+ Antworten
Seite 2 von 51 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 508
  1. Avatar von Roundabout
    Registriert seit
    03.08.2011
    Beiträge
    1.528

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Horus

    Manchmal denke ich auch, dass ich mir zu viele Gedanken mache.
    In meiner Nähe wäre eine Einrichtung für betreutes Wohnen, da könnte ich sie oft besuchen.
    Meine Bedenken sind da eher, wie sie in einer Stadt klarkommt.
    Bisher hat sie mir immer Folgendes angeboten: " Ich komme zu dir und gebe dir monatlich 2000€ für Kost und Logis".
    Ich vermute, da wäre ich ihr persönlicher Assistent...24 Stunden täglich immer abrufbar. Da schnürt es mir die Kehle zu...
    das Angebot in deiner Nähe wäre ggf ein gangbarer Kompromiss, wenn es dir jetzt schon die Kehle zuschnürt, beim Gedanken daran, was auf dich zukommt. Zumal nicht jeder in der Lage ist, einen irgendwann evtl. auch körperlich pflegebedürftigen Menschen zu betreuen. Ich würde mich an deiner Stelle nochmal mit den Schwestern zusammensetzen und dann eben vorrangig die Mutter befragen, wie sie sich das vorstellt, wenn sie umziehen muss . Die Aspekte, die Horus eingebracht hat, halte ich für sehr wichtig!
    Auch wenn du die Tochter bist, heisst das nicht, dass deine Mutter von dir besser betreut wird, als von externen Personen.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."

  2. Avatar von Horus
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    43.866

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte, dass in VIELEN Fällen eine externe professionelle Betreuung für beide - also den betroffenen Elternteil und die "Kinder" - besser ist als eine Betreuung durch die "Kinder".

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  3. Avatar von Spadina
    Registriert seit
    02.11.2011
    Beiträge
    4.141

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Mein 90 jähriger Vater, der allein auch nicht mehr zurecht kommt, fühlt sich im Pflegeheim gut aufgehoben.

    Die haben tägliche Angebote von Kartenspielen, Gymnastik, Bingo, Gedächtnistraining.

    Und er ist total aufgeblüht. Statt völlig allein in seiner alten Wohnung zu sitzen, wo kein Mensch weit und breit ist, der mal mit ihm redet, weil die früher so ziemlich gleichaltrigen Nachbarn des Hauses schon alle gestorben sind.

    Und die jungen Menschen, die dort inzwischen wohnen, haben nun auch keine Verbindung zu ihm, wie es mit den alten Nachbarn eben war.

    Er hat sich jedenfalls im Pflegeheim verliebt und wir Kinder möchten ihn bitte als liiert betrachten.

    Das wir so vielleicht nicht jedem passieren, aber grundsätzlich ein betreutes Wohnen als gruselig einzuschätzen, halte ich für falsch.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  4. Avatar von Horus
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    43.866

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Er hat sich jedenfalls im Pflegeheim verliebt und wir Kinder möchten ihn bitte als liiert betrachten.
    Das ist ja toll!
    Könnte meinem Vater auch noch passieren, unter Umständen ...

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.


  5. Registriert seit
    02.05.2002
    Beiträge
    740

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Spadina

    Als "gruselig" schätze ich so eine Einrichtung nicht ein.
    Was mich damals von meinen Schwestern entsetzte war die Art, wie sie ihre Prospekte überreichten.
    Keine hatte sich Gedanken über eine andere Lösung als ein Heim gemacht. Jede von ihnen hat ein großes Haus (viel größer als meines) und einige Zimmer leer nach dem Auszug der Kinder.
    Ihr barsches Verhalten gegenüber unserer Mutter hat mich aufhorchen lassen. Sie wollten sie nicht in ihrer Nähe haben.

    Habe ich ein zu "gutes Herz" weil ich mir so viele Gedanken mache?

    Es wäre sicher für sie gut, wenn sie mit anderen Menschen zusammen wäre. Das kann ich ihr gar nicht alles bieten...und will es auch nicht.

  6. Avatar von Horus
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    43.866

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ihr barsches Verhalten gegenüber unserer Mutter hat mich aufhorchen lassen. Sie wollten sie nicht in ihrer Nähe haben.
    Vielleicht, weil jede von ihnen ähnlich zugeschnürte Kehle und Bauchgrummeln bekommt bei dem Gedanken, als 24-Stunden-Laufbursche eurer Mutter figurieren zu müssen (deine eigene Einschätzung, du kennst deine Mutter) und das genauso wenig will wie du, im Gegensatz zu dir aber klarere Grenzen zum eigenen Schutz ziehen können und wollen?

    Keine hatte sich Gedanken über eine andere Lösung als ein Heim gemacht. Jede von ihnen hat ein großes Haus (viel größer als meines) und einige Zimmer leer nach dem Auszug der Kinder.
    Zum Fettmarkierten: das weisst du gar nicht. Vielleicht hat sich jede im Voraus jede Menge Gedanken gemacht - und klar entschieden, dass eine Aufnahme bei sich zu Hause keine Option ist. Logisch, dass man eine Lösung, die man selber nicht will, nicht anspricht.

    Die Platzfrage ist ausserdem nicht entscheidend dafür, ob man sich für oder gegen die Aufnahme und Betreuung eines Elternteils entscheidet. Viel wesentlicher sind die anderen Faktoren wie: Zeit, eigene Ressourcen, eigene Wünsche, eigene Pläne (nur, weil die Kinder aus dem Haus sind und man selber in Rente ist, muss man nicht automatisch "unterbeschäftigt" sein - man könnte ja auch endlich einmal auf eine dreijährige Weltreise gehen) etc.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  7. Avatar von Spadina
    Registriert seit
    02.11.2011
    Beiträge
    4.141

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Ich würde mit meinem Vater auch nicht zusammenleben wollen. Das würde nie funktionieren, weil die Lebensansichten völlig verschieden sind.

    Meine Mutter habe ich einmal vor Ort 3 und später noch einmal 5 Monate gepflegt.

    Es hat Monate gedauert, wieder ich selbst zu sein.

    Und mal so anzunehmen, die Geschwister könnten doch mal einfach so, halte ich für übergriffig. Zumal die ja auch nicht mehr sooo jung sein dürften. Und würde die Mutter dort überhaupt hinwollen?

    Hier wird mir viel zu viel ins Leben der Mutter reingedacht, ohne dass irgendein Wunsch von ihr überhaupt laut wird.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.


  8. Registriert seit
    02.05.2002
    Beiträge
    740

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Horus
    Das mit den Grenzen ziehen, ist mein Problem. Das wurde mir schon von einigen Bekannten gesagt...

    Spadina
    Meine Mutter ging damals wirklich davon aus, dass sie bei einem ihrer Kinder das Alter verbringt.
    Wie oben schon erwähnt, kann ich schlecht meine Grenzen ziehen. Wenn ich nicht einer Meinung mit ihr bin, sage ich es ihr mit Humor...zwar deutlich nur dann klingt es nicht so hart. In den letzten Wochen übe ich das schon immer wieder...da schluckt sie manchmal.
    Meine Schwester, die sich auch um sie kümmert, meint immer, dass ich ihr mehr unangenehme Dinge sage, als sie sich jemals trauen würde.

    Wenn ich mit meiner Mutter über ihre Zukunft rede, muss ich ganz sicher sein, was ich will und was nicht.
    Fahre ich nach meinen wöchentlichen Besuchen abends nach Hause, will sie schon immer mitkommen. Ob sie wirklich mitkäme, wenn ich es ihr anbieten würde...ich weiß es nicht.

  9. Avatar von Horus
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    43.866

    AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Hier wird mir viel zu viel ins Leben der Mutter reingedacht, ohne dass irgendein Wunsch von ihr überhaupt laut wird.
    Doch, ein Wunsch der Mutter wurde klar genannt: "ich ziehe bei dir ( = Ingeline) ein und gebe dir 2000 Euro für Kost und Logis".

    Was Ingeline vermutlich zu Recht interpretiert als: "ich ziehe bei dir ein, du wirst meine Vollzeitpflegekraft und persönliches Laufmädchen"

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  10. Avatar von Monkele
    Registriert seit
    04.10.2004
    Beiträge
    12.321

    smile AW: Wie gestalte ich die letzten Jahre meiner Mutter mit

    Zitat Zitat von Ingeline Beitrag anzeigen
    Horus

    Manchmal denke ich auch, dass ich mir zu viele Gedanken mache.
    In meiner Nähe wäre eine Einrichtung für betreutes Wohnen, da könnte ich sie oft besuchen.
    Meine Bedenken sind da eher, wie sie in einer Stadt klarkommt.
    Bisher hat sie mir immer Folgendes angeboten: " Ich komme zu dir und gebe dir monatlich 2000€ für Kost und Logis".
    Ich vermute, da wäre ich ihr persönlicher Assistent...24 Stunden täglich immer abrufbar. Da schnürt es mir die Kehle zu...
    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    Ich vermute, du vermutest richtig.
    Und dein Bauch, bzw. deine Kehle, sagt dir ganz deutlich, welche Antwort auf diese Forderung die richtige ist.
    Aber vor diesem Hintergrund verstehe ich noch viel weniger, weshalb du bei eurem "Kriegsrat" aktiv den Vorschlag gemacht hast, sie könne zu dir kommen, obwohl du offenbar ganz genau weisst, was auf dich zukommen würde, und du das - das sagt dir dein Körper sehr genau - nicht willst.
    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte, dass in VIELEN Fällen eine externe professionelle Betreuung für beide - also den betroffenen Elternteil und die "Kinder" - besser ist als eine Betreuung durch die "Kinder".
    Ingeline, warum schaust du dir das Betreute Wohnen in deiner Nähe nicht erstmal an? Wichtig finde ich dabei, dass auch eine Pflegeeinheit dazu gehört, denn sonst kann es leicht passieren, dass der alte Mensch bei Pflegebedürftigkeit wieder ausziehen muss und die Suche von Neuem beginnt. Wichtig auch zu wissen, was das 'Betreute Wohnen' überhaupt umfasst. Da gibt es nämlich die unterschiedlichsten Varianten, von nur Notfallknopf, über Essensangebote und mehr.

    Du schriebst, dass deine Mutter allein im Allgäu in einem (zu?) großen Haus lebt. Ich vermute mal, dass dort die Infrastruktur nicht die Beste ist und sie es unter Umständen an deinem Wohnort damit deutlich einfacher haben könnte. Ärzte und einkaufen können in relativer Nähe und du bist 'sicherheitshalber' auch noch da. Wenn sie dort keine Menschen mehr hat, die sie sehr vermissen würde, dann würde ich es wagen und sie fragen, ob sie dort noch etwas hält oder ein Umzug in deine Stadt vorstellbar für sie wäre, allerdings in keinem Fall mit dir zusammen.

    Denn ich muss Horus in Allem beipflichten! Wenn es dir jetzt schon bei dem Gedanken daran, dass sie bei dir wohnt, die Kehle zuschnürt, dann mach das nicht. Ihr werdet Beide nur leiden.

    Als ich 14 Jahre alt war, sind wir von meiner Geburtsstadt in ein kleines Dorf weiter weg gezogen. Meine Oma mütterlicherseits ist mit umgezogen und bekam ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer im Hause meiner Eltern. Im Nachhinein sagt meine Mutter, dass sie auf die warnenden Stimmen hätte hören sollen und das nicht so hätte machen sollen. Ich selbst habe diese Oma in nicht so guter Erinnerung, obwohl sie sicher die deutlich Liebevollere von meinen beiden Omas war. Dies ist sicher der Situation des Zusammenlebens mit ihr geschuldet.

    Letztes Jahr ist meine 81 jährige Mutter schwerst erkrankt. Mein Vater ist 2007 gestorben. Meine Mutter führte bis dahin ein sehr aktives Leben, mit diversen Ehrenämtern, fuhr Auto (eine Vorraussetzung, um in diesem Dorf leben zu können), hat ihr ganzes soziales Umfeld dort. Wir drei Kinder sind in ganz Deutschland verteilt, wobei mein Bruder am Weitesten entfernt wohnt. Sie wollte nie aus diesem Haus ausziehen, auch nicht, als mein Vater schon schwerst an Parkinson erkrankt war und klar war, dass dieses alte Bauernhaus (in das er sehr viel Eigenleistung gesteckt hatte) in keiner Form mehr für ihn geeignet ist.

    Nach wochenlangem Bangen und Hoffen und einem Spagat von meiner Schwester und mir, zwischen ihrem Leben und der (Für)Sorge um sie und unserem eigenen Leben, was ungemein Kräfte gekostet hat, kam natürlich auch irgendwann die Frage, wie es weiter geht. Es war (und ist es auch manchmal heute noch) ein harter Kampf. Mittlerweile lebt sie in einer wirklich schönen 2 Zimmer Wohnung im Betreuten Wohnen im Hauptort, ist Nachbarin meiner Schwiegereltern geworden, fährt wieder Auto, hat einen Teil ihrer Ehrenämter wieder aufgenommen. Ein großes Wunder, nach all dem, was letztes Jahr war.

    Allerdings hat sie ihr Haus bis heute behalten. Das bedeutet für meine Schwester und mich, wenn jetzt was mit ihr ist (wie es vor Kurzem war und sie wieder ins KH kam), dann pendeln wir nun zwischen drei Stellen bei ihr und müssen schauen, wie wir das alles schaffen. Ihr ist ihr Garten am Haus das Wichtigste, im Haus hält sie sich eigentlich nur auf um zu waschen, was sie durchaus auch im Betreuten Wohnen tun könnte. Wer gießt (wann?) die Blumen, wer mäht den Rasen und so weiter und so fort ... Jede von uns hat eine Anfahrt von deutlich über eine Stunde, wir sind also nicht mal schnell da.

    Sie war nach ihrem langen Rehaaufenthalt für ca. 3 Wochen in der Kurzzeitpflege. Da wurde meiner Schwester und mir klar, dass das (bis jetzt) nichts für sie ist. Und es war klar, dass sie weder zu mir, noch in die Gegend meiner Schwester zieht. Eine von uns allein hätte niemals das soziale Umfeld, das sie dort hat, ersetzen können. Auch sie hat, vermutlich ähnlich deiner Mutter, einen sehr starken Willen. Dieser hat ihr sicher beim Überleben geholfen, macht aber den Umgang nicht immer einfach. Da kann man noch so eine liebende Tochter sein und sie eigentlich eine liebe Mami sein! Ein Beispiel, sie versteht überhaupt nicht unsere Sorge, dass sie wieder Auto fährt, mit 100% Schwerbehinderung. Das ist aber nur ein kleines Beispiel.

    Du willst eine 'gute Tochter' sein, aber um welchen Preis?! Sei offen für die Alternativen, ich bin sicher, es wird sich auch für deine Mutter eine passende Lösung finden.
    Wen der Himmel liebt, dem schickt er einen Freund.

+ Antworten
Seite 2 von 51 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •