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  1. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Heimbetreuung ist sehr brisant und keineswegs sind die schwarzen Schafe aus dem Feld geschlagen .

    Der Pflegenotstand ist auch keine Erfindung, sondern ein sehr reales Problem, vor dem unsere Politiker die Augen verschließen. Man könnte denken, es sei nicht gewollt, dass unsere hochaltrigen Menschen gut gepflegt werden. Das fängt mit der nicht vorhandenen Lobby von Pflegekräften an, die sich oft genug als "Arschabwischer" (O-Ton, habe ich auch schon gehört und ist keine Erfindung von mir) bezeichnen lassen müssen und tatsächlich oft übel von den Senioren beschimpft werden.

    Die Bezahlung ist unterirdisch, es gibt keine Feiertage und Wochenenden. Oft genug wird man an seinen bitter nötigen freien Tagen noch als Ersatzmann/-frau herbeizitiert. Nun kann man sagen, die Pflegekräfte haben den Beruf sehenden Auges gelernt und das haben sie nun davon, aber man muß auch mal betrachten, wie sich die Personalschlüssel in den letzten 20 Jahren verändert haben. Heute betreuen in einer Schicht 2 Pflegekräfte (von denen im schlechtesten Fall keine eine examinierte Kraft ist) 28 bis 30 Bewohner (in schlechteren Häusern weitaus mehr).

    Gerade durch das Pflegestärkungsgesetz, das uns ja irgendwie hätte helfen sollen, gibt es einem Umbruch in der Bewohnerstruktur, der es uns in den Pflege- und Betreuungsberufen nicht gerade leichter macht. Geistig fitte Menschen, die körperliche Einschränkungen und deswegen Pflegebedarf haben, werden in Zukunft verstärkt zuhause gepflegt (was gut ist, aber auch erst mal geregelt sein will). In die Heime kommen verstärkt die, die sehr dement sind, wegen ihrer Erkrankungen an sich in eine Psychiatrische oder Geriatrische Fachklinik gehören, dort aber irgendwie auch nicht richtig sind.
    ... and nothing else matters
    Geändert von spatz (14.07.2016 um 08:16 Uhr)

  2. Avatar von Clarag
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen

    Letzlich ist eben diese (prinzipiell erfreuliche) Langlebigkeit, denke ich, auch eine Wurzel unserer Probleme: Unsere Elterngeneration hat ihrerseits Eltern gehabt (unsere Großeltern), die meist nicht so alt wurden. Und bei denen größere Familien vorhanden waren, um sich zu kümmern. Pflege dauerte bei den Großeltern, Großtanten etc. meist nur wenige Jahre. Sie verteilte sich oft auf mehrere Schultern. Das war innerfamiliär zu stemmen. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum so viele unserer Eltern externe Hilfe (Pflegedienst, Heim) so lange und so hartnäckig ablehnen. Sie sehen die Notwendigkeit nicht. Es ging doch bei den Großeltern auch ohne, und vielleicht stirbt man ja ohnedies bald.

    Alles Gute, britwi
    In meinem Alter hatten meine Eltern (es lebt nur noch meine Mama) niemanden mehr zu pflegen. Die Eltern meines Vaters waren schon lange tot, die kannte ich gar nicht. Der letzte Elternteil (mein Opa) meiner Mutter starb als sie 46 war.
    Sie hat meinem Opa die Wäsche gemacht, die WOhnung sauber gehalten und am Wochenende aß Opa bei uns.

    Meine Mama war auch nie Vollzeit berufstätig.

    Manchmal beschleicht mich da doch das Gefühl, sie kann die "Doppelbelastung" (auch wenn diese bei mir gegenwärtig eher im Durchspielen der ein oder anderen Szenarien besteht) nicht wirklich nachvollziehen.

    Ich danke für diesen Strang, ich habe viele Anregungen erhalten. Bei mir geht es gegenwärtig eher um das (von mir in aller erster Linie selbst erzeugte) schlechte Gewissen und meinem Umgang damit.

    Ich lerne, ich muss nicht alles regeln.
    Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.
    Barbara Stanwyck

  3. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Clarag

    Regeln vielleicht aber nicht alles selbst tun, versuchen, was auszulagern und auch Häufigkeiten hinterfragen.

    Ich findes es gut, dass man sich hier austauschen kann!
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  4. Avatar von kamy
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    aber man muß auch mal betrachten, wie sich die Personalschlüssel in den letzten 20 Jahren verändert haben. Heute betreuen in einer Schicht 2 Pflegekräfte (von denen im schlechtesten Fall keine eine examinierte Kraft ist) 28 bis 30 Bewohner (in schlechteren Häusern weitaus mehr).
    In der Pflege gibt es keinen Personalschlüssel, da entscheidet die Geschäftsführung, wie viele Pflegekräfte wann vonnöten sind, leider.

    Vor wenigen Monaten stand ich und Kollegen im Nachdienst alleine mit 40 bis 50 Patienten, operative Station, alles, was operiert werden kann, von Knochen über Bauchchirurgie bis Prostata- Op mit Spülungen im Strahl. Laut Geschäftsführer und Pflegedienstleiter sollte es locker gehen. Ging nicht. Nach 4 Wochen und massiven Protesten wurde es geändert.
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

  5. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von kamy Beitrag anzeigen
    In der Pflege gibt es keinen Personalschlüssel, da entscheidet die Geschäftsführung, wie viele Pflegekräfte wann vonnöten sind, leider.

    Vor wenigen Monaten stand ich und Kollegen im Nachdienst alleine mit 40 bis 50 Patienten, operative Station, alles, was operiert werden kann, von Knochen über Bauchchirurgie bis Prostata- Op mit Spülungen im Strahl. Laut Geschäftsführer und Pflegedienstleiter sollte es locker gehen. Ging nicht. Nach 4 Wochen und massiven Protesten wurde es geändert.

    Wir haben das tatsächlich in der Ausbildung erklärt bekommen mit dem Personalschlüssel und ich habe es gar nicht hinterfragt, sondern für gegeben und richtig hingenommen .

    Jedenfalls ist aber leider klar - wie Dein Beispiel ja auch deutlich zeigt - dass zu wenig Personal eingesetzt wird und der Pflegezustand vieler Bewohner darunter eindeutig leidet.
    ... and nothing else matters


  6. Registriert seit
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von Herbstbaum Beitrag anzeigen
    Ich habe kaum noch Freunde, geschwiege dass man mal ins Konzert gehen kann oder in den Urlaub fährt. Das Alles kostet unglaublich viel Nerven.
    Es kostet vor allem deine Kraft. Dein Lebensmut schwindet und du fühlst dich, als ob du nach dem Tod deiner Mutter auch gleich sterben kannst. Nein, so sollte dein Leben nicht mehr aussehen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zieh dich soweit raus, dass es dir wieder gut geht. Bestell eine ambulante Pflege, Essen auf Rädern, etc. Versuche, deiner Mutter klar zu machen, dass jeder Euro von ihren Ersparnissen, den sie nicht ausgibt, auf deine körperliche und seelische Gesundheit geht.
    Genehmige dir einen Urlaub und gib deine Mutter in Kurzzeitpflege. Vielleicht lernt sie dann die Annehmlichkeiten des Heims schätzen, vor allen Dingen, dass Programm geboten wird und den ganzen Tag jemand da ist. Vielleicht kommt sie auf den Geschmack...
    Sehr guter Rat. Nur so atmet man als "Kind" wieder freier durch und kann von der Pflege abschalten.

    Heim heißt ja nicht, dass man als Kind seine Eltern die nächsten Monate nicht besuchen wird, sondern nur, dass ein Großteil der Pflege abgenommen wird. Dafür kann gern das Erbe draufgehen, oder?
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




    Bunny Maja Lukas (14.2.)
    Maxi (3.3.2017)
    Bella (27.8.2018)

  7. Avatar von Herbstbaum
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Danke britwi.

    Das Erbe ist mir egal.Geld ist auch nicht alles im Leben.
    Hauptsache sie ist gut versorgt und ich kann mal durchatmen.

    Die Pflegekräfte leisten unglaublich viel Arbeit und das rund um die Uhr.Egal ob Weihnachten oder andere Feiertage.Normalerweise müssten Pflegekräfte 3000 Euro/netto im Monat verdienen,aber davon sind sie weit entfernt.Die Politik interessiert das nicht, eher wird noch gespart.Ich war früher selbst in einem Krankenhaus
    tätig,zwar im Labor aber ich kenne die Arbeit auf den Stationen.
    Es wird sich leider in nächster Zeit auch nichts ändern, wenn bestimmte Leute die "ganz oben" sitzen nicht aufwachen.

    Viele Grüße..

  8. Inaktiver User

    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Einen Grund zum Wachwerden werden "die" nicht brauchen.

    "Die" - sprich: die Habenden - haben Privatpflegerinnen, Seniorenresidenzen, Edelunterbringungen.

    "Wir" werden auf Dauer in Mehrbettzimmern bei Päppchenkost hocken und auf das Sterben warten.

  9. Avatar von Herbstbaum
    Registriert seit
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    129

    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Es wird leider so kommen.

  10. Inaktiver User

    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Hab hier zufällig mal reingeklickt und die Beiträge überflogen. Meine Gedanken dazu kommen eher von der anderen Seite, nämlich der Person, die vielleicht mal hilfs- oder pflegebedürftig wird. Ich bin 62, fit bis auf Rücken und das haben die "jungen" hier ja auch. Ich lebe allein, meine Töchter sind beide ca. 100 km entfernt. Noch ist alles prima und ich tue alles dafür, dass das noch lange so bleibt. Aber manches kann man nicht beeinflussen. Wenn ich die Beiträge so lese, denke ich mir, ich möchte rechtzeitig einen Plan haben, falls ich nicht mehr allein klar komme. Ich hab ein gutes Verhältnis zu meinen Töchtern aber jede hat ja ihr eigenes Leben und ich möchte einfach nicht, dass sie sich für mich verantwortlich fühlen müssen. Und die Vorstellung, dass sie sich untereinander beklagen wegen der Pflichten, ist mir unerträglich. Deshalb möchte ich früh genug anfangen, mir Gedanken über später zu machen. Ich besitze ein Einfamilienhaus, in dem ich auch wohne, viel zu viel Platz eigentlich aber noch fülle ich alles aus und schaffe es auch, den Garten zu machen und so. Vielleicht muss ich das dann irgendwann verkaufen und damit eine gute Pflegemöglichkeit finanzieren. Obwohl ich eigentlich auch gern etwas vererben würde.
    Was ich aus diesem Thread mitnehme ist wie schon gesagt, dass es für mich ganz furchtbar wäre, wenn ich wüsste, dass meine Töchter sich zwar um mich kümmern, ich aber am Ende eine große Belastung bin.

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