+ Antworten
Seite 50 von 51 ErsteErste ... 4048495051 LetzteLetzte
Ergebnis 491 bis 500 von 507

  1. Registriert seit
    02.05.2002
    Beiträge
    738

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Bisher dachte ich, dass das Haus in frühestens 5 Jahren verkauft wird. Unserer Mutter geht es gut und somit bliebe alles, wie es ist.
    Dass meine Schwestern wieder mal ihr eigenes Süppchen kochen und mich dann vor vollendete Tatsachen stellen wollen, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich denke, jetzt verstehen wir uns endlich mal besser, und wieder geht es nur nach Ihnen. In ihre Überlegungen werde ich nicht mit einbezogen. Das tut am meisten weh.

    Seit ich in Rente bin habe ich hier endlich mal Zeit, mich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Eine Ausbildung in einem ehrenamtlichen Bereich habe ich auch angefangen. Momentan läuft es so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Zeit für mich und Zeit um mit Freunden etwas zu unternehmen.
    Das müßte ich alles aufgeben, wenn ich ins Allgäu zöge.

    Ich war immer das schwarze Schaf in der Familie. Mit 14 Jahren von zu Hause weg und nie mehr zurück gekommen.
    Wieso ich jetzt im Rentenalter ausgerechnet mein Elternhaus möchte...erschließt sich mir nicht.

  2. Moderation Avatar von izzie
    Registriert seit
    11.01.2007
    Beiträge
    9.236

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Seit Monaten räumen meine beiden Schwestern das Haus unserer Mutter aus. Das wurde mit mir nie abgesprochen. Bisher hieß es lediglich, dass unsere Mutter ja nicht mehr zurückkommt und das Haus deswegen so nach und nach geleert wird. Eine Entsorgungsfirma würde dann den Rest übernehmen.
    Wieso räumen die aus, ohne das mit dir abzusprechen? Vielleicht würdest du gerne etwas haben wollen, dass sie für wertlos befinden und einfach wegwerfen?
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
    Alle Jahre wieder... ---------- -Rezeptideen und Rezepte für Kinder----
    3 .. 2 .. 1 .. Ebay-Forum
    ------------------Hochzeit --------------------------Reisen


  3. Registriert seit
    09.10.2018
    Beiträge
    3.580

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Wieso ich irgendwie an dem Haus hänge...ist mir noch nicht klar.
    Von einer Universitätsstadt zurück auf ein Dorf im Allgäu...ein mutiger Schritt. Oder das absolut Verkehrte!
    Mach. Das. Nicht.
    Nicht für Erinnerungen (die eben genau das sind und mit der Realität nichts mehr zu tun haben) weit weg ziehen, wenn du dich dort, wo du jetzt wohnst, wohl fühlst. Und du nennst ja selbst schon viele Gründe, die nur dagegen sprechen.

    Dazu kommt: Denk nur mal daran, wie schnell man in der Stadt beim Arzt oder im KH sein kann. Oder der Notarzt bei dir. Klingt morbide, ist in meinen Augen aber nicht zu vernachlässigen.

    Denk lieber an die Zukunft als an die Vergangenheit, die du mit diesem Haus vielleicht irgendwie festhalten willst.


  4. Registriert seit
    02.05.2002
    Beiträge
    738

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    izzie
    Mich hat diese Ausräumaktion auch überrascht.
    Meine Schwestern meinten, irgendwann müßten sie ja damit anfangen, dann lieber gleich.
    Inzwischen sind sie schon beim Erdgeschoss angekommen, ich finde nur noch leere Schubladen vor.
    Auf dem Esstisch stellen sie mir manchmal etwas hin, was ich vielleicht haben möchte. Da ist nie etwas dabei.
    Die "guten Sachen" haben sie schon selbst mitgenommen.
    Abgemacht war, dass das Erdgeschoss nicht ausgeräumt wird, falls unsere Mutter doch nach mal zu einem Besuch ihn ihr Haus kommt. Da sie das aber strikt ablehnen, räumen sie fleissig weiter aus.
    Seit ich weiß, dass sie das Haus schnell verkaufen wollen, wundert mich diese Eile nicht mehr.
    Beim nächsten Besuch werde ich einen Teppich und ein Bild mitnehmen, bevor diese Dinge auch verschwunden sind.

    carassia
    Auf dem Dorf dauert es gut 20-30 Minuten, bis ein Notarzt zur Stelle ist. So erlebt beim letzten Sturz unserer Mutter.
    Alles Dinge, an die ich bisher nicht gedacht habe.


  5. Registriert seit
    09.10.2018
    Beiträge
    3.580

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Auf dem Dorf dauert es gut 20-30 Minuten, bis ein Notarzt zur Stelle ist. So erlebt beim letzten Sturz unserer Mutter.
    Alles Dinge, an die ich bisher nicht gedacht habe.
    Ja, daran denken die wenigsten. Bei Herzinfarkt oder Schlaganfall ist dann auf jeden Fall Schluss.
    Aber das ist ja nur der worst case, es sprechen - meiner Meinung nach - eben viele andere Gründe noch mehr dafür, dort nicht wieder hinzuziehen, besonders natürlich die Entfernung von denen Kindern und deinem sozialen Umfeld. Wenn man lange weg war, ist das im Heimatort einfach nicht mehr so wie früher, und über 65 wird es auch nicht leichter, neue Kontakte zu knüpfen.

  6. Avatar von Zinne
    Registriert seit
    23.02.2018
    Beiträge
    1.045

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Tu das deinen Kindern nicht an, Ingeline.

    Wenn eins deiner Kinder dir vom Wesen her ansatzweise ähnelt, verdammst dieses empathische Geschöpf dazu, sich später zwischen endlosen Betreuungspendelfahrten zu dir, Entnervtheit, hilfloser Liebe und Schuldgefühlen aufzureiben.

    Dein Reflex das Haus kaufen zu wollen, erinnert mich an die Ausgangssituation dieses Threads: Damals glaubtest du, es sei deine Pflicht, deine Mutter bei dir aufzunehmen.

    Jetzt kommt es mir so vor, als fühltest du dich verpflichtet, das Haus deiner Mutter zu retten. Posthum für deine dann tote Mutter ...
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")


  7. Registriert seit
    03.12.2014
    Beiträge
    366

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Dass meine Schwestern wieder mal ihr eigenes Süppchen kochen und mich dann vor vollendete Tatsachen stellen wollen, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich denke, jetzt verstehen wir uns endlich mal besser, und wieder geht es nur nach Ihnen. In ihre Überlegungen werde ich nicht mit einbezogen. Das tut am meisten weh.
    Ingeline, ich habe gerade ein kleines Deja-vu: Das ist doch die gleiche Auseinandersetzung, wie ihr sie vor ca. einem dreiviertel Jahr schon einmal hattet? Aus deiner Sicht lief damals noch alles gut mit der Mutter im Haus, du sahst keinen Handlungsbedarf. Deine Schwestern drängten aber schon sehr auf Veränderung. Konntest du damals erst gar nicht nachvollziehen. Im Nachhinein, als dir so einige Probleme bewußt wurden, die du vorher nicht gesehen hattest, dann aber schon.

    Ich habe dir damals schon einmal geschrieben, dass sich eure Bewertungen vielleicht auch deshalb unterscheiden, weil deine Schwestern vor Ort sind. Weil ihnen, als denjenigen, die dichter dran sind, die Probleme automatisch vor die Füße fallen. Ich nehme an dass es mit dem Haus nun ähnlich sein könnte. Ganz pragmatisch gefragt: Wer müßte sich denn kümmern, wer müßte denn springen, wenn z.B. plötzlich die Heizung ausfiele, ein Fenster eingeschlagen wäre, oder ein Wasserrohr bricht? Wer koordiniert denn die Gartenhelfer (oder macht selbst)? Aller Wahrscheinlichkeit nach doch nicht du. Sondern die Schwestern vor Ort.

    Provokant gefragt (ich überspritze jetzt mal bewußt, bitte nicht persönlich nehmen): Weshalb sollten deine Schwestern diesen Service noch über Jahre leisten müssen? Nur damit deine Mutter und/oder du den Traum vom eigenen Haus, der (scheint mir) in beiden Fällen nicht mehr viel mit der Realität zu tun hat, noch ein paar Jährchen aufrechterhalten könnt?

    Ganz ehrlich: Ich kann deine Schwestern verstehen. Ich habe meine Mutter gerade (endlich, gut zwei Jahre überfällig!) zum Umzug in ein Seniorenheim bewegen können. Mein nächster Schritt wird auch sein, das Haus Schritt für Schritt auszuräumen und schließlich zu verkaufen. Glaub' mir: Ich werde drei Kreuze machen, wenn ich den Kasten endlich los bin. Endlich die Verantwortung dafür, dort alles am Laufen zu halten, und die allfälligen Probleme, die ein älteres Haus nunmal mit sich bringt, zu lösen, los sein. Endlich nicht mehr ständig in Rufbereitschaft stehen müssen. Bzw. halt "nur" noch für die echten Probleme meiner Mutter. Aber zumindest nicht mehr für ein absurd großes und absurd un-seniorentaugliches Haus. Endlich nicht mehr an die Kette eines zum Betonklotz gewordenen Traums meiner Eltern gebunden sein. Sondern wieder ein klitzekleines bißchen mehr Zeit und Flexibilität für meine eigenen Träume (die mit diesem Trumm schlicht nix zu tun haben) haben.

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Ich war immer das schwarze Schaf in der Familie. Mit 14 Jahren von zu Hause weg und nie mehr zurück gekommen. Wieso ich jetzt im Rentenalter ausgerechnet mein Elternhaus möchte...erschließt sich mir nicht.
    Nochmals provokant formuliert: Vielleicht gerade deshalb. Man liest immer mal wieder, dass es wohl öfter gerade die "schwarzen Schafe" sind, die sich am intensivsten (oder am emotionalsten?) kümmern / pflegen. Vielleicht steckt dahinter ja der Wunsch, eine letzte Chance zu nutzen, um vielleicht doch noch vom schwarzen Schaf zum engelsgleich flauschig-weißen geliebten Lämmchen zu werden ... Ich habe mich selbst auch immer mal wieder bei Emotionen ertappt, die in diese Richtung gingen. So quasi: Also spätestens jetzt müßten die Eltern doch merken / gemerkt haben, dass ich gar nicht so'ne schlechte Tochter war/bin! Nö, ham'se nicht. Das Spielchen des "kümmere dich gefälligst um alles, das ist doch das mindeste, was man von dir erwarten kann, hab' gefälligst ein schlechtes Gewissen, dass du nicht noch viel mehr tust!" geht ungebrochen weiter. Lämmchen wär ich höchstens, wenn ich 1 zu 1 ihr Leben, ihre Gewohnheiten und ihre Träume spiegeln würde. Was sich aber, mal ganz abgesehen davon, dass ich das nicht will, mit meiner gleichzeitigen Rolle als Alters- und Pflegekoordinatorin, die rollengemäß auch mal Ungewohntes anbahnen und ggf. durchsetzen muss, arg beißen würde.

    Dahinter stecken, scheint mir, jahrzehntealte Machtspielchen und Auseinandersetzungen darüber, wie "man" es (= das Leben) gefälligst richtig zu machen hat, wie "man" zu sein hat, und wer bzw. wie man in der Familie die Entscheidungen trifft. Bei euch verteilt sich das halt auf mehrere Personen / verschiedenen Rollen. Bei uns verknotet sich alles in eins (weil ich die Einzige bin, die das dann auch alleine auseinanderfrickeln muss). Ich weiß ehrlich nicht, was schwieriger oder einfacher ist. Egal ob einzeln oder zu mehreren aber: Man sollte sich nicht zu sehr in solchen mit altem Emotionsballast überfrachteten Rollenschemata verstricken (lassen). Denn sonst verliert man das eigene Leben aus dem Blick. Und die Fähigkeit, sinnvoll zu helfen, womöglich noch obendrein ...

    Absolute Zustimmung jedoch zu dem, was hier auch schon mehrfach von Anderen geäußert wurde: Deine Schwestern sollten nicht ohne dich ausräumen. Sondern mit dir zusammen. So dass du dir Erinnerungsstücke selbst aussuchen kannst. Und damit die Last des Ausräumens (denn das ist meiner Erfahrung nach emotional arg anstrengend!) nicht alleine an deinen Schwestern hängen bleibt.

  8. Avatar von Monkele
    Registriert seit
    04.10.2004
    Beiträge
    12.314

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Britwi
    Wen der Himmel liebt, dem schickt er einen Freund.

  9. Avatar von twix25
    Registriert seit
    13.01.2009
    Beiträge
    11.834

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    habe ich hier endlich mal Zeit, mich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Eine Ausbildung in einem ehrenamtlichen Bereich habe ich auch angefangen. Momentan läuft es so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Zeit für mich und Zeit um mit Freunden etwas zu unternehmen.

    .
    DAS alles ist unglaublich viel wert!!!

    Wie du weisst, hatte ich in einigen Bereichen ein ähnliches Leben und auch nun gehts mir blendend, was die Gesamtsituation angeht-im Leben nicht zurück aufs Dorf!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!

    Du hast Geld, du kannst Dir ne Pflegekraft ins Haus holen- toll, toll, toll

    Dann hockste den ganzen Tag allein vor Dich hin, starrst Decke, wahlweise TV an und laangweilst Dich

    Da, wo du jetzt bist (und hoffentlich noch lange fit), kann man Dich abwechselnd besuchen, dich iirgendwo hinfahren, mitnehmen-whatever
    Du kannst per Unterstützung an "was auch immer" teilnehmen, bist mittendrin

    Falls dich die demenz packt, ists eh wurscht, aber da brauchts erst Recht kein Haus aufm Dorf.

    Verlass dich auf uns Brischwestern
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  10. Avatar von Hillie
    Registriert seit
    16.06.2004
    Beiträge
    31.773

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich glaube auch, Ingeline, dass es nostalgische Gründe sind, die dich am Haus festhalten lassen. Du bist doch ein logisch denkende, klar strukturierte Frau, du wirst schon die richtige Lösung finden.
    Da wir immer das Elterngrab besuchen, fahre ich auch an meinem Elternhaus vorbei, ganz ohne Wehmut oder Sentimentalität, Ich weiß, dass dort eine Familie mit zwei Kindern lebt und das ist gut so.
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

+ Antworten
Seite 50 von 51 ErsteErste ... 4048495051 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •