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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Ich gebe zu, dass mich dieses Thema triggert, weil ich fast mein ganzes Leben gegen diese geschlechtsspeziefische Denke zu kämpfen hatte.

    Mein Vater war Hobby-Elektronik-Bastler. Ich wusste als Kind schon, was ungefähr die Bauteile machen, die ich mit ihm zusammen auf die Platinen gelötet habe. Meine Mutter hat das immer unterstützt, aber der Rest der Freunde und Verwandten machte leider sehr oft klar, dass man sowas mit einem Mädchen nicht machen sollte. Meinem Vater wurde unterstellt, dass er sich lieber einen Sohn gewünscht hätte. Sein Kommentar dazu: „Schwachsinn“

    So ging es weiter. Immer wieder gab es Situationen, in denen mir von meinem Umfeld klar gemacht wurde, dass ich mich falsch, weil für mein Geschlecht unpassend empfunden, verhalten würde. Ich hatte die falsche Frisur, den falschen Beruf und auch das falsche Hobby. Mir war das egal, ich hab meinen Stiefel durchgezogen.

    Empfindlich wurde ich erst, als mein Sohn auf die Welt kam. Dass ich arbeiten gegangen bin und mein Mann zuhause geblieben ist, daran sind Freundschaften zerbrochen. Außerdem wurde mir bewusst, wie das gerade die Jungs in ihren Möglichkeiten einschränkt. Wie ich vorher schon geschrieben hatte, Mädchen wird unterstellt, dass es sich „nach oben“ orientiert, wenn es Jungssachen macht. Das geht noch. Aber sich nach unten orientieren?

    Im Kindergarten wurden Verkleiderunden für die Mädchen und Toberunden für die Jungs angeboten. Natürlich durften alle bei allem mitmachen, aber wenn das schon so formuliert wird … kam das kaum vor. Er hat sich als 4-jähriger für Ballettunterricht interessiert. Dort wurde er mit den Worten empfangen: „Ist ja toll, ein Junge kommt zu uns.“ Daraufhin wollte er da nicht mehr hin.

    Ich könnte da noch zig Beispiele nennen …
    Geändert von Fritzi64 (09.11.2021 um 08:35 Uhr)

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    AW: Alleine sein und bleiben? Männliche Bezugsperson für Kinder wichtig?

    Zitat Zitat von Fritzi64 Beitrag anzeigen
    Im Kindergarten wurden Verkleiderunden für die Mädchen und Toberunden für die Jungs angeboten. Natürlich durften alle bei allem mitmachen, aber wenn das schon so formuliert wird … kam das kaum vor. Er hat sich als 4-jähriger für Ballettunterricht interessiert. Dort wurde er mit den Worten empfangen: „Ist ja toll, ein Junge kommt zu uns.“ Daraufhin wollte er da nicht mehr hin.

    Ich könnte da noch zig Beispiele nennen …
    Vielleicht war er durch die Situation auch einfach überfordert und wollte deshalb nicht mehr hin. Als Kind Nr. 1 mit 6 Jahren das erste Mal beim Fußballtraining war, wollte er danach auch nie nie wieder hin, weil ihm das alles nicht gefallen hat. Ein paar Jahre später hatte er wieder den Wunsch und seitdem ist er begeistert dabei. Ich glaub das kann man nicht immer vom Geschlecht und "typisch Jungs, typisch Mädchen" abhängig machen, da spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle.

    Egal in welcher Konstellation Kinder aufwachsen finde ich persönlich Liebe, Fürsorge, Respekt und Achtsamkeit am wichtigsten. Ein geregelter Tagesablauf, ein stabiles Umfeld, dann kommt der Rest.

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