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Thema: Pubertät


  1. Registriert seit
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    Pubertät

    Hallo !
    Wer hat Erfahrung mit Pubertisten ? Das Zusammenleben mit meinem Sohn(15J.) wird täglich nerviger.Ist nur noch patzig zu mir.Sein Halbjahreszeugnis war erschreckend.Versetzung gefährdet(Gy9).Sein Kommentar: Chill Dich Muddern. Kriege Hörner.Lebe allein mit ihm.Arbeite viel,aber er ist gut versorgt dank meiner Eltern.Bin ab 17 Uhr zur Stelle, nur ist er dann weg.
    Er trinkt nicht zum Glück, geht noch nicht lange weg. Weiss nur nicht, wie ich mit der Resignation gegenüber der Schule umgehen soll. Er bekommt jetzt Nachhilfe in Mathe.Aber Schule allein ist nicht das Problem, sondern auch die Respektlosigkeit gegenüber mir. Lebe seit 5 Jahren allein mit ihm, wobei sein Vater immer zur Stelle ist,wenn ich ihn bitte. Superverhältnis. Was fehlt diesen Pubertisten bzw. was soll man tun oder lassen ?Habe ihn das letzte Halbjahr in Ruhe gelassen-was das bewirkt, zeigte das Zeugnis. Druck erzielt aber nur Abwehr.
    Er hat nette Freunde und seine Umgangsformen sind vorbildlich.Nur zu mir ist er ätzend.Dabei lebe ich ihm meineserachtens nichts negatives vor. Arbeite fleißig, bin nie krank. Er fehlt dauernd.Langsam kann ich nicht mehr. Bin manchmal so wütend und traurig.
    Wem ergeht es ähnlich ?
    Wie soll man sich verhalten ?
    Bin dankbar für alle Tipps.
    LG
    Mola

  2. Avatar von besserso
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    AW: Pubertät

    Zitat Zitat von mola
    Hallo !
    Wer hat Erfahrung mit Pubertisten ? Das Zusammenleben mit meinem Sohn(15J.) wird täglich nerviger.Ist nur noch patzig zu mir.Sein Halbjahreszeugnis war erschreckend.Versetzung gefährdet(Gy9).Sein Kommentar: Chill Dich Muddern. Kriege Hörner.Lebe allein mit ihm.Arbeite viel,aber er ist gut versorgt dank meiner Eltern.Bin ab 17 Uhr zur Stelle, nur ist er dann weg.
    Er trinkt nicht zum Glück, geht noch nicht lange weg. Weiss nur nicht, wie ich mit der Resignation gegenüber der Schule umgehen soll. Er bekommt jetzt Nachhilfe in Mathe.Aber Schule allein ist nicht das Problem, sondern auch die Respektlosigkeit gegenüber mir. Lebe seit 5 Jahren allein mit ihm, wobei sein Vater immer zur Stelle ist,wenn ich ihn bitte. Superverhältnis. Was fehlt diesen Pubertisten bzw. was soll man tun oder lassen ?Habe ihn das letzte Halbjahr in Ruhe gelassen-was das bewirkt, zeigte das Zeugnis. Druck erzielt aber nur Abwehr.

    Du kannst gar nichts tun. Was da momentan aus ihm spricht, ist eine Mischung aus Hormonüberschuss, dem fehlenden Wissen, wie damit umgehen, dem Abgucken von Verhalten bei Freunden und im Fernsehen ("Du wirst dir doch nicht von deiner Mutter sagen lassen, was du zu tun hast!") und dem selber nicht Wissen, wer oder was er nun eigentlich ist. Ich habe genau das auch durch. Ich habe ihn im Grunde machen lassen. Die 10. Klasse hat mein Sohn doch noch mit 3 gemacht, ich war erstaunt. Das Schlimme ist, du kannst dein Kind nicht zwingen. Ich weiß von meinem Sohn, dass die im Innersten wissen, dass du recht hast, aber irgendwie blockiert die jemand oder etwas, auch drauf einzusteigen. Und solange es nur bei "Bleib cool, Mudder" bleibt, ist es noch gut. Das kenne ich auch. Leider werden auch manche Pubis ihren Müttern gegenüber körperlich ausfällig. Leider, und das ist von uns Eltern noch nicht mal beeinflussbar.

    Er hat nette Freunde und seine Umgangsformen sind vorbildlich.Nur zu mir ist er ätzend.
    Dann hast du schon den Vorteil, dass er nach außen wenigstens anständig ist. Er macht das wahrscheinlich bei dir, weil er dort immer noch den Halt findet, aber dieser blöde Stress mit sich und der Umwelt irgendwohin muss. Auch wenn das gerade für die Mutter nicht einfach ist.

    Dabei lebe ich ihm meineserachtens nichts negatives vor. Arbeite fleißig, bin nie krank. Er fehlt dauernd.Langsam kann ich nicht mehr. Bin manchmal so wütend und traurig.

    Nur weil DU anständig und arbeitssam bist, muss dein Sohn nicht genauso sein. Ich habe auch oft überlegt, ob ich dem Bengel wirklich DAS beigebracht habe. Sicherlich nicht! Mein Sohn ist jetzt 18 und er weiß seltsamerweise ALLES, was ich ihm mal gesagt habe und was sich gehört und kann dies sehr gut anwenden. Er ist und bleibt ein kleiner Rebell auch in der Lehre, ich muss IMMER NOCH alles erklären, was ich will. Er braucht Logik, die er aber JETZT ERST auch selber anwenden kann. Weiß der Geier, warum die Pubis so ticken...Wem ergeht es ähnlich ? Allen Eltern pubertierender Kinder .
    Wie soll man sich verhalten ? Lass sie machen. Sie hören eh nicht hin. Sei aber da, wenn du merkst, es ist wirklich wichtig. Sie wollen immer noch wissen, dass du hinter ihnen stehst. Sie merken sich das, was du sagst, aber es ist erst später umsetzbar. Wenn er dich nicht respektiert, vertrete ich die Meinung, lass ihn hängen, z.b. bei einer Bitte deinerseits um irgendwas kommt ein dummer Spruch, umdrehen, raus. Wenn er dringend den Pulli braucht, hast du es halt nicht gehört. Oder wenn er es gar nicht gesagt hat, hast du es eben nicht bemerkt. Ich persönlich bin ein Freund dieser Methode, damit sie merken, wie es sich anfühlt. Ich habe auch schon irgendwo hier genauso argumentiert. Ich weiß, dass sehr viele Mütter das nicht so sehen, was sie allerdings auch nicht müssen. Bei meinem Sprössling hat es gewirkt und wir haben jetzt das beste Verhältnis.
    Bin dankbar für alle Tipps.
    LG
    Mola
    War denn der Junge immer ein bisschen rebellisch? Dann wirst du es nicht ganz rauskriegen. Der Kontrast von lieb zu superrebellisch ist natürlich sehr hart. Ich war diesen Stress ab dem 8. Lebensjahr gewohnt, knapp 9., da kam mein Sohn in die Pubertät. Eine mittlere Katastrophe... Aber mit 17 war er mit durch und ich war in der Zeit auch schon gelassener geworden, weil ich dann wusste, wo ich nachlassen muss und wo ich mich stark machen muss. Seit wann ist denn dein Kind so?

    Fühl dich . Ich kenn das Gefühl, aber trotzdem kannst du ihn nur laufen lehren, laufen an sich muss er alleine... und er muss lernen, dass seine Handlungen, die ER SELBER initiiert, auch SEINE Verantwortlichkeit dafür nach sich ziehen. Ist oft für uns Mütter schwerer zu begreifen und umzusetzen als für die Kids.

    Falls ich das richtig interpretiert habe, schwänzt er die Schule. Stimmt das? Da allerdings habe ich gar keine Erfahrungen mit. Mein Junge war zwar stinkend faul und hat sich um Hausaufgaben keine oder wenig Gedanken gemacht, aber er ist immer hingegangen. Vielleicht kennt das jemand hier und kann dir was raten.
    Manchmal denkt man, es ist stark festzuhalten. Doch es ist das Loslassen, das die wahre Stärke zeigt.
    (unbekannt...)

    Darum:

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt, wenn dieser nötig sein sollte. Eine Schlucht kannst du auch nicht mit zwei kleinen Schritten überwinden.
    (David L. George)
    Geändert von besserso (18.02.2008 um 05:51 Uhr)

  3. Avatar von besserso
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    AW: Pubertät

    Ach ja, wenn er nicht trinkt und nicht lange wegbleibt, hast du einen großen Vorteil. Ich hatte in dem Alter bereits das Vergnügen, dass mein Junge viel wegging und ich dann dafür zuständig war, dass er auch innerhalb der gesetzten Fristen heim kam. Es hat seltsamerweise geklappt, er kam nur ein- oder zweimal zu spät, also kam doch irgendwas von mir Gesagte dort an. Das Trinken hielt sich in Grenzen. Er hatte mit 16 oder so einen deraratigen Rausch, dass ich nicht mehr weiß, wie der heimgekommen ist. Ein Bild für die Götter, dieses grüne Gesicht vor der Schüssel... Aber so oft kam es nicht vor. Meist hat er sich zusammengenommen.

    Es ging mir also im wesentlichen recht gut mit ihm.
    Manchmal denkt man, es ist stark festzuhalten. Doch es ist das Loslassen, das die wahre Stärke zeigt.
    (unbekannt...)

    Darum:

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt, wenn dieser nötig sein sollte. Eine Schlucht kannst du auch nicht mit zwei kleinen Schritten überwinden.
    (David L. George)

  4. gesperrt Avatar von Grace_Kelly
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    AW: Pubertät

    Was sagt der Vater dazu?
    Kann er da nicht mal mit an einem Strang ziehen?

    Es scheint, dass er gerade jetzt ein männliches Vorbild braucht, welches ihm zeigt, dass Männer respektvoll und vernünftig mit Frauen umgehen und dass dies die normale "Männlichkeit" ist.

    Er will sich jetzt als Pubi zum echten Mann entwickeln und kann ohne ein Vorbild da irgendwie nicht so richtig einordnen, was denn eigentlich Männlichkeit so heißen soll. Und verwechselt es mit Beißen/Treten/um sich schlagen gegenüber Frauen.


  5. Registriert seit
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    AW: Pubertät

    Vielen Dank, dass Ihr euch die Mühe macht, so viel zu antworten.
    Es ist gut zu wissen, dass es anderen ähnlich ergeht.Den Tipp mit dem Nichtbeachten werde ich mal ausprobieren.Leider bin ich oft nicht konsequent genug.Muss daran arbeiten.
    Sein Vater ist mir keine große Hilfe, da er mit seiner Familie in einer anderen Stadt lebt.Mein Sohn fährt auch nicht mehr all zu oft hin.Natürlich toleriert er das respektlose Verhalten auch nicht und sagt es ihm auch.Aber auch da blockt unser Sohn ab.
    Die Schulschwänzerei war eine Zeit ganz schlimm.War deshalb auch zum schulpsychologischen Dienst. Er ist aber nur einmal mitgekommen-äußerst widerwillig.Mir blieb nur, ihm mit weiteren Terminen zu drohen, um das Schwänzen einzudämmen.Hat zum Glück geklappt, wobei er nach wie vor alle 2 Wochen einen Tag Auszeit nimmt.Er ist nie wirklich krank.Ohne Entschuldigung mag ich ihn dann auch nicht in die Schule schicken, obwohl ich es schon oft angedroht habe. Wieder diese Inkonsequenz...
    Ich bin oft so wütend und traurig, aber Dank der Unterstützung meiner Eltern nicht ganz mutlos.
    Und jetzt habe ich ja noch dieses Forum und nette Leute, die mir antworten.
    Vielen Dank.Das war sicher nicht der letzte Hilferuf.
    LG
    Mola


  6. Registriert seit
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    AW: Pubertät

    Oh ja das kenne ich, allerdings war ich selber ein Chaoskind. Heute sehe ich vieles anders, aber ich fand meine Mutter damals auch sooooo nervig, wenn sie mir ständig Vorschriften gemacht hat.

    Wenn ich heute über die "Schwere Zeit" rede, muss ich feststellen, dass es die Zeit ist, wo Eltern aufhören sollten ihr Kind zu bevormunden sondern seinem Kind helfen selbst die richtigen Entscheidungen zu finden (mit Rat und Tat zur Seite stehen). Jetzt fängt die Zeit des Loslassens an und wenn du klammerst reißt er sich los, also bemüht euch, das so unangenehm wie möglich durch zubringen. Und es dauert bis den Teenies die Konsequenzen bewusst werden aber versuch ihn selbst Denkanstöße zu geben, dräng ihm nichts auf sondern versuche ihn selbst auf den Gedanken zu bringen. Es ist wichtig dass er in bestimmten Situationen von selbst zu der Erkenntnis kommt. Wenn Mama was sagt bzw. dagegen ist dann wird es grundsätzlich doch gemacht - weil man jetzt sein eigenes Leben anfängt und es auch durchsetzen möchte (Liegt in der Natur des Menschen).

    Ich bin kein Experte aber meine Mutter hatte damals genau das falsche gemacht und mich immer mehr in die Enge getrieben und mein "Freiheitsdrang" wurde dem entsprechend immer stärker (wenn ich Hausarrest hatte, habe ich eben die Schule geschwänzt um Zeit mit Freunden zu verbringen und Unsinn zu treiben). Die ständigen Vorwürfe machen die Kluft zwischen Mutter und Kind nur noch größer. Als Gegenbeispiel gab es z.B. meinen Cousin (gleiches Alter), seine Eltern sind es freundschaftlich angegangen und haben ihn durch diese Zeit begleitet. Sie haben seine Entscheidungen akzeptiert, offen mit ihm darüber gesprochen und sich seine Meinung angehört aber auch deren Bedenken geäußert. Er hat seinen Eltern nie was verheimlicht und hat sich ernst genommen gefühlt. Und wenn er mal auf einer Party war und über den Durst getrunken hat, hatte er kein Problem seine Eltern anzurufen, die ihn dann abgeholt haben (über solche Erlebnisse lachen sie heute noch). Ich dagegen bin weggelaufen und nicht nach hause gekommen nur damit meine Mutter nichts mitkriegt und wieder rumnörgelt.

    Und ich muss einräumen meine Mutter ist großartig, aber sie hatte sich damals für die falsche Art und Weise entschieden damit umzugehen und das habe ich ihr als "Erwachsene" dann auch mal so gesagt.

    Ich hoffe dir hilft das etwas, die Situation aus der Sicht eines Jugendlichen zu sehen. Und in zwei Jahren legt sich das alles auch wieder (aber könnte eine lange Zeit werden) Kopf hoch und machs ihm nicht so schwer. Verlass dich auf deine Erziehung und darauf dass er die richtigen Entscheidungen treffen wird und wenn er mal Hilfe braucht oder einen Rat, dann sei ihm eine Anlaufstelle dafür.


  7. Registriert seit
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    97

    AW: Pubertät

    Zitat Zitat von mola
    Die Schulschwänzerei war eine Zeit ganz schlimm.War deshalb auch zum schulpsychologischen Dienst. Er ist aber nur einmal mitgekommen-äußerst widerwillig.Mir blieb nur, ihm mit weiteren Terminen zu drohen, um das Schwänzen einzudämmen.Hat zum Glück geklappt, wobei er nach wie vor alle 2 Wochen einen Tag Auszeit nimmt.Er ist nie wirklich krank.Ohne Entschuldigung mag ich ihn dann auch nicht in die Schule schicken, obwohl ich es schon oft angedroht habe. Wieder diese Inkonsequenz...
    Liebe Mola, heißt das, dass du deinem Sohn eine Entschuldigung schreibst, wenn er die Schule schwänzt? Er ist doch alt genug, um die Konsequenzen selbst zu tragen. Damit verdienst du dir keinen Respekt bei ihm, wenn du seine Schwänzerei mitträgst. Er kommt ja damit durch!
    Den Tipp weiter oben, entsprechende Dienstleistungen zu verweigern bzw. sie einzustellen, habe ich selbst schon erfolgreich praktiziert, wenn einer meiner Söhne meinte, sich im Ton vergreifen zu müssen. Hat recht gut geklappt, aber sie waren eigentlich fast immer sehr umgänglich (was für ein Glück!!!) ... Und die Maulerei muss man einfach aushalten.

    Viele Grüße
    Tine

  8. Avatar von Meatloaf
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    AW: Pubertät

    @Mola
    Ich sehe das sehr ähnlich wie Tine.
    Durch das Schreiben der Entschuldigungen machst Du Dich quasi zu einer Komplizin, die sein Handeln deckt.
    'Pubertät' heißt aber Erwachsen werden...und Erwachsensein bedeutet, für die Folgen seiner Handlungen einzustehen und die Konsequenzen daraus zu tragen.
    Diese Möglichkeit nimmst Du ihm.
    Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, daß sich etwas ändert! (Albert Einstein)


  9. Registriert seit
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    AW: Pubertät

    Hallo Mola,
    gerade eben wollte ich einen ähnlichen Hilferuf starten. Dann habe ich Deinen Text gelesen und muß sagen, dass es gut ist, zu hören, dass man nicht die Einzige ist, der es so geht. Ich war wirklich überrascht.

    Mein Sohn wird im Mai 15. Er ist oft rotzfrech und total respektlos mir gegenüber. Heute z.B. wollte er, dass ich ihn Englisch-Vokabeln abfrage. Dann war plötzlich mein Englisch "altmodisch", meine Aussprache "komisch" und mein Englisch sowieso nicht gut genug! Als ich ihm etwas erklären wollte, sagte er mir: ach, geh Dich vergraben (einer seiner Lieblingssprüche zurzeit) und dann wurde er unausstehlich. Ich habe dann ein Bad genommen. Danach kam er ganz kleinlaut und umarmte mich. Da fragt man sich, ist denn das normal? Diese Launen? Er kann so oft ein richtiger kleiner Kotzbrocken sein und im nächsten Moment ist er mein lieber, kleiner braver Junge! Ich bin wirklich froh, wenn das endlich vorbei ist.

    Sein Vater nimmt das gelassen. Klar, er erlebt ihn ja so gar nicht. Er ist nur der Wochenend-Einkaufs-Papi.
    Und nie will er darüber reden (dabei würde das schon ab und zu helfen), denn er will nur Positives über sein Kind hören. Das Negative ist dann mein Ding, ganz gleich, ob es sich um Mathe-Nachhilfe oder seine Pubertäts-Macken handelt.

    Zum Glück steht mir meine Mutter telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. Sie hat meine 3 Brüder großgezogen und weiß, wovon sie spricht. Mein ältester Bruder ist beruflich sehr eingespannt, bezahlt aber die Nachhilfe. Meine Mutter das Taschengeld. Familientreffen gibt es auch, aber ansonsten bin ich meinem kleinen pubertierenden Teufelsbraten schon ausgeliefert!

    Ich habe mir neulich das Buch: "Einsame Cowboys - Jungen in der Pubertät" gekauft. Es hat mir gut getan. Vielleicht mal als kleiner Tipp für die anderen: Es gibt manchmal Wochenendkurse vom Jugendamt. Das war auch sehr lehrreich, weil dort Eltern waren mit ähnlichen Problemen. Nie hätte ich z.B. gedacht, wie zickig Mädchen sein können! Ich dachte immer, die sind lieb und nett und nur die Jungs machen Ärger:-) Aber als ich die anderen Mütter so hörte....Oje!

    Deswegen finde ich den Austausch hier auch so interessant, weil man leider immer denkt, nur man selbst macht alles falsch und nur das eigene Kind ist bockig. Wäre mein "Großer" Kleiner nicht ansonsten ein ganz lieber Kerl mit durchschnittlichen Noten, hätte ich nicht die Hoffnung, dass das auch mal vorübergeht.

    Eure Melli aus Stuttgart

  10. Avatar von Satyr
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    12.977

    AW: Pubertät

    Zitat Zitat von Grace_Kelly
    Er will sich jetzt als Pubi zum echten Mann entwickeln und kann ohne ein Vorbild da irgendwie nicht so richtig einordnen, was denn eigentlich Männlichkeit so heißen soll.
    Bis hierhin stimme ich zu.

    Aber das hier:

    Und verwechselt es mit Beißen/Treten/um sich schlagen gegenüber Frauen.
    Sehe ich anders. Ich kenn die Phase aus eigener Erfahrung, ist bei mir noch nicht lang her. Und mit "gegenüber Frauen" hat das nix zu tun. Eher mit "gegenüber Authorität". Und da ist die Mutter in dem Fall eben die einzige Person - und die Lehrer. Das er auch letztere nicht sonderlich ernst zu nehmen scheint, zeigt das Zeugnis.

    Man wird halt langsam erwachsen bzw. denkt das. Man entwickelt innerlich den Drang nach selbstständigkeit, befindet sich aber in so festen Bahnen (Mutter, Schulpflicht) das man nicht weiß wie diese äußerlich ausgedrückt werden sollen.

    Wie soll man den Drang nach Selbstständigkeit ausleben, wenn man nur mit Leuten konfrontiert ist, die einem sagen was man tun und lassen soll? Geht nicht, also rebelliert man gegen diese Leute.

    Ich war in dem Alter ganz genauso. Meine Eltern haben das recht lang ausgehalten, es gab ständig streitereien. Das was ich von meiner Mutter meist hörte war "Ich versteh das einfach nicht, ich kann das nicht nachvollziehen".
    Das stimmte. Sie hat vieles wirklich nicht verstanden. Was an sich auch kein Problem ist, ich bin eine andere Generation, machte eigene Erfahrungen. Das Problem war nur, das sie Dinge die sie nicht verstand als "falsch" ansah und als Dinge die ich ändern muss, damit sie mich wieder verstehen kann.

    Ist jetzt nur so ein Beispiel, was für Diskussionen sich bei uns dann hochgeschaukelt haben. Am Ende gab es immer Streits und ich bin da auch öfter recht ausfällig geworden. Aus Rebellion, aus Wut das sie nichtmal versuchte mich zu verstehen usw. usw...
    Mein Vater war da ein wenig anders, der hat hinterfragt, sich mit meinen Ansichten auseinandergesetzt. Sie kritisiert wenn er andere hatte aber sie nicht als "unnormal" eingestuft.
    Als Lehrer hat er da sicher mehr Erfahrung mit Jugendlichen *g*

    Jeeedenfalls.. mit 18 bin ich dann ausgezogen. Aus eigenem Willen weil ich merkte das es irgendwann verdammt heftig knallt, wenn wir nicht Abstand bekommen.
    Und das hat geholfen. Wenige Monate später haben wir eigentlich kaum noch gestritten, jeder hatte seine Rückzugsorte, meine Eltern haben nicht mehr versucht ihr Leben (samt Rythmus und Terminplan) auf mich zu übertragen sondern akzeptiert, das der Raum der eigenen Entscheidungen bei mir größer geworden ist.

    Gut, wie gesagt.. war bei mir alles ein wenig später.
    Aber was ich damit sagen will ist: Das ist was völlig normales. Auch wenns weh tut, wenn das eigene Kind so respektlos ist.. es geht im Grunde nicht gegen den "Mensch", sondern gegen den Status "Authoritätsperson". Vielleicht hilft es ein wenig, das aus dieser Perspektive zu sehen.

    Wie man ihm jetzt genau einbleuen kann wie wichtig Schule ist weiß ich nicht..
    Vielleicht mal mit ihm - in Ruhe, ohne irgendeine geringste Form von Vorwürfen oder "besserwisserei" (sorry für die Formulierung) als Unterton - hinsetzen und überlegen, welche Berufe ihn interessieren, was er mal werden will. Und dann mit ihm zusammen(!) Ausarbeiten, was es für Informaltionen über den Beruf gibt. Was man da macht, wie die Ausbildung funktioniert, wieviel Gehalt und so.. nur als Informationssammlung.. und dabei unter anderem dann auch gucken, welcher Schulabschluss gebraucht wird. Nicht als "auf diese Info läuft es hinaus" sondern als eine der Infos, die man über den Beruf raussucht.
    Vielleicht hilft ihm das, ein wenig drüber nachzudenken.

    Gruß,
    Andreas

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