Antworten
Seite 4 von 6 ErsteErste ... 23456 LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 57
  1. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Mein Ex hat damals den Anwalt bemüht, weil er so wenig wie möglich zahlen wollte.

    Gelernt habe ich daraus:
    Die Eigentumswohnung gehört auf dem Papier der Next, damit musste Ex nicht die "Mietersparnis" angeben. Weil er ja Next rechnerisch Miete zahlt. Mittlerweile vermieten sie die Wohnung und wohnen in seiner Dienstwohnung. Alles egal.
    Er hat vier Kinder, zwei mit mir. Dennoch wurde der Familienwagenkredit, der ein 5-Sitzer war, voll einbezogen. Dass da gar nicht die ganze Familie reinpasst, war unerheblich. Dass der nicht zu Ehezeiten aufgenommen wurde, war unerheblich. Begründung: wurde nur wegen der Kinder angeschafft.
    Dass er nun eine Dozentenstelle an der Uni hatte, galt als "überobligatorisch" und das Einkommen wurde nicht zum Unterhalt herangezogen. Auch die Einkünfte aus den Büchern nicht, obwohl er die zum Teil schon zur Ehezeit veröffentlicht hatte. Alles überobligatorisch.
    Und dann wurde seine selbst berufstätige Frau noch als Unterhaltsempfängerin eingerechnet, weil ein Kind unter drei Jahren.
    Die ganze Scheiße hat mich über 1000 Euro Anwaltskosten gekostet. Klage möglich, klar. Ausgang vermutlich nicht zu meinen Gunsten, prognostizierte die Anwältin. Weil Ex so dermaßen viel verdient, reiche der Unterhalt für beide Kinder ja völlig aus.
    Ha. Hahahahaha.

    Wir haben hier über jeden Scheiß-Euro eine Debatte gehabt. Kindergeld hat er sich akribisch abgezogen, obwohl er für Kind 3 und 4 ja eh schon mehr kriegt. Als "Kind 1" - das Finanzamt zählt ja stumpf durch - drohte, kein Kindergeld mehr zu kriegen wegen Erwachsenwerden, da war vielleicht was los. Hätte ihn immerhin 35 Euro monatlich gekostet, weniger Kindergeld halt für dann Kind 2 und 3. Gottseidank war sie noch berechtigt. Halleluja. Unterhalt zahlen für sie muss er nicht mehr, weil sie genug verdient.

    Kind 2 wird nächsten Sommer erwachsen. Das wird lustig, Kind 2 ist dann nämlich noch Schüler. Wird sich dann rund ums Abi wohl mit seinem Vater über Unterhalt wieder vorm Anwalt treffen müssen.

    Er wollte übrigens den letzten Monat Unterhalt nicht mehr zahlen für Kind 1, weil das an einem 29. Geburstag hat, dann zählt der Monat nicht mehr, seiner Meinung nach. Kind 2 hat an einem 3. Geburtstag, da müsste er den Monat dann noch zahlen. Wir haben uns dann ernsthaft geeinigt, dass er den dann nicht mehr zahlen muss. Spoiler: doch. Weil Kind 2 dann eben noch Schüler sein wird. Aber der ist dann ja erwachsen und darf das selbst regeln.

    Ich verstehe WIRKLICH nicht, warum das der Gesetzgeber nicht einfach mal klar und deutlich regeln kann. Man ist aus gutem Grund getrennt, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Ganze gütlich läuft und man das gut regeln kann, einfach nicht gegeben. Jugendämter mit so etwas zu beschäftigen ist ätzend. Ich habe da übrigens auch nur gehört, ich soll doch froh sein, dass er überhaupt zahlt und sich hier und da mal mit den Kindern trifft. Ich verstehe es ja, es gibt krassere Fälle. Aber dass das Kinderrecht auf Geld und Umgang so mit Füßen getreten wird.. umgekehrt gibt es ja auch genügend Väter, die ihre Kinder nicht zu Gesicht kriegen. Eindeutige rechtliche Regelung, fertig. Verstehe ich einfach nicht.

    Übrigens habe ICH nie einen Cent Geld vom Ex verlangt und bekommen. Auch die Rente wird nicht geteilt. Es ging rein um die Kinder. Und das auf einem Niveau von Stufe 7 in der Tabelle.

  2. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Ich kenne das selbst. Meine Erfahrung...und nicht nur meine...geht aber dennoch dahin, das ein Anwalt,der über PKH bezahlt wird, bei weitem nicht sein Repertoire an rechtlichen Mitteln ausschöpft. ...
    Das würde mich wundern, da Anwaltshonorare in solchen Fällen in einer Gebührentabelle festgelegt sind und sich am Streitwert orientieren.
    Ein Anwalt verdient nicht mehr, nur weil sein Klient mehr zahlen kann.
    Ein/e solvente/r Klient/in ist nur insofern interessanter, als dass diese vielleicht öfter mal den Anwalt zu Rate ziehen bzw. verhandeln lassen.


    ... Und wenn man die Klage verliert, zahlt man trotz PKH die Kosten des gegnerischen Anwalts. ...
    Die Erfolgsaussichten eines solchen Unterhaltsverfahrens sind jedoch recht gut abschätzbar.

    ---
    Und wenn der "Verurteilte" ganz plötzlich nicht zahlen kann bleibt man auch auf den Anwaltskosten sitzen.
    Diese Gefahr sehe ich im vorliegenden Fall nicht (hohes Erwerbseinkommen plus eigene Firma plus Immobilienbesitz).

  3. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von _lufti Beitrag anzeigen
    Ab einem Einkommen von 5501 netto gibt es keinen festen Satz mehr ...

    Der Mann zahlt nach der rechtlichen Tabelle. Wenn er mehr verdient, gibt es keine gesetzliche Stufe mehr sondern muss individuell gemacht werden. Und da geht es dann nur übers Gericht, wenn einer nicht freiwillig mitmacht. ...
    Genau - da wird dann die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsplflichtigen geprüft und darauf basierend ein angemesseneer Unterhalt festgelegt.
    Ob irgendjemand meint, xyz Euro Unterhalt seien genug und alles mehr sei Luxus ist dabei irrelevant.

    ... Das hat te aber nicht gemacht und das Kind auch nicht.
    Und das ist das Problem, welches jedoch nur durch zügige Rechtsberatung und ggf. Klage gelöst werden kann.

    Wenig hilfreich ist es, vom JA zu erwarten, dass es für Mutter und Kind den lezten Cent einklagtt, da Fälle, in denen Unterhaltsplflichtigen gar nichts zahlen eben höher priorisiert werden.

  4. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Diese Gefahr sehe ich im vorliegenden Fall nicht (hohes Erwerbseinkommen plus eigene Firma plus Immobilienbesitz).
    Nein. Im vorliegenden Fall nicht. Aber generell schon.

    Ich finde nicht, das Unterhaltsverfahren gut abschätzbar sind. Vieles hängt auch einfach nur vom Richter ab, genau wie vieles vom
    Sachbearbeiter beim JA abhängt.
    Irgendwann hat man vielleicht einen Titel, nur wenn dann der Unterhaltspflichtige trotzdem nicht zahlt, fängt alles von vorne an.
    Ggf. kann man pfänden lassen, nur passiert das auch nicht von heute auf morgen.
    Irgendwann ist man einfach nur noch durch damit.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

  5. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Nein. Im vorliegenden Fall nicht. Aber generell schon. ...
    Abgesehen davon, dass die Bricom sowieso nicht mit einer Rechtsberatung verwechselt werden sollte, kann es hier sinnvollerweise aber nur um den vorliegenden Fall gehen.

    ... Ich finde nicht, das Unterhaltsverfahren gut abschätzbar sind. ...
    Das kann im vorliegenden Fall ja die Rechtsberatung klären.

    Und natürlich sollte sich jede/r überlegen, ob der zu erwartende Gewinn (sei es an Geld oder "Gerechtigkeit") den Aufwand bzw, potentiellen Verlust wert ist.

  6. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Annaannaanna Beitrag anzeigen
    Oder, wie jemand, die ich persönlich kenne, und die für die Sachen von Frauen eintritt, nach jahrelanger Arbeit im Vertrauen mal gesagt hat: letztenendes bekommen Frauen, was sie verdienen.
    Hier geht es um eine persönliche Frustration, nicht um Genderkampf.

    Du führst dich auf, als hätte man dich gezwungen, mit diesem Mann ein Kind zu zeugen. Das hat du allerdings völlig freiwillig gemacht UND du hast das Glück, in einem Staat zu leben, der sich dafür einsetzt, dass auch (angebliche) Fehlgriffe von Vätern zum Zahlen gezwungen werden. Allerdings muss man dafür doch etwas tun.

    Jeder, ob weiblich, männlich oder divers kriegt nicht mehr als das, wofür sie/er/es sich einsetzt. Du wolltest nie und willst nicht klagen, dein Kind auch nicht. Gut, deine Entscheidung. Dann musst du aber leider auch mit den charakterlichen Schwächen des Kindsvaters und deren finanziellen Konsequenzen leben.

  7. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Das würde mich wundern, da Anwaltshonorare in solchen Fällen in einer Gebührentabelle festgelegt sind und sich am Streitwert orientieren.
    Ein Anwalt verdient nicht mehr, nur weil sein Klient mehr zahlen kann.
    Ein/e solvente/r Klient/in ist nur insofern interessanter, als dass diese vielleicht öfter mal den Anwalt zu Rate ziehen bzw. verhandeln lassen.
    Doch, er verdient weniger. Die Verfahrenskostenhilfe ist gedeckelt. Abgesehen davon, kann mit solventen Mandanten auch anders als nach Gebührentabelle abgerechnet werden

  8. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Nein. Im vorliegenden Fall nicht. Aber generell schon.

    Ich finde nicht, das Unterhaltsverfahren gut abschätzbar sind. Vieles hängt auch einfach nur vom Richter ab, genau wie vieles vom
    Sachbearbeiter beim JA abhängt.
    Irgendwann hat man vielleicht einen Titel, nur wenn dann der Unterhaltspflichtige trotzdem nicht zahlt, fängt alles von vorne an.
    Ggf. kann man pfänden lassen, nur passiert das auch nicht von heute auf morgen.
    Irgendwann ist man einfach nur noch durch damit.
    Genau.

    Ich hab den Krimi auch durch, bei meiner Ältesten.
    Meine Bremse war die eigene Tochter.

    Ich hatte nämlich schon einen Detektiv an der Angel. Der meinte, es wäre möglich, einen Menschen vollständig durchleuchten zu können. Und sagte dann aber den entscheidenden Satz: ihre Tochter muss damit einverstanden sein. War sie nicht.

    Und die Welt dreht sich weiter. Schlimmer war, beim Bafög-Amt wollte er total blockieren, und eine Bearbeiterin meinte einfach: sie nimmt ihn jetzt raus und zahlt der Tochter, u.a. deshalb weil sie erlebt hatte, dass Kinder so mürbe wurden und ihr Studium schmissen.

    Heute finde ich das Verhalten solcher Männer einfach dumm. Der hatte mich sogar vors Gericht gezerrt und meinte mich nicht zu kennen etc.......

    Und ich darf gar nicht daran denken, dass heute die Väter trotzdem Umgangsrecht hätten.
    Zumindest da war ich besser gestellt.
    Mode kann man kaufen.
    Stil muss man haben.

    Edna Woolmanchase
    Chefredakteurin, Vogue, 1914 - 1952

  9. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Bei Verweigeren bitte die Unterlagen aufheben.

    Können wichtig sein, wenn Kind einmal zur Kasse für dieses Elternteil gebeten werden sollte (ganz losgelöst von bestehenden Freigrenzen).
    Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.
    Barbara Stanwyck

  10. User Info Menu

    AW: "'nen Scheiß muss ich!" Wie man sich um Unterhaltszahlungen drückt. Erfahrungsber

    Ich kann den Frust der TE sehr gut nachvollziehen. Wir haben ähnliches bei unserer Tochter erlebt.

    Die Trennung von ihrem Mann erfolgte, als die Kinder 4 und 3 Jahre alt waren. Er konnte nie mit Geld richtig umgehen und war kaum in der Lage Miete und Unterhalt zu finanzieren, aber schaffte immer die neuesten elektronischen Geräte an. Als sein Fremdgehen offenkundig wurde, floh unsere Tochter mit ihren Kindern zu uns.

    Erst über die Beistandschaft des JA und später über Rechtsanwalt versuchte sie den Kindesunterhalt zu bekommen. Was nur gelegentlich klappte. Er war verpflichtet, den Mindestunterhalt für die beiden zu zahlen. Jedes zweite Wochenende waren die Kinder beim Vater. Er besuchte häufig mit den Kindergartenkinder alle Erlebnisparks im Umkreis von 500 km. Diese Kosten zog er regelmäßig vom Unterhalt ab inklusive der Benzinkosten.

    Immer wenn eine Lohnpfändung drohte wechselte er die Firma und seine Anschrift. Darüber gab er nie Auskunft. Als Fachkraft schien das für ihn auch kein Problem zu sein.

    Als in unserer Familie ein hochverschuldeter Angehöriger verstarb, haben alle Familienmitglieder das Erbe ausgeschlagen - auch unsere Tochter und für ihre Kinder. Sie teilte ihrem Ex mit, dass er in den nächsten 6 Wochen ebenfalls das Erbe für seine Kinder ausschlagen müsse. Er tat - nichts.
    Als seine Tochter anfing zu studieren und Bafög beantragte, verweigerte er ohne Begründung jede Auskunft. Als beide Kinder volljährig wurden zahlte er auch gar nichts mehr. Sie könnten ja arbeiten wie er. Als seine Tochter einen Rechtsanwalt einschaltete, wurde er psychisch krank und verbrachte mehrere Monate in einer Klinik.

    Zahlungsunwillige Väter sind schon ein Graus. Und es gibt Selbständige, die urplötzlich nur noch Angestellte mit geringem Einkommen in ihrer Einmannfirma sind.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

Antworten
Seite 4 von 6 ErsteErste ... 23456 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •