Hallo Ihr Lieben,
ich bin mit meinem Latein am Ende. Vielleicht kann mir jemand von Euch einen Rat geben.
Seit Anfang 2006 bin ich allein erziehend. Ich habe eine Tochter von 11 Jahren und einen Sohn von 8 Jahren.
Das Problem an der ganzen Sache ist mein Sohn. Ich bin halbtags berufstätig, und mein Tag beginnt schon mit Streß. Kurz nach dem Wecken (muß mindestens viermal ins Kinderzimmer, das Aufstehen zieht sich schon mal 20 min hin) geht das ganze Theater los. Er mag nicht zur Schule, hat täglich am Stundenplan was anderes auszusetzen. Anziehen dauert ewig, am Essen hat er ständig zu meckern, es gibt Streit mit seiner Schwester, Zähneputzen mag er auch nicht. Wir haben zu tun, dass wir pünktlich aus der Tür kommen.
Wenn ich ihn aus der Schule hole, geht das Theater weiter. Entweder ich bin zu spät an der Schule oder ich bin zu früh oder er brüllt den ganzen Parkplatz zusammen, weil seine Schwester auf dem Beifahrersitz sitzt, wo er sitzen möchte. Wir sind dann eben doof, ich hätte ihn sowieso nicht lieb, er wäre nur der Blödi in der Familie usw. Gegen die Hausaufgaben wehrt er sich natürlich auch. Für eine Aufgabe, die vielleicht 15 min in Anspruch nehmen würde, geht schnell mal eine Stunde wegen Diskutierens drauf.
Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Habe ich ihn zu sehr verwöhnt? Dieser ewige Streß macht mich so was von fertig.
Ich lebe nur für die beiden, tu alles für sie.
Oder ist dieses Verhalten vielleicht normal?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 17
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10.10.2008, 08:14
Weiß bald nicht mehr weiter!!!
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10.10.2008, 08:22
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Hallo Sunflower!
Erst einmal sei getröstet
.
Das von deinem Sohn kommt mir soooo bekannt vor.
Meine Tochter war in dem Alter auch superschlimm, das war so in den letzten 1 1/2 Jahren der Grundschule.
Warum, weiß ich bis heute nicht - wir konnten nie rauskriegen, was da so schlimm für sie war.
Mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule wurde aus dem Mädchen ein anderer Mensch
- warum? Weiß der Geier...
Denn auch hier gibt es fiese Lehrer, blöde Mitschüler/innen, Hausaufgaben etc. Aber irgendwas hat sich verändert.
Vielleicht hast du auch das Glück, das einfach irgendwann irgendwas anders wird.
Mehr kann ich dir leider nicht raten, denn aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, das reden mit dem Kind, nette Sachen mit dem Kind machen, Drohungen aussprechen, in den Arm nehmen, ach, was weiß ich noch alles, bei uns nichts genützt haben.
Viele liebe Grüße
und ganz kräftige Nerven
wünscht dir das
Putzwunder
..........
..........
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10.10.2008, 09:42
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Hallo Sunflower,
mach dir nicht so viele Sorgen, es klingt, als hättest du mein Kind beschrieben. Jede normale Tätigekeit wurde diskutiert.
Es gibt wenig Ideen, die geholfen haben. Beim Aufstehen würde ich auf jeden Fall schon mal einen Wecker benutzen, der 10 min vor der Weckzeit klingelt. Dann hat er 10 min zum Dösen und dann würde ich ihn aber konsequent aus dem Bett werfen. Ich habe mir über bestimmte Dinge einfach Diskussionen verbeten. Wäre so ein Beispiel wie bei euch das Abholen. Erkläre ihm in einer ruhigen Minute, dass dich das belastet, du hast die Arbeit mit dem Abholen und er sabotiert das. Auch du hast ein Recht auf ein ruhiges Miteinander und Achten deiner Arbeit. Wenn er beim nächsten Mal ausflippt, erinnere ihn an euer Gespräch und sag: Wir waren uns doch einig, dass du dich in dieser Situation benimmst. Das hatte mir geholfen.
Ansonsten wünsche ich dir starke Nerven und viel viel Konsequenz.
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10.10.2008, 10:15Inaktiver User
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Das Problem an der ganzen Sache ist mein Sohn. Ich bin halbtags berufstätig, und mein Tag beginnt schon mit Streß. Kurz nach dem Wecken (muß mindestens viermal ins Kinderzimmer, das Aufstehen zieht sich schon mal 20 min hin) geht das ganze Theater los. Er mag nicht zur Schule, hat täglich am Stundenplan was anderes auszusetzen. Anziehen dauert ewig, am Essen hat er ständig zu meckern, es gibt Streit mit seiner Schwester, Zähneputzen mag er auch nicht. Wir haben zu tun, dass wir pünktlich aus der Tür kommen.
Find den Vorschlag von Hibbelchen gut, den Wecker 10 min früher stellen...mach ich selber für mich auch, komm dann auch besser aus dem Bett....weiss der Himmel wieso...
Ich hab morgens auch Mühe...soll an meinem tiefen Blutdruck liegen...
Ich würd ihm versuchen klarzumachen, dass Diskussionen über gewisse Dinge sinnlos sind.
An Schule und Stundenplan hat er sich zu halten, Ende.
Hat er morgens Hunger?
Wenn nicht, isst er mal nichts und schaut wie es ist.
Können sie nicht abwechseln?Wenn ich ihn aus der Schule hole, geht das Theater weiter. Entweder ich bin zu spät an der Schule oder ich bin zu früh oder er brüllt den ganzen Parkplatz zusammen, weil seine Schwester auf dem Beifahrersitz sitzt, wo er sitzen möchte.
Wir sind dann eben doof, ich hätte ihn sowieso nicht lieb, er wäre nur der Blödi in der Familie usw. Gegen die Hausaufgaben wehrt er sich natürlich auch. Für eine Aufgabe, die vielleicht 15 min in Anspruch nehmen würde, geht schnell mal eine Stunde wegen Diskutierens drauf.
Lass ihn begründen, warum er der Blöde ist und hör was er zu sagen hat.
Hausaufgaben müssen gemacht werden, genau wie die Schule...
Und sonst, dann macht er die Hausaufgaben mal nicht und diskutiert die Sache dann am nächsten Tag in der Schule mit dem Lehrer. Vielleicht ändert er seine Haltung dann...
Bist Du sicher, dass er einfach keine Lust hat? Oder versteht er den Stoff nicht?
Lass Dich nicht verrückt machen, für mich klingt das nach ganz normalem Wahnsinn...
Schau, dass Du ab und zu für Dich Zeit hast, mach dem Herrn klar, dass Du alles in Deiner Macht stehende tust und von ihm eine gewisse Kooperation erwartest.
Viel Kraft!
Monsoon
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10.10.2008, 11:12Inaktiver User
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
[QUOTE=Inaktiver User]
Können sie nicht abwechseln?
/QUOTE]
ne, ein 8jähriger darf nicht vorne sitzen. Ich würde beide hinten sitzen lassen, ist eh sicherer.
Ich kenne übrigens vieles, was du beschreibst auch, obwohl ich nicht alleinerziehend bin, und glaube auch nicht, dass es da einen Zusammenhang gibt. (Falls dir das eine Beruhigung ist).
Könnte es helfen, ihm morgens einen Kurzzeitwecker zu stellen, nach dem er sich die Zeit einteilen kann? Also z.B. bis er schellt, muss das Kind angezogen sein, bis zum nächsten Schellen hat es Zeit zum Frühstücken, usw.
Mein diskussionsfreudiger Sohn gleicht übrigens mit seiner guten mündlichen Teilnahme im Deutschunterricht einige Rechtschreibschwächen aus.
Ansonsten setze ich mich mal zu dir und bin gespannt auf weitere Tipps.
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10.10.2008, 11:35Inaktiver User
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Hi sunflower,
ich hab auch so ein prachtexemplar zu hause :-)
die meinige ist aber jetzt schon 15 und wir haben die pupertätsproblemchen zu lösen.
Als ich mich von meinem mann trennte war meine tochter aber 7 jahre.
Es ist eine sehr schwere zeit für die kinder. Sie sind hin und hergerissen, wissen selber nicht was mit ihnen los ist. denken, andere haben familien sind „normal“, habens besser.....etc.
Ich habe mich damals auch verbogen, wollte es meiner tochter so angenehm wie möglich machen, wollte alles doppelt so gut machen, alles wegen dem schlechten gewissen.
Und je mehr ich das versucht habe, desto schlimmer wurde es. Irgendwann war ich so am ende, das ich kaum noch meinen alltag bewältigen konnte.
Wichtig sind kurze, klare, starke ansagen. Und du darfst dich nicht terrorisieren lassen, musst gelassenheit üben !
Je mehr die kinder merken das du verunsichert bist, desto mehr werden sie dich herausfordern. Sie wollen fühlen das du es ernst meinst, das du hinter dem stehst was du sagst !!
Er schreit ? ok, lass ihn schreien.
Meine tochter hat das mit vorliebe im einkaufszentrum gemacht.
Irgendwann hab ich dann lauter zurück geschrien, sodass alle auf uns gekuckt haben. :-) sie hat das nie mehr versucht !
Es gibt dazu viele tolle bücher die dir weiterhelfen und ansätze liefern.
Und vergiss nicht , du kannst deinen kindern nur gerecht werden wenn du das dir gegenüber auch bist !
Alles gute.............lirin
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10.10.2008, 13:02Inaktiver User
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Hab ich nicht mehr dran gedacht....
Zitat von Inaktiver User
Dann ist das Problem aus der Welt...oder will er mit der Polizei diskutieren?
Kann er versuchen nur zahlst Du das Strafmandat wohl trotzdem...
Hab im Supermarkt mal folgendes mitbekommen:
Kleiner Junge brüllt die Mutter an.
Mutter: Wenn Du so laut schreist hör ich nichts. (im Normalton)
Der Kleine war ruhig und wiederholte sein Anliegen im Normalton....
Monsoon
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10.10.2008, 13:03Inaktiver User
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Ich lebe nur für die beiden, tu alles für sie.
Das wird der Fehler sein, du bist nicht nur Mutter sondern auch FRAU.Ansonsten such dir ne Erziehungshilfe.
Übrigens hat ne 11 jährige nix auf m Beifahrer zu suchen !Es sei denn sie ist größer als 1,50m
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10.10.2008, 13:39
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Kinder dürfen sowohl vorn als auch hinten sitzen, aber immer mit einem geeigneten Kindersitz, wenn sie unter 1,50m groß sind.
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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12.10.2008, 17:28
AW: Weiß bald nicht mehr weiter!!!
Hi Sunflower,
Zitat von sunflower1704
so ein Kind habe ich auch. Zu diesem Thema gibt es ein tolles Buch, das mir sehr geholfen hat: "Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen"
Ich habe mir dieses Buch vor einigen Monaten zugelegt und viel daraus gelernt.
Es bringt übrigens nichts, darüber nachzudenken, warum er so ist. Er ist so und damit muss man zurecht kommen. Was leichter ist, als ich dachte.
Ich hatte haargenau die gleichen Situationen wie du (täglich) und z.T. auch heute noch, aber ich weiß, was ich tun kann.
Ich habe mir das raus gesucht, was bei uns hilft: Klare Regeln und Ansagen. Die Regeln habe ich mit meinem Sohn besprochen und auch erklärt.
Bei Verstoß gegen die Regeln gibt es keine Diskussionen mehr darüber, sondern eine Verwarnung. Nutzt diese nichts, folgen Konsequenzen. Dann wird für diesen Tag ein Goodie gestrichen.
Ich kenne das übliche Blablabla, dass "Strafen" nicht helfen, aber das stammt von Leuten, die das nicht beurteilen können.
Fazit nach mehreren Monaten: Mein Kind weiß, woran es ist und weiß den klaren Ablauf einer solchen schwierigen Situation. Ich fühle mich nicht mehr hilflos und die Situation eskaliert nicht mehr.
Ich bekomme das Feedback meines Kindes (10 Jahre), dass es damit zufrieden ist und ich kann wieder besser auf ihn eingehen.
Klappt nicht von heute auf morgen, aber die Erfolge sind schnell sichtbar.
Kleiner Wermutstropfen: Ich gelte im Bekanntenkreis als "autoritär", aber die können ja gerne mal eine Woche mit mir tauschen....
LG
Makrele


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