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  1. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Lyanna

    Genauso sehe ich es auch!
    Meinen Kindern würde ich es nicht zumuten, mich zu versorgen und pflegen im Alter.

    Vielleicht ist das ein "Generationending" mit meiner Mutter. Ihre eigene Mutter war bis zu ihrem Tode bei ihr. Wie ich mich erinnere, war das für meine Mutter keine gute Lösung. Wollte sie mal ein paar Tage wegfahren, bin ich eingesprungen und habe meine Oma versorgt.

    Heute frage ich mich zum ersten Mal, wieso meine Mutter nur zu mir kommen möchte?
    Strahle ich so viel Mütterlichkeit aus, weil ich so viele Kinder habe? Dann käme ich ja nie von dieser Rolle weg.

    Es ist für mich eine ganz neue Erfahrung, meine Mutter als "schwach, hilfsbedürftig" zu erleben. Immer war sie die Starke, setzte ihren Willen durch, kümmerte sich nicht um Andere. Und jetzt ist sie bald selbst auf Andere angewiesen.


  2. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Lyanna

    Heute frage ich mich zum ersten Mal, wieso meine Mutter nur zu mir kommen möchte?
    Strahle ich so viel Mütterlichkeit aus, weil ich so viele Kinder habe? Dann käme ich ja nie von dieser Rolle weg.
    Vielleicht bist du "gut zu händeln", Ingeline?
    Ich weiss es nicht.

    Was ich weiss, ist, dass meist jemand aus der Familie diese "Mutter-Pflege-Rolle" übernimmt, der sich manipulieren lässt ...bisher.
    Jemanden, der ein Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein hat und jemand, der sich bisher gekümmert hat, jedenfalls ein bisschen.
    DEN kann "man" gut nehmen, zumindest kann man es ja mal versuchen.
    Bei fast allen, die ich kenne, ging es "in die Hose" ...Überforderung auf beiden Seiten!

    Es gibt auch "Bilderbuchfamilien" (sieht man öfter mal im Fernsehen) wo diese Art, die du andenkst, geklappt hat bis zum Tode, aber im Grunde ist es nur ein Phantombild, dem man gerne nacheifern möchte ...
    Was dazwischen liegt, darüber möchte ich gar nichts weiter schreiben ...
    zT.schrecklich und das nicht nur für die Angehörigen ...

    Ich habe meine Töchter und enge Freunde gebeten, sich öfter mal im Pflegeheim sehen zu lassen, um zu gucken, wie mit mir umgegangen wird.
    Es hilft ungemein, wenn das Pflegepersonal weiss, da kümmert sich noch jemand, zumindest guckt einmal im Monat jemand rein und nach dem Zustand des dort Wohnenden.

    Ich ahne, dass du dich in einer Zwickmühle befindest ...doch denke bitte alles gut durch.
    Und tu bitte nichts aus "Mitleid" ...das zählt nicht!
    Und was bist DU dir selbst wert!
    Gesundheit, Gefühle, Stimmungen etc pp. ...
    Und möchtest es auch bleiben.

    Erstens kommt es anders ...und zweitens als "man" denkt.
    Da ist was dran.

    Geändert von Lyanna (20.05.2017 um 18:05 Uhr)


  3. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Lyanna

    Es scheint mir auch so, dass ich leicht zu händeln bin. Hat meine Mutter Probleme, meldet sie sich bei mir. Und ich mache genau das, was sie erwartet. Mich kümmern, sie aufbauen, mit den Schwestern reden...usw.
    Zur Zeit arbeite ich 6 Tage die Woche und an meinem freien Tag fahre ich zu ihr. Bei mir bleibt Vieles liegen, das interessiert sie nicht.
    Meine Schwestern werfen ihr vor, dass sie sich nicht für sie interessiert hat. Nur wenn sie gebraucht wurden, hat sie sich bei ihnen gemeldet. Immer ginge es nur um sie.
    Ich bin da wohl nachsichtiger und nehme ihr Manches nicht übel. Ändern werde ich sie nicht mehr.


  4. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Lyanna

    Zur Zeit arbeite ich 6 Tage die Woche und an meinem freien Tag fahre ich zu ihr. Bei mir bleibt Vieles liegen, das interessiert sie nicht
    Ich bin da wohl nachsichtiger und nehme ihr Manches nicht übel. Ändern werde ich sie nicht mehr.

    Nein, Ingeline, ändern wirst du deine Mutter nicht mehr.
    Du kannst sowieso nur bei dir etwas ändern ...zB. deine Ansichten,
    dein Pflichtgefühl überdenken und darüber sinnieren, wie das mit dem "Mit-leid" bei dir aussieht?

    Du hast so ein schönes Post auf Horus' Frage geschrieben, was DU denn möchtest.
    Sicher möchtest du, dass es allen gut geht, auch deiner Mutter ...
    aber das lässt sich nun mal nicht immer verwirklichen.
    DU bist nicht der Gestalter des Lebens deiner Mutter!
    Fürsorge für sie, ihr so manchen Wunsch erfüllen ...warum nicht.
    Doch dein Leben danach ausrichten?
    Es sei denn, du hast nix anderes zu tun oder im Kopf ...nur den Zustand deiner Mutter.

    Mich hätte man im Leben nicht dazu gekriegt, mich derart um meine Mutter zu kümmern,
    wie sie es gar nicht wollte.
    Sie war, nach vielen grösseren Krankheiten, sehr gut in dem örtlichen Pflegeheim aufgehoben, wollte dann eigentlich nur noch ihre Ruhe ...andere meinten, sie müssen sie bespassen ...nun denn, so ist es gewesen.

    Wenn meine Mutter mir nicht erzählt hätte, wie sie es empfand, wüsste ich es gar nicht.
    Ich weiss es nur von all den vielen Patienten und deren Angehörigen, die an sich und ihren Betreuungsversuchen kaputt gegangen sind ...
    Den "Patienten" war sowieso nie was recht zu machen ...schon gar nicht von den Angehörigen!
    Finde eine Lösung für DICH, nicht gegen jemanden.
    Du bist in dem Fall die einzige, die was ändern kann.



  5. Registriert seit
    02.05.2002
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Oh Mann, das war eine unruhige Nacht.

    Eure Beiträge haben mich kaum schlafen lassen. Meine Frage an mich selbst war und ist immer noch, was bin ich meiner Mutter schuldig? Was erhoffe ich mir davon, wenn ich mich intensiv um sie kümmere.
    Geht es mir dann besser? Opfere ich mich, damit ich ein gutes Gewissen habe?
    Ist es ein Opfer? Jaaaaa!!!!
    Mir geht so Vieles durch den Kopf und ich lasse es zu.
    Meine Mutter würde an meiner Stelle nicht für mich sorgen. Sie würde ein gutes Heim suchen und ihr Leben weiter leben.
    Da bin ich wirklich erschrocken, weil ich so ganz anders bin. Ich gehe meiner Oma nach, die eine Seele von Mensch war und sich immer um Andere gekümmert hat. Meine Mutter war darüber oft erbost, weil ihr so etwas gar nicht in den Sinn kam. Einen großen Teil meiner Erziehung hat meine Tante und meine Oma übernommen. Meiner Mutter war ich nicht gehorsam genug.
    Ihre Schwester lebte in der Schweiz. Mit ihr habe ich mich sehr gut verstanden. Als sie krank wurde, war ich die letzten Jahre fast wöchentlich zwei, drei Tage bei ihr und habe sie umsorgt. Mit ihr Fahrten zu Orten unternommen, wo sie früher mal war...Einkäufe erledigt usw.
    Bei ihr war das eher wie ein Kurzurlaub von meiner Familie. Es hat uns Beiden gut getan. Bis zu ihrem Tod durfte ich meiner Mutter viele Dinge nicht erzählen, die sie mir anvertraut hatte. Sie hatte in gewisser Weise "Angst" vor der Reaktion ihrer Schwester. Und das im Alter von 85 Jahren noch!
    Meine Mutter hat im Alter von 50 Jahren ein zweites Mal geheiratet und alle ihre Töchter nicht dazu eingeladen. Danach war sie viel auf Reisen. Ihr damaliger Mann starb nach zwei Jahren und ich bin zu ihr in die Nähe gezogen, dachte wohl, sie braucht mich jetzt. Nein, sie hat mich nicht gebraucht. Sie lebte ihr Leben und war dauernd unterwegs. Seit ihr dritter Lebenspartner vor drei Jahren gestorben ist, hat sie sich verändert. Jetzt ist ihr alles zu viel und sie erwartet unsere Hilfe.

    Wenn ich so zurück denke, sehe ich ein ganz anderes Bild von meiner Mutter. Es stand immer sie im Vordergrund und alles hatte sich um sie zu drehen. Das ist genau das, was mir Angst macht. Wie ich leben will, interessiert sie nicht.

  6. Avatar von Roundabout
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ingeline,
    du bist umgezogen, weil DU dachtest, deine Mutter braucht dich... um dann festzustellen, dass das keineswegs so war.
    Auch in der aktuellen Situation denkst DU, dass deine Mutter das und das braucht... obwohl es nicht so ist.

    Die Frage, was du deiner Mutter schuldig bist, hast du selbst schon beantwortet: sie stand im Vordergrund, wie du lebst/leben willst, interessiert sie nicht, du bist ihr NICHTS schuldig.
    Und nun ist sie alt.... das ist der einzige Unterschied zu früher.... lass sie also weiter "ihr Ding" machen, du kannst sie unterstützen, aber ich würde sie in keinem Fall bei dir aufnehmen.

    Vielleicht kannst du mal nachspüren, warum dir das so wichtig ist, das "gute" Kind zu sein? versuchst du noch, die Liebe deiner Mutter zu erringen, obwohl sie dich von Oma/Tante hat erziehen lassen? Der Preis wäre ungleich zu hoch und ob du es erreichen würdest, ist ungewiss.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."

  7. Inaktiver User

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen

    Was mich an der ganzen Aktion abschreckt ist eher, wie ich das auf Dauer packe. Meine Mutter kann sehr fordernd sein. Sie ist sehr ungeduldig und alles muss nach ihrem Willen gemacht werden. Ich nehme das oft mit Humor und lache sie an und mache es, wie ich es meine. Da blitzen zwar ihre Augen...aber sie kommt nicht gegen mich an. Bin ich wieder weg, macht sie es genau so, wie sie es wollte.
    Ich habe viele Kinder und habe mich immer darauf gefreut, endlich mal machen zu können, was ich will.
    Gleichzeitig kann ich meine Mutter nicht hängen lassen. Ein Dilemma irgendwie...
    ich habe nur bis hierher gelesen......(Seite 1)

    und sage Dir, dass das für eine berufstätige Tochter alleine nicht zu schaffen ist,
    außer sie will sich bedingungslos aufopfern und ihr Leben für die Mutter an den Nagel hängen,....

    Dein Bemühen in allen Ehren......

    letztlich hast Du Dir mit Deinen Zeilen bereits die Antwort gegeben...
    Geändert von Inaktiver User (21.05.2017 um 18:40 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Oh Mann, das war eine unruhige Nacht.

    Eure Beiträge haben mich kaum schlafen lassen. Meine Frage an mich selbst war und ist immer noch, was bin ich meiner Mutter schuldig? Was erhoffe ich mir davon, wenn ich mich intensiv um sie kümmere.
    Geht es mir dann besser? Opfere ich mich, damit ich ein gutes Gewissen habe?
    Ist es ein Opfer? Jaaaaa!!!!
    Die Frage ist demnach, was bist du dir schuldig, damit du dich gut fühlst?

    Deine Mutter möchte nicht gern allein sein. Okay! Möchte sie aber mit dir ihre Zeit verbringen oder mit irgendjemandem und du bist dabei als Person gar nicht wichtig?

    Wenn du meine Tochter wärst, würde ich wollen, dass du nach 6 Arbeitstagen deinen freien Tag zur Erholung nutzt, um die nächsten 6 Tage wieder Kraft für deinen Job zu haben.
    Ich würde mit dir Zeit verbringen wollen, die für beide schön ist, also keine Aufgaben beinhaltet, keine Pflichtzeit, sondern Lebenszeit, an die ich mich genauso wie du gern einmal erinnere.
    Für die Pflichten gibt es Pflegedienste, betreutes Wohnen und Pflegeheime, für die Lebenszeit (Zeit zu leben) gibt es nur die Angehörigen.


  9. Registriert seit
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    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Roundabout
    In meinem Kopf ist wohl die Vorstellung, dass alte Menschen in der Familie ihren Lebensabend verbringen sollten.
    Mit meiner Berufstätigkeit läßt sich das nur schwer vereinen.
    Das "gute Kind" war ich auf gewisse Weise nie. Meine Mutter und meine Schwestern stritten sehr viel miteinander. Ich war immer das schwarze Schaf. Mit 14 Jahren bin ich lieber in die Großstadt gegangen, als diesen Zirkus zu Hause noch weiter mitzumachen. MeinLeben verlief viel trubulenter als das meiner Schwestern. Viele Umzüge, Ausbildungen, Studium...es war nie langweilig. Ich denke heute, dass ich deswegen auch toleranter bin und über Manches hinwegsehe.
    Meine Schwestern haben immer das gemacht, was die "Norm" war.
    Für meine Mutter ist es viel einfacher, mit mir zu reden. Ich nehme nicht alles so ernst und denke eher lösungsorientiert.
    Was sie früher an mir nicht gemocht hat, schätzt sie heute. Meine Schwestern sind eher etwas "bieder" und nehmen ihr jedes falsche Wort krumm.

    monika_1025
    Wenn ich ganz ehrlich bin, arbeite ich 10-mal lieber als meine Mutter zu besuchen/betreuen. Meine "Bemutterungsgen" braucht dringend mal Pause ;-)

    lich
    Eben habe ich mit meiner Mutter telefoniert - Pflichtelefonat täglich mindestens 30 Minuten.
    Sie hat mir mitgeteilt, dass ihre Nachbarin ihr angeboten hat, für sie mitzukochen, wenn sie es mal nicht mehr kann.
    Sie würde aber darauf hoffen, dass das ihre Tochter (meinte sie mich? glaube schon) übernimmt. Essensdienste kämen gar nicht in Frage für sie, sie habe ja Kinder.

    Es kann gut sein, dass sie einfach Unterhaltung will. In ihrem Dorf gibt es leider keine Angebote für Senioren. Wie lange sie noch selbst mit dem Auto fährt, kann ich nicht einschätzen. Bis jetzt kann sie noch Besuche bei Bekannten machen. Wenn der Winter kommt, sieht das anders aus.

    Für mich ist der Winter meine Erholungszeit, die ich dringend benötige. Nach 7 Monaten Dauerarbeit bin ich körperlich am Limit. In dieser Zeit mache ich Städtereisen, besuche Ausstellungen, setze mich in Cafes...und ..und...und.

    Wäre meine Mutter hier, ginge das alles nicht mehr. Sie erwartet, dass ich mich zu ihr setze, mit ihr Karten spiele, ihr erzähle usw.
    Nein, das will ich nicht!


    Das ist die Zeit, wo ich mich um mich kümmere.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Wäre meine Mutter hier, ginge das alles nicht mehr. Sie erwartet, dass ich mich zu ihr setze, mit ihr Karten spiele, ihr erzähle usw.
    Nein, das will ich nicht!


    Das ist die Zeit, wo ich mich um mich kümmere.
    mein Eindruck ist, dass Du hier durch das schreibende Denken Deine Lösung finden wirst

    solche Entscheindungen b rauchen eben die nötige Bedenkzeit....

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