Hallo.
Ich habe das auch schon im Schuldenforum gepostet, also bitte nicht wundern, aber ich dachte, vl hat hier schon jemand Erfahrung damit.
Es trifft mich nur indirekt persönlich, aber vielleicht könnt ihr und ja einige Tipps geben, wir kennen uns ja garnicht damit aus.
Also, es geht um meinen Freund, seinen jüngeren Bruder und deren Vater.
Die beiden sind inzwischen 22 und 20, ihr Vater ist kurz nach der Geburt des jungeren abgehaun.
Er hat nie Unterhalt gezahlt, hatte soger noch ein Kind gezeugt, für das er auch nicht gesorgt hat, und hat sich nie gemeldet.
erst kurz bevor mein Freund 18 wurde tauchte er wieder auf, weil er dann selbst klagen musste, um an sein Geld zu kommen, und der Vater versuchte sich einzuschleimen, damit mein Freund nicht klagt. Geklagt wurde trotzdem von beiden Kindern, und sie bekamen Recht.
Ich weiß nicht genau wie das ablief, in dem Jahr waren wir noch nicht zusammen.
Jedenfalls hatte der Vater damals noch Arbeit, hat diese aber verloren und ist zurück in die Stadt gezogen, in der wir auch leben und empfängt jetzt Hartz.
Die Schulden belaufen sich für beide Kinder zusammen auf mehr als 10000€, dann hat er, was wir wissen noch Schulden beim Jugendamt, da die ja erstmal seinen Unterhalt übernommen haben.
Ausserdem gibt es noch 8 andere Schuldner, er hat sich jetzt PI gemeldet.
Angeblich sind die Jungs die 2. Schuldner auf seiner Liste, aber er hat ihnen nur angeboten 3 Jahre lang 10€ pro Monat zu zahlen, verglichen mit seinen Schulden ist das nichts.
Eigentlich hatten wir ein wenig mit dem Geld gerechnet, wahrscheinlich war das blauäugig. Da die Mutter alleinerziehend ist, erhalten beide fast den Höchstsatz an Bafög fürs Studium, davon muss ja die Hälfte zurückgezahlt werden und ich hatte gehofft, dass uns diese Schulden dabei helfen.
Bitte sagt mir, hat er irgendeine Chance auf das Geld, muss man auf solche Angebote eingehen, muss man dem Vater entgegen kommen?
Ich weiß es geht mich nicht so viel an, aber es beschäftigt mich, und ich bin hier angemeldet und nutze diese Chance.
glG
Tin
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Ergebnis 1 bis 9 von 9
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08.02.2007, 17:35
Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Ich geh jetzt in mich, und wenn ich wieder rauskomm bin ich außer mir,
und bei dir
noch heute Abend und, dann den Rest unsres Lebens
mediomelo - Dota die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten
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08.02.2007, 20:08
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Hallo,
ganz ehrlich? Ich würds nicht tun.
Wenn er PI angemeldet hat geht das ganze sowieso seinen Weg und da würd ich mich raushalten bzw. zuschauen und abwarten was kommt.
Dass Du Dir darüber Gedanken machst kann ich schon verstehen.
Ich wünsch Euch viel Kraft und evtl. doch ein paar Euro für die Kids.
LG
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08.02.2007, 20:20
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Hi,
soweit ich weiß werden die Schulden in der Insolvenz alle gleich behandelt, d.h. er wird einen sogenannten Nullplan erstellen und dann gar nichts oder nur die 10 Euro zahlen. Ausgenommen sind nur Verbindlichkeiten nach § 823 aus unerlaubter Handlung. Dein Freund muß diesem Insolvenzplan nicht zustimmen, dann geht das ganze zum Gericht und dann wird seine Zustimmung ggf. durch das Gericht ersetzt.
Anders ist das aber mit dem laufenden Unterhalt. Hat er da einen Titel? Ansonsten hat er mit diesem Vater einfach A... Karte gezogen. Der Unterhaltsanspruch minderjähriger Kinder geht dem volljähriger KInder, die nicht mehr schulpflichtig sind vor. Da hat er wahrscheinlich schlechte Karten.
poste das mal bei Jurathek.de, die haben ein Familienforum und sind sehr fit mit Unterhaltssachen und haben vielleicht noch eine andere Idee.
Liebe Grüße
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08.02.2007, 21:16Inaktiver User
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Wenn er in der PI ist, dann wird gerechnet was vom Selbstbehalt übrig bleibt. Der Vater kann schon nicht mehr entscheiden, wieviel er an wen zahlt, der Insolvenzverwalter/ Betreuer verhandelt mit den Gläubigen.
Gibt es einen Titel könne die Jungs 30 Jahre lang klagen, aber wenn der vater PI angemeldet hat, werden sie wohl nie etwas sehen, weil der Gang in die PI schon in etwa, den Umgang eines Schuldners mit Geld charakterisiert.
Tut mir leid, keine beruhigendere Antwort geben zu können, aber wie es scheint hat der Vater ja noch nie so ernsthaft gezahlt, dann wird das auch später nix, wenn er nicht gerade eine Lottogewinn macht oder urplötzlich auf den pfad der Tugend gerät.
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10.02.2007, 18:53
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
So mädels, erst mal danke, dass ihr was gesagt habt, und mich versteht, im Schuldenforum wars etwas anders, naja.
Ich will euch nur kurz informieren, ich hatte, wegen des Gesetzesdschungels meinem Fruend vorgeschlagen doch mit seinem Bruder und vl der Mutter zur Rechtsberatung in der Uni zu gehen. Nun, ich muss sagen, die Mutter ist eine Schwiegermutter wie sie im Buche steht... das wäre ja Unsinn, ist alles schon geregelt, das geht vor Gericht. Warum würde ich überhaupt im Internet, und auch noch in "solchen Foren" recherchieren...
Nun gut, es geht mich ja wirklich nichts an. Ich fühl mich nur, als wär das Thema nicht gegessen, sondern als hätte man mir das auf den Tisch gestellt, und in dem Moment, wo ich zur Gabel greife, wird es abgeräumtmit den Worten: "Das ist nichts für dich!"
Nun gut, ja, auf die A...karte läuft es wohl hinaus.
Ich hab es versucht, in dem andern Strang auszudrücken, ich kopier das hier mal rein.
es kommt mir vor, als würde er sich mit diesem Schritt seiner gesammten Verantwortung entledigen, bis jetzt hat er sie nur aufgeschoben. Er ist auch verantwortlich, dass es sie gibt. Auch wenn er rechtlich die Schulden danach los ist, wie kann das je eine einigermaßen normal Beziehung werden.
Wie kann das ein Opa für unsre zukunftigen Kinder sein, und dann auch noch die Oma, oh je.
Naja, mit 21 muss ich wohl langsam lernen, dass nicht alle Menschen "toll" sind, auch nicht alle in meiner nächsten Umgebung.(diesen Satz nicht so ernst nehmen, aber vl begreif ich es eher, wenn ich es auch mal sage und schreibe)
Nochmal Danke
lG
TinIch geh jetzt in mich, und wenn ich wieder rauskomm bin ich außer mir,
und bei dir
noch heute Abend und, dann den Rest unsres Lebens
mediomelo - Dota die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten
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10.02.2007, 22:58Inaktiver User
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Hey dastin,
die Idee mit der Rechtsberatung an der Uni ist gut.
Hilly
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23.03.2007, 19:12
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Also: folgendes ist evtl moeglich:
Falls ein Titel besteht, kann man immer noch versuchen zu pfaenden. Ist die Pfaendung fruchtlos, dann muesstet Ihr ihn zur Abgabe der E.V. zwingen.
Noch besser:
Alleine das *Abtauchen* des vorbildlichen Vaters reicht aus, um ihn erfolgreich wegen Paragraph 170 StGB anzuzeigen.
Wird das Verfahren eroeffnet ( Staatsanwaltschaft prueft erst) und eine Verurteilung erfolgt, so werden alle Unterhaltsschulden aus der PI ausgenommen, da Schulden aus Straftaten von jeder PI ausgenommen sind.
Und lt. Paragraph 170 StGB ist die vorsaetzliche Unterhaltspflichtverletzunf ein Straftatbestand ;-)
Sucht Euch nochmal einen Fachanwalt fuer Familienrecht (Frauenhaeuser kennen da recht gute *g*) und lasst Euch nochmal genau beraten.
Ein Beratungsschein hierfuer solltet Ihr in jedem Fall bekommen koennen.
Was die Schwiegermutter betrifft: nicht ungewoehnliches Verhalten- wahrscheinlich war es ihr damals peinlich und ist es heute noch. Oder halt die typische Haltung dieser Generation: *Wir koennen ja doch nix tun*
Wichtig auch noch : fix sein, denn: wer zuerst kommt malt zuerst. Oder auch: wer am lautesten bruellt wird am besten gehoert.
Kaempfe gerade selbst mit den o.g. Mitteln recht erfolgreich um den Unterhalt fuer meine Tochter.
Habe gerade noch geleen, dass Unterhaltsschulden bei einer PI immer vorrangig (!) behandelt werden.Geändert von suesske (24.03.2007 um 09:34 Uhr)
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14.01.2010, 09:56
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Hallo,
ich hoffe sehr, dass du meine Nachricht liest! Ich stecke leider auch in der Situation keinen Unterhalt für meine Tochter zu bekommen. Ihr Vater ist selbstständig und hat derzeit einen Offenbarungseid laufen. Im April dieses Jahr sind die 3 Jahre rum und ich würde gerne wissen was ich tun kann um an den Unterhalt der Ihr laut Titel zusteht auch zu bekommen.
Wir haben vom Jugendamt eine Beistandschaft, die macht mir aber gar keine Hoffnungen. Sie sagt wenn er nun PI anmelden würde, wären alle Unterhaltsschulden die er bereits hat (knapp 4000 Euro) abgegolten.
Du scheinst Dich mit dem Thema auszukennen, daher würde ich mich sehr sehr freuen von Dir zu lesen!
Irgendwas muß man doch machen können.... Ich kann einfach nicht glauben, dass er da einfach so mit durchkommt..
erstmal liebe Grüße
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16.01.2010, 00:44
AW: Privatinsolvenz des Vaters - Unterhaltsschulden...?
Selten so ein Käse gelesen.
Strafanzeige, was soll das für ein Murks werden, bringt noch nicht mal Genugtuung.
Eine Verurteilung wegen des 170 bedingt Vorsatz und der muss nachgewiesen werden.
Da auch Staatsanwälte gemeinhin nicht doof sind, werden die sich nicht vor den Karren zivilrechtlicher Auseinadersetzungen spannen lassen.


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