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  1. Registriert seit
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    Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Liebe Leute,

    ich erstelle dieses Thema, weil ein guter Freund von mir betroffen ist, der von einer erweiterten Perspektive sehr profitieren könnte.

    Die Situation: Elternpaar, seit gut 1 Jahr getrennt, Kinder 14 und 17, leben beim Vater. Mutter übernimmt bis jetzt kaum Betreuungs- und keine Unterhaltsverpflichtungen.

    Letzte Woche Termin beim JA, Vereinbarung: Frau soll Unterhalt zahlen, kann sie aber nicht. Es werden Schulden aufgehäuft. (?)
    Frau unternimmt derzeit angeblich den Versuch, sich selbständig zu machen und arbeitet nur halbtags, was zu marginalem Einkommen führt.
    Mit ihrer geplanten Selbständigkeit nennenswertes Einkommen zu generieren ist völlig unrealistisch, (nach meiner Einschätzung)

    Der Kindsvater findet gut, dass jetzt das Jugendamt seine Ex dazu "zwingen" kann, Vollzeit zu arbeiten.

    Meine Fragen:

    Welche Mittel hat das JA, die Frau zu "zwingen"?
    Mein Gedanke: Falls es zu Pfändung etc. kommt, ist die Frau noch mehr pleite als eh schon und der Vater hat immer noch keinen Unterhalt für die Kinder. Also, wo macht das Sinn?

    Mein Gedanke: Die Frau wird einen Teufel tun und sich bemühen, Vollzeit zu arbeiten, da sie weiss, dass sie das verdiente Geld als Unterhalt wird abführen müssen. Und: wo nix ist, kann auch nix gepfändet werden. Also hat der Kindsvater im Endeffekt immer noch keine Unterstützung für den Unterhalt. Ich kann nicht erkennen, wo das Sinn macht??
    Meine Frage: welchen Weg kann man einschlagen, um doch noch zu irgendeiner Unterhaltszahlung zu kommen?

    Die Kinder sind ab dem 18. Lj nicht mehr unterhaltspflichtig. Sie müssen den Ausbildungsunterhalt selbst beantragen, liess er mich wissen. Dann wären beide Eltern unterhaltspflichtig.

    Dass die beiden Kinder dann aufs Amt gehen und ihre Eltern zu Unterhalt verdonnern, ist natürlich ein absolutes No-go und eine unerträgliche Vorstellung für ihn, wenn ich das richtig verstehe. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie das tun, ist sehr gering.

    Ich weiss es noch von mir, dass ein solcher Vorgang, wo man als Kind etwas gefordert hat, was einem zusteht, mit grösstmöglicher Empörung einherging und ich anschliessend, als ich es für ein paar Monate mal versuchte, die allerpöhseste war, und zwar endgültig und für immer.

    Meine Frage:
    Müssen die Kinder, um zu dem zu kommen, was ihnen zusteht, tatsächlich ab dem 18.Lj aktiv selbst Geld beantragen? Ist das Kindern zuzumuten und entspricht das Eurer Erfahrung, dass sie das auch tun?

    Ich möchte daran mitwirken, dass der KiVa finanziell etwas entlastet wird und auch, dass möglichst die KiMu mit einbezogen wird. Wenn Letzteres nicht möglich ist, möchte ich, dass die Kinder "irgendwie" das bekommen, was ihnen zusteht.

    Danke, dass Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilt.

  2. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Meine Frage:
    Müssen die Kinder, um zu dem zu kommen, was ihnen zusteht, tatsächlich ab dem 18.Lj aktiv selbst Geld beantragen? Ist das Kindern zuzumuten und entspricht das Eurer Erfahrung, dass sie das auch tun?
    Ja, ab 18 Jahre sind sie volljährig und müssen ihren Unterhalt selbst fordern. Ob sie das tun, hängt von der individuellen Situation ab.

    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Ich möchte daran mitwirken, dass der KiVa finanziell etwas entlastet wird und auch, dass möglichst die KiMu mit einbezogen wird. Wenn Letzteres nicht möglich ist, möchte ich, dass die Kinder "irgendwie" das bekommen, was ihnen zusteht.
    Das ist schwierig, wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Man kann das Geld fordern, bis 18 Jahre gibt es Unterhaltsvorschuss, danach gibt es Beihilfen, z. B. Ausbildungsbeihilfen oder auch Bafög.
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  3. Avatar von Sneek
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Ich bin da kein Experte, aber soweit ich weiß, kann das Jugendamt hier erstmal zu gar nichts zwingen, Unterhalt wird vom Familiengericht entschieden. Gibt es schon einen Titel?

    War die Mutter denn vorher angestellt beschäftigt und probiert es erst jetzt mit der Selbstständigkeit, womöglich, um ihre Einkünfte zu verschleiern?

  4. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Von was lebt die Mutter?
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  5. Avatar von taggecko
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Bis 18 bekommen die Kinder doch Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt, ab 18 muss das von den Kindern selber eingefordert werden. Und wie schon geschrieben- wenn die Mutter kein Geld verdient besteht evtl. ein Bafög Anspruch. Und die Mutter müsste Einkommen über 1080 Euro erzielen um unterhaltspflichtig zu werden.

  6. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Wichtig ist, den schon erwähnten Titel, beim Familiengericht zu beantragen.

    Erhält der Vater Unterhaltsvorschuss über das Jugendamt? Den Unterhaltsvorschuss kann das Jugendamt, auch mit Gerichtsvollzieher, vom Unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholen. Wenn es was zu holen gibt.

    Wenn die Kinder 18 sind, sind beide Eltern barunterhaltspflichtig. Meistens ist es jedoch so, dass das Elternteil bei dem die Kinder leben, weiterhin Kost und Logis bezahlt, anstatt Unterhalt an das Kind zu zahlen und dann Geld für Kost und Logis einzufordern. Vom Unterhaltspflichtigen Elternteil müssen die Kinder den Unterhalt einfordern, das geht auch über Gericht und sollte unbedingt so gemacht werden. Sollte das Unterhaltspflichtige Elternteil Sozialhilfe beziehen müssen, kann der Nachweis über nicht gezahlten Unterhalt, die Kinder davor schützen, den Eltern Unterhalt zahlen zu müssen.
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  7. Registriert seit
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Kinder 14 und 17, leben beim Vater. Mutter übernimmt bis jetzt kaum Betreuungs- und keine Unterhaltsverpflichtungen.
    Zum Umgang kann das Jugendamt die Mutter nicht zwingen. Die Kinder sind auch selbst so groß, dass sie eigenverantwortlich arrangieren können, wenn sie ihre Mutter sehen wollen.

    Die Geschichte mit dem Unterhalt ist etwas komplizierter...

    1. Der Kindsvater kann die Unterhaltsgeschichte ans Jugendamt abgeben. Damit fährt er finanziell wesentlich ruhiger.

    2. Der Kindsvater soll umgehend Unterhaltsvorschuss beantragen. Damit bekommt er den Mindestsatz für die beiden. Wenn das ältere Kind eine schlecht bezahlte Ausbildung macht, bekommt er als Vater über die gesamte Ausbildungsdauer den Unterhalt bezahlt.

    3. Wie bereits geschrieben ist der Unterhaltsvorschuss der Nachweis für die Kinder, dass die Mutter nicht gezahlt hat. Dann sind die beiden später aus dem Elternunterhalt draußen.
    Zudem wird der Unterhaltsvorschuss vorrangig gesehen, d.h. wenn die Mutter bei ihren Eltern erbt, muss sie zuerst die Unterhaltsschulden begleichen.

    4. Den Kindern wird es wohl nicht erspart bleiben, die Mutter auf den Unterhalt zu verklagen.
    Daran soll und darf der Vater die Kinder nicht hindern. Sonst kommen sie nie zu einem vollstreckbaren Titel, selbst wenn die Mutter in den nächsten zehn Jahren kein Geld hat, und müssen später für sie aufkommen.

    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Welche Mittel hat das JA, die Frau zu "zwingen"?
    Das Jugendamt macht die Mutter darauf aufmerksam, dass sie ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen hat und welche Nachteile ihr entstehen, wenn sie sich weigert. Je nach Beruf kann ihr das Familiengericht auch auf die Füße treten, indem die Frau auf den ausstehenden Unterhalt hingewiesen wird...
    "beinhalten" wird wie "halten" konjugiert, als "beinhält", und gehört zur Kategorie schlechtes Deutsch. Warum nicht "enthalten", "umfassen" oder "bedeuten"?

    Sorge dich nicht, lebe!




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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Zitat Zitat von chryseis Beitrag anzeigen
    2. Der Kindsvater soll umgehend Unterhaltsvorschuss beantragen. Damit bekommt er den Mindestsatz für die beiden. Wenn das ältere Kind eine schlecht bezahlte Ausbildung macht, bekommt er als Vater über die gesamte Ausbildungsdauer den Unterhalt bezahlt.
    Weil mich das ab Januar auch betrifft (Sohn wird 18 und bisher Unterhaltsvorschuss), welches Amt bezahlt Unterhalt während der Ausbildungsdauer, chryseis?

    Bei uns wird sich auch die Frage stellen, ob mein Sohn gegen seinen Vater auf Unterhalt klagen muss, nur um sich später selbst vor Unterhaltsforderungen zu schützen, denn zu holen wird beim Vater nach wie vor nichts sein.
    Kinder haben bei Unterhaltsforderungen für ihre Eltern ja einen Freibetrag von 100.000€ Jahreseinkommen. Da fragt man sich schon, ob das Klagen wirklich Sinn macht, hängt wohl vom zukünftigen Beruf und Job ab, ob man dieses Einkommen erzielt.

    Ansonsten kann ich bei ausbleibenden Unterhalt auch nur raten, schnellstens Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Seit 2017 gibt es zum Glück UHV bis 18 Jahre und das sollte man nutzen, es ist ein transparentes Verfahren und man erhält zumindest einen Mindestbetrag (Mindestunterhalt minus volles Kindergeld).

  9. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Zitat Zitat von Renka Beitrag anzeigen
    Weil mich das ab Januar auch betrifft (Sohn wird 18 und bisher Unterhaltsvorschuss), welches Amt bezahlt Unterhalt während der Ausbildungsdauer, chryseis?
    Ich bin zwar nicht chryseis, habe aber zwei Stellen verlinkt. Bei einer dualen Berufsausbildung gibt es Ausbildungsbeihilfen.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  10. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Fragen wg. Unterhalt einer nicht-zahlenden Mutter

    Dazu muss man sich an die Agentur für Arbeit wenden.
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