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    AW: Stimmen hören

    Hallo Zimtstange, vielen Dank für deine Antwort. Es ist interessant, was du da schreibst, zumal du ein männlicher Ergotherapeut warst. Fü mich ist es auch gut, dass hier Männer schreiben.

    Ja, es ist nicht einfach, mit dieser Art von Krankheit umzugehen. Ich bin manchmal dabei, mich selbst unter Druck zu setzen. Ich meine dann, es müsste ihr schon helfen, wenn ich ihr solche Sachen sage, wie du sie oben geschrieben hast. Meine Freundin weiß, dass es ihre Stimme ist, es ist irgenwie zwiegespalten. Ich sage ihr immer wieder, dass sie sich ablenken soll und ich glaube auch, dass eine Ablenkung bis zu einem gewissen Grad ihr helfen kann.
    Ich muss dir bei einer Sache widersprechen. Nicht alle Patienten, die unter einer Psychose leiden, sind ängstlich. Einige können richtig aggressiv werden.
    ironie des schicksals wenn du 10000 löffel hast und eine gabel brauchst frei nach alanis morisette oder anders mit robbie williams god just laughs about plans

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    AW: Stimmen hören

    Dann lese nochmal nach, ich schrieb:
    Zitat Zitat von Zimtstange Beitrag anzeigen
    Menschen in einer Psychose sind in aller Regel nicht aggressiv, sondern eher ängstlich und zurückgezogen.
    In aller Regel heißt nicht immer.

    Was diese Menschen vor allem brauchen ist: Erdung, also z.B. in der Natur sein,
    Gärtnern etc.

    Was sie auch brauchen ist STRUKTUR!!!

    Was sie am wenigsten brauchen ist Esotherik, Diskos, und alles, was einen Menschen eben nicht erdet,
    denn das ist eine Gefahr, wieder in die Psychose zu rutschen.

    Wenn sie wieder gefestigter sind, dann können sie natürlich das alles wieder tun.

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    AW: Stimmen hören

    okay habe nachgelesen, ich habe es nicht richtig interpretiert. Ich stimme mit dir überein, dass solche Menschen Erdung brauchen, sie müssen meiner Meinung nach wissen, dass sie etwas Irreales wahrnehmen, aber das ist schwierig. Vielleicht können Menschen ihnen dabei helfen, diese Erdung wahrzunehmen.
    ironie des schicksals wenn du 10000 löffel hast und eine gabel brauchst frei nach alanis morisette oder anders mit robbie williams god just laughs about plans

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    AW: Stimmen hören

    Ich hatte einige Jahre lang eine Nachbarin, die Stimmen hörte. Sie litt unter einer Psychose und war mehrfach in der Psychiatrie.
    Sie war auch aggressiv, mir gegenüber nicht, aber gegenüber ihren Eltern. Der Vater hatte leider keinerlei Einsicht, dass die Tochter krank war, trotz mehrerer Arztgespräche. Er hielt seine Tochter schlicht für faul, ihre Symptome (Stimmen hören) für Einbildung.
    Die Tochter versuchte mehrfach, trotz der Krankheit einen Arbeitsplatz zu finden, wurde aber immer schnell wieder entlassen, weil sie den Betrieb aufhielt mit ihren "Geschichten".
    Nach kurzer Zeit bemerkten die Mitarbeiter und Chef natürlich, dass sie eine Psychose hat.
    Es war aber so, dass das Stimmen hören in der Psychiatrie immer durch die Gabe von Psychopharmaka verschwand.
    Sie hatte auch kaum Nebenwirkungen und sollte diese Medikamente nach Entlassung weiter nehmen. Und hier lag ein Problem: Sie war leicht esoterisch angehaucht, hat die Medis immer wieder abgesetzt.
    Ihre Compliance war denkbar schlecht. Und so kam sie eben immer wieder in die Psychiatrie oder wurde aufgegriffen z.B. am Bahnhof, weil sie dort Reden hielt.

    Für mich war es auch teilweise anstrengend: Manchmal klingelte sie morgens um ca. 4.00 und wollte in meine Wohnung. Ich habe sie meistens beruhigt, die anderen Bewohner waren genervt und ignorierten sie.
    Es tut solchen armen Menschen natürlich gut, wenn sie Freunde haben die ihnen Verständnis und Wohlwollen entgegenbringen.
    Darum finde ich es toll, dass Du Dich um sie kümmerst.Die meisten Patienten in der Psychiatrie haben leider meiner Beobachtung nach, keine Freunde mehr.

    Es ist aber sicherlich so, dass es bei Psychosen und Schizophrenien ohne Medikamente nicht geht. Wenn die Patienten gut eingestellt sind, ist aber fast immer ein beinah normales Leben möglich.

    Wohlgemerkt: Ich befürworte nicht dass Zudröhnen mit Medikamenten, wie es leider immer noch teilweise in Psychiatrien praktiziert wird.
    Sondern eine Medikamentengabe, die den Betroffenen ihr Leben erleichtert, da das Stimmen hören eine ungeheure Qual sein kann.

    Mit der Erdung hast Du schon recht. Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder etwas Handwerkliches (so sie denn mag) können zum Wohlbefinden beitragen.

    Wenn man Ihnen sagt, die Stimmen sind nur in ihrem Kopf, sie existieren nicht wirklich, ist es meiner Erfahrung nach so, dass das auch zu Ängsten führt "alleine mit den Stimmen zu sein". Es liegt eben eine Bedrohung darin, Wahrnehmungen zu haben, die die anderen nicht haben.

    Es ist einfach eine Gratwanderung, wie man da am besten reagiert als Außenstehender.

    Psychisch Kranke wissen aber schon, dass ihre Wahrnehmungen anders sind als bei anderen. Im akuten Fall jedoch können sie das nicht sehen.
    Geändert von Elixia (16.09.2013 um 14:32 Uhr)

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    AW: Stimmen hören

    Auf jeden Fall solltest du sie ernst nehmen und nicht als "Spinner" abtun. Denn sie hört diese Stimme ja tatsächlich. An ihrer Stelle würde ich Psychopharmaka nehmen und mir das nicht antun.
    Gruss
    Meagan

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    AW: Stimmen hören

    Hallo,

    gibt es den eine Diagnose?? Nicht jeder der Stimmen hört ist automatisch schizophren. Psychosen können z.b. auch bei bipolaren Erkrankungen vorkommen einschließlich der Stimmen und Halluzinationen. Meine Schwester hat sich z. B. immer sehr beobachtet gefühlt und auch dementsprechend Stimmen gehört. Ich habe versucht ihr immer zu erklären, dass Sie sooo ein langweiliges Leben hat, das sich keiner dafür interessiert. Sie also ernst genommen aber nicht noch verstärkt.
    Es gehört sehr viel dazu, so einen Weg mit einer Freundin gehen zu wollen, da auch je nach Krankheitsverlauf sehr viele Probleme auftauchen können. Ich kann Dir eines raten, nimm dich zurück, wenn es zuviel wird und sage dir immer in schlimmen Zeiten das ist nicht deine Freundin und las auch los. Wenn es sein muss, dass Du, Sie unterstützt in eine Klinik zugehen. Meine Schwester hat mir mal gesagt, dass Sie sich im Nachhinein einer akuten Psychose eh an fast nichts mehr erinnern kann und es ihr in dem Moment in Ihrer Welt gut geht.

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    AW: Stimmen hören

    Elixia. Ja, da hast du Recht, dass Patienten mit psyiatrischer Erfahrung kaum Freunde haben, diese
    Beobachtung habe ich auch gemacht. Was die Wirklichkeit ist und nur was nicht,das kann man ja auch schwer beschreiben. Meine Freundin ist auch nicht gerne alleine, da sie die Stimme dann nervt. Ich weiß nicht mehr weiter, wie ich ihr noch helfen kann. Psychiatrische Patienten leiden doppelt und mehrfach, nicht nur dass sie diese Symptome haben, sondern sie werden mit ihren Problemen alleine gelassen. Es fallen so Sätze wie "Reiss dich doch zusammen, sei nicht so faul, sei nicht so empfindlich." Oft ist es auch so, dass sie von der Familie mehr oder weniger ausgeschlossen werden, da sie unter anderem auch als nicht zurechnungsfähig oder eben verrückt angesehen werden. Direkt wird so etwas nie ausgesprochen, sondern man merkt es latent.
    Meagan, Psychopharmaka nimmt sie ja ein, aber das eben hilft nicht überall.
    Bridget, ich möchte mich ja abgrenzen. Aber das fällt mir eben noch schwer. Aber ich bin ja noch lernfähig, grins.
    ironie des schicksals wenn du 10000 löffel hast und eine gabel brauchst frei nach alanis morisette oder anders mit robbie williams god just laughs about plans

  8. Inaktiver User

    AW: Stimmen hören

    Zitat Zitat von Meagan Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall solltest du sie ernst nehmen und nicht als "Spinner" abtun. Denn sie hört diese Stimme ja tatsächlich. An ihrer Stelle würde ich Psychopharmaka nehmen und mir das nicht antun.
    nicht immer verschwinden bei psychopharmaka die stimmen. das ist je partient unterschiedlich.

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    AW: Stimmen hören

    ok
    Gruss
    Meagan

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    AW: Stimmen hören

    Da ich 3 Jahre in einer Psychosomatik gearbeitet habe,
    finde ich, dass man mit Psychopharmaka sparsamer umgehen sollte.
    Lieber einen Patienten mal ein wenig mehr ertragen,
    solange dessen Leidensdruck nicht allzu hoch ist.
    Und Medikamente auch nicht dauernd verabreichen,
    denn das bringt den Neurotransmitterhaushalt auch dauerhaft durcheinander,
    und so kann eine gelegentlich mal auftretende Psychose zu einer dauerhaften Schizophrenie werden.

    Meiner Meinung nach halten sich manche Ärzte auf diese Weise einen stabilen Patientenstamm,
    den es auf andere Weise in diesem Ausmaß gar nicht gäbe.

    Wie gesagt: Meine Meinung!

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