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  1. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich weiß auch nicht. Ich sehe, Ihr meint, ich erwarte zu viel von meinem Freund, aber irgendwie hab ich immer gedacht, wenn mein Partner nicht für mich da ist, wenn meine Eltern sterben, wieso hab ich ihn den dann überhaupt?
    Du bist erwachsen und kannst Deinem Partner, der hier für sein Kind, das nicht für sich allein sorgen kann, doch nicht wirklich abverlangen, dass er sich um Dich kümmert und seinen Sohn dabei hängen läßt.[/QUOTE]

    Und Hillary, Du schreibst, er ist sein Kind. Ja, aber gehen Kinder immer vor?
    Ich bin zwar nicht Hillary, sage aber ganz klar: "Ja" Kinder gehen immer vor dem Partner vor, so lange sie nicht so selbstständig sind, dass sie wie ein erwachsener Partner für sich selbst einstehen können.

    Auch dann, wenn der Partner in einer Notsituation ist?
    Eindeutig ja. Und was tun Familien ansonsten, wenn man sich um die Kinder kümmern muss, während der Partner die Eltern verliert oder selbst sehr krank wird? Sie kümmern sich weiterhin um die Belange der Kinder, sodass es ihnen an nichts fehlt und lassen diese möglichst nicht darunter leiden, dass die Erwachsenen leiden.

    Das ist in der Situation von Kindern begründet, die sich nicht selbst helfen können und hier könnte sich das Zögern Deines Freundes auch noch zum langfristigen Nachteil für das Kind auswirken, was zu vermeiden ist.

    Wo wäre der Junge benachteiligt, wenn er nicht schon jetzt, sondern im Oktober käme - darüber hinaus (aber das ist eine andere Schiene, das stimmt), ist eh fraglich, ob der längere Besuch das Kind nicht völlig aus der Bahn wirft.
    Veränderungen sind dazu da, damit umzugehen und wenn der Junge zu ihm ziehen soll, muss das angebahnt werden. Seine Großeltern werden ein Interesse haben, dass diese Veränderung nicht eintritt und nutzen hier Argumente, wie sie gern von Menschen genutzt werden, die mit Kindern leben, um den Umgang mit dem anderen Elternteil zu unterbinden.

    Nach den zwei Wochen im Frühsommer, hat er wieder ins Bett gemacht, war bockig, hat sich im Kindergarten nichts mehr sagen lassen - war laut Aussagen seiner Großeltern mehr durcheinander als nach dem Tod seiner Mutter. Wie wird es nach den 5 Wochen sein, wenn er doch auf jeden Fall wieder zurück muss, gar nicht mehr weiß, wo er hingehört? Zumal er ja nicht nächstes Jahr schon kommen wird, sondern erst 2010? Laut Gutachten ist der Junge an den Vater im Moment eher weniger gebunden als an die Großeltern, was, wenn sich das in diesen 5 Wochen ändert und das Kind dann wieder zurückmuss - aber ja, das alles hat nicht viel mit mir zu tun - war nur etwas, wo ich bei der Entscheidung und Auflage des Gerichts ungläubig den Kopf geschüttelt habe.
    Wenn der Vater und der Sohn keine Möglichkeit haben, ohne Einfluß der Großeltern die Bindung aufzubauen, wird diese nicht entstehen. Da werden Fakten geschaffen und das Kind hat dann nicht nur die Mutter verloren sondern auch noch den Vater.

    Der Preis wäre mir an Deiner Stelle zu hoch.

    Du bist erwachsen und hast andere Möglichkeiten mit der Situation klarzukommen und umzugehen, als den Mann vor diese Wahl zu stellen und in solcher Weise Druck zu machen.

    Ich würde Dir raten, Dir vor Ort bei Dir jemanden zu suchen, den Du professionell nutzen kannst und Deinen Partner seine Aufgabe erledigen lassen.

    Viele Grüße

    vita

  2. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    Zitat Zitat von Hibbelchen
    Hast du schon jemanden beim Sterben begleitet, jemanden aus der Familie verloren und ich meine nicht die 90jährige Oma, sondern jemand, dessen Zeit noch nicht ran war?

    Deine Bemerkung ist gelinde gesagt völlig taktlos. Ich hoffe, dass ich niemanden in meiner Familie mit dieser Meinung habe, wenn ich mal sterbe.
    Ich habe genau das getan. Das eine mal war es mein Partner und ich hatte mich um meinen Neffen mit zu kümmern, der 3 war und ansonsten nicht versorgt gewesen wäre und vor drei Jahren war es mein bester Freund und mein Sohn war in der zweiten Klasse.

    Ich habe in beiden Fällen viel Zeit mit den Sterbenden verbracht und die Kinder jeweils nicht aus dem Blick verloren, da diese in der Situation auf mich angewiesen sind.

    Man muss sich in erster Linie um die Kinder kümmern und darf diese nicht hängen lassen. Den Rest bekommt man als erwachsener Mensch dann auch hin, ist meine Erfahrung.

  3. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    Gelöscht
    Geändert von Inaktiver User (01.09.2008 um 16:28 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    Gelöscht
    Geändert von Inaktiver User (01.09.2008 um 16:28 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein Vater ist gestern gestorben...

  6. User Info Menu

    AW: Im Stich gelassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mein Vater ist gestern gestorben.

    Die Beerdigung wird zwei Tage danach sein, nachdem mein Freund seinen Sohn hätte holen sollen. Er hat von sich aus gesagt - ohne dass ich Druck gemacht hätte - dass er das Kind erst eine Woche später holt, um mit mir zur Beerdigung gehen zu können.

    Er hat gestern mit den Großeltern geredet. Das Kind war froh, da es jetzt noch sein Kindergartenfest in seiner vertrauten Umgebung besuchen kann.

    Ich bin bisher keine Mutter. Dass derjenige vorgeht, der sich nicht selbst helfen kann, ist jedoch auch mir klar. Das dies jedoch so bedingungslos und ohne den Versuch, Lösungen zu finden, die auch dem Partner gerecht werden, von statten gehen sollen, erschreckt mich.

    Bisher hatte ich bei meinem Freund nie das Gefühl, dass er das so sieht wie ihr. Ich glaube, wenn ich das Gefühl hätte, wäre unsere Beziehung und auch mein Verhältnis zu seinem Sohn auch nicht so gut wie sie sind.


    Wie kommen eure Partner, die ja vielleicht auch nicht die Väter Eurer Kinder sind (Forum), damit klar, dass ihnen so klipp und klar gesagt wird: wenn es Dir beschissen geht, kann ich Dir nur dann helfen, wenn bei meinen Kindern gerade alles absolut in Ordnung ist. Ist ihr Verhältnis zu euren Kindern nicht dadurch automatisch schlechter?

    Auf jeden Fall danke für Eure Gedankenanstöße. Sie haben mich davon abgehalten, meinem Freund Druck zu machen. Ich hätte wohl einfach auf ihn vertrauen müssen.
    Lass dich mal drücken . Es tut mir sehr leid mit deinem Vater.

    Ich sehe die Geschichte wie du. Bitte geh aber mit deinem Freund nicht so hart ins Gericht, wahrscheinlich hat er den Ernst der Lage für dich einfach nicht begriffen. Das kommt auch in meiner Beziehung manchmal vor - von beiden Seiten. Ihr wart wohl einfach beide überfordert. Dass er zur Beerdingung kommt und den Besuch seines Kindes verschiebt, spricht doch nur dafür, dass er so ist, wie du ihn sonst kennst. Mach ihm keine Vorwürfe, sondern zeig ihm jetzt, wie froh du über seine Anwesenheit bist.

    Alles Gute!

  7. Inaktiver User

    AW: Im Stich gelassen?

    @warum,

    es tut weh einen geliebten Menschen zu verlieren und gerade den Vater. Lass dich mal in den Arm nehmen und ein wenig halten.

    Aber mich freut das Verhalten deines Freundes, habe ich dir nicht gesagt, er wird eine Lösung finden? Er hätte auch im anderen Fall eine gefunden, um seinem Kind und dir gerecht zu werden.
    Alles Gute.

  8. User Info Menu

    AW: Im Stich gelassen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie kommen eure Partner, die ja vielleicht auch nicht die Väter Eurer Kinder sind (Forum), damit klar, dass ihnen so klipp und klar gesagt wird: wenn es Dir beschissen geht, kann ich Dir nur dann helfen, wenn bei meinen Kindern gerade alles absolut in Ordnung ist. Ist ihr Verhältnis zu euren Kindern nicht dadurch automatisch schlechter?
    Dass mit deinem Vater tut mir leid für dich!
    Zu deiner Frage: Mein Freund kommt gut damit klar und es ist für ihn selbstverständlich! Und es muss auch nicht alles absolut in Ordnung sein. Aber in Notsituationen (und das ist es für den 5jährigen) steht mein Freund immer zu mir und meiner Entscheidung für das Kind. Ansonsten wäre er auch nicht mein Freund! Das Verhältnis zwischen Töchterchen und ihm ist übrigens von seiner Seite o.k. interessiert und beteiligt.
    Alles GUte für dich
    Sieh es als Herausforderung und wachse daran!
    Birgit-Sabine
    _______________________

    Achte auf deine Gedanken, denn sie sind der Anfang deiner Taten

    Wer zu allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!

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