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    Stirnrunzeln Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Hallo liebe BriCom,

    ich weiß allmählich keinen Rat mehr. Mein Sohn (13) ist schon seit Jahren kreuzunglücklich und ich kann ihm nicht helfen.

    Vor 5,5 Jahren mussten wir von Berlin nach Frankfurt ziehen. Mein (Noch-) Mann wollte sich beruflich verwirklichen. Mein Sohn wechselte zur 2. Klasse in die neue Grundschule und ließ viele Freunde in Berlin zurück. Er war lange Zeit sehr traurig. Dazu kam noch, dass mein Mann vier (!!!) Monate nach dem Umzug ausgezogen ist. Für die Kinder (ich habe noch eine Tochter, 9) kam sozusagen Umzug und Trennung auf einmal.

    Um die Kinder nicht weiter zu belasten hatte ich beschlossen, erstmal dort zu bleiben. Nach vier Jahren konnte ich mir die teure Miete nicht mehr leisten und wir sind aus Frankfurt weg gezogen (25 km). Das bedeutete für meinen Sohn in der 6. Klasse einen erneuten Schulwechsel.

    Ich fühle mich hier in unserem bezahlbaren Häuschen wohl, habe einen guten Job in der Nähe und meine Tochter hat sich auch eingelebt. Natürlich vermisse ich die Stadt und möchte diese Option immer offen halten, aber im Moment geht es nicht.

    Mein Sohn leidet weiter. Die Freunde wohnen hier auf dem Land alle verstreut und sind nicht mal eben zu Fuß zu erreichen. Die Rentnerdichte in unserer Kleinstadt ist wirklich extrem hoch... von prickelnden Leben keine Spur. Er fühlt sich eingeengt, redet seit Jahren nur von Berlin und dass er hier weg will

    Heute hat er mir gestanden, dass er auch zu seinem Vater ziehen würde - der in der City lebt - nur um raus zu kommen. Er hat ihn wohl letztes Wochenende angesprochen, worauf mein Ex verhalten reagiert hat. Über diesen Gedanken war ich geschockt und sehr traurig. Sein Vater hat eine neue Beziehung und möchte mit der Frau dieses Jahr zusammen ziehen.

    Ich fühle mich oft wie in einem schlechten Film. Wie kann ich meinem Sohn helfen? Ich möchte ihn nicht verlieren
    Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...

  2. Inaktiver User

    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Gibts da in der Nähe irgendwelche Vereine? Sport, Musik o.ä., die Kindergruppen haben? Pfadfinder? Kirchliche Jugendgruppen?

  3. Inaktiver User

    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Hallo Gartenzwergin,
    erstmal möchte ich sagen, dass mir die Situation für Deinen Sohn wirklich leid tut
    Auch unsere beiden Kinder mussten oft mit uns umziehen, es war und ist nicht immer leicht für sie. Trotzdem denke ich, dass das Problem Deines Sohnes eher damit zusammenhängt, dass er nicht nur dem alten Wohnort hinterhertrauert, sondern eher den alten Zeiten, in denen für ihn noch alles "heile Welt" war.
    Würde er jetzt tatsächlich zu seinem Vater ziehen, würde die Enttäuschung wohl sehr groß sein. In seiner Erinnerung ist in Berlin alles klasse und viel schöner als jetzt bei Euch auf dem Land, dass es auch dort Nachteile gibt, sieht er ja nicht.
    Zudem muss es für ihn ziemlich hart gewesen sein, dass sein Papa von seiner Idee nicht so begeistert war...
    Was kann man tun? Es ist wirklich sehr schwierig.
    Kann er vielleicht mal ein paar Wochen, vielleicht in den Sommerferien zu seinem Vater ziehen, damit er sieht, dass in der Großstadt auch nicht alles soooo klasse ist? Obwohl dann natürlich auch die Gefahr besteht, dass das ganze ein Eigentor wird...
    Ich glaube, ich würde erstmal weiter versuchen, dass er sich bei Euch wohler fühlt. Ist er schon in einem Sportverein? Möchte er denn überhaupt Freunde finden, oder lehnt er alles grundsätzlich ab?
    Liebe Grüße

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    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Lieben Dank für eure Antworten

    Mein Sohn ist zweimal in der Woche im Training (Rudern) und hat eigentlich viele Freunde. Erst gestern habe ich für ihn und zwei Kumpels nach der Arbeit Lasagne gemacht Er hat in den neuen Schulen immer schnell Anschluss gefunden.

    Die Idee mit den Sommerferien ist nicht schlecht. Der Vater fährt aber immer mit den Kids weg und ansonsten arbeitet er den ganzen Tag bis spät abends. Mein Sohn wäre also ziemlich auf sich alleine gestellt. Finde ich nicht so toll.

    Ich habe meinen Sohn heute früh gebeten, zumindest die 10. Klasse auf dem Gym fertig zu machen. Zur Oberstufe kann er sich ja überlegen, ob er wechseln oder umziehen will.

    Ich finde, ich muss nicht jedem Wunsch sofort nachgehen, sollte seine Befindlichkeiten aber im Auge behalten.
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    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Hallo Gartenzwergin,

    ich finde diesen Kompromiss vernünftig, v.a. da der Vater ja nicht gerade Hallelujah gerufen hat..

    Könnte es nicht auch eine Mischung aus dem Vermissen des "alten" Lebens sein und einfach einem Symptom der Pubertät? Ich lebte ja nach der Scheidung meiner Eltern bei der Oma recht ländlich (selbst so gewünscht, mir war die Hin- und Herreicherei meiner Person zu viel und ich habe wohl mit 5J. so eine Art "Machtwort" gesprochen - Auslöser war eine vergessene Puppe ) und habe das wirklich so gewollt, aber in der Pubertät war ich dort auch nicht recht zufrieden, da alles uncool, alle Leute blöd, keine Geschäfte, kein Kino, die Entfernung in die "heilige Stadt" trotz bezahlter Buskarte eine Zumutung, mein glühender Neid galt allen "Stadtkindern", selbst unser Autokennzeichen, dass uns als "Landeier" enttarnte war mir zu gewissen Zeiten peinlich, was hätte ich damals für ein "F" gegeben .

    Kann es auch einfach die Pubertät sein? (Dann kannst du dich entspannt zurücklehnen, da du ohnehin nichts richtig machen kannst, das ist ein Spruch meiner Oma und die hatte immer Recht ).

    LG
    Mittwoch
    Der Weg ist das Ziel - und dann ist das Ziel weg.


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    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Danke Estrella
    Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos...

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    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    Ich fand zu Teenie-Zeiten unseren Großstadt-Vorort unerträglich furchtbar grauenvoll langweilig und super spießig und war todunglücklich. Und das mit Straßenbahnanschluß in die City!

    Ich wollte da bloß weg. (Bin auch am Tag nach dem Abi im Zug nach Berlin gesessen).

    Liebe Gartenzwergin, ich fürchte, Du kannst da gar nicht viel machen. Und wieder in die Stadt ziehen - mit viel zu hoher Miete, weit weg von Deiner Arbeitsstelle und mit erneutem Schulwechsel für die Kinder - das kanns auch nicht sein, oder?

    Vielleicht kannst Du deinem Sohn ein bisschen helfen, indem Du ihn zu Freunden hinfährst, wenn das mit Öffentlichen nicht geht ... und ihm möglichst bald ein Mofa spendierst.

    "Bleib bis zur 10. und danach kannst Du von mir aus zu Papa" find ich auch nicht schlecht ... zumal Papa ja erstmal zustimmen müßte, gell? Auf jeden Fall hätte er dann den schwarzen Peter, wenn er erwartungsgemäß ablehnt.
    Jedenfalls hätte Sohnemann erstmal eine Perspektive ... und was das "Verlieren" angeht ... früher oder später ist er eh weg. Ist hart, aber is so ... das musst Du Dir auch klar machen. (Schon deshalb würd ich jetzt nicht noch mal umziehen nur wegen Sohn ... in 5 Jahren ist er 18 und kann eh machen was er will - im Zweifel wegziehen - und Du musst auch kucken, wo Du bleibst und Deine Tochter ... die hast Du ja voraussichtlich noch ein paar Jahre länger.)

    Ich wünsch Euch alles Gute, dass sich die Gemüter beruhigen und Dein Sohnemann sich wieder einkriegt!
    Viele Grüße allerseits von
    Avocado

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    AW: Sohn ist seit Jahren unglücklich...

    @ Lieben Dank Avocado,

    du hast so Recht. Natürlich würde ich wieder gerne in der Stadt wohnen, aber das wäre im Moment ausgemachter Schwachsinn Mein Ex hat wohl mit seinem neuen Schatz geredet und es würde - zur Not - gehen, dass Sohnemann zu ihm zieht... ab der 11. Klasse. Aber bis dahin ist ja noch ein bisserl Zeit, gelle Ich verstehe meinen Sohn auch. Bin mit 18 erst Mal für 6 Monate nach Paris und danach gleich nach Ffm gezogen.

    Mein kleiner Traum ist sowieso - sollte er in Berlin studieren - dann auch wieder in diese wundervolle Stadt zu ziehen. Mal schauen...
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