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  1. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich sehe das ähnlich wie Blueberry.

    Umzug aus dem Rheinland in den Norden. AdW. Ja, die Gymnasialquote sind niedriger. Was aber bei uns nur hieß, dass im Gegensatz zum städtischen Rheinland nicht jeder Depp Abitur machte (wir haben hier im Rheinland inzwischen Übergangsquoten von über 80%...). Die Leute waren deshalb nicht dümmer/ungebildeter. Die Interessen sind aber andere, klar. Da wird man weniger die Bio/Yoga/Montessori-Klientel finden sondern eher Leute, die sich im Deichverband/Landvolk/Feuerwehr engagieren. In meinen Augen bodenständiger und interessanter. Für meine Eltern war es völlig unproblematisch sich zu integrieren. Man muss den Uniabschluß ja nicht raushängen lassen und kann dann feststellen, dass der Nachbarbauer auch ein sehr pfiffiger, politisch bewanderter und weitgereister Mann ist, mit dem man nicht nur diskutieren kann, sondern der einen auch aus dem Dreck zieht, wenn nötig.

    Was halt nicht gut ankommt, sind Städter, die noch nie eine Mistgabel in der Hand hatte, sich aber ein fundiert grünes Urteil über Landwirtschaftspolitik gebildet haben und Treckerlärm am Sonntag beim Ordnungsamt anzeigen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die TE nicht in diese Kategorie fällt

    Der Beruf ist fürs Land tatsächlich nicht so förderlich, den würde ich keinesfalls raushängen lassen.

    Welche Art Gespräch stellst Du Dir denn vor? Was wären denn Themen, über die Du mit Deinen Nachbarn gerne reden würdest?


  2. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    sasapi
    jetzt erklaere mir aber mal, wie man es in diesen kreis dann als fremder und neuer schafft, um dabei zu sein ?

    stelle ich mir bei so einer starken gemeinschaft sehr schwierig vor

    Ich bin ja aus der Stadt in ein kleines Dorf gezogen. Hier ging das ziemlich leicht: Bei jedem Dorffest auftauchen, ein bisschen reden (man wird ja sowieso gefragt wer man denn ist wenn die Alteingesessenen das Gesicht nicht kennen) und schon hatten wir Einladungen zu allem Möglichen anderen im Briefkasten.

  3. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Man unterstützt sich gegenseitig. Ich leihe der Nachbarin das Auto, wenn geht, bringe eine andere Nachbarin zum Arzt im Bedarfsfall, wenn ich das organisiert kriege, backe zu drei Konfirmationen in der Nachbarschaft je eine Torte und nehme Urlaub für jede Beerdigung. Da schenken die Nachbarn den Kaffee aus, stellen die Tafel zurecht, kümmern sich um Kuchen und Schnittchen.

    Alles das bekomme ich im Bedarfsfall auch.

    So geht "engagieren" in meiner Nachbarschaft.
    Das ist wunderbar, so leben wir das auch. Und ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Allerdings setzen solche Dinge schon ein gewisses Maß an Vertrautheit voraus. Die muss man erst erlangen.

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Ich bin ja aus der Stadt in ein kleines Dorf gezogen. Hier ging das ziemlich leicht: Bei jedem Dorffest auftauchen, ein bisschen reden (man wird ja sowieso gefragt wer man denn ist wenn die Alteingesessenen das Gesicht nicht kennen) und schon hatten wir Einladungen zu allem Möglichen anderen im Briefkasten.
    Aber genau diese Punkte wurden ja kritisiert. Als "ist überall dabei". Und setzt auch ein Aufeinanderzugehen voraus - auch von den alteingesessenen Menschen.

    So funktioniert das aber im besten Fall
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne


  4. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    In meinem Fall ist es einfach. Wer neu einzieht bekommt relativ schnell Besuch vom sog "ersten Nachbarn". Muss man sich vorstellen, als träte man einen neuen Job an und einer der neuen Kollegen stellt als als Ansprechpartner für die Einarbeitung vor.

    Da wird einem das Nachbarschaftsprinzip dann genau erläutert und man wird gefragt, ob man "in der Nachbarschaft mitmachen will.". Falls ja, ist man ab sofort dabei, lädt irgendwann mal alle Nachbarn "zum Einzug" ein und wird genauso verplant wie alle anderen Nachbarn auch :)


  5. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Unendlichkeit Beitrag anzeigen


    Aber genau diese Punkte wurden ja kritisiert. Als "ist überall dabei".
    Das wurde nicht kritisiert, sondern erklärt.
    Es geht um die permanente Präsenz, ohne sich einzubringen. Das ist schon ein Unterschied.

    So, wie andere hier auch schrieben: sich einbringen.
    Haben alle anderen neuen Nachbarn doch auch geschafft. Und ja - bei den umliegenden nächsten Nachbarn kann man wirklich kurz mal klingeln und sich vorstellen - tut doch nicht weh, wenn man unbedingt dazu gehören will.
    Auf den Festen, die von der Nachbarschaft organisiert werden (Osterfeuer, Kinderfest, Pflanzentauschbörse etc.) einfach mal erscheinen und mit den Leuten in Kontakt kommen. In richtigen Kontakt.
    Aber das muss man auch wollen. Und wer das eben nicht möchte, ist dann eben nur permanent präsent.
    So einfach.

  6. Avatar von Unendlichkeit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Da hast du natürlich recht, Magicia.
    "...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..."
    Sprichwort auf Oxtorne

  7. Avatar von missani
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Andrea,

    vielleicht wirst Du von den Frauen, da Du Single bist, einfach als potentielle Konkurrentin gesehen?

    Als ich plötzlich Single war (wurde betrogen), haben sich nämlich genau aus diesem Grund einige Freundinnen abgewandt, wage ich zu behaupten.

    luci
    war auch mein erster Gedanke - schicke Frau, schicke Wohnung, schicke Job - würd ich auch nicht unbedingt meinem Jetzt-Ex vorgesetzt haben wollen....

    Und stimme auch den anderen zu - wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss halt der Berg zum...usw.

    lg, m


  8. Registriert seit
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich glaube der TE schon, dass das nicht ganz so einfach ist. Auch nach Jahren nicht.

    In meinem Heimatort bist und bleibst du ca. 20 Jahre lang ein Zugezogener. "Ach, ihr seid aus dem Neubaugebiet" (vor 15 Jahren fertiggestellt). Und im Neubaugebiet wohnen meist nur "Fremde".

    Auch wenn du dich in jeglicher Form engagierst, bist und bleibst du erstmal "neu" auf Jahre.

    Aber das Ganze funktioniert auch in die andere Richtung, wie ich feststellen durfte. Willst du als klassischer, alteingesessener Dorfbewohner (ich bin dort geboren und aufgewachsen) zu hoch hinaus, hast einen eher untypischen oder nicht allgemein nachvollziehbaren Beruf, warst ggfs. noch auf dem "falschen" Gymnasium und hast dich in deiner Jugend nicht ausreichend an Saufgelagen, Kirchenfreizeiten etc. beteiligt, begegnen dir die Menschen mit Argwohn oder gar Ablehnung. Man gehört nicht wirklich dazu. Retten kann man es, wenn man sich einen Partner im Dorf nimmt und am Besten noch echte Dorfkinder zeugt. Männer dürfen aber auch zugezogene Frauen nehmen. Zugezogene Männer .....naja, kommt drauf an woher genau. Hast du keine Kinder, dann wirst du kaum Gesprächsthemen finden, es sei denn du magst T*upper oder J*emako etc.

    Für mich stellt es sich so dar, als hätten viele Menschen im Dorfverbund Angst davor, von anderen darauf hingewiesen zu werden, dass es da draußen noch viel mehr gibt als das Schützenfest, das Osterfeuer, etc. Es andere Berufe gibt, andere Lebensmodelle. es fallen wirklich Sprüche wie "der arbeitet ja auswärts", wenn jemand in der nächstgelegenen Großstadt arbeitet (20 km entfernt)(unsere Kreisstadt wäre aber noch ok), hat jemand einen üppigeren Firmenwagen dann ist er ein Bonze.

    von daher kann ich mir gut vorstellen, dass die TE Schwierigkeiten hat. Denn renovieren macht man nicht selbst, das macht der her Schmitz-Piepenkötter, der malert und der kann auch Fliesen und Heizung. Und eine Frau, die nach der Trennung in der großen Wohnung bleibt? Um Himmels willen, das kann nicht mit Rechten Dingen zugehen. Das kann man sich normalerweise nicht leisten, wenn der Mann einem "weggelaufen" ist. und dann noch Psychologin.....Hilfe!
    Würde Sie in "meinem" Ort wohnen, könnte Sie es noch 30 Jahre versuchen und nichts würde sich ändern. Traurig aber leider wahr.

    Ich wohne jetzt drei Dörfer weiter, bin nun auch Zugezogene und bin sehr gespannt, wie sich das in Zukunft mit den sozialen Kontakten entwickeln wird. Aber ich habe immerhin Glück mit der direkten Nachbarschaft.
    Happiness can be found, even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light Albus Dumbledore

    Ehemaliger User in neuem Gewand

  9. Avatar von elli07
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Ich denke, es ist immer schwierig, wenn man/frau anders lebt als es in der Peer-Group (in dem Fall das Dorf/der Nachbarschaftsverbund in einem Neubaugebiet etc. etc) Standard ist. Duch die Lebensweise gehört man da halt dazu. Oder eben nicht.

    In einer "dörflichen Gemeinschaft", die eher traditionell lebt (also Mutter mit Kindern zu Hause und im Landfrauenverein aktiv, Vater Alleinverdiener und im Schützenverein und im Kirchenchor aktiv), ist es sicher schwierig als Alleinerziehende, die ihren Unterhalt selbst erwirtschaftet, reinzufinden. Da fehlen dann auch die gemeinsamen Gesprächsthemen denke ich. Oder die hat Frau dann eher mit den Männern, was dann meist auch nicht so gut ankommt .

    Ist jetzt sehr pauschal gesprochen, es gibt (wie immer) Ausnahmen, aber die Tendenz stimmt meiner Erfahrung nach durchaus. Dito nicht nur auf dem Dorf, sondern auch in einem Baugebiet in der Stadt, in das die Bewohner erstmal nahezu gleichzeitig einziehen. Nach Jahren als Neuer da reinzukommen ist auch nicht unbedingt einfach, wenn man anders zu leben gewöhnt ist als die Nachbarschaft.

    Letztendlich muss es passen, wie und wo man lebt. Verbiegen kann ich mich auf Dauer nicht und die anderen werden es für mich auch nicht machen.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  10. Avatar von Sprachlos
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    AW: Abgrenzung nach oben - die bleiben lieber unter sich

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Man muss den Uniabschluß ja nicht raushängen lassen ...
    ...
    Der Beruf ist fürs Land tatsächlich nicht so förderlich, den würde ich keinesfalls raushängen lassen.
    Schon klar. Für mich fällt sowas eindeutig unter Minderwertigkeitskomplex. Dafür bin ich dann auch nicht zuständig und ich würde es als anbiedern empfinden, wenn ich auf Nachfrage nicht mal meinen Beruf oder Bildungsabschluss nennen würde. Raushängen lässt es ja nun seltenst jemand, öfter ist es ja so, dass Leute mit geringerem Abschluss es so empfinden, dass die/der sich angeblich was auf den Abschluss "einbildet". So jemand kann mir dann auch gestohlen bleiben.

    Ich lebe auch auf dem Dorf und bin mittlerweile hier ganz gut angekommen, allerdings hatte ich eigentlich nie besonderen Wert darauf gelegt und meine wirklichen Freundschaften finden nicht vor der Haustür statt, hier wohne ich mehr oder weniger nur - und das ist auch gut so. Nichtsdestotrotz habe ich kein generelles Problem mit den Leuten hier, die sind so okay wie auch sonstwo.
    Was halt nicht gut ankommt, sind Städter, die noch nie eine Mistgabel in der Hand hatte, sich aber ein fundiert grünes Urteil über Landwirtschaftspolitik gebildet haben und Treckerlärm am Sonntag beim Ordnungsamt anzeigen.

    Dieser Typ Mensch dürfte nirgendwo beliebt sein.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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