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    Ja Tandara,

    aber ich finde, man sollte es auch nicht generalisieren.
    Und gerade dazu neigen Psychologen meines Erachtens nach.

    Es ist ja zum einen so, dass auch Menschen mit Psychosen, die ihre Neuroeptika regelmäßig einnehmen, Dauerpatienten in Psychiatrien sind?

    Ist es nicht zum anderen so, dass manche Patienten die Medikamente noch verabreicht bekommen, obgleich es ihnen ohne besser ginge?

    Für Psychologen/Neurologen ist das - zugegeben - immer eine Gratwanderung.
    "Soll ich...soll ich nicht"

    Ich finde, man sollte hier ein wenig mehr von Schwarz-Weiß-Denken abkommen und mal beim ein oder anderen Patienten versuchen, ob es auch mit weniger (wesentlich weniger) geht.

    Und in der Tat, oftmals geht es.

    Wenn ein Patient merkt, dass es nicht geht, aber diesen Versuch gleich ein Dutzend mal wiederholt, dann werte ich das natürlich auch nicht positiv.

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    Hallo zusammen, ich war lange nicht online, hier hat sich ja einiges getan, ich finde eure Diskussion sehr interessant. Ja, da hast du Recht, Zimtstange - generalisieren sollte man nicht. Ich weiß von einigen Psychiatrien, dass sie erst einmal "die volle Dröhnung" geben, um den Patienten aus der Krise herauszuholen. Die Nebenwirkungen sind entsprechend, kann bis dahin gehen, dass die Patienten erst einmal unfähig sind, den Alltag zu meistern. Das kann bis zur Bewegungsunfähigkeit gehen. Wie soll man das wieder hinbiegen? Dieses Thema ist nicht einfach. Schizophrenie ist auch eine komplexe Angelegenheit und es spielt so viel mit. Ich habe das Gefühl, ihr könnt mich gerne korrigieren, dass Schizophrenie im Vergleich zu Depression immer noch ein Tabu ist. Man spricht nicht darüber. Aber vielleicht sehe ich da zu schwarz.
    ironie des schicksals wenn du 10000 löffel hast und eine gabel brauchst frei nach alanis morisette oder anders mit robbie williams god just laughs about plans

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    Weißt Du, LittelFinger,

    unter Psychologen ist die Akzeptanz natürlich hoch,
    denn sie wissen ja um die Ursachen eines Krankheitsbildes.

    Für die Umwelt ist das (leider) anders:
    Freundchaften (wenn sie nicht wirlich tief sind,
    sowie Bekanntschaften oder auch Geschäftspartner,
    das sind doch allesamt Menschen, von denen man eine Verlässlichkeit erwartet.

    Nun gibt es - wenn Du die Depression schon ansprichst - Krankeiten mit einer
    Plus-Symptomatik (Antriebsseigerung, Assotiationsflut ...),
    und eben wie in der Depression eine Minuns-Symptomatik (Antiebslosigkeit, Teilnahmslosigkeit),
    daneben gibt es auch noch beides (Biploate Störung).

    Verlässlicher, da weniger Nervenzehrend sind allemal Krankheiten wie eine Depression,
    als wenn ein Mensch um sich herum Wahrnehmungen mit Wahnvorstellungen behaftet,
    und zunehmend seinen Freundes- und Bekanntenkreis belastet.

    Sind die Bande stark, so wird meist nach dem Abklingen der Symptome Gras darüber wachsen gelassen.
    Sind die Bande schwach, oder herrscht viel Unkenntnis über das Krankheitsbild,
    dann wird das den Menschen in die Isolation führen,
    insbesondere dann, wenn die Kranheitsschübe wiederholt auftreten.

    Das ist für die Betroffenen dann natürlich doppelt so schlimm,
    ergibt sich aber zwangsläufig aus einer gewissen Abgrenzung.

    Von daher ist schon gut, wenn in der Akkutphase Neurolepika gegeben werden,
    da das aus einer Plus-Symptomatik eher eine Minus-Symptomatik macht.

    Auch ist die verübergehende Unterbringung in einer Psychiatrie begrüßenswert,
    denn diese wissen am besten, damit umzugehen.

    Jedoch und auch das möchte ich nicht verschweigen,
    wird intern auch unter Psychologen bei Teambesprechungen öfters über Patienten gelacht,
    sei es wegen Dingen, die sie insgeheim den Psychologen anvertrauten,
    und das hat mich immer wieder abgestoßen.

    Lieben Gruß Zimtstange!

  4. Inaktiver User

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    der facharzt eines psychisch erkrankten sollte immer ein psychiater sein. auch psychiarter können sich irren und sprechen gegebenfalls mit dem patienten über eine reduzierung von der medizin. wenn dann der schuß für den betroffenen nach hinten losgeht, kann niemand behaupten das risiko einer reduzierung der medizin nicht gekannt zu haben. weder der betroffene selbst noch der behandelnde psychater.

    warum manche psychische erkrankungen kein thema sind, hat mit mangelnder aufklärrung der gesellschaft zutun, und der ausgrenzung der betroffenen erkrankten

    erst letztens saß ich in einem caffe und hörte am nachbartisch eine unterhaltung zwischen zwei älteren frauen. die eine frau erzählte von ihrer bekanten die nun durch ihr alter pflebedürftig war, die frau erzählte von ihrem besuch bei der alten dame, welche nun an demenz und halluzinartionen litt und vor kurzem vorrübergehend in einer geschlossenen psychatrie stationär war. die andere frau war sichtlich errregt und sage der frau die von der dame erzählte: *das sie da doch bloß nicht mehr hin gehn solle, da die alte dame ja nun verrückt wäre!*

    wenn sich einer mal vorstelle das die meisten menschen im alter eine demenz entwickeln und unter anderem die altersdepression meist bei diesen menschen ein akutes thema ist und die alten kranken und oftmals pflegebedürftigen menschen nur noch aufgesucht werden vom pflegedienst.

    das ist das das reinste bild menschlicher gepflegter grausamkeit gegenüber anderen kranken menschen was ich mir vorstellen kann.

    ich werde herzlosigkeit nie verstehn. die kranken, schwachen, hilflosen werden ausgegrenzt. da soll der kranke noch verständniss haben für den gesunden der ein normal leben führen kann aber mit dem kranken nix zu tun haben will.

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    Hallo liebe Zimtstange und Tandara, vielen Dank für eure Postings - ja, Herzlosigkeit - das ist so eine Sache. Ich finde, dass es sehr schade ist, wenn die Gesellschaft sich von den Kranken abgenzt, dass es dann so weit geht, die Kranken auszuschließen. Ich kenne einige psychisch erkrankte Menschen, und was die Abgrenzung angeht -es ist nicht immer einfach mit der Krankheit umzugehen, ständig die Frage wie sehr kann ich helfen und wie kann ich mich abgrenzen. Tandara - das mit den alten Damen spiegelt die Realität leider wider. Unverständnis, Ignoranz usw. Ich ha
    be das Gefühl manchmal gegen Windmühlen zu kämpfen. Lieben Gruß littlefinger
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    Vor Allem gibt es dann auch noch Krankheitsbilder (wie Borderliner) bei denen man hilft,
    indem man sich abgrenzt.

    Diese Neigen dazu, jegliche Selbstverantwortung für ihr eigenes Leben an andere abzugeben.

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    Hallo Zimtstange,da muss ich dir leider Recht geben, aber es ist schwierig für mich, diese Abgrenzung aufzubauen, ich bin halt sehr sensibel und dann ist es nicht einfach. Jeder ist seines Glückes Schmied - so heißt es doch, oder? Man kann sich entweder in der Krankheit aufgehen lassen, oder dagegen ankämpfen. Ich finde es gut, wenn Menschen den Kampf mit ihrer Krankheit auf sich nehmen. Da bin ich dann auch gerne bereit zu helfen. Anders finde ich es nicht so gut, wenn Menschen sich einlullen, ständig meinen, es gehe ihnen ja so schlecht, da ist dann meine Grenze bald erreicht. Oder denke ich da zu egoistisch?Einen lieben Gruß Littlefinger.
    ironie des schicksals wenn du 10000 löffel hast und eine gabel brauchst frei nach alanis morisette oder anders mit robbie williams god just laughs about plans

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    Stimmt Littelfinger,
    dann gibt es auch noch jene Krankheiten (wie z.B. Angststörungen), gegen die man nicht wirklich ankämpfen kann, weil sie einen einfach immer begleiten werden.
    Man muss sie als einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit annehmen und akzeptieren, oder gar lieben lernen.

    Ich hatte mal im Himalaja einen jungen Mann als Reisebegleiter, der unter einer Angststörung litt.
    Aber er ließ sich von seiner Angst nie unterkriegen.
    Auch wenn er heute (rund 20 Jahre später) nach wie vor diese Angststörung hat.

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