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  1. Avatar von animosa
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Noch etwas aus Kindersicht beschrieben:

    Diese Freundin, von der ich im vorherigen Post schrieb, hatte immer Angst, dass sie ins Kinderheim muss. Denn ihre Mutter sagte, wenn du wieder einen Eintrag ins Hausaufgabenheft mit nach Hause bringst, dann kommst du ins Kinderheim.

    Und sie war so lustig. Sie hat in der Schule viel Quatsch gemacht und wir haben so viel gelacht. Wahrscheinlich hat sie sich einfach wohl gefühlt in diesem Umfeld. Deswegen hat sie es dort auch ausgelebt.

    Also kam der Tag, wo sie wieder so einen Eintrag bekommen sollte. Und sie hatte mit mir Spaß gemacht im Mal-Unterricht. Ich glaube, wir sollten einen Hahn malen. Und das war ja vom Thema her schon witzig.

    Ich rannte vor zur Lehrerin und bat sie, diesen Eintrag nicht zu geben. Ich hätte sie angezettelt. Mir tat es so weh, dass sie so eine Angst vor dem Kinderheim hatte.

    So empfinden Kinder das. Und so entwickelt man Empathie. Wie auch sonst?

  2. Avatar von silberklar
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich lasse es nicht "heraushängen", aber natürlich bin ich stolz auf meinen Abschluss, genauso wie ein Meister stolz auf seinen Abschluss ist.
    Diesen Dünkel aus der Ausbildung abzuleiten kann ich nicht verstehen. Ich glaube auch mit mir hättest du keine Freude. Ich hab beides, handwerklichen Beruf mit Meister und Uniabschluß, na und? Nicht in welchen Ausbildungen ich in meinem Leben schon gesteckt habe sondern wie ich mein Leben in der Gegenwart lebe, darauf kommt es an wenn man jetzt mit mir zu tun hat.

    Eine Ausbildung ist kein großes Ding (außer gewisse Studienrichtungen, die tatsächlich nicht jeder schaffen kann). Alles, was mit normalem Gehirn packbar ist, zeichnet nicht aus. Das soll nicht frech klingen, sonst würde ich mich ja selbst abwerten, aber Psychologie kann jeder schaffen, der grundsätzlich Lust drauf hat theoretischen Stoff zu pauken, der kein Problem damit hat lang rumzusitzen und der Prüfungen schreiben mag. (Natürlich kann es sein das es für manche besonders schwer war zu lernen und sie sich trotzdem durch das Studium gearbeitet haben, dann hat das als unerreichbar Scheinende und doch Erreichte sicher einen bedeutungsvollen Stellenwert. Ich kann mich an niemanden erinnern, der das Studium als schwer oder arbeitsintensiv empfunden hat, aber da kann ich mich natürlich täuschen. Ich kann sagen jeder einzelne Tag der Lehrzeit im handwerklichen Beruf - die davor stattfand - war härter und anstrengender und es kam wesentlich mehr drauf an "gut" drin zu sein was man tut als die Jahre auf der Uni.)

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    "Gewalt in der Erziehung, Riesenfernseher, Plastikoverkill bei Brotzeit, Desinteresse an Politik, Eheprobleme"

    Das sind keine Merkmale, bei denen man sofort weiß "huch ich bin am Land"...


    Du magst die nicht. Bzw. du hast unheimlich viel schwarz-weiß Denken im Kopf. Und dein Strangtitel impliziert durchaus, dass du denkst du bist oben und andere unten.

    Überdenke das nochmal
    Ich lese deine Geschichte so wie Rokeby. Ich empfinde auch, dass du einteilest und dich an eine andere Stelle stellst als "die". Egal ob man sich über oder unter die anderen stellt, beides fördert nicht den schönen Umgang miteinander.

    Ich hab auch überhaupt keine Ahnung welche Gegend das sein soll, in der es etwas so Besonderes ist wenn eine Frau Psychologie studiert hat und auf einem Amt angestellt ist . Oder überhaupt irgend was studiert hat. Daran ist nichts Ungewöhnliches. Kann es sein das du deine Mitmenschen für viel blöder hälst als sie sind?

    Kommst du vielleicht selbst aus einem Umfeld, Familie und soziale Umgebung, in der ein Studium etwas sehr Besonderes ist? Ich lebe am Land, studieren war in der Generation meiner Eltern, die jetzt schon alt sind, noch außergewöhnlich, aber nicht mehr bei Menschen die ab den 60gern oder 70gern geboren wurden. Heute ist es sowieso der erwartbare Verlauf für jeden der halbwegs geradeaus schauen kann.



    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich möchte dir gerne erzählen wie sich auch völlig unterschiedliche Charaktere/Einstellungen voneinander profitieren.

    … Sie kennt meinen Standpunkt und ich Ihren. Wir können darüber offen sprechen aber müssen nicht immer drüber diskutieren. Wir sind uns einig das wir da völlig anders ticken. Trotzdem ist diese Frau mittlerweile einer Freundin sehr nahe. Weil die mir wichtigen Werte da sind......
    Auch da lese ich dich so, dass du ausschließlich mit Menschen sprechen kannst, die dir Recht geben, die deine Meinung haben, die machen und leben wie du. Eine andere Sichtweise stößt dich ab und somit kannst du den Menschen nicht mehr anerkennen. Du willst über nichts reden und von nichts hören, was du nicht schon denkst und weißt. Wozu brauchst du dieses strenge Korsett? Wovor hast du Angst wenn du mit jemandem sprechen würdest der zB politisch ganz anders denkt als du? Das Ziel eines Gesprächs braucht und soll nicht sein den anderen auf die eigene Seite zu Quatschen sondern Austausch und Zuhören. Dinge erfahren, an die man sonst vielleicht nicht gedacht hätte.

    Jene Mama hat Plastikzeugs mit am Spielplatz, ja gut, dass ist nicht super. Sie kann aber trotzdem eine nette und verständige Frau sein. Sie kann auf einem anderen Gebiet richtig was drauf haben von dem sie mir (dir) was mitgeben kann, andererseits könnte sie durch mich (dich) ein verändertes Bewußtsein zum Thema Müll bekommen. Das geht aber nur wenn man andere nicht auf das erste "Fehlverhalten" hin für ewige Zeit als persona non grata verbannt und nie wieder anschaut, sondern nur, wenn man sich einläßt und miteinander in Kontakt kommt. Das ist wirklich nicht so schlimm wie du es dir vorstellst.
    Auch Kinder die immer wieder in einen großen Fernsehen glotzen können geliebte und (auf die, der Familie eigene Weise) gut behütete Kinder sein.


    Wenn du angenommen und aufgenommen werden möchtest wird es wohl nicht gehen wenn du selbst nicht bereit bist andere anzunehmen nach ihrer Art.

    Ich bin sicher dein Problem liegt nicht an deiner Ausbildung oder an der Wohnung.

    Fühlst du dich unterlegen wenn du eine alleinerziehende Frau in ihrem modernen, neu gebauten, großzügigen Haus mit klasse Garten und Pool besuchst? Wäre das für dich ein "oben", dass Kontakt/Freundschaft ausschließen würde? Oder eine Frau die eine Firma führt und ein technisches Studium und Jus jeweils mit Doktorat abgeschlossen hat? Wäre das für dich eine Kränkung?

    Glaubst "nach oben" barrierefrei zu sein und nur "nach unten" zu schauen?

    Oder fühlst du dich allen die sozusagen "oben" sind automatisch zugehörig? Ich kann dir sagen, da geht noch viel mehr. Es gibt Frauen, du würdest dich, wenn du so sehr zu Vergleichen neigst, als ganz unbedeutendes, armselig lebendes Menschlein fühlen, das nichts geleistet hat bisher. Ich würde dir wünschen dieses Denken einfach aufzugeben und die Menschen an anderen Punkten zu erspüren als an Äußerlichkeiten.

    Davon abgesehen, ich kenne das Gefühl zu bestimmten Menschen einfach nicht dazuzugehören natürlich auch. Es ist ganz normal mit manchen nicht gleich zu ticken. Ich habe aber nie erfahren das das mit formalen Bildungsabschlüssen, mit der Höhe des Vermögens oder der schönen Einrichtung zu tun hat.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."


  3. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Dabei ist das mit dem Tablet ja so einfach zu lösen, mit der Caprisonne auch.


    Meine Mutter hat das so gelöst, dass , wenn ich bei einer Freundin zu Besuch war, deren Eltern entschieden, was erlaubt ist. Wenn ich dort eine Sendung schaute, die ich zu Hause nicht hätte schauen dürfen, war das eben so, und wenn die Freundin mir auf dem Spielplatz ihre Süßigkeiten anbot, dürfte ich sie nehmen. Bei uns zu Hause galten dann wieder die alten Regeln.

    Das müsste doch bei Tablets genau so funktionieren.

  4. Avatar von animosa
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich habe noch einen Tipp. Zum Glück kennt mich ja hier keiner. Denn im wirklichen Leben macht man sich schnell unbeliebt, wenn man Tipps gibt. Man wirkt altklug.Obwohl ich ja nun langsam auch alt werde. Ich bin ja schließlich schon Mitte 50. 😁

    Wenn du dich in die Kommunalpolitik einbringen möchtest, müsstest du ja auch oft am Abend Zeit haben. Meine Tochter hat als 15, 16-jährige auch kleinere Kinder am Abend betreut. Sie hat sich da etwas Geld verdienen können. So könntest du das auch lösen. Meine Tochter sollte mit den Kindern, glaube ich, auch noch Englisch üben. Also sie war nicht nur am Abend dort sondern auch manchmal am Nachmittag, um mit denen zu lernen.

    Gerade wenn du so einen guten Beruf hast, dann kannst du dir das doch leisten. Ich musste da schon ganz anders rechnen. Mein Mann ist Handwerker und ich habe auch kein Studium. Dementsprechend wenig haben wir natürlich auch verdient. Mittlerweile ist es besser geworden, weil wir sehr viel Erfahrung haben und uns auch weiter gebildet haben.

    Ich wäre auch stolz, wenn ich ein Psychologie- Studium vorweisen könnte. Stelle mir dann immer vor, dass ich eher viel mehr Freunde hätte. Ich verstehe überhaupt nicht, woran es denn dann hapert.
    Die Begründung, dass im Ländlichen die Leute nicht so intelligent sind, ist lächerlich. Ich habe sehr gut ausgebildete Freunde. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, IT-Berater ... alles Leute, die ich hier im ländlichen Umfeld kennen lernte und mit denen wir befreundet sind.

    Ich kenne die Zeit, nachdem wir weit weg von zu Hause gezogen waren, als ich auch keine Freunde hatte. Ich weiß wie das ist. Heute ist mein Freundeskreis groß. Und er kann nicht groß genug sein. Ich liebe es, mit vielen Menschen zusammen sein zu können.
    Geändert von animosa (23.11.2019 um 12:50 Uhr)

  5. Avatar von Complexity
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    ...ich fürchte ich tute in das gleiche Horn: ich denke auch es liegt an Dir.

    Ich bin vor sieben Jahren aus der Hauptstadt 400km weit weg in ein 1000 Seelen-Dorf gezogen. Hier kennt jeder jeden. Zugegeben, ich hatte einen Joker: mein jetziger Mann hat hier sein ganzes Leben verbracht und man hat mich vermutlich auch um seinetwillen herzlich aufgenommen.

    Mir war aber eines ganz klar: als die Neue war ich erst einmal in der Bringschuld. Also habe ich mich gezeigt, genauso wie ich bin. Ich bin überall hingegangen, habe mit jedem gesprochen, jede Frage beantwortet, meine Meinung vertreten und kein Bier abgelehnt In der Folge lernte ich die Menschen besser kennen und die mich.

    Und was ich vorfand war die gleiche Normalverteilung wie in der Stadt. Hier gibt es Deppen, Schlauköpfe, lustige, langweilige, sture, intolerante Menschen, Arschlöcher auch und solche mit einem Herzen aus Vollkornbrot. Das habe ich natürlich nicht in fünf Minuten herausgefunden, das hat gedauert. Heute bin ich Teil der Gemeinschaft; einer Gemeinschaft wie sie in der Stadt nicht möglich wäre. Und Gemeinschaft, das sind alle, siehe oben. Und mit manchen bin ich halt besser befreundet.

    Aber dazu muss man sich natürlich bemühen sein Herz zu öffnen und erst einmal vorurteilsfrei und so tolerant wie irgend möglich zu sein. Denn das erwartet man ja auch von den Anderen, nicht wahr?

  6. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Complexity, es ist ein schönes Bild, aber was habe ich mir unter jemandem vorzustellen, der ein Herz aus Vollkornbrot hat?
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Habe ich mich auch gerade gefragt.

  8. gesperrt
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von silberklar Beitrag anzeigen

    Jene Mama hat Plastikzeugs mit am Spielplatz, ja gut, dass ist nicht super.
    Aus was sind heute die Sandspielzeuge gemacht?
    Nur mal so interessehalber nachgefragt...

  9. Avatar von Mambi
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    @Adreaa:
    Mein Eindruck nach Deinen Beiträgen - nicht die anderen halten Dich für was Besseres, sondern Du Dich.
    Du kommst nicht offen und sympathisch rüber, sondern rechthaberisch.
    Du möchtest, dass die anderen Deine Überlegenheit anerkennen und Dich als Kompetenz in allen Bereichen anerkennen.
    Wer nicht Deine Meinung oder Deinen Stil in was auch immer teilt, ist für Dich inakzeptabel, weil minderbemittelt und ungebildet(er).
    Das merken andere und meiden den Kontakt - keiner mag Menschen, die sich einem überlegen fühlen und das auch verbal oder durch Habitus mitteilen.

    Etwas überzeichnet ausgedrückt, aber das trifft es wohl.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  10. Avatar von Complexity
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Complexity, es ist ein schönes Bild, aber was habe ich mir unter jemandem vorzustellen, der ein Herz aus Vollkornbrot hat?
    Das ist ein Mensch der immer eine Suppe auf dem Herd oder einen Kuchen in der Röhre hat, oder ein offenes Ohr, oder eine Lebensweisheit (diese aber nicht ungefragt aufdrängt), oder ein Taschentuch zum Heulen oder einen Schnaps zum Schock verdauen. Ein Mensch an dem man sich wärmen kann wie an einem Ofen, so einer ist das mit dem Herzen aus Vollkornbrot. Es ist in meiner Welt das höchste zu vergebende Kompliment

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