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  1. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Ich denke, wenn alles gut geregelt ist, dann kommt es nicht so sehr darauf an, möglichst oft zu den Eltern zu fahren, sondern dann, wenn man fährt, eine gute Zeit zusammen zu verbringen. Das schätzen sie sicher viel mehr als so einen ruckizucki-Putz-undsonstkeineZeit-Besuch .

    Vielleicht erleichtert Dich das ein bisschen, @clarag .
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  2. Avatar von Herbstbaum
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Bei mir war es genauso. Erst war der Vater pflegebedüftig,jetzt geht es mit meiner Mutter weiter.
    Die alten Leutchen sind manchmal nicht wirklich einsichtig, bloß nichts Neues.Liegt wahrscheinlich daran, das sie von ihren Kinder auch mal Ratschläge annehmen müssen sonst war es immer umgekehrt.Vieles ist auch nicht "RICHTIG" ,der Arzt ist schlecht und die Nachbarn sind auch nicht das Wahre u.s.w.Ich versuche mir auch meine Freiräume zu schaffen um sich um seine eigene Sachen zu kümmern oder mal einfach zu entspannen. Schließlich hat man ja noch ein eigenes Leben.Manchmal schmerzt der Rücken oder der Magen meldet sich bei mir.
    Nächstes Jahr würde ich gerne mal ein paar Tage wegfahren, mal sehen was Mutti dazu sagt.
    Ich muss unbedingt mal raus aus dem Alltag.

  3. Avatar von Herbstbaum
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Spatz.

    Hast Recht.Die Zeit die man mit seinen Eltern verbringt ist wichtig.
    Bei mir meldet sich oft das schlechte Gewissen,aber mehr geht halt auch nicht.
    Ich fahre zwei mal die Woche zu meiner Mutter und telefoniere täglich mit ihr.


  4. Registriert seit
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Oh, so viel Resonanz! Wie schön! Ihr habt natürlich recht mit der Abgrenzung. Das versuche ich auch durchaus. Seit zwei Jahren zunehmend. Mein Problem ist allerdings, dass Abgrenzen bedeutet: Was ich nicht mache, das wird auch nicht gemacht. Weil kein anderer Verantwortlicher da ist. Und das Wissen darum, dass notwendige Sachen liegen bleiben, ist auch Stress für mich.

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Was meinst du, was geschieht mit den Herrschaften, wenn du zusammenklappst, wenn du nicht mehr kannst?
    Papa bleibt in seinem alten Rollstuhl und wird damit auch zurechtkommen müssen ...Mama wird da auch nicht gross helfen können.
    Liebe Lyanna, erstmal vielen Dank für deine einfühlsamen Worte! Was geschieht, wenn ich zusammenklappe (oder durch eine ernsthaftere Erkrankung als die Schilddrüsen-Überfunktion zeitweise ausfalle, es gibt da, wie gesagt, leider noch eine zweite medizinische Baustelle, für die in ein paar Tagen die Diagnostik anläuft) ist derzeit eine ganz große Sorge für mich ...

    Klar würde und müßte das dann auch irgendwie gehen. Auch ohne mich. Auch ohne einen besseren Rollstuhl. Irgendwie halt. Stressfreier wäre es halt für mich, wenn ich jetzt mit dem Wissen fahren könnte, dass ich für den Moment alles wesentliche abgearbeitet habe. Um mich genau durch dieses Wissen in den kommenden Wochen abgrenzen und auf mich konzentrieren zu können. Das hat Papas Egozentrik-Arie gestern leider ziemlich effektiv verhindert.

    Und nein, Mama wird da auch nicht helfen können. Mama wird mich weiter jede Woche anrufen und darüber klagen, dass Papa in seinem Rollstuhl so schlecht sitzen kann und dass man da doch eigentlich etwas tun müßte ...

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Oder sie müssen sich jemanden vor Ort suchen, der sich mit PKV und Beihilfe auskennt und sie diesbezüglich beraten kann.
    Es gibt auch Pflegeberatungsdienste, die sich darum kümmern, dass passende Hilfsmittel geliefert werden und dann geht es meist sehr schnell.
    Die füllen auch Anträge aus.
    Meist komme ich mit PKV und Beihilfe gut zurecht, ich kann den Papierkrieg auch oft sportlich sehen. Es ist bei über 80jährigen mit multiplen Erkrankungen nur wirklich irre zeitaufwändig. Die Eltern können das schon lange nicht mehr selbst. Ein externer Erlediger müßte sehr vertrauenswürdig sein, weil es nunmal um intime Daten und viel Geld geht. Den müßte man entsprechend auch erstmal aufwändig überwachen. Und ganz nebenbei teuer bezahlen. Da sehe ich, ehrlich gesagt, keine Entlastung für mich drin.

    Ich war in der Vergangenheit auch schon mehrfach mit dem Pflegestützpunkt in Kontakt, und habe ihn als sehr hilfreich erlebt. Der Pflegestützpunkt der Gesetzlichen ist allerdings für Hilfsmittel-Kostenübernahme der Privaten nicht zuständig. Der Pflegeberatungsdienst der Privaten sagt, dass das eine direkt mit der PKV zu klärende Sache ist, weil jede private Versicherung andere Tarifbedingungen in Bezug auf Hilfsmittel hat. Die PKV der Eltern selbst sagt, dass sie bei Pflegeheim-Bewohnern gar keine Rollstühle übernehmen, weil ein Rollstuhl ein Pflegehilfsmittel sie, das das Heim kostenfrei stellen muss (tut es auch, aber nur Standard-Rollstühle, die einem Senior mit Rumpfinstabilität nicht ausreichend Halt geben, und sogenannte Pflegestühle, in denen keine eigenständige Mobilität möglich ist, um die es bei meinem Vater aber geht). Entsprechend hilft die PKV auch nicht bei der Beschaffung, sie sieht sich ja als gar nicht zuständig. Und die ständige Rechtssprechung sagt, dass die PKV die Kosten für einen medizinisch erforderlichen Spezial-Rollstuhl durchaus übernehmen muss, da er der Gesunderhaltung und eigenständigen Mobilität dient. Was sie auch regelmäßig tut, sobald man informiert und frech genug ist, sich nicht abwimmeln läßt und mit einem Anwalt droht, wenn man die Rechnung dort einreicht.

    Nur: da sind wir noch nicht. Das Zauberwort ist passendes Hilfsmittel. Was passt lässt sich bei Rückgrat-Verkrümmung und Rumpf-Instabilität nur durch Ausprobieren und vor Ort anpassen herausfinden. Und da sind wir dann wieder beim Sanitätshaus, das keinen Bock hat, einen Spezialrollstuhl (oder gar mehrere, was eigentlich sinnvoll wäre) zum Ausprobieren zu bestellen. Bzw. bei Papa, dem sein Malen gerade wichtiger war als Rollstuhl-Ausprobieren.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sorry. Das ist wie bei kleinen Kindern. Wenn Vernunft und deren Wünsche im Widerspruch stehen, wird das gemacht, was vernünftig ist. [...] Oder einfach autoritärer sein (ist anfänglich sehr schwer, aber m.E. die einzige Lösung). Nicht: Magst du mal den Rollstuhl ausprobieren? Sondern: Wir probieren jetzt diesen Rollstuhl aus.
    Ja, es ist (zunehmend) wie mit sehr kleinen Kindern. Klare Ansagen versuche ich schon lange. Keine A-B-Entweder-Oder-Fragen mehr. Nur noch "A ist wichtig (ggf. weil ...), ist A ok für Dich?". Unterschätze aber bitte nicht, dass gerade die Männer der Generation meiner Eltern (Jahrgang 29) jahrzehntelang die Bestimmer waren. Bzw. es, durchaus auch zu ihrem eigenen Schaden, sein mußten. Weil ihre Eltern und das Umfeld ihnen beigebracht haben, dass sie das sein müssen. Immer und ausnahmslos. Diese eigene Autorität ist ein allerletzter Rest von Selbstständigkeit. Der gerade dann, wenn die körperliche Selbstständigkeit unwiderruflich verloren geht (was bei meinem Vater wegen Parkinson der Fall ist), mit Zähnen und Klauen verteidigt wird. Mit "Du mußt jetzt A" ereiche ich bei ihm nur, dass der Selbstständigkeits-Reflex getriggert wird. Sprich: Selbst wenn es auf praktischer Ebene objektiv zu seinem Schaden ist, wird er auf eine autoritäre Ansage hin A schon aus Prinzip ablehnen. Weil er dann zwar keinen neuen Rollstuhl (z.B.), aber punktuell das Gefühl hat, sein Leben kurz mal wieder selbst unter Kontrolle zu haben. Anders ausgerückt: Wie mit kleinen Kindern erreicht man eine nachhaltige Lösung nur, wenn man in den Köpfen etwas in Bewegung bringt.

    Eine Ansage "Malen fällt heute aus. Auch, wenn du den Rolli nicht probierst." fände ich allerdings, von taktischen Erwägungen mal abgesehen, unfassbar übergriffig. Schwarze Pädagogik, Strafaktion. Dazu habe ich kein Recht. Und das will ich auch nicht. Ich sehe es als meinen Job an, meinen Eltern zu helfen, wo sie Hilfe brauchen. Wenn(!) und soweit(!) ich diese Hilfe geben kann. Es ist definitiv nicht meine Aufgabe, sie zu erziehen. Und es ist schon gar nicht meine Aufgabe, ihnen vorzuschreiben, was sie außerhalb der gemeinsamen Zeit und Projekte machen.

    Aber auch Dir danke für die guten Wünsche und die Ermutigung zur Abgrenzung!

    Zitat Zitat von spatz Beitrag anzeigen
    Ich arbeite - wie ich oben kurz schrieb - im Seniorenwohnheim. Wenn einer unserer Bewohner einen Rollstuhl benötigt, beantragt unsere Wohnbereichsleiterin das bei der Krankenkasse. [...] Damit haben die Angehörigen gar nichts zu tun.
    Die Situation mit der/unserer PKV und Beihilfe ist anders, ich habe das oben bereits beschrieben. Abgesehen davon hat in dem Pflegeheim, in dem mein Vater lebt, keine Pflegekraft Zeit dafür, sich um die Anpassung eines Spezialrollstuhls zu kümmern. Da wird ein Standardteil hingestellt. Hauptsache versorgt. Ob das dann wirklich passt kümmert keinen so wirklich. Wofür ich durchaus Verständnis habe. Denn die generelle Arbeitsbelastung für das Pflegepersonal ist viel zu hoch. Ich habe, auch wenn ich mir so einiges anders wünschen würde, extrem großen Respekt vor den PflegerInnen. Sie leisten, was sie können. Viele von Ihnen sogar mehr, als sie eigentlich können.

    Ca. 30% der Bewohner mit Rollis haben dort jedenfalls schlecht angepasste Rollis (zu groß, zu schwer, zu hoch, zu niedrig, keine Greifreifen-Überzüge trotz motorischer Einschränkungen, Kissen fehlt oder ist uralt, ausgeleierte oder nicht funktionierende Bremsen etc. etc.). Rollatorbremsen der Stations-Mitbewohner meines Vaters stelle ich schon seit Jahren bei jedem Besuch mal eben schnell selbst nach. Weil auch da sich keiner verläßlich drum kümmert. Es ist übrigens das vom Medizinischen Dienst und von der Dorf-Buschtrommel mit Abstand bestbewertete (und teuerste) Pflegeheim in der Umgebung. Wobei man sich immer fragt, wo das viele Geld denn hingeht. Bei den Angestellten und den Bewohnern scheint jedenfalls nur ein Bruchteil anzukommen. Aber das ist ein anderes, gesellschaftliches und politisches Problem ...

    Entschuldigt, jetzt habe ich hier einen halben Roman hingepackt. Tut aber sehr gut, sich das mal von der Seele zu schreiben ...

  5. Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von Clarag Beitrag anzeigen
    Ich quäle mich derzeit mit meinem schlechten Gewissen, nicht mehr soviel zu meiner Mutter fahren zu können, wie sie es verdient hätte oder ich müßte (wobei ich mich gerade hinterfrage, wer mir vorschreibt, wie oft ich zu ihr fahren muss und was ich machen muss).

    Als meine Mutter so alt war wie ich, hatte sie keine Eltern mehr, SChwiegereltern waren schon vor Heirat verstorben. Meine Mutter hat in diesem Alter nicht mehr gearbeitet-
    Manchmal denke ich, sie kann meine Belastung nicht nachvollziehen.

    Das sind alles meine Gedanken. Wenn ich sie frage, kommt von ihr, mach Dich nicht verrückt und sie hat Verständnis, wenn es erst eine WOche später mit dem Kommen klappt.
    Ich fahre im Schnitt alle 5 Woche über ein verlängertes Wochenende zu meiner Mama.

    Sie ist noch in ihren eigenen 4 Wänden, ist vor Jahren in eine kleiner Wohnung gezogen. Sie ist Herzkrank, hat Diabetes (hier kommen 2 mal am Tag Malteser zum Spritzen). Aufgrund dieser Umstände ist eine an sich dringend notwendige Knieop am 2. Knie (das erst wurde vor mehr als 10 Jahren gemacht, die zweite OP wurde aus meiner Sicht viel zu lange aufgeschoben, meine Bedenken - oft nach Streitigkeiten - einfach vom Tisch gewischt) ist sie nur noch sehr bedingt beweglich.

    Sie hat Bekannte und Freunde, ist eingebunden und wird abgeholt. Sie ist nicht einsam. Sie hat eine Putzfrau, die ihr auch den Lebensmitteleinkauf erledigt.

    Wie gesagt, ich kämpfe gerade mit meinem schlechten Gewissen und frage, wo es herkommt. Ich bin da schon gut dabei es aufzuarbeiten, es hier darzulegen, würde zu weit führen. Nur es ist schwer, was ich vom Verstand her erkenne, auch so umzusetzen.

    Meine Mutter ist Anfang 80. Und ich frage mich manchmal, darf und kann ich etwas über ihren Kopf entscheiden (darüber gab es hier schon mehrere Stränge) oder muss ich ihre Entscheidungen so nehmen, wie sie sind.
    Meine Mutter ist noch orientiert und klar, nur manche Sachen sieht sie jetzt eben nicht ein oder anders.
    Der Vergleich mit Kinder ist gut, auf der anderen Seite ist meine Mutter ein erwachsener Mensch, kein Kind.

    So wie ich mir - insbesondere in der Pupertät und auch später - mein Recht auf meine (manchmal auch dummen) Entscheidungen eingefordert habe, hat sie auch ein Recht darauf.

    Das soll es für das erste gewesen sein.

    Liebe Claragh,

    Meine Mutter ist zwar 'erst' 75, aber ich kann mich in deine Gedanken hineinversetzen. Von ihr, auch allein lebend, kommen auch Sätze wie 'ich kann das noch', 'lass mich, ich sag schon Bescheid, wenn es schwierig wird'. Sie ist auch noch sehr klar (bis auf gelegentliche Vergesslichkeiten, aber die sind noch völlig im Rahmen, ihr fällt ein Wort nicht ein, zB). Sie hat andere Alterserscheinungen wie Makula und Gehprobleme.

    Ich hab mir angewöhnt, sie beim Wort zu nehmen. Ich kann mich nicht über ihren Willen hinwegsetzen, solang sie sich nicht in Gefahr bringt oder so. Das käme mir wie entmündigen vor.

    Das 'Problem' bei uns ist, dass ich 16.000km entfernt lebe und seit 12 Jahren, seit mein Bruder gestorben ist, Einzelkind bin. Zum Glück hat sie junge und mittelalte Leute in ihrem Bekanntenkreis, die ihr helfen, wenn sie mal was braucht. Wir haben da ein ganz gutes Netzwerk gespannt und was ich von hier erledigen kann, mache ich. Ich hab ihr zB grad Leselupen bestellt, die sie sich allein nie kaufen würde.

    Das schlechte Gewissen kommt, glaub ich, aus uns selbst. Vielleicht, weil es früher hiess ' das macht man so'?
    Meine Mutter, zB., wollte und will nie von mir gepflegt werden. Wortlaut: 'fremde Menschen kann ich besser anpfeifen, wenn mir was nicht passt'.

    Ich bin allerdings auch ganz egoistisch froh, dass mein Vater (Eltern sind seit über 30 Jahren geschieden) noch Kinder und eine jüngere Frau hat, die sich um ihn kümmern können, wenn es mal nötig ist.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  6. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Meine Mutter, zB., wollte und will nie von mir gepflegt werden. Wortlaut: 'fremde Menschen kann ich besser anpfeifen, wenn mir was nicht passt'.




    Mein Vater ist zum Glück realistisch genug zu sagen, dass er nun wohl externe Hilfe annehmen muß, damit es für ihn alles in allem etwas leichter wird und er nicht verlottert. Dass mein Bruder schon an seinem Limit hilft, sieht er selbst und dass ich wegen der Entfernung und meiner eigenen Verpflichtungen auch nicht andauernd und regelmäßig bei ihm antreten kann, sieht er selbstverständlich auch. Der Kopf ist zum Glück klar. Im Moment warten wir auf den Bescheid der Pflegekasse wegen der Einstufung in eine Pflegestufe, damit wir mal wissen, woran wir sind und wieviel Geld ihm dann aus der Pflegekasse zusteht.

    Bei mir im Altenheim sind Leute, die fitter sind als er, in Pflegestufe 2, aber das geht im häuslichen Bereich ja leider oft in anderen Dimensionen (sprich: ich bin froh, wenn er die 1 bekommt, dann gibt es wenigstens etwas Geld zu seiner Rente dazu *schiefgrins*).

    Der von mir für heute ausgemachte Fußpflegetermin hat zum Glück schon mal prima geklappt .
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  7. Inaktiver User

    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Nur: da sind wir noch nicht. Das Zauberwort ist passendes Hilfsmittel. Was passt lässt sich bei Rückgrat-Verkrümmung und Rumpf-Instabilität nur durch Ausprobieren und vor Ort anpassen herausfinden. Und da sind wir dann wieder beim Sanitätshaus, das keinen Bock hat, einen Spezialrollstuhl (oder gar mehrere, was eigentlich sinnvoll wäre) zum Ausprobieren zu bestellen. Bzw. bei Papa, dem sein Malen gerade wichtiger war als Rollstuhl-Ausprobieren.

    Eine Ansage "Malen fällt heute aus. Auch, wenn du den Rolli nicht probierst." fände ich allerdings, von taktischen Erwägungen mal abgesehen, unfassbar übergriffig. Schwarze Pädagogik, Strafaktion. Dazu habe ich kein Recht. Und das will ich auch nicht. Ich sehe es als meinen Job an, meinen Eltern zu helfen, wo sie Hilfe brauchen. Wenn(!) und soweit(!) ich diese Hilfe geben kann. Es ist definitiv nicht meine Aufgabe, sie zu erziehen. Und es ist schon gar nicht meine Aufgabe, ihnen vorzuschreiben, was sie außerhalb der gemeinsamen Zeit und Projekte machen.
    Es geht mir nicht um Erziehen. Aber wenn Sachzwänge anstehen und die Zeit knapp ist (weil eben das Sanitätshaus eben doch einen Rolli zum Ausprobieren geliefert hat), dann muss man das in der zur Verfügung stehenden Zeit durchbekommen. Notfalls mit Druck. Wie bei jedem anderen Menschen auch. Und natürlich dürfen die alten Leutchen sonst machen, was sie wollen.

  8. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht mir nicht um Erziehen. Aber wenn Sachzwänge anstehen und die Zeit knapp ist (weil eben das Sanitätshaus eben doch einen Rolli zum Ausprobieren geliefert hat), dann muss man das in der zur Verfügung stehenden Zeit durchbekommen. Notfalls mit Druck. Wie bei jedem anderen Menschen auch. Und natürlich dürfen die alten Leutchen sonst machen, was sie wollen.

    Das ist aber leichter gesagt als getan . Die gelebte Realität ist oft eine andere ...
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  9. Avatar von Clarag
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Das schlechte Gewissen kommt, glaub ich, aus uns selbst. Vielleicht, weil es früher hiess ' das macht man so'?
    Meine Mutter, zB., wollte und will nie von mir gepflegt werden. Wortlaut: 'fremde Menschen kann ich besser anpfeifen, wenn mir was nicht passt'.
    Da bin ich gerade dabei, das für mich selbst aufzuarbeiten.
    Ich lerne gerade zu ergründen, woher das mit dem schlechten Gewissen kommt. Vom Kopf her weiß ich, ich muss keines haben. Ich besuche meine Mutter regelmäßig, dann gehen wir gemeinsam z.B. etwas für sie zum Anziehen kaufen.
    Viele Dinge - wie z.B. Bankgeschäfte - regele ich von zu Hause. Ich mache was ich kann und das ist oft mehr, als andere machen.

    Ich danke für Deine Worte. Mir geht es besser, auch seit ich hier schreiben. Spannend wie ich diesen Strang parallel zu meinen eigenen Gedanken entdeckt habe, gerade als er von außen wiederbelebt wurde.
    Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.
    Barbara Stanwyck

  10. Avatar von spatz
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    AW: Betreuung Eltern - Einzelkind um die 50

    Das mit dem schlechten Gewissen rührt sicherlich auch daher, dass man ja immer daran denkt, was die Eltern für einen getan haben und dass man dann ja auch mal dran ist, etwas für sie zu tun.

    Im Seniorenwohnheim erleben wir sehr oft Angehörige, die ihre alten Eltern nur sehr zögerlich und mit fast sichtbarem schlechten Gewissen in unsere Obhut geben, nachdem sie sie schon lange zuhause betreut haben und selbst fast am Krückstock gehen. Wenn sie sehen (was recht oft geschieht), dass ihre Lieben nochmal aufblühen und gut versorgt sind, entspannen sie sich recht schnell und genießen dann die gemeinsame Zeit mit ihren Eltern ganz anders, weil sie eben nicht mehr die Belastung der Pflege und des ständigen Dasein-müssens haben.

    Ein Erklärungsversuch von vielen Möglichkeiten, wir ticken ja zum Glück auch alle verschieden .
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