Hallo Katja,
Wie genau hast du versagt?Zitat von Katja1970
Wir Mütter neigen dazu, es uns selbst anzulasten, wenn die Kinder nicht so geraten, wie wir es uns vorgestellt haben. Ist es unsere Aufgabe und liegt es überhaupt in unserer Macht, einen Menschen nach unserem Bild zu formen? Worin hast du versagt? Die Strippen zu finden und zu ziehen, die ihn "korrigiert" hätten? Da hast du dann aber nicht allein versagt, sondern mit dir ein ganzes Heer von Professionellen, die das sogar mal studiert haben.
Dein jüngerer Sohn scheint anders zu sein. Ist das dein Verdienst? Oder seine Persönlichkeit? Oder Glückssache?
Ich habe lange mit Jugendlichen und Erwachsenen gearbeitet, die ähnlich drauf waren/sind wie dein Junge. Ich habe gesehen, dass es sich bei den meisten "auswächst", dass sie irgendwann aufwachen und erkennen, dass sie Fehler gemacht haben. Sicher haben die es dann schwerer, sich sozial zu integrieren, aber letztendlich macht auch ihre Vorgeschichte sie erst zu dem Menschen, der sie dann sind. Wir können nicht wissen, ob es wirklich besser gewesen wäre, wenn sie "brav" gewesen wären.
Ich habe viele der "Bekehrten" gefragt, wie man ihnen in der Kindheit und Jugend hätte helfen können, und sie haben allesamt gesagt, dass nichts etwas gebracht hätte. Dass sie sich für schlau gehalten haben und sich nichts sagen lassen wollten.
Du selbst hast doch in deiner jetzigen Situation genau zwei Möglichkeiten: entweder du leidest oder du entspannst dich. Beides ändert nichts an der Situation, aber letzteres fühlt sich angenehmer an.
Wenn du meinst, du hast versagt, wieso dann nicht gleich ganz kapitulieren, akzeptieren, dass du nicht erreicht hast, was du dir vorgestellt hast? Wenn ein Kampf sinnlos ist, kann man auch die Waffen strecken...
LG, donnaclara
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17.05.2008, 09:32Inaktiver User
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
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17.05.2008, 12:04Inaktiver User
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Liebe Katja,
Zitat von Katja1970
ich kann es gerade bei diesem Punkt auch nur wiederholen. Seht es alle als Chance. Es bewegt vielleicht einiges für Euch und kann eine Entlastung bringen, die Du vermutlich dringend nötig hast.
Im Übrigen sehe ich kein Versagen, sondern eine von Dir geschilderte Situation, in der Du und alle Beteiligten bereits weit überrissen haben und Grenzen der Belastbarkeit nicht achteten.
Alles Gute
vita
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17.05.2008, 14:10Inaktiver User
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Liebe Katja,
Zitat von Katja1970
er bleibt auch Dein Sohn, wenn er zu seinem Vater zieht. Vielleich tut der Abstand sogar gut und Ihr könnt über die Distanz zu einem neuen Verhältnis finden. Kontakt halten ist ja weiter angesagt.
Mein Sohn könnte jederzeit zu seinem Vater ziehen, wenn er es wünschen würde. Jungs brauchen ihr männliches Vorbild, welches man nun mal nicht ist als Mutter.
Mir wäre dann eher wichtig, dem Jungen den Übergang zu seinem Vater emotional zu erleichtern und ihm zu zeigen, dass er trotzdem mein Kind ist und nicht einfach abgeschoben und ggf. mit ihm besprechen, ob er angerufen werden möchte oder auch anbieten zuerst Briefe zu schreiben, welcher öffnen kann, wie er möchte, so dass die Eingewöhnungszeit beim Vater "ohne" Störungen durch mich von Statten geht etc..
Die Familie zerbricht meines Erachtens deswegen nicht. Es kann ja auch mal positiv laufen und das wiederum würde ich nicht persönlich nehmen und da in keine Machtspielchen mit dem Vater einsteigen etc..
Alles Gute!
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17.05.2008, 15:15
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Katja,
Der Vater bzw. die Großeltern wissen aber schon Bescheid ... die sind schon im Bilde, daß dein Sohn ein Drogenproblem hat bzw. kennen seine Arztgeschichte, Depressionen, sind über Therapieverläufe und Klinikaufenthalte wenigstens so weit informiert, daß ihnen schon klar ist, wie ernst die Situation bei Euch war.
Ich meine, nicht daß die nur einen etwas aus der bahngeworfenen Teenie erwarten, der eben schwierig ist und Mama Probleme macht.
Schick dem Papa in jedem Fall die Patientenakte Deines Sohnes ... zumindest den ganzen aussagefähigen Schriftkram, den Du von Arzt und Schule usw. hast ...
die Gutachten, Therapieberichte ...
Dann kann er sich angemessen damit auseinandersetzen und wird das Ganze weniger locker angehen ... hoffentlich.
Gruß, B.
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18.05.2008, 07:03Inaktiver User
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Liebe Katja,
also wenn Du das so siehst, dann haben ausser Dir auch noch einige andere versagt. Die ganzen Therapeuten und letztenendes auch sein Vater.
Ich finde es kein Nachteil, wenn sein Vater sich jetzt auch mal anfängt um ihn zu kümmern, ist nach 15 Jahren ja sicher nicht zu früh.
Ich kann mich nur wiederholen bzw mich anschliessen. Sieh es als Chance, sorge für Dich und Deinen zweiten Sohn, ihr habt alle genug hinter euch.
Lass es auf Euch zukommen. Man kann im Leben nicht immer bereitstehen und auffangen. Vielleicht fällt Deinem Sohn der Groschen so, wenn er sieht, dass eben nicht immer die Mama kommt und auffängt und glattbügelt, Therapeuten zu Hilfe holt und was weiss ich noch alles.
Sollte es beim Vater zu einem noch grösseren Fiasko kommen.. na dann...kannst Du Dir auch weniger Vorwürfe machen, Du hast ihn gehen lassen, dann müsst ihr eben weitersehen, aber DU hattest Zeit für Dich Kraft zu sammeln.
Alles Gute
Eosa
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19.05.2008, 07:59
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Hallo donnaclara,
ja stimmt, wir glauben immer, versagt zu haben und etwas besser machen zu können. Ich wollte so viel für ihn, jetzt schafft er nicht mal einen normalen Schulabschluss und das bei seinem IQ, das finde ich einfach nur traurig und gestaltet sein Leben so schwer. Aber du hast recht, ích habe alles versucht und es nicht geschafft.
Ja mein 2. Sohn ist das krasse Gegenteil, woran das liegt, ich weiß es nicht, aber ich bin sehr erleichtert.....
Dir einen lieben Gruß. LG Katja.
Frau kann alles alleine schaffen, aber zu ZWEIT wäre es schöner!!!
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Lieber Gott, lasse die Pubertät meines Sohnes schnell vorbei gehen, grrr!
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19.05.2008, 08:00
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Hallo Vita,
ja die Belastungsgrenze ist lange schon erreicht.
Doch das Vermissen wird schlimm, wir haben halt trotzdem eine ziemlich enge Bindung und das Loslassen wird hart.
Vielen Dank für deinen Beistand.
LG Katja.
Frau kann alles alleine schaffen, aber zu ZWEIT wäre es schöner!!!
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19.05.2008, 08:02
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Hallo Chance 2,
na klar, wir werden telefonieren, chatten und auch schreiben, wenn er das möchte....aber er wird nicht mehr täglich nach Hause kommen, nebenan sein. Weißt du ich werde ihn einfach sehr vermissen, er ist mein Sohn und die Bindung trotz des ganzen Ärgers immer noch sehr tief.
LG Katja.
Frau kann alles alleine schaffen, aber zu ZWEIT wäre es schöner!!!
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19.05.2008, 08:04
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Hallo Blondine,
ja Vater und Großeltern wissen alles und es wird auch noch ein Gespräch mit der Familienhelferin statt finden, das Problem ist, dass die Großeltern und auch der Vater von Therapien nichts halten und der Meinung sind, das schafft er auch ohne. Wir werden es erleben, Therapien hatte er ohne Ende - geholfen hat dies leider nichts.
LG Katja.
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19.05.2008, 08:07
AW: Wenn der Sohn zum Vater zieht.....15 Jahre
Hallo Eosa,
ja wir werden die Ruhe genießen und den Großen vermissen. Gerade jetzt wo klar ist, das der Große auszieht, fangen die beiden Buben an - erstmalig eine Bindung zueinander aufzubauen. Muß das jetzt noch sein? Jetzt wo er in fünf Wochen auszieht?
Ich sehe schon, das nicht nur ich den Tränen nahe bin, sondern auch mein kleiner Sohn, der immer Angst vor dem Großen hatte, in Tränen ausbricht, aber okay, das darf bei einer Trennung ja auch sein.
Danke für deinen Rat. LG Katja.
Frau kann alles alleine schaffen, aber zu ZWEIT wäre es schöner!!!
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