Hallo an alle ! ich bitte um Hilfe denn ich bin ziemlich ratlos und verzweifelt und weiß nicht wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Mein Bruder (30)ist seit Freitag in der Psychatrie und sie haben ihn auf die geschlossene Abteilung verlegt, ich bin sehr geschockt und kann das gar nicht verkraften! Noch dazu stehen jetzt in meinem Masterstudium Prüfungen an und ich weiß einfach nicht, wie ich mit dem Druck umgehen soll.
Kurz zur Geschichte: meine Familie ist psychisch vorbelastet - meine Mutter ist manisch-depressiv. Ich habe in meiner Kindheit immermal wieder Schübe mitbekommen, allerdings habe ich die Krankheit nie richtig registriert.
Mein Bruder hat auch schon seit längerem psychische Probleme.
Im Gymnasium wurden wir beide gemobbt. Er hat jahrelang an einer sozialen Phobie gelitten und sich von der Außenwelt immer abgekapselt. Ich hatte dadurch sehr gelitten, bin ich doch ein sehr offener und zugänglicher Mensch.
Er ist jetzt 30, hat sein ganzen Lang nur vor sich her gelebt (Schein-Student) und nichts anderes gemacht als den ganzen Tag geschlafen..:( Hat null Freunde etc. Zwar Abitur, aber kein Studium oder ne Ausbildung geschweigen denn Berufserfahrung. Therapien hatte er abgebrochen.
Seit Sommer ist alles schlimmer geworden: Er lebte noch zurück gezogenen und hat fast nur geschlaffen, meine Eltern jahrelang angelogen, er würde bald nen Studiumabschluss haben.
Dann kam noch dazu, dass er denkt, er sei körperlich schwer krank - er wars Hautkrebs, dann Gehirntumor..
Er hat im Internet immermehr Indizien für diese Krankenheiten gesucht.
Auf meinen Druck hin habe ich ihn dann zur Psychologin und schließlich in die Psychatrie gebracht.
Anfänglich dachte ich wirklich, es sei die beste Option aber nachdem ich ihn heute sah, mache ich mir schlimmste Vorwürfe und würde ihn am liebsten da raus holen.
Er hat mal Abschiedsbriefe geschrieben, aber wirklich nie die Idention gehabt sich was anzu tun. Das hat er den Ärzten erzählt aber die haben ihn sofort mit Medikamenten vollgepumt und musste Dinge unterschreiben, von der er nichtmal genau wusste, was es eigentlich war..
Als ich ihn heute in der geschlossenen Abteilung sah war ich schokiert-Er war vollgepumpt mit Medikamente und konnte kaum reden. Er wurde schlimmer als ein Tier behandelt.
Ich habe jetzt Angst, da sie ihn nicht so einfach mehr da raus lassen und mache mir schlimmste Vorwürfe, ihn überhaupt dorthin gebracht zu haben.. Ich leide auch persönlich sehr stark darunter, u.a. mit Essattacken zur Stressbewältigung.. Kann mir jemand bitte helfen? Vielen Dank
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
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10.02.2013, 22:58
Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
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10.02.2013, 23:19Inaktiver User
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
Was soll das heißen??Er wurde schlimmer als ein Tier behandelt.
Niemand bleibt ohne Grund und gegen seinen Willen in der geschlossenen Abteilung.
Allerdings dann, wenn davon auszugehen ist, dass er eine Gefahr für sich und/oder andere darstellt bzw. selber bleiben möchte.
Es ist normal, dass Menschen in akuten psychischen Problemsituationen zunächst erst einmal medikamentös "ruhig gestellt" werden, um überhaupt an sie heran zu kommen.
Wieso durftest Du überhaupt zu ihm?
Wenn Dein Bruder gravierende psychische Probleme hat, war es das Beste, das Du für ihn tun konntest!
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10.02.2013, 23:37
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
das unterstreiche ich...niemand bleibt in der geschlossenen, es sei denn sie sind eine Gefahr für sich oder andere.
Es ist immer schrecklich für Angehörige und Freunde, den Betroffenen so hilflos zu sehen, aber meistens ist es nicht so wie es scheint.
Sprich mit dem Arzt, stell Fragen,und überlege Dir vorher, was Du wissen möchtest.
Viele Meschen werden erst ruhig gestellt, damit sie zur Ruhe kommen können, entweder von den eigenen Gedanken, oder auch körperlich, zum Schlaf kommen etc, Ängste stillen.
Natürlich kann sich Dein Bruder nicht daran erinnern, was er da unterzeichnet hat, aber das ist eher eine Reflektion seines Krankheitbildes, und der Krise, in der er sich befindet, als dass man jetzt sagen kann, dass das System nicht stimmt.
Aber auch diese Krise wird vorübergehen. Sie wurde nicht von Dir abgefangen, Du hast das einzig richtige getan, in dem Du ihm Hilfe geholt hast!!
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11.02.2013, 00:00
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
ja das kann ich auch nur bestätigen ...du hast das einzig richtige gemacht. er kriegt wahrscheinlich starke antidepressiva, das hat diese nebenwirkungen. das wird aber nicht so bleiben, man wird die dosis in den nächsten tagen oder wochen reduzieren, so das er auch wieder im alltag zurecht kommt.
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11.02.2013, 11:04
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
Guten Morgen,
wir haben das Thema aus dem Allgemeinen Forum in ein dafür passenderes Forum verschoben.
Freundliche Grüße
das BRIGITTE Community-TeamDas BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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12.02.2013, 14:17
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
Oha heikles Thema...nicht schön aber da muss man durch mit viel Liebe und Verständnis...
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24.02.2013, 12:05
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
in welches denn?
LG
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26.02.2013, 14:51Inaktiver User
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
Hallo Lluvia,
erstmal
für die schwierige Situation in der Du dich befindest und natürlich auch dein Bruder.
Wie war denn die Situation, Du schreibst, Du hast ihn einweisen lassen. Das geht ja auch nicht so ohne weiteres. War er denn damit einverstanden? So wie Du seine Situation schilderst, braucht er wirklich dringend Hilfe und wenn schon alles andere gescheitert ist ...
Ich würde an Deiner Stelle auch mit den behandelnden Ärzten sprechen, dann kannst Du selbst einen Eindruck davon gewinnen, wie sie mit den Patienten und Patientinnen umgehen bzw.welche Haltung sie ihnen gegenüber haben. Dass Patienten in der Psychiatrie am Anfang einfach nur ruhig gestellt werden ist so üblich. Zum einen dient das dem Herunterkommen des Patienten, zum andern muss halt auch der Betrieb funktionieren (ich meine das nicht zynisch, ich denke, das ist einfach die Realität). Ich habe selbst auch mal als Besucherin in eine Psychiatrie reingeschaut und war auch geschockt wie manche einfach nur noch dahängen und sabbernd vor sich hinstarren. Es ist sicherlich gut, wenn Du weiterhin die Verantwortung ein Stück weit beibehältst und Dich ein wenig kümmerst und beobachtest wie es mit ihm weiter geht und mit den ÄrztInnen im Gespräch bleibst. Wenn es wirklich Vorfälle geben sollte, die nicht haltbar sind, es gibt auch immer Patientenfürsprecher an die man sich wenden kann, sollte zumindest so sein und kritisch nachfragen kannst Du auch selbst. Vielleicht gibt es auch eine Tagesklinik, die an die Psychiatrie angeschlossen ist und er kann bald dorthin wechseln. Geschlossene Abteilungen sind natürlich schon hart, aber es gab sicherlich Gründe, ihn dorthin zu bringen - auch hier kannst Du nachfragen.
Ich denke, Du hast sehr verantwortungsvoll gehandelt und auch im Sinne der Gesundheit deines Bruders und ich finde das sehr ehrenwert von Dir und nichts worüber Du dir Vorwürfe machen solltest.
Vielleicht solltest Du auch in Erwägung ziehen, Dir selbst professionelle Hilfe für eine Zeit lang zu suchen oder eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken zu deiner Entlastung - Du hast es ja mit der Familienkonstellation nicht leicht und die Verantwortung jetzt wiegt schwer und da sind Gespräche und Unterstützung auch für Dich sicherlich wichtig und hilfreich. Wenn Du anfängst mit anderen darüber zu sprechen in einer Selbsthilfegruppe oder einer/m TherapeutIn, dann wird es Dir auch leichter fallen, die Einrichtung in der dein Bruder ist besser einzuschätzen, denn andere haben sicherlich auch Erfahrungen damit oder anderen Einrichtungen. Solange er in der geschlossenen Abteilung bleiben muss ist das vermutlich nicht so wichtig, aber es gibt schon Unterschiede wie mit PatientInnen umgegangen wird, wie weit Mittel da sind, sie zu fördern ... und für seinen weiteren Weg kann das dann schon hilfreich sein, eine wirklich gute Einrichtung zu suchen. Aber denk bei aller Verantwortung bitte auch an Dich und sorge gut für Dich! Und versuche Deine Prüfungen im Blick zu behalten, Du bist ja (trotz allem) schon sehr weit gekommen und ich fände es wirklich
sehr sehr schade für Dich, wenn das jetzt darunter leidet. Und wenn es so nicht geht, dann hol Dir Hilfe.
Alles Gute Dir und Deinem Bruder
Evelyn
Geändert von Inaktiver User (26.02.2013 um 15:12 Uhr)
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27.02.2013, 08:43
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
Ich bin entsetzt! Wie kann man einem sowieso schon psychisch labilen Menschen sowas antun????
Ich gehe davon aus, dass er wieder draußen ist, ansonsten hol ihn SOFORT da raus...bevor er noch richtig krank wird.
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27.02.2013, 08:50
AW: Wie damit umgehen? Bruder in der Psychatrie
q@sarinka
Danke für deinen Beitrag


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