Liebe Forumsmitglieder,
ich wende mich an Euch in der Hoffnung, dass vielleicht der/die eine oder andere mir Tipps geben kann, wohin man sich mit folgendem Problem wenden sollte:
Mein Bruder rief mich heute nacht an, völlig verzweifelt: er hat vor etwa einer Woche seine Wohnung verloren (Mietschulden), ist momentan bei einem Freund in einer anderen, weiter entfernten Stadt untergekommen, Job ist schon lange weg usw... (In unserem letzten Telefonat vor 3 Tagen hatte er von dem Verlust seiner Wohnung nichts erwähnt, auch nicht, daß er bei einem Freund ist. Er war nur sehr ausweichend, sagte, daß ihm nicht gut ist, wollte aber sonst nicht weiter reden.)
Er will keinesfalls wieder in unsere Heimatstadt zurück, also mit den Eltern reden fällt unbedingt aus. Ist total entmutigt, verbittert, planlos... Kommende Woche hätte er ein Vorstellungsgespräch in seiner Stadt, weiß aber nicht, wo er wohnen soll, welche Adresse er angeben soll usw.
Ich habe ihm angeboten, ihm ein Hotel oder eine Pension zu bezahlen für ein paar Tage, damit er das Vorstellungsgespräch wahrnehmen und vor allem: sich psychologische und andere Hilfe und Beratung suchen kann. Würde mir auch frei nehmen, um ihn zu begleiten. Hinzu kommt: Er hat Drogenprobleme.
Kann mir jemand sagen, welche Stellen Ansprechpartner wären? Ich denke, er braucht eine längere Therapie, aber auf jeden Fall eine Unterkunft und noch weitere Hilfen zur Selbsthilfe. Wo bekommt man kurzfristig Hilfe, welche Anlaufstellen sind die richtigen? Bin momentan selbst sehr verwirrt und fühle mich so verantwortlich und gleichzeitig so hilflos...
Ich hoffe, das Thema passt in dieses Unterforum, anderenfalls bitte ich die Moderation, es in den passenden Bereich zu verschieben.
Vielen Dank.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 30
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08.09.2013, 03:23
Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Geändert von Nachfragende (08.09.2013 um 03:28 Uhr)
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08.09.2013, 04:27
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Hallo liebe Nachfragende
Ich kann dir zwar keine konkrete Info geben, da ich nicht mehr in Deutschland lebe, aber ich seh dich gerade mitten in der Nacht online und wollte dir nur sagen, dass du gelesen wirst und dass ich es gut finde, wie du ihn unterstützst (ok, es ist dein Bruder, aber deshalb ist es für viele trotzdem nicht selbstverständlich).
Ich kenne die Situation in etwas anderer Form durch einen Freund und weiss, wie schwierig es ist, jemandem in so einer Situation zu helfen. Gut, dass er dich angerufen hat und um Hilfe gebeten hat.
Ich drück dir die Daumen, dass du ausreichend Info bekommst."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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08.09.2013, 07:05
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Prüfe mit Google ob es von der Diakonie, Caritas, o.ä. Beratungsstellen gibt. Diese beraten, meist kostenfrei, in allen möglichen Lebenslagen. An die kann er sich wenden.
Alles GüteGüteImmer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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08.09.2013, 07:25Inaktiver User
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Liebe Nachfragende,
es ist schön, dass Du Deinem Bruder helfen willst!
Habe (leider) etwas Erfahrung mit diesem Thema. Der große Sohn meines Mannes hatte Wohnung und Arbeit/Studium verloren und war bereits in eine drogeninduzierte psychische Krankheit gerutscht.
Wir haben uns als Angehörige beim psychosozialen Notdienst beraten lassen - den gibt es in den meisten größeren Städten. Dort gibt es Hilfe für die Betroffenen und die Anghörigen.
Dem Sohn konnte letztens Endes nur geholfen werden (nach unzähligen gescheiterten Hilfsangeboten seitens der Verwandschaft), als dieser selbst seine Probleme wirklich einsah und sich selbst in eine Klinik einweisen ließ um eine Behandlung zu beginnen.
Ich hoffe sehr, dass es Deinem Bruder bald besser geht!
Liebe Grüße
Papaya
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08.09.2013, 11:17
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten, für Eure Unterstützung! Allein dass Ihr so schnelles Feedback gebt, stellt für mich schon eine große Hilfe dar.
@ frangipani, ich habe nun doch ein paar Stunden geschlafen, schaue nach dem Aufwachen ins Forum und sehe Deine einfühlsame Reaktion, danke!
@xanidae,
hatte schon an die Caritas gedacht und gegoogelt: Gibt es auch in seiner Stadt. Leider haben die alle nicht am WE Sprechzeit (was ja völlig verständlich ist), aber inzwischen ist ja Sonntag. Ob er auch die Caritas an seinem jetzigen Aufenthaltsort aufsuchen kann? Könnten die ihm bei der Unterkunftssuche helfen? Er ist ja jetzt quasi wohnungslos.
@GruenePapaya,
hat der junge Mann inzwischen seinen Weg gefunden? Und wie geht er mit (eventuellen) Rückfallgefahren/Krisensituationen um?
Mein Bruder leidet ebenfalls an einer drogeninduzierten psych.Erkrankung, er hat bereits eine „Drogenkarriere“ hinter sich, war nach Langzeittherapie, zweiter Ausbildung und unglaublicher Kraftanstrengung etwa 5 Jahre mit Beziehung und interessantem Job, kleinem Freundeskreis (einigermaßen) fest und stabil im RL angekommen (mit immer wieder auftretenden Zweifeln, Sinnkrisen usw.), hat nach und nach alle diese Komponenten zerschlagen, aber immerhin immer den Kontakt zu mir aufrecht erhalten.
Eins der großen Probleme ist: Er ist überzeugt, dass er nicht in diese Welt passt, dass ihn niemand versteht und auch nicht helfen kann und dass er mit den Menschen, so, wie sie sind, nicht zurecht kommen möchte.
Ich sehe es auch so, dass er selbst zur Überzeugung gelangen muß, Hilfe annehmen und sie auch bekommen zu können. Und ich weiß, wie begrenzt meine Möglichkeiten in dieser Hinsicht sind, schon allein, weil ich ja offensichtlich auch Teil dieses ihn belastenden Geflechts bin. Wie kann ich ihn behutsam ermutigen, sich Hilfe zu holen?
Immerhin hat er unserem nächtlichen Gespräch betont, nach wie vor einen Lebenswillen zu haben, aber wie lange hält das noch an? Und wie kann ich ihn begleiten, ohne dass er sich bevormundet fühlt?
Auf jeden Fall werde ich eine psychosoziale Beratungsstelle aufsuchen, in meiner Heimatstadt gibt es sicher so etwas. Und ich werde gleich googeln, ob es so etwas auch in seinem jetzigen Aufenthaltsort gibt. Wie kann ich ihn ermutigen, dorthin zu gehen?Geändert von Nachfragende (08.09.2013 um 11:34 Uhr)
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08.09.2013, 11:17
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
gelöscht
Geändert von Nachfragende (08.09.2013 um 11:20 Uhr) Grund: doppelt
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08.09.2013, 12:30
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
hallo,
in größeren städten gibt es "drogenhilfe" (frag mal tante google) telefonisch rund um die uhr, also auch heute und 0800 nummer.
eine andere anlaufstelle wäre die telefonische seelsorge (ebenfalls rund um die uhr erreichbar) die wissen anlaufstellen vor ort und sind sehr sehr behilflich bei kontakten zu diesen stellen.
alles gute
lachattenoire
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08.09.2013, 12:35
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Ja, auch dabei kann die Caritas helfen. Er könnte sofort zu einem Wohnheim für wohnungssuchende Männer gehen und sich dort eine Unterkunft und Beratung holen, wenn der zuständige Sozialarbeiter Dienst hat.@xanidae,
hatte schon an die Caritas gedacht und gegoogelt: Gibt es auch in seiner Stadt. Leider haben die alle nicht am WE Sprechzeit (was ja völlig verständlich ist), aber inzwischen ist ja Sonntag. Ob er auch die Caritas an seinem jetzigen Aufenthaltsort aufsuchen kann? Könnten die ihm bei der Unterkunftssuche helfen? Er ist ja jetzt quasi wohnungslos.
Wenn es ganz schlimm ist, könnte er sich auch sofort in eine Klinik einweisen lassen. Dort gäbe es Unterkunft, Versorgung und Therapie.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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08.09.2013, 12:49
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
Kann denn die Drogenhilfe bei organisatorischen Problemen helfen (Unterkunft, Behörden..)? Er war ja recht klar diese Nacht, sehr verzweifelt, aber nicht zugedröhnt. Bei der DH anzurufen, hab ich mich nicht getraut...
Danke für diesen Vorschlag, das wäre in meinen Augen eigentlich das Sinnvollste, vor allem, wenn momentan kaum noch Kraft und Motivation da ist, das eigene Leben zu organisieren. Wir wollen nachher wieder telefonieren. Ich werde diesen Hinweis weitergeben. Wenn er möchte, würde ich auch mit hingehen. Das Wohnheim ist ebenfalls eine Alternative. Oh Mann, ich könnt heulen bei dieser Vorstellung. Aber um mich gehts nicht. Bitte drückt mir die Daumen, daß er für eine der Anregungen offen ist!
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08.09.2013, 12:51
AW: Möchte meinem Bruder helfen - Anlaufstellen für Hilfe und Beratung?
gelöscht. Probleme bei der Verarbeitung? Jedenfalls wars doppelt...
Geändert von Nachfragende (08.09.2013 um 12:52 Uhr) Grund: doppelt.


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