Woodstock,das freut mich total für dich,dass dein Mann so schön mitarbeitet !![]()
Ja,Aussenstehende können oft nicht verstehen,warum wir bei "unseren Alkoholikern" bleiben. Sie vergessen,dass unter der "nassen" Schicht ja noch ein liebenswerter Mensch steckt. Und genau deswegen bleiben wir bei ihnen. Weil wir sie lieben und wissen,wie sie ohne Alkohol sind. Weil sie doch etwas Gutes an sich haben. Und zwar so viel,dass man eben nicht alles hinschmeisst sondern bereit ist,den Kampf aufzunehmen.
Ich denke auch,dass jeder seine eigenen Grenzen hat. Dem einen reicht es schon nach ein paar Monaten,dem anderen erst nach Jahren.
Allerdings muss ich auch sagen,hätte ich das kommen sehen (damals,vor viiiiiielen Jahren,als wir uns kennengelernt haben),hätte ich einen grossen Bogen um diesen Mann gemacht. Und sollte ich jemals Single sein und nochmal jemanden kennenlernen,dann werde ich auch sehr auf seinen Alkoholkonsum achten,denn nochmal brauche ich so eine Geschichte auch nicht. Einmal reicht im Leben.
Eben gerade beim nochmal durchlesen ist mir Darth Vader eingefallen und wie Luke sagt: "Es steckt noch etwas Gutes in dir". Ja,so ähnlich ist das mit den Alkoholikern: Wenn man ihnen die Maske abstreift (den Alkohol),sieht man das Gute in ihnen.![]()
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Thema: Alkoholkranker Partner
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22.11.2012, 19:34Inaktiver User
AW: Alkoholkranker Partner
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22.11.2012, 20:12
AW: Alkoholkranker Partner
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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23.11.2012, 13:14Inaktiver User
AW: Alkoholkranker Partner
Da kann ich dich verstehen,das hab ich mir auch schon überlegt: Single zu bleiben falls ich mich trennen muss. Oder sagen wir mal,es würde jedenfalls lange dauern,bevor ich jemanden kennelernen würde und überhaupt Interesse hätte. Auf der Suche wäre ich nicht gerade.
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23.11.2012, 17:49
AW: Alkoholkranker Partner
Upps,...
bin zufällig über diesen Strang gestolpert...
und reihe mich mal bei euch ein.
Ich habe jetzt, nach zwölf Jahren Beziehung (und etlichen Trennungen und Versöhnungen) den endgültigen Schlussstrich gezogen. Ok, ich treff mich noch mit meinem Bis-vor-Kurzem-Partner, wir gehen zusammen aus oder einfach spazieren, aber ich habe ihm ganz klipp und klar gesagt, dass ich keine Beziehung mehr will.
Warum? Weil er trinkt. Mir ist es die ersten Jahre auch nicht so aufgefallen, weil wir nicht zusammen gelebt haben, damals dachte ich, na ja, er langt am Wochenende halt ganz gut zu. Als ich bei ihm einzog (in eine heftige Patchworksituation), merkte ich schnell, dass er jeden Tag ein ziemliches Quantum braucht, um sich seine Probleme wegzutrinken, anstatt sie anzugehen.
Ich rutschte in die klassische Co-Abhängigkeit, versuchte, seine Probleme zu lösen, bat und bettelte, dass er aufhört zu trinken, zwei alk-freie Tage in der Woche einlegt, sein Quantum reduziert,... kennt ihr sicher.
Ab und zu hat er dann auch reduziert, hat den Schnaps weggelassen.
Den letzten Hoffnungsschimmer hatte ich, als er vor einigen Monaten eine tolle neue Arbeit angefangen hat. Ich dachte, die Selbstbestätigung tut ihm gut, und vielleicht kann er sich dann seinem Trinkproblem stellen. Aber - jetzt hat er auf der Arbeit Kollegen, die er achtet und auf gleicher Höhe mit sich sieht und - die auch trinken. Feierabendbierchen, mal zusammen feiern und dann selbstverständlich feste schlucken - auf einmal ist das alles richtig "gesellschaftsfähig".
Seitdem spricht er auch nicht mehr von seinem Alkoholproblem, sondern von "Genuss".
Und das war mit der letzte Tropfen, dass ich die Beziehung endgültig aufgegeben habe.
Ich wohne schon seit einiger Zeit in einer eigenen Wohnung, somit ist der Schnitt für mich nicht so immens, und wir haben uns die letzte Zeit schon öfter getrennt, aber sind immer wieder beieinander gelandet.
Was mir jetzt geholfen hat, endlich die Augen ganz weit aufzumachen, ist unter anderem ein Buch, geschrieben von einem jetzt schon lange trockenen Alkoholiker.
Und siehe da: All seine Verletzungen, sein immer seltsameres Verhalten, sein mich zum Sündenbock machen, sein Egoismus, seine Überheblichkeit, seine Unzuverlässigkeit, .....
all das, was sich im Laufe der Jahre immer mehr breit gemacht hat und was ich so an diesem Mann nicht kannte, hatte plötzlich einen Namen: Alkoholische Persönlichkeit. Der Autor beschreibt die ganzen Veränderungen als Folge der Krankheit.
Ja, wie hier jemand geschrieben hat: Ich habe auch immer nach dem Mann hinter dem Säufer gesucht, den ich doch mal kennengelernt hatte. Aber jetzt sage ich mir: Er hat ihn weggesoffen. Und seit er sein Alkoholproblem als "Genuss" sieht, habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass der nochmal zum Vorschein kommt.
Deshalb ist für mich eine Rückkehr in diese Beziehung nicht mehr möglich. Ich kann mir doch kein Leben mit einem ziemlich fiesen Kerl antun, weil ich weiß, dass er mal ganz anders war. Ich habe viele Jahre unter seiner Entwicklung gelitten, habe mich an die Beziehung geklammert, an die Hoffnung, dass er wieder anders wird, ich bin es müde.
Das Buch hilft mir, sein oft verletzendes Verhalten als das einzuordnen, was es ist: alkoholkrank. Das soll keine Entschuldigung für sein Verhalten sein. Nein, aber es macht es unpersönlicher. Es hat nichts mit mir zu tun, ich habe das nicht provoziert, sondern es ist seine Krankheit und dass er Beziehungen auch nur noch unter dem Aspekt des "ungestört Trinken und sich dabei in die Tasche lügen, was man für ein toller Kerl ist" führen kann.
Ich jedenfalls will keine Beziehung, die vom Alkohol diktiert wird. Ich will nicht mehr abends erst den "Pegel" ausloten müssen und dann entscheiden, ob man noch ein wichtiges Thema besprechen kann oder nicht. Ich will mich nicht mehr fremdschämen, weil er sich in Gesellschaft blöd aufführt oder eben offensichtlich betrunken ist. Ich will nicht mehr auf ganz viel Leben verzichten, weil mein Partner dazu nicht in der Lage ist und es mir dann auch nicht gönnt bzw. mir Vorwürfe macht.
Denn eines ist mir auch ganz klar jetzt, das hat auch schon jemand hier geschrieben: Alkoholkranke können nicht lieben. Punkt.
Uff, das hat jetzt gutgetan, sich das mal von der Seele zu schreiben.
Ich wünsche allen hier viel Kraft, egal, ob ihr bei euren Partnern bleibt oder geht: KÜMMERT EUCH UM EUCH! (er tut es nämlich nicht)
Liebe Grüße
LöwinMeistens kommt es anders, wenn man denkt...
▬|████|▬ (für Kuchen und andere Nichtdenker)
(Bild: pixelio.de)
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23.11.2012, 18:32
AW: Alkoholkranker Partner
Oje Löwin, da hast Du ja auch einen Streifen durch... ja, die Persönlichkeit verändert sich immens. Mein Mann ist jetzt seit 1,5 Jahren wieder trocken und sein altes "ich" kam wieder zutage. Nein, falsch, nicht sein "altes ich", sondern ein neues "altes ich", denn in der letzten Entwöhnungstherapie mußte und vor allem hat er sich auch mit seinen Phobien auseinander gesetzt und daran gearbeitet (tut er immer noch) und jetzt habe ich nicht nur einen (hoffentlich lange) trockenen Mann, sondern auch einen, der mal vor die Tür geht und nicht nur schüchtern zuhause vor'm TV hockt. Da kam soviel Tolles zu Tage und so viel Liebenswertes und ich bin ganz ehrlich stolz wie Bolle auf ihn.
Das andere Extrem hatte ich auch schon. Wenn die nicht wollen, dann kann frau nur gehen. Hätte mein Mann auf stur geschaltet, wäre es auch aus gewesen. Aber ich bin froh, dass wir die Kurve gekriegt haben.
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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23.11.2012, 18:35
AW: Alkoholkranker Partner
Ich kann die Einstellung durchaus nachvollziehen und auch irgedwie verstehen, auch zB in Hinsicht auf das Eheversprechen (lieben und ehren etc.) nur...
Du schreibst vom Kampf, den man gerne immer wieder aufnimmt. Ok. Ich finde nur, daß ein 30- jähriger Krieg, und der kann durchaus daraus entstehen, ein wenig zu lang für ein Menschenleben ist.
Lieben, ehren, sehr gerne, aber- auch ebenfalls. Es hat nichts von Liebe, wenn der alkoholkranke Partner einen permanent unter psychischen Druck setzt, und Ehren soll man auch anders ausdrücken, als mit einem Brechschwall vor die Füße.
Meine bescheidene Meinung.
Aber ich gehörte auch zu der Sorte Partnerin, die gar nicht schnell genug das Weite gesucht hat.
Na ja, ich hatte die berufsbedingt in meinem Leben vorhandenen Alkoholiker vor den Augen. Vielleicht war ich deshalb nicht bereit, mir das auch privat anzutun.Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus
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24.11.2012, 11:08
AW: Alkoholkranker Partner
Liebe Woodstock,
ich freue mich für dich, das dein Mann sein Problem erkennt und daran arbeitet. Das verändert die Situation völlig, den wie du schreibst, taucht der vom Alkohol verschüttete Mensch wieder auf. Das gibt Hoffnung.
Diese Hoffnung, die bei mir eigentlich schon lange Illusion war, hat mein Ex durch die Bezeichnung "Genuss" für seine Sauferei endgültig weggewischt.
Und Kamy,
wenn ich jetzt zurückblicke, wünsche ich mir, ich hätte ähnlich wie du viel eher die Augen einfach aufgemacht und hingesehen. Es wären mir etliche Verletzungen erspart geblieben.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
LöwinMeistens kommt es anders, wenn man denkt...
▬|████|▬ (für Kuchen und andere Nichtdenker)
(Bild: pixelio.de)
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29.11.2012, 23:26Inaktiver User
AW: Alkoholkranker Partner
Uff,Löwin,da hast du ja auch schon ganz schön was hinter dir. Soweit bin ich leider noch nicht,dass ich eine eigene Wohnung habe aber ich denke immer öfter drüber nach. Aber selbst dann weiss ich nicht,ob das schon das Ende der Beziehung wäre.. ich liebe ihn doch schon sehr und glücklicherweise wird er nicht gemein oder gewalttätig zu mir,wenn er getrunken hat. Also,sowas wie Beleidigungen kenne ich gar nicht von ihm.
Heute hatte er ne ziemlich heftige Panikattacke,bin mal gespannt,ob das jetzt wieder mehr Richtung "trocken" lenkt oder nicht.
Das Einzige,was ich nach all den Jahren jetzt noch ausprobieren kann,ist,seine Sucht quasi zu ignorieren und mich auf MEIN LEBEN zu konzentrieren. Ansonsten weiss ich auch nicht mehr weiter.
Predigen habe ich schon seit längerem aufgegeben,ihr wisst ja alle selber,wie "gut" das klappt mit dem Predigen..nämlich gar nicht. Das ist wirkich vergebene Liebesmüh'.
Ach,ja,Löwin,das kenne ich auch sehr gut,das mit dem "Pegel ausloten" bevor man ein wichtiges Thema anspricht.
Kamy,du hast schon Recht. Das ist schon ein bischen wie der 30-jährige Krieg und irgendwann wird's einem zu lange. Schön,dass du so schnell abhauen konntest.
Ich wünschte,ich könnte das auch. Naja,früher wollte ich ja noch nicht mal drüber nachdenken,mittlerweile bin ich ja schonmal soweit ,es in Erwägung zu ziehen. Das ist doch schon mal ein Mini-Schritt nach vorne,nicht?
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29.11.2012, 23:37Inaktiver User
AW: Alkoholkranker Partner
Ach,ja,noch etwas: wie war das denn so bei euch mit der Familie? Habt ihr da offen mit jedem drüber geredet? Wurdet ihr gedrängt,ihn zu verlassen? Hatten sie Verständnis?
Also,ich rede zwar 'mal' drüber aber dann ist auch gut. Ich mag es nicht so gerne,wenn es jeder besser weiss und denke auch,Aussenstehende haben immer leicht reden. Und irgendwann gehen einem quasi die Argumente aus,warum man noch bei "so einem" bleibt. Also,das ist jetzt ein bischen überspitzt,meine Familie kennt meinen Lebensgefährten und weiss genau,dass er ein sehr netter und anständiger Kerl ist. Aber wenn man immer wieder die selben Gespräche hat,die ja doch zu nix führen,mag man eigentlich nicht mehr darüber reden. Nur weiss ich manchmal nicht,was ich noch antworten soll,wenn man wieder die Frage kommt: "Wie geht es XY?" Wenn ich dann gar keinen Bock auf negative Stimmung habe,sage ich einfach "gut" obwohl's ja gelogen ist. Ich schaffe es einfach nicht,mich da etwas zu distanzieren oder zu sagen "also,eigentlich will ich da gar nicht drüber reden".
Irgendwann ist man es halt leid,immer wieder das Selbe zu erzählen und zu erkären. Ging euch das auch so? Wie seid ihr generell damit umgegangen? Würde mich mal interessieren.
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30.11.2012, 00:10
AW: Alkoholkranker Partner
Schwierig... ich hatte eine Nenn-Tochter (habe keine leiblichen Kinder), die spricht nicht mehr mit mir, seit ich mich mit meinem Mann wieder zusammengerauft habe. Sie steht auf dem Standpunkt, dass er bald wieder anfängt und er keine weitere Chance verdient hat und hat mich vor die Wahl gestellt sie oder er.
Fand ich total daneben, hab das auch gesagt, denn 1) ist es mein Leben, 2) selbst wenn ich ihn vor die Tür gesetzt hätte und ich hätte jemanden kennengelernt, hätte ich dann wieder fragen müssen ob die Nase genehm ist? Nix da! Tja, jetzt ist Funkstille, schade, ich hatte sie echt lieb, eigentlich immer noch, aber wer nicht will, der hat schon. So einfach ist das.
Mein Mann ist übrigens erst wirklich "aufgewacht" als ich ihn im letzten Sommer bat, auszuziehen (gar nicht so einfach hier... mein Bruder hat über 3 (!!!) Jahre nach einer passenden Wohnung gesucht hier im Umkreis). Wie gesagt, er hat sich auf die Therapie eingelassen und mich gebeten zur Paartherapie zu kommen. Wir haben die Fronten geklärt und uns wieder angenährt. Er hat auch eine Betreuerin von der Suchtkrankenhilfe im Rahmen von "ambulant betreutem Wohnen", sie kommt 1x die Woche für 'ne Stunde, wenn was akut wäre auch öfters. Außerdem hat die Klinik, wo er war, für alle erfolgreichen Ehemaligen, das Angebot, dass wenn Rückfallgefahr besteht, dass innerhalb von 24 Std. ein Bett bereitsteht, dass er sofort in die Intensivtherapie einchecken kann. Das ist für mich auch sehr beruhigend.
Ich denke, wir sind hier schon ein bis zwei Schritte weiter, als die meisten von Euch und ich bin dafür echt dankbar.
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
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