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  1. Avatar von Wik68
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    Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Liebes Forum

    leider hatte meine Mutter im Alter von 73 vor drei Wochen in Italien einen Schlaganfall (Hirnblutung) im Mittelhirn, ich glaub überhalb dem Thalamus, rechtsseitig. Es passierte im Urlaub in Italien, sie wurde sofort in die Klinik gebracht, in ein Koma versetzt und war erst nach über einer Woche transportfähig, nun ist sie am Wohnort in der Klinik auf der Intensivstation.

    Sie atmet wohl teilweise selber, Kreislauf ist stabil, sie wird durch einen Schlauch der in die Nase geht, ernährt. Sie öffnete bereits auf meine Aufforderung hin die Augen, bewegte die rechte Hand und streichelte mich ganz leicht. Mein Mann war dabei, ich habe mir das nicht eingebildet.

    Da sie Linkshänderin ist meinte der Oberarzt das Sprachzentrum wird betroffen sein, er hält sie für nicht kontaktfähig. Ich denke da anders.

    Nun ist es so, dass eine Entscheidung ansteht, sie statt im Mund über einen Luftröhrenschnitt zu intubieren und zu beatmen. Das hätte zur Folge, dass sie, wenn sie jetzt in die Neurologische Reha Klinik verlegt wird, auf keinen Fall wird schlucken können. Wie es dann mit Sprechen aussieht weiß ich nicht. Auch deshalb müssen wir entscheiden ob ihr eine Magensonde gelegt werden soll.

    Es ist schwer. Sie lebt, ist nicht hirntot oder sowas, aber wie stark sie behindert sein wird, ist im Moment nicht abzusehen. Sie hatte früher öfter geäussert, sie wolle nie ein Pflegefall werden (hat es bei ihrem Vater miterlebt) aber ich kenne ihren Grund dafür, sie wollte nicht dass wir sie pflegen müssen. Aber das müssten wir nicht tun. Es käme zum Beispiel eine Pflegeeinrichtung in Frage, finanziell würde es gehen.

    Etwas wollte ich noch zum Verständnis erzählen, ich war als Kind in ähnlicher Lage, Schlaganfall mit 12, Ärzte gaben mir keine Chance, aber sie Kämpfte um mich wie eine Löwin. Ich möchte gern das selbe für sie tun, auch wenn sie sich den Weg zurück ins Leben nun selber erarbeiten muss, möchte ich ihr doch zur Seite stehen und hoffe, dass sie wieder soweit rehabilitiert werden kann dass sie zuhause leben kann.

    Eine Kollegin erzählte mir heute, ihr Opa war in dieser neurologischen Klinik, auch ihn hätten die Ärzte abgeschrieben, aber er konnte danach sogar wieder selber essen.
    Hat hier jemand ähnliche Erfahrung und kann mir Tipps geben?

    Vielen Dank im Voraus!
    Lieben Gruß
    Wik

  2. Avatar von Wik68
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    hm, keiner hier der ähnliches berichten kann? Schade aber auch.

  3. Avatar von ellipell2
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Hallo Wik,
    erstmal
    Das Thema ist ziemlich schwierig, finde ich. Vielleicht findest du auf einschlägigen Seiten mehr Hilfe z.B. Stiftung Schlaganfall? Eventuell gibt es ja auch eine Angehörigengruppe bei euch?
    Ich möchte nicht gegen den Arzt sprechen, dazu habe ich zu wenig Infos. Verlass dich bitte nicht auf Kollegenmeinungen - du kennst immer nur deren kleinen Ausschnitt der Geschichte, such immer wieder das Gespräch zu den Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten. Lass dir erklären, was gemacht wird, warum was sinnvoll sein kann, welche Alternativen es gibt, welche Wahrscheinlichkeiten. Frag dafür um Termine, nimm jemanden mit, wenn du dir unsicher bist. Solltest du ernsthaft und dauerhaft das Gefühl haben, deine Mutter ist dort nicht gut aufgehoben, sorge für eine Verlegung.

    Erste Infos zur Tracheotomie
    Tracheotomie
    Erste Infos Magensonde
    Perkutane endoskopische Gastrostomie

    Alles Gute für deine Mutter, dass sie sich bald und möglichst umfänglich erholt. Und dir viel Kraft!

  4. Avatar von ellipell2
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Ach ja, es ist gut, die Ereignisse während der Zeit in einer Art Tagebuch für deine Mutter fest zu halten - sie wird sich nicht an alles erinnern können und bestimmte Eindrücke können besser verstanden werden.


  5. Registriert seit
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    hi Wik,
    schwieriges Thema... wie lange ist denn der Schlaganfall her? Sind MRT/EEGs aussagekräftig?

    Erstmal: Es ist schön, dass du so viel wie möglich für deine Mutter tun willst. Trotzdem ist wichtig: IHR Wille ist ausschlaggebend, auch wenn es dir schwer fällt, ihn zu akzeptieren. Es spielt keine Rolle, aus welchen Gründen sie für sich was entschieden hat - nur DASS sie entschieden hat. Inzwischen ist die Rechtslage in Deutschland da ja auch eindeutig. Ich finde es sehr wichtig, sie zu respektieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie wirklich gründlich diagnostiziert wurde und genug Zeit vergangen ist, um eine Prognose stellen zu können. Das klingt in deinem Beitrag noch nicht so.

    Die andere Frage ist, wie man diesen Willen umsetzt, das ist ja nicht leicht. Was schlagen denn die Ärzte alternativ zu Tracheotomie und PEG vor? Hat sie eine Patientenverfügung? Oder habt ihr klar besprochen, was sie für sich nicht haben will? Dauerbeatmung? Künstliche Ernährung?

    Dass man mit einem Luftröhrenschnitt nicht schlucken kann, stimmt nicht. Und auch eine Magensonde kann eine vorübergehende Sache sein, falls sie wieder schlucken lernt. Der Vorteil einer Tracheotomie ist, dass es wesentlich leichter ist, sie probehalber von der Beatmung zunehmen als mit einem klassischen Tubus durch Mund oder Nase. Du schreibst ja, dass sie mitatmet, da sollte man schon herausfinden, wie gut ihr eigener Atemantrieb ist.

    Ich denke, ihr werdet noch viel Zeit brauchen, um den richtigen Weg zu finden, und es ist für Angehörige wahnsinnig schwer. Du könntest dich erkundigen, ob es in der Klinik deiner Mutter eine Ethikberatung gibt, um das Problem durchzusprechen. Es gibt auch ein paar ganz gute Bücher dazu, z.B. Putz/Steldinger: Patientenrechte am Ende des Lebens.

    Alles Gute!

  6. Avatar von Wik68
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    danke für eure Beiträge.
    zwischenzeitlich öffnet sie immer mal wieder die Augen, ist aber noch sehr schwach/ geschwächt.
    Sie hat sowohl Luftröhrenschnitt als auch Magensonde bekommen.
    Natürlich hängt man sich an jeden Hoffnungsschimmer!
    Meine Meinung ist, sie will leben!
    Der SA ist jetzt ca. 8 Wochen her.
    Man hat den Druck in ihrem Gehirn gemindert, ich weiß jetzt nicht, wie man dazu sagt, den Schädel angebohrt halt, und Hirnwasser entnommen/ abfliessen lassen, mein Dad meint, seitdem gehe es ihr besser.

    Da ich selber psychisch krank bin kann ich mich da momentan nicht so reinhängen, ich besuche sie immer Sonntags,
    und kommenden Montag fahre ich erst mal 4 Wochen in Urlaub, und besuche sie deshalb erst wieder Mitte Juli.

    Bestimmt werde ich dann ihre Fortschritte auch besser sehen, wenn mehr Zeit zwischen den Besuchen liegt.

    Nochmals danke für eure Meinungen und Anregungen! Ihr habt mir sehr geholfen.

    Liebe Grüße
    Wik

  7. Avatar von Wik68
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    update: ich bin nicht sicher ob sie den Kampf gewinnen kann. Aber sie kämpft, das fühle ich.

    zwischen Mutter und Tochter gibt es eine unerklärliche Bindung, insbesondere wenn das Kind eine Frühgeburt war, wie ich.

    LG von der Wik
    ``
    V
    V


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  8. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Danke Wik, dass Du weiter berichtest,

    ich wünsche Dir und Deiner Mutter, dass es eine Besserung gibt

  9. Avatar von Wik68
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    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Update:
    Zustand Sopor (lat. für Todesschlaf)
    Augen geöffnet, bewegt Kopf und reagiert auf starke Reize,
    jedoch nicht richtig wach.

    Ich fahre immer Sonntags hin,
    dann fahren wir im Park spazieren mit dem Rolli,
    und ich / wir erzählen ihr was.

    Mein Dad zieht mit ihr um in ein Senioren Stift, wo sie Pflege bekommen können.
    Er kümmert sich rührend um sie, sie haben Ende Dezember Goldhochzeit.

    danke fürs Lesen!
    Gruß Wik

  10. Inaktiver User

    AW: Magensonde und Luftröhrenschnitt - ja oder nein???

    Ich wuensche Dir und Deinem Vater viel Kraft fuer die naechste Zeit. Es ist schoen, dass Ihr Euch so intensiv um sie kuemmert.

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