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  1. Registriert seit
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    Unsere Eltern werden pflegebedürftig - wie gehen wir damit um?

    Hallo bin ende vierzig und als Einzelkind für meine Eltern im "Einsatz".

    Die beiden sind ganz lieb, aber nach einigen gesundheitlichen Rückschlägen und großer gesundheitlicher Beeinträchtigung meiner Mutter, ist es ein absolutes psychologisches und zeitliches Spagat, hier alles am laufen zu halten. Die alten Leutchen wollen nicht akzeptieren dass sie Hilfe brauchen und nicht alles weiter wie früher läuft (das ist mit das Hauptproblem)......
    Fühl mich ständig gehetzt hier alles ok zu halten und alle happy zu machen, da man ja nicht weiss was der nächste Tag bringt. - Fühl mich selbst aber völlig überlastet damit.... ist jemand in der selben Situation mit dem ich mich ev. etwas austauschen kann...... lb Vita

  2. Avatar von Strunzhuhn
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Oh, das klingt vertraut. Wobei nicht ich persönlich von den Unterstützungsaufgaben betroffen bin (ich wohne rund 8500 km weit weg), sondern meine Schwester und ihre Tochter, von denen erwartet wird, dass sie bei jedem der häufigen Besuche "im Haushalt anpacken", obwohl die beiden selbst 120 km weit weg wohnen.

    Das Problem ist tatsächlich, dass meine Eltern auf Biegen und Brechen nicht einsehen wollen, dass sie Hilfe benötigen - schließlich klappt doch alles wunderbar und die Welt ist in Ordnung, solange Tochter und Enkelin weiterhin oft und fleißig ihre Wochenenden auf der Autobahn verbringen und ihre Besuchszeit mit Haushalts- oder Gartenarbeit verbringen.

    Dann wurde die Schwester schwer krank und die Bürde liegt jetzt vollständig auf den Schultern der Enkelin, die mit Studium und allem selbst genug um die Ohren hat. Statt zu akzeptieren, dass es vielleicht Zeit für eine Putzhilfe wäre (finanziell kein Problem), wird nur noch genörgelt, was die Besuche auch nicht angenehmer macht...

  3. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Möchtest du konkret schildern, welche Hilfestellungen nach deiner Meinung nötig sind?

    Wie oft bist du bei ihnen?
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  4. gesperrt
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Hi,

    ist schon eine Weile her - wie geht es dir?

    Kenne die Situation nur selbst zu gut. Würde mich gerne mit dir austauschen. Auch wenn wir unsere Eltern nicht ändern können, vielleicht tut es uns gut, zu wissen, dass wir nicht alleine sind.

  5. Avatar von kamy
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Irgendwann geselle ich (46) mich auch dazu.
    Meine Eltern sind zwar noch nicht uralt (77, 70), aber relativ kränklich und dadurch manchmal ratlos.
    Der Herzinfarkt meines Vaters vor paar Wochen war schon Prolog, wie es im Ernstfall mal wird.
    Glücklicherweise hat er sich davon fast vollends erholt.
    Aber irgendwann ist es mit einem soweit, da gibt es kein vertun.
    Ich bin ein Einzelkind, allein stehend und habe einen Sohn, der vor Jahren zwecks Studium aus dem Haus ging.
    Mit anderen Worten, es wird alles "meins", die Arbeit, Verantwortung, Fürsorge, Pflege. Es scheint, dass ich es durch meinen Beruf leichter haben werde- ich bin Krankenschwester und ich kann vieles einfach unproblematisch regeln und gewisse Berührungsängste habe ich erst gar nicht- aber das heißt aber auch, dass ich nur mit Pflege beschäftigt sein werde, ob beruflich, ob privat.
    Ein Vierteljahrhundert Krankenpflege haben Spuren bei mir hinterlassen, angefangen bei verrutschen Bandscheiben, aufhörend bei CI- Versorgung nach unzähligen Hörstürzen- ich bin fast gehörlos.
    Es soll jetzt nicht als Gejammer gelesen werden, sondern als paar Fakten, aber ihr wisst ja, wovon die Rede ist.
    Ein Freund von mir, ebenfalls Einzelkind, pflegt(e) zusammen und nacheinander seine uralten Eltern. Vater ist inzwischen gestorben, mit 95. Jetzt ist die Mutter noch älter, noch hinfälliger geworden und braucht noch mehr Hilfe und Fürsorge. Diese leistet er, ist auch Krankenpfleger, kurz vor seiner eigenen Rente. Dafür erntet er Bewunderung, die sich meist in folgenden Worten ausdrückt:
    "Oh, ich weiß, wie das ist, nicht einfach. Als wir unsere(n) Mutter/ Vater.... "
    Und das ist der Punkt, meint mein Freund.
    Es gab nur eine Person zu pflegen, und es waren mehrere zuständig und/ oder verantwortlich.
    Unsereiner steht alleine, mit 2...
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

  6. Avatar von Herbstbaum
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Ist das Thema noch aktuell?

    Würde mich gerne mit Anderen austauschen.

    Viele Grüße..

  7. Avatar von kamy
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Ja, auf jeden Fall aktuell

    Momentan läuft es bei mir/ uns alles ziemlich glatt, Vater hatte im Dezember zwar eine beachtenswerte Magenblutung geboten, bei der er beinahe von der Welt gegangen ist, hat sich aber auch wieder erholt. Bei der Gelegenheit, weil im selben Krankenhaus wie damals nach Herzinfarkt, wurde sein Herz bzw Stent durchgecheckt- alles top. Jetzt beschäftigen wir und alle Vierteljahre mit seiner Prostata, sprich: gehen regelmäßig zur Kontrolle bei Urologen, da tut sich dank der neuen Pillen etwas rückläufig, also erstmal keine Operation nätig. Nur mit dem Zucker ist er etwas uneinsichtig, naja, meine Güte, irgendein Ventil braucht der Mensch. Wenigstens ist mit Süßem seine depressive Phase vorüber, und darauf hin hat er sich Anfang des Jahres entschlossen, seinen Grauen Star auf dem zweiten Auge beheben zu lassen, was auch super verlief und ihm gut tut. Weil erstmal kamen ihm Bedenken, ob sich sowas bei ihm überhaupt noch lohnt, so kurz, nachem er dem Tod von der Schippe gesprungen ist bei der Magenblutung.

    Mutter braucht auch erstmal keine Knieprothese, es reicht etwas schmieren, bei stärkeren Schmerzen ab und an eine Schmerztablette und sonst moderate Bewegung. Leider sind wir hie rmit Hallenbädern nicht so gesegnet und die Therme relativ teuer, also ein Ergometer geholt, und sie radelt für die Knie 2- 3 mal am Tag je eine Viertelstunde. Aufs fahrrad traut sie sich nicht, wir wohnen auch ziemlich bergig und im Ort kreuzen sich 2 Bundesstrassen, und ihre Herzvorgeschichte mit noch vor 2, 3 Jahren wiederkehrenden Synkopen spricht auch nicht für Radtouren irgendwo. Dann soll sie lieber vom Ergometer auf den Teppich fallen.

    Mit anderen Worten, ich habe momentan alles ziemlich gut im Griff, toitoitoi und will es nicht verschreien. Die groben Arbeiten im Haus schaffe ich auch ganz gut, weil die Beschwerden meiner Kalkschulter sich seit einiger Zeit komplett abgemeldet haben.

    Und bei dir?
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

  8. Avatar von Herbstbaum
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Hallo Kamy,

    im Moment habe ich auch alles soweit im Griff, obwohl mir so einiges über den Kopf wächst.
    Ich kümmere mich alleine um meine Mutter, mein Vater ist vor einigen Jahren verstorben. Bei Mutti steht bald
    eine OP an.Dann kommt noch später der graue Star hinzu. Den Haushalt machen oder Einkaufen gehen ist nicht so das Problem, aber alles alleine machen auch nicht optimale Lösung. Mutti möchte keine fremde Hilfe und ich versuche alles unter einen Hut zu bringen. Manchmal schwer, aber ich baue mir wenn es geht Freiräume ein um zu entspannen.

    Viele Grüße...

  9. Inaktiver User

    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Bin zwar kein Einzelkind, aber doch mit dieser Problematik sehr belastet. Mutter und Schwiegereltern starben jeweils nach langer Pflegedauer, jetzt ist mein Vater dran.
    Wenn man nicht draufgehen will, muss man die Arbeit zweckmäßig organisieren und muss sich ein Stück weit von dem lösen, was die alten Leutchen wollen. Einsicht ist nicht zu erwarten, und natürlich ist das extrem schwierig, aber unvermeidbar. Unnötige Übergriffe (die natürlich von den Oldies nicht so gesehen werden) auf die eigene Zeit muss man konsequent abwehren. D.h. Putz- und Gartenarbeit kann man durchaus von Dienstleistern machen lassen, sodass die Zeit, die man für seine Oldies erübrigen kann, Qualitätszeit ist, die man miteinander verbringt.
    Es ist, wie gesagt, sehr schwer. Für rationale Erklärungen fehlt den alten Leutchen die Einsichtsfähigkeit. Meine Standardantwort, ab einem gewissen Punkt ohne weitere Erklärung war: "Ich kann das nicht."
    Es ist eine Umkehrung der Rollen, den Menschen, die einem immer Vorgaben gemacht haben, nun vorzuschreiben, wie es weiter gehen soll. Aber ab einem gewissen Punkt muss man mit ihnen so umgehen wie mit kleinen Kindern.
    Die Eltern sollen natürlich immer mit ihren Sorgen und Nöten auf einen zukommen können, aber innerhalb von Strukturen, die einem selbst die nötige Erholung lassen, um mit Haushalt, Arbeit, Kindern und eben auch Eltern zurechtzukommen. So muss man z.B. nächtliche Anrufe konsequent abwehren und sich das Recht herausnehmen, öfter mal seine Freizeit ohne Elternaufgaben verbringen zu dürfen.
    Schwer, aber die einzige Lösung ohne Burnout.

  10. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Hallo zusammen,

    ich wollt nur sagen, ich lese mal ein bisschen mit.

    Mein Vater (76 Jahre alt) wird zunehmend pflegebedürftig, er ist nach mehreren OPs am Rücken und am Herz schon seit 2009 zu 100 % schwerbehindert eingestuft. Bisher ging es immer noch irgendwie, aber eben schlägt die Welle um.

    Mein Bruder, der sich die Wohnung mit ihm teilt, ist leider mit dem täglichen Haushalten, Einkaufen etc. neben seiner Vollzeitberufstätigkeit und einem zweiten Job total überfordert und kennt sich weder mit Pflege noch mit dem Papierkram, der im Moment zunimmt, aus.

    Es macht die Sache nicht leichter, dass ich 170 km weg wohne, die Herren keinen Computer haben und das Telefon halt auch nicht immer abnehmen. Davon, dass ich eine Vollmacht für den Papierkram und die Gesundheits-Dinge bekomme, sind wir noch einige Einsichten weit weg. Ich setze gerade auf die freundliche Kooperation der Ämter und Institutionen, indem ich um Kopien an meine heimische Adresse bitte, sonst läuft das wegen der Entfernung halt nie zeitnah ..

    Ich bin ebenfalls fast vollzeitberufstätig, habe Mann, Sohn, Hund, Haus und Garten und komme selbst schon nicht immer rum. Und ich habe Rücken, nicht zu knapp.
    ... and nothing else matters

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