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  1. Avatar von Sprachlos
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Da ist man schnell ein Exot, der eben bestenfalls toleriert und in Ruhe gelassen, aber nicht unbedingt akzeptiert und integriert wird.
    Mehr als in Ruhe gelassen zu werden kann man nicht verlangen wenn man eben das nicht will was man geboten bekommt (Laienmundarttheater, Feuerwehrfest, Diavorträge von den Urlaubsreisen der Dorfbewohner ...) .

    In der Stadt ist das ja auch nicht anders (außer halt dem Kulturangebot wenn man in einer Großstadt wohnt). Da kümmert sich einfach niemand um den anderen. Man sucht sich Leute die passen und damit ist es gut. Im Dorf wird dann vielleicht ein bisschen getratscht wenn man nicht richtig mitmacht, das ist dann aber auch schon alles.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)


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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Sagt mal, von was für Dorfgrößen bzw. Einwohnerzahlen sprecht ihr hier? Ich wohne selbst ländlich, aber sowas habe ich zum Glück noch nicht erlebt. Weder, dass die Bewohner ständig irgendwas miteinander veranstalten, noch, dass neue Leute wie Außerirdische behandelt werden. Aber wahrscheinlich sind unsere Dörfer hier zu groß dafür.


  3. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    200-2000?

  4. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Das kleinste, in dem ich gelebt habe, hatte 450 Einwohner, das größte 3.000.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



  5. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    1200 Stammeinwohner, 6300 Kühe :)
    Im Sommer kommen 3000 Touristen (wenn alle Betten 8 Wochen durchgehend belegt sind) dazu.


  6. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Mit so vielen Antworten hatte ich nicht gerechnet. Großes Danke für eure unterschiedlichen Meinungen. Vielfältige Erfahrungen kommen hier zusammen!
    So klein ist der Ort nicht: etwa 7000 Einwohner. Es kennt nicht jeder jeden. Nachbarschaftshilfe gibt es natürlich. Zu den anderen beiden Hausparteien habe ich freundlichen Kontakt. Man nimmt Pakete füreinander an, erkundigt sich nach dem Wohlergehen. Für die Pfarrei oder Basare backe ich Kuchen, zu öffentlichen Festen, wo etwas für die Kinder geboten ist, gehe ich hin. Dort grüße ich, wen ich kenne, halte Smalltalk.
    Darüberhinaus passiert nicht viel.

    Jemand von euch fragte, welche Art Gespräche ich mir wünsche. Ich würde mich z.B. tiefer über Kindererziehung austauschen. Aber wenn ich mitbekomme, dass es üblich ist, Klapse auf den Po oder Backpfeifen zu geben, vergeht mir die Lust.
    Die Aufzählungen in dem Artikel über die anderen Elternhäuser mögen Klischee sein, aber ich erlebe immer wieder, dass nachmittags schon der Riesenfernseher mit Kindersendungen läuft... während des Besuches.
    Oder die Kinder wischen auf den Tablets herum.

    Auch Kommunalpolitik interessiert mich. Die Antworten dazu sind kurz und klingen entweder so, als wäre beim andern kein Interesse da oder es kommen in anderem Zusammenhang Sprüche, die auf rechtes Gedankengut schließen lassen.
    Da fühle ich mich unwohl. Wenn eine Mutter Kaffeedrinkdosen, Trinkbeutel und einzeln verpackte Kekse zum Spielplatz mitnimmt, ist es keine gute Idee, mit ihr über das Thema Umweltschutz oder Ernährung zu sprechen.

    Mit tiefergehenden Gesprächen meine ich nicht zwingend solche über innerhäusliche Konflikte. Am Spielplatz kam ich mit Müttern ins Gespräch, die über ihre Ehe klagten oder das Verhältnis zu den Schwiegereltern. Als Psychologin bekomme ich dabei keine roten Ohren, habe aber das Gefühl, man wählt mich nicht als Vertraute aus, weil man mich nett findet, sondern weil ich kaum Leute kenne, an die ich es weitererzählen könnte.

    Gerne würde ich ehrenamtlich arbeiten, aber mir fehlt einesteils wegen der Arbeit die Zeit, zum anderen wegen meines Kindes, das ich abends für Versammlungen nicht alleine zuhause lassen kann. Auch deswegen wäre ein größeres soziales Netz gut.
    Es macht mir Mut, dass viele von euch auf dem Land gute Kontakte knüpfen konnten. Vielleicht habt ihr mehr als ich den Eindruck vermittelt, eure Welt sei "in Ordnung". Ich befürchte, als alleinerziehende Mutter, zudem ohne betreuende Großeltern in der Nähe, hält man meine Welt für eher nicht "in Ordnung".

    Meinen Beruf möchte ich nicht verschweigen, indem ich ihn umschreibe, wenn ich danach gefragt werde. Ich lasse es nicht "heraushängen", aber natürlich bin ich stolz auf meinen Abschluss, genauso wie ein Meister stolz auf seinen Abschluss ist.


  7. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Andreaa - ich habe jetzt lange überlegt, aber ich kann es mir grad nicht verkneifen

    Ich lese eine für deine Ausbildung und deinen Beruf beinahe faszinierend monochrome Wahrnehmung.

    Du teilst gewaltig ein und aus...
    Ich nehme mal ein paar Highlights, okay?

    "Gewalt in der Erziehung, Riesenfernseher, Plastikoverkill bei Brotzeit, Desinteresse an Politik, Eheprobleme"

    Das sind keine Merkmale, bei denen man sofort weiß "huch ich bin am Land"...

    Glotzen, dreschen und müllen kann der Millionenstädter auch

    Du pickst dir - auch beinahe idiotensicher *sorry, meins nicht so * die Themen und Krisengebiete raus, über die die Menschheit mit noch Fremden nicht gerne redet:

    Erziehung (du arbeitest bei einer Sozialbehörde und weißt nicht, dass sich andere Menschen nicht gerne in ihren Erziehungsstil pfuschen lassen? Darüber zerbrechen doch Freundschaften - entstehen tun da keine...)

    Politik (vielleicht ahnt man, mit wem du sympathisieren könntest (ich auch, by the way ), sieht das anders, und will keine Missionierung?)

    Konsum von Medien und sonstigem Plastikhaltigen (das finde ich besonders abwertend von dir. Das ist halt ein anderer Lebensstil. Du musst den weder teilen noch mögen - aber zulassen, bei anderen)

    Du magst die nicht. Bzw. du hast unheimlich viel schwarz-weiß Denken im Kopf. Und dein Strangtitel impliziert durchaus, dass du denkst du bist oben und andere unten.

    Überdenke das nochmal


  8. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Adreaa Beitrag anzeigen
    Meinen Beruf möchte ich nicht verschweigen, indem ich ihn umschreibe, wenn ich danach gefragt werde. Ich lasse es nicht "heraushängen", aber natürlich bin ich stolz auf meinen Abschluss, genauso wie ein Meister stolz auf seinen Abschluss ist.
    Das ist dein gutes Recht.
    Und gleichzeitig kann es dennoch bedeuten, dass die Menschen aus dieser Info was machen- als Psychologin, wirst du genau das ja wissen
    Es geht dabei ja nur indirekt um dich- in erster Linie um das, was die anderen von dir denken und damit- wie sie auf dich zugehen.

    Das war aber auch nur eine Idee- es gibt ja vieles zu betrachten, wenn es um dieses Thema geht.

  9. Avatar von animosa
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich denke auch nicht, dass wenn sich bei dir Leute aussprechen beziehungsweise sich dir anvertrauen, dass sie das machen, weil sie schon wieder im Hinterkopf haben, dass du kaum Leute kennst. (Und somit nicht tratschen kannst.)

    Da „zerdenkst“ du dir ja schon die Beziehungen, bevor sie überhaupt entstehen können.

    Für mich klingt es so, als ob du dir selber im Wege stehst.

    Lass dich ein auf die Leute. Lass es alles zu.

    Irgendwann entwickeln sich die Gespräche so, dass auch du was davon hast. Du kannst es nicht erzwingen. Aber es kann wachsen.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  10. Avatar von Sprachlos
    Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    @kenzia, was meinst du denn damit? Was machen sie denn daraus und wie sollte man das beeinflussen können? Ich weiß, dass weibliche Taktik im Gegensatz zu männlicher Taktik ist, sich kleiner und “unbedrohlicher“ zu machen als frau ist.
    Aber im Prinzip geht es doch darum Freunde zu finden, bei denen das nicht nötig ist und da bin ich einfach der Meinung, dass das ein bisschen mit der Partnersuche vergleichbar ist, schwierig halt.

    Und ja, ich habe bei Gesprächsthemen auch einen gewissen Anspruch.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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