Mann erfahren wir immer alles, was wichtig ist aus "Bewohnerseite".
    Eine andere Bewohnerin, wo ich schon dachte, sie nicht mehr anzutreffen, hat sich bestens erholt und isst jetzt wie ein "Scheunendrescher".
    Für eine Praktikantin zahlen die Bewohner jetzt monatlich 40€ mehr. Dafür geht es beim Kuchenbacken auch sehr lustig zu. Die Betreuerin wird entlastet und das merken wir. Den Bewohnern gefällt es, mit den jungen Frauen und Männern zu schäkern.
    Schon wenn ich ins Pflegeheim reinkomme, höre ich Lachen und sehe zufriedene Bewohner.

    Was ich früher so über Pflegeheime gehört habe, war alles andere als positiv.
    Wir Schwestern haben das Gefühl, dass unsere Mutter dort sehr gut untergebracht ist.
    Wie sich doch inerhalb eines Jahres alles zum Guten gewandelt hat...


  2. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Das hört sich ja toll an!

    Und ja, solche Heime gibt es, das steht und fällt mit dem Engagement des Personals, und wir können solchen Leuten nicht genug dafür danken.

  3. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen

    Und ja, solche Heime gibt es, das steht und fällt mit dem Engagement des Personals, und wir können solchen Leuten nicht genug dafür danken.
    Ja, meine Mutter ist auch im Heim wieder aufgeblüht und auch ihre Ängste, unter denen sie ein Leben lang gelitten hatte, sind jetzt weg.

    Auch war das Pflegeheim, in dem mein Sohn damals Zivildienst gemacht hatte, sehr empfehlenswert. Eine Pflegerin sagte mir mal, als sie dort angefangen hat, war es wie "heimkommen".

    Ich finde auch, dass in den Medien ein Horrorbild gezeichnet wird. Und wenn das Betriebsklima gut ist, arbeiten die Mitarbeiter gerne dort, es gibt weniger Wechsel und es kommen tendenziell eher die guten Leute ins Team, weil sich der Ruf ja herumspricht. Man kann sagen "Wenn's läuft, dann läuft es!"
    Nichtsdestotrotz muss der Beruf noch besser bezahlt werden und der Personalschlüssel sich verbessern, aber man sieht ja hier, wie es mit einem geringen zusätzlichen Eigenanteil für die Praktikantin gelingt, viel Stress rauszunehmen.

    Und ich finde auch, dass ein gutes Heim eine bessere Lösung ist, als wenn ein störrischer alter Mensch allein in seinem Haus hockt, weitgehend immobil ist und die Pflegedienste sich die Klinke in die Hand geben.
    Das soziale Leben fehlt da völlig... ebenso auch, wenn wechselnde Pflegerinnen aus Südosteuropa dort einziehen - die wiederum ihr eigenes soziales Leben dafür "verkaufen" müssen und -wenn sie Pech haben- mit menschenunwürdigen Arbeitszeiten und einer 24 h Dauerbereitschaft leben müssen. In einem Heim verteilt sich dieser Zeitraum auf 3 Schichten! Doch das nur nebenbei...

    Es freut mich immer sehr, von positiven Geschichten zu lesen! Hoffentlich geht es noch lange so gut weiter und Deine Mutter hat noch eine gute Zeit.

  4. Avatar von Nocturna
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich freue mich, dass es deiner Mutter so gut geht. Viel Glück für sie weiterhin.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  5. Avatar von twix25
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Danke Ingeline für den Bericht und ich freue mich für Euch als Familie, dass Ihr nach all der schweren Zeit noch einen schönen und hoffentlich langen Lebensabschnitt teilen könnt
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  6. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Danke für Eure Antworten.
    Ja, es gibt auch gute Pflegeheime. Auch wenn nur selten darüber geschrieben wird.
    Meine Mutter hat sich sehr gut eingelebt und nimmt an vielen Gruppenangeboten teil.
    Ich hätte mir nie vorstellen können, wie gut es ihr tut, unter Menschen zu sein und nicht mehr alleine in ihrem großen Haus zu wohnen. Uns Töchter entlastet es ungemein und wir fahren immer mit gutem Gefühl nach einem Besuch bei ihr wieder nach Hause.

  7. Avatar von Zartbitter
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Liebe Ingeline,

    welch positives Posting.

    Es muss nicht immer schlecht sein *Heim*.

    Lieben Gruß
    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu! (Wolf Biermann)

  8. Avatar von Hillie
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ingeline, genieße die guten Zeiten mit deiner Mutter, so wird der Abschied nicht so heftig werden.
    Meine Mutter und ich kamen uns am Ende ihres Lebens noch einmal sehr nahe und da ich ihr Sterben begleiten durfte, war der Tod einfach die logische Konsequenz und sehr tröstlich.
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

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