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    Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Hallo ihr,

    ich bin seit guten drei Jahren alleinerziehend, nachdem der Kindsvater mich und seinen Sohn von heute auf morgen hat sitzenlassen. Die erste Zeit war sehr anstrengend, psychisch sehr belastend und ich hab einfach nur versucht weiterzumachen und zu gucken über die Runden zu kommen, was auch ganz gut funktioniert hat.

    An einer festen Beziehung habe ich aber seitdem irgendwie kein richtiges Interesse mehr. Natürlich hatte ich in der Zwischenzeit schon mal ein paar Dates und die Versuche eine Beziehung aufzubauen, aber das ist irgendwie alles extrem schwierig geworden und das meiste hat sich dann nach mehreren Treffen auch wieder erledigt.
    Die Versprechungen anfangs, dass ein Kind kein Problem darstellt usw. entpuppen sich dann ziemlich schnell als leere Worthülse, wenn man ein Treffen aus Zeitgründen absagen musste. Andere Männer wiederum wollen dann sofort Patchwork ( was in der Realität in den meisten
    Fällen wohl eher "Patchwürg" ist ), heiraten und einen irgendwie in eine Abhängigkeit drängen.

    Und ehrlich gesagt, fühle ich mich inzwischen gut so, wie es ist. Uns geht es so weit ganz gut, alles geht seinen Gang, mit Corona mal mehr mal weniger, aber ich vermisse absolut keinen Mann im Haus. Die einzige "Sorge" die mich manchmal beschäftigt ist, ob es evtl. in irgendeiner Form von Nachteil für meinen Sohn ist, wenn er keine männliche Bezugsperson hat und ob ich zu egoistisch bin, wenn ich sage ich will gar kein Familiengefüge mehr aufbauen und keinen Mann im Haus. Man sagt ja oft, dass Männer für Jungs schon wichtig sind ( im Idealfall natürlich der eigene Vater ) und wenn ich so überlege, ist er wirklich größtenteils nur von Frauen umgeben...

    Selbst hat der Junge nie was in die Richtung geäußert und fragt inzwischen auch nicht mehr nach seinem Vater. Von daher kann ich nur vermuten, dass es okay für ihn ist. Wir haben ein gutes Verhältnis und sind ein gutes Team. In 2-3 Jahren wird allerdings die Pubertät vor der Tür stehen und ich hoffe dass sich dann nicht irgendwas Bahn bricht, dass er das Gefühl hat dass ihm etwas fehlte. Oft liest man ja später in irgendwelchen Biografien, dass die Personen alles gehabt haben, nur keinen Vater/Mutter, etc. und Kinder können ja auch gut in sich reinfressen.

    Ich kann mir aber ehrlich gesagt auch nicht mehr vorstellen mich zu verlieben, mit jemandem zusammenziehen, usw., das und die Dramen die sich daraus ergeben ist mir alles zu viel Stress und für eine nochmalige Lebensumwälzung wenn dann alles den Bach runtergeht, habe ich keine Kraft. Denke lieber so wie es jetzt ist glücklich leben, als irgendetwas erzwingen zu wollen, was dann nach hinten losgeht?! Natürlich träume ich manchmal davon was wäre wenn..., aber das ist mehr kitschiges Wunschdenken. Im Alltag bin ich froh darüber, dass es läuft wie es läuft.

    Was meint ihr?

    LG
    SaSu

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Gibt es Männer im Umfeld?
    Onkel, Großvater, Lehrer, Nachbar, Vater des besten Freunds...?
    Diese Beziehungen würde ich fördern.

    Patchwork braucht kein Kind (Du sollst natürlich trotzdem Deinen Spaß haben!!!).


    Ich bin Halbwaise und habe heute noch ein enges Verhältnis zu meiner Nachbarin, die mich nach Mutters Tod unter ihre Fittiche genommen hat.
    Das Arsenal von Freundinnen meines Vaters hat mich genervt.

  3. Inaktiver User

    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Lieber keinen Mann im Hause als den falschen :)

    Ich finde eine männliche Bezugsperson schon wichtig. Aber das muss nicht zwangsläufig der Partner von dir sein.

    Gibt es einen Opa, Onkel ?

    Und auch wenn ich eine männliche Bezugsperson wichtig finde. Noch wichtiger ist eine Mutter, der es wichtig ist, den richtigen Partner zu haben - und nicht irgendeinen nimmt

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Ich habe dasselbe Problem gehabt, und noch dazu ist in Kindergarten und Grundschule jede dortige erwachsene Bezugsperson weiblich gewesen. Mein Sohn hat noch eine große Schwester, zum Zeitpunkt der Trennung war er gerade fünf geworden und sein Vater war auch zu Ehezeiten nicht sehr präsent. Oma 1 war schon Witwe, Opa 2 ist leider ein gutes Jahr später gestorben (der wäre der Jackpot gewesen).

    Eine Weile lang hatte ich Kontakt mit einem Vater im Erziehungsurlaub (unsere Töchter spielten miteinander), da hat mein Sohn dann mal hier und da was mit ihm gemacht, aber nachdem dessen Ehefrau eifersüchtig auf mich wurde, war das schnell hinfällig...

    Ich hab ihn in der Musikschule angemeldet bei einem männlichen Lehrer und er hat Judo gemacht bei zwei älteren Männern, er war in den Ferien mal in einem Indianercamp und er hat Gottseidank einen guten Kumpel, gleichaltrig, der sehr viel Outdoorzeugs macht, anfangs noch mit seinem Stiefvater (der ist in der Beziehung von dessen Mutter auch wieder Geschichte) und später allein. Mit dem zweiten Musiklehrer hatte er jahrelang super Kontakt, auch als er schon lang nicht mehr Gitarre spielte. Mehr Mann hab ich leider nicht hingebracht in zehn Jahren, meine drei Beziehungen haben das vielleicht ein bisschen flankiert. Es hat sich über die Zeit eigentlich immer irgendein Mitschüler-Vater gefunden, der meinen Sohn zu irgendwelchen Aktionen mitgenommen hat - dafür bin ich echt dankbar. Klettern oder Segeln oder so.

    Ganz ehrlich glaube ich, meiner Tochter hat der Vater viel mehr gefehlt. Sie war a) schon älter und b) ist das Frauending hier auch schwierig manchmal. Und für meine Tochter konnte ich nicht so gut einen Ausgleich finden. Sie wollte Geige spielen (nur Lehrerinnen) und dann Ballett machen (dito). Sie war immer Papas Liebling, der war dann weg und hatte recht schnell wieder Kinder, auch wieder eine Tochter und einen Sohn, und als die Tochter da war, war meine abgemeldet. Das war schon bitter.

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Ich finde eine männliche Bezugsperson sehr wichtig, unabhängig davon, ob Sohn oder Tochter.

    Opa, Onkel, guter Freund.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Nein, im direkten Umfeld gibt es leider keine Männer. Im Kindergarten waren nur Erzieherinnen, in der Grundschule hat er eine Klassenlehrerin erwischt, die Großeltern väterlicherseits schon immer im Ausland lebend, von meiner Seite nur noch die Oma vorhanden und zum Vater auch keinerlei Kontakt. Evtl. erwischt er auf der weiterführenden Schule mal einen Klassenlehrer oder zumindest viele Fachlehrer, das wäre mal was.

    Er hat viele Schulfreunde, ist beliebt und meist immer in vorderster Reihe mit dabei. Darum mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Es geht ihm gut und er macht jetzt keinen Anschein, dass es ein Problem für ihn ist. Natürlich sieht er bei Freunden deren Eltern noch zusammen sind, dass es dort anders zugeht als bei uns, aber in die Richtung gehend gesagt hat er noch nichts. Ich will nur nicht hinterher dastehen, dass ich alle Kerle verscheut hätte oder er deswegen irgendwelche Komplexe bekommen hat.

    Hab auch überlegt ihn einfach mal zu fragen, wenn wir abends noch Plauderstunde machen. Allerdings will ich auch keine alten Wunden aufreißen oder ihm damit überhaupt erst einen Floh ins Ohr setzen.

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Lieber keinen Mann im Hause als den falschen :)
    So sehe ich das auch und nochmal so eine Situation zumuten, nachdem er vielleicht Vertrauen zu jemandem aufgebaut hat, möchte ich auch nicht. Das würde mir das Herz brechen und nochmal würde ich das nervlich auch nicht durchstehen.
    Geändert von skirbifax (08.03.2021 um 17:09 Uhr) Grund: Zitat repariert

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Hallo SaSu, ich bin auch alleinerziehend seit der Geburt meines Sohnes vor knapp 4 Jahren.

    Der Vater kümmert sich fast nie; hat seinen Sohn circa 4-5x im Jahr für ein paar Stunden gesehen. Seit 8 Monaten gar nicht mehr. Ich wünsche mir auch eine männliche Bezugsperson für meinen Sohn, aber ich will es nicht erzwingen. Bin nicht auf der Suche nach einem Mann und ich würde es auch momentan nicht schaffen. Mein Beruf fordert mich sehr und die restliche Zeit bin ich für meinen Sohn da. Und ich habe noch eine chronische Krankheit, die mir auch oft Möglichkeiten, was zu unternehmen raubt.
    Ich würde mir schon nochmal eine glückliche Beziehung wünschen, kann mir aber fast nicht vorstellen, dass es klappt. Ich bin irgendwie immer noch zu sehr verletzt und ärgere mich auch über mich selber, dass ich es nach 4 Jahren immer noch nicht überwunden habe.

    Noch dazu fragt mein Sohn zur Zeit ständig nach seinem Vater. Wahrscheinlich durch den Kindergarten, wo er ja viele andere Väter sieht. Es macht mich traurig für ihn.

    Mein Sohn hat noch seinen Opa, den er aber im Moment auch wegen Corona selten sieht und er hat einen männlichen Erzieher im Kindergarten. Und ich habe auch Freunde mit Kindern im ähnlichen Alter, wo er die Väter sieht. Ich frage mich nur manchmal, ob ihn das nicht noch trauriger macht, wenn er sieht, wie liebevoll andere Väter zu ihren Kindern sind...

    Mich beschäftigt diese Thema genauso wie Dich und hab leider noch keine gute Lösung.....

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Nicht für jetzt, aber für später:

    Geh zum Anwalt und zum Jugendamt und versuche den Kontakt mit dem Vater zu fördern. Auch wenn der nicht will, ist es Dokumente und der Junge kann Dir in zehn Jahren nichts vorwerfen.

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Liebe TE,

    ich bin von der Schwangerschaft weg alleinerziehend und meine Tochter kennt Ihren Vater nicht (long story).

    Meine Tochter ist von Anfang an eine Art Tomboy und hat es sehr genossen, dass der Opa, Onkel und vereinzelt männliche Erzieher im Kindergarten da waren.

    Zum Thema Partner als "Vaterersatz":
    Natürlich sollte ein neuer Partner mit dem Kind gut klarkommen, aber ganz ehrlich: Ich habe meine Beziehungen nicht danach ausgesucht, wer die beste männliche Bezugsperson für mein Kind ist. Ich wollte und will ja eine Beziehung führen mit Liebe und Sex. Und nach diesen Kriterien gehe ich an Partnersuche heran. Ich weiß aber, dass das solange die Kinder noch relativ klein sind, nicht einfach unter einen Hut zu bringen ist.
    Never be afraid, never.

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