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  1. Registriert seit
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    Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldung"?

    Huhu liebe Alle,
    ich melde mich mal wieder hier zu Wort.
    Wir haben nun (mal wieder) ein anderes Problem, bzw. ich bekomme als Mutter wie so oft ein Problem vom Vater meiner Tochter "gemacht".
    Erstmal die Fakten:
    - Tochter, fast 6 Jahre alt, lebt im Wechselmodell (50:50)
    - Wohnort des Vaters 35 km von meinem Wohn- und Arbeitsort entfernt
    - Kindergarten am Wohnort des Vaters (da damals dort gemeinsam angemeldet), dafür schriftliche Vereinbarung über Grundschulbesuch an meinem Wohnort
    - Kind hat Hauptwohnsitz bei mir
    - geteiltes Sorge- UND Aufenthaltsbestimmungsrecht

    Meine Tochter wird nächstes Jahr eingeschult und ich hatte bereits Ende des Sommers die Schulanmeldung auf dem Tisch, adressiert an den Kindesvater und mich. Darüber habe ich ihn informiert, jedoch weigerte er sich die Anmeldung zu unterschreiben, da er die Tochter weiterhin bei sich am Wohnort haben möchte.
    Da wir als Eltern ja für den Schulbesuch des Kindes verantwortlich sind (Schulpflicht), bin ich alleine zur Anmeldung gegangen und habe unsere Tochter "angemeldet", mit dem Hinweis Vater möchte sie lieber bei sich anmelden. Das geht logischerweise nicht, da ein Kind nicht an zwei Orten zur Schule gehen kann.

    Nun habe ich erfahren, dass die Tochter aufgrund des Hauptwohnsitzes bei mir gar nicht für die Schule am Wohnort des Vaters vorgesehen ist und daher keine Anmeldung dort möglich ist. Lediglich die Schulen untereinander müssen im Fall einer "Ummeldung" die Schulakte austauschen, sodass dann die Kleine theoretisch am Wohnort des Vaters zur Schule gehen könnte. (Ähnlicher Ablauf wie beim Umzug einer Familie). Das bedeutet, werden jetzt die Füße still gehalten, geht meine Tochter automatisch bei mir zur Schule.

    So weit, so gut... ich frage mich aber nun wie der Vater dieses Fahrwasser nun verlassen kann/will?!? Meiner Meinung nach ja "nur" über das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht???
    Hat da jemand Erfahrungen, ob und mit welchen Argumenten ihm dies gelingen könnte? Natürlich bin ich auch in anwaltlicher Beratung, dennoch würde mich ein Praxisfall mal interessieren und wie es einer betroffenen Mama ergangen ist, bzw. wie der Fall ausgegangen ist. Vielleicht hat ja eine von euch bedauerlicherweise ähnliches erlebt?
    Freue mich auf Antworten

  2. Avatar von DerHeld
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Ihr habt das gemeinsame Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht und die bisherige Betreuung war 50:50, richtig?
    Zudem habt ihr eine schriftliche Vereinbarung über den Besuch der Grundschule in deinem Wohnort und dem Hauptwohnsitz der Tochter?
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  3. Avatar von Pola
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Ich habe keine persönliche Erfahrungen mit diesem Thema, aber dass ein Kind am Hauptwohnsitz zur Schule gehen muss, ist nicht richtig. Das ist ja nur der erste Ansatz der Behörden, aber ich kenne mehrere Familien, in denen z.B. extra ein 2. Wohnsitz geschaffen wurde, damit das Kind auf eine bestimmte Schule darf.

    Diesen Antrag kann man auch noch kurz vorher stellen (zumindest bei uns).

    Ich denke, er wird mit dem Kindeswohl argumentieren - bei Dir und ggfs. anderen Stellen. Die Freunde aus dem Kindergarten werden ja auch in die gleiche Schule gehen, da tut sie sich anfangs sicher leichter. Das ist ja auch nicht von der Hand zu weisen.

    Wie ist denn ihr soziales Umfeld? Letzten Endes müsst ihr euch bei der Konstellation einig werden, euer Papier von damals ist da ja nicht bindend.

    Vor allem solltet ihr euer Kind nicht vergessen. Was möchte sie denn? Wo gibt es vielleicht bessere weiterführende Schulen etc.? In welcher Stadt ist sie besser integriert?

  4. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Die Grundschulzugehörigkeit ist Bundesland abhängig. In manchen BL bestimmt der Wohnort die Grundschule, in anderen BL können die Eltern bestimmen.
    Wenn ich das richtig verstehe, dann gilt bei euch ersteres. Man kann dann zwar einen Antrag stellen auf Schulortwechsel - dafür müssen gewichtige Gründe vorliegen. Ein Umzug wäre ein gewichtiger Grund. Den sehe ich nicht gegeben. Ein Zweitwohnsitz führt auch zu anderem, z.B. steuerliche Veränderungen.

    Die Frage ist, wie geht es zur Schulzeit mit dem 50:50 Modell weiter? Möchte das Kind mit seinen Freunden zur Schule?

    Remember no one can hurt your feelings without your permission

    Ricky Gervais





  5. Registriert seit
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Zitat Zitat von Kalou83 Beitrag anzeigen
    - Kindergarten am Wohnort des Vaters (da damals dort gemeinsam angemeldet), dafür schriftliche Vereinbarung über Grundschulbesuch an meinem Wohnort
    Ähm, was steht denn da drin?
    Habt ihr da die Kleiderordnung festgelegt?


  6. Registriert seit
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    wenn es eh schon eine schriftliche Vereinbarung gibt, wo ist dann das Problem?

    Diese Vereinbarung, ist die bei Gericht belegt, oder nur so zwischen den Eltern?

  7. Avatar von felina78
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Bei uns ist es so, dass das Kind automatisch am Ort, wo es seinen Hauptwohnsitz hat, zur Grundschule angemeldet wird. Wir leben in Bayern.
    Wir wohnen nicht weit voneinander entfernt, wollten beide dass unsere Tochter am Wohnort des Vaters die Grundschule besucht und habe deshalb extra bei ihm einen Nebenwohnsitz für meine Tochter eintragen lassen. Das hatte allerdings keine Auswirkung. Wir mussten ganz normal einen Gastschulantrag stellen, den die Schulen an beiden Wohnorten sowie die Bürgermeister beider Gemeinden genehmigen mussten. Zum Glück hat das geklappt.
    Ich denke, Du kannst einfach stillhalten. Vielleicht zur Not beim Bürgermeister Deiner Gemeinde bescheid geben, falls ihm ein Gastschulantrag für Deine Tochter ins Haus flattert, er den bitte ablehnen soll. Das wird ihm sowieso in die Karten spielen, die abgebende Gemeinde muss nämlich sonst der aufnehmenden Gemeinde die laufenden Kosten erstatten. Wie gesagt, das gilt für Bayern.
    Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube, wir mussten den Gastschulantrag beide unterschreiben und wurden auch beide schriftlich über die Genehmigung informiert. Also "hintenrum" wäre da nix gegangen.
    Es herrscht ja Schulpflicht für Deine Tochter ab dem neuen Schuljahr. Der Vater wird das durch Verweigerung der Unterschrift nicht verhindern können. Man muss nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten wird. Aber ich verstehe, dass Du Dich darüber ärgerst.

    Alles Gute für Dich.
    „Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
    Nicolas Chamfort

  8. Avatar von Sandra71
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Zitat Zitat von Kalou83 Beitrag anzeigen
    So weit, so gut... ich frage mich aber nun wie der Vater dieses Fahrwasser nun verlassen kann/will?!? Meiner Meinung nach ja "nur" über das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht???
    Meiner Meinung nach wäre das die einzige Möglichkeit, aber ich bin weder Anwalt, noch habe ich persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema.

    Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass er damit durchkommt, sofern keine anderen Gründe für das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht vorliegen.

    Traust du ihm denn zu, dass er so weit gehen würde?

    Und, meinst du, dass das Wechselmodell überhaupt noch lebbar ist, wenn eure Tochter zur Schule geht?

    Kindergarten ist ja doch noch mal was anderes...

  9. Avatar von Sandra71
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Zitat Zitat von Pola Beitrag anzeigen
    Ich habe keine persönliche Erfahrungen mit diesem Thema, aber dass ein Kind am Hauptwohnsitz zur Schule gehen muss, ist nicht richtig. Das ist ja nur der erste Ansatz der Behörden, aber ich kenne mehrere Familien, in denen z.B. extra ein 2. Wohnsitz geschaffen wurde, damit das Kind auf eine bestimmte Schule darf.
    Stimmt, da kenne ich auch jemanden.

    Das Kind wurde bei der Schwester des Vaters im Nachbarort angemeldet, um es auf eine bestimmte Schule zu bekommen...wäre aber ja möglich, dass das nicht in jedem Bundesland geht.

  10. Avatar von chaos99
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    AW: Wer kennt sich hier aus: Thema "Aufenthaltsbestimmungsrecht u. Grundschulanmeldun

    Praxis:
    Das Kind geht schon bei ihm in den Kindergarten.
    Damit hat das Kind Freunde dort.
    Die Vorlieben des Kindes für den Wohnort Papas ist damit schon für das Kind vorhanden.

    Unabhängig von der schriftlichen Vereinbarung, kann er jederzeit so begründen und beantragen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen, da der Lebensmittelpunkt des Kindes ja eh bisher aufgrund des Kindergartens bei ihm liegt.

    Praxis, selber miterlebt bei Bekannten:
    Kann er aus beruflichen Gründen dann auch noch ohne Probleme die Versorgung des Kindes sicherstellen, wird schlimmstenfalls das Kind vom Jugendamt befragt...oder sogar vor Gericht, was es möchte.

    "Alles zum Wohl des Kindes"
    ist bei Gericht immer noch Prämisse 1...unabhängig von vorher zwischen Expartnern geschlossenen Vereinbarungen.

    Erst ab 12 können sich Kinder völlig unabhängig für einen Elternteil entscheiden.

    Seine Erfolgsmöglichkeiten sind somit leider sehr hoch....zum Schulanfang stirbt in der Praxis automatisch das 50:50 Model.

    Mich würde es auch nicht wundern, wenn das schon von Anfang an geplant war von ihm. Die Vaterseite des Falles meiner Bekannten hatte es...
    Und bei Dir TE ist das ja offensichtlich auch der Fall.
    Ich erinnere mich an die Urlaubs-Geschichte...

    IMO ....
    Und wieder ziehen Eltern, die ja so zufrieden mit der 50:50 Regel sind, in den Krieg,...und das Kind steht dazwischen...muss sich zwangsweise für eine Seite entscheiden.
    Schlimmeres kann man Kindern kaum antun...
    Geändert von chaos99 (07.12.2018 um 11:18 Uhr)

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