Ich stell mir immer vor, ich wäre das Kind. An seiner Stelle wollte ich nicht aus der Familienvilla mit Papa, Oma und Opa weg um dann mit einem neuen Mann und Mama irgendwohin zu ziehen, wo ich kein Kind kenne, keine Freunde habe und in eine neue Schule muss.
Und als ich Kind war, wollte ich das auch nicht. Als ich Kind war, meinte meine Mutter auch mal, sie wolle sich scheiden lassen und ich habe deswegen drüber nachgedacht. Nein, ich wollte nicht raus aus unserem Haus, irgendwo in eine Wohnung ziehen, die Schule wechseln und Papa kaum noch sehen. Obwohl mein Vater mich kaum betreute, wäre ich lieber bei ihm geblieben, als den Standort zu wechseln. Meine Mutter hätte mich unter Garantie regelmäßig besucht, beim Vater war ich mir da nicht so sicher. Glücklicherweise war das bei uns bald wieder vom Tisch.
Mal ganz nebenbei, auch wenn es materiell klingen mag: Familienvilla vs. Eigentumswohnung vom Next - das ist ganz nüchtern betrachtet auch ein Statusverlust des Kindes. Selbst wenn das Kinderzimmer ganz hübsch ist, bei Immobilien zählt auch die Lage. Außerdem hat man in einer Villa ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten jenseits der Kinderzimmertür. Je nach Ausstattung. Da werden auch andere Kinder gern zu Besuch kommen, wenn es Speicher, Spielzimmer, Garten, Bibliothek u.ä. gibt. Dadurch hat auch schon ein Kind eine ganz andere gesellschaftliche Position. So seltsam das bei einer 7-jährigen klingen mag.
Anders als bei einer, die beim Next der Mutter ein Zimmer abbekommen hat.
In meinem Freundeskreis gab es auch diesen Unterschied. Mir ist erst als Erwachsene klar geworden, dass eine meiner Freundinnen genau darunter gelitten hat. Als ihre Mutter mit dem Next in eine Mietwohnung gezogen ist und sie dann mit uns spielte. Die Töchter ihrer Vermieter waren meine Freundinnen und wir lebten nebenan. Sie hat sich anscheinend immer zweitklassig gefühlt.
Für dieses Kind hier ist es durch die Trennung schon schwierig genug. Man sollte ihm wenigstens sein Zuhause und die Freunde lassen.
Antworten
Ergebnis 1.241 bis 1.250 von 1339
-
17.04.2017, 08:21
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
-
17.04.2017, 08:27Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Der Vater möchte lediglich, dass die Tochter ihren Lebensmittelpunkt am jetzigen Wohnort hat - wie es auch notarvertraglich zwischen den Eltern vereinbart wurde. Dass der Vater die TE aus dem Leben des gemeinsamen Kindes drängen will und etwas dagegen hätte, wenn die TE das Kind von Freitag bis Montag betreut, ist deine Interpretation...wie du darauf kommst, ist mir schleierhaft.
Ob es praktikabel ist, das Mädchen jeden Montagmorgen 180 Kilometer zur Schule zu fahren, steht wieder auf einem anderen Blatt.
-
17.04.2017, 08:28
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.
-
17.04.2017, 08:31
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Mal ehrlich, würdest du das wollen? Montags morgens 180 km Schulweg? Jedes Wochenende weg von den Freunden?
Bis dahin lief doch alles so gut fürs Kind. Jetzt soll es sich so verschlechtern?
Spätestens bei dritten Durchlauf hat das Kind doch die Nase voll davon! Und irgendwann wird es nein sagen.
-
17.04.2017, 08:32
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.
-
17.04.2017, 08:42Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Seit (meiner Erinnerung nach) mehr als drei Jahren ist der KV derjenige, der dem Kind Beständigkeit vermittelt...die KM hält sich den größten Teil der Woche bei ihrem Freund auf.
Es gibt durchaus Mütter, die nicht an sich, sondern ans Kind denken und es im Falle eines Umzuges im gewohnten Umfeld beim Vater lassen...Die meisten oder alle Mütter sind von der Fraktion: nicht ohne mein Kind.
In der Regel mag das so sein...man sollte das aber doch immer individuell betrachten - im hier diskutierten Fall hat der Vater eine starke Bindung zum Kind.Sie können delegieren, das Kind ist aber im Fleisch.
Männer haben in der Regel nie diese Bindung.
Absolut nachvollziehbar.Ich kenne eine Frau die mit dem Vater des Kindes eine sehr gute Regelung lebt, Residenzmodell.
Und jetzt will sie zum Freund ziehen, hat da sogar schon eine besser bezahlte Stelle gefunden.
Es fällt der so was von sauschwer, die hat buchstäblich am ganzen Körper Ausschlag.
Das ist heute zum Glück nicht mehr so...und, nicht zu vergessen, hier existiert eine Vereinbarung.Außerdem gäbe es noch so viel einzuwenden: früher zogen Kinder eben einfach mit, basta.
Ja, kommt bei älteren Kindern auch vor...und?Und was noch besser ist: auch aus so gut vernetzten Beziehungen packen Kinder dann oft ihre Sachen und ziehen zum anderen Elternteil. Das ist dann in Ordnung.
-
17.04.2017, 08:43Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
Hm, das ist wohl wahr.
@ Jessikas_Mama,
ich habe weiter vorher in einigen Beiträgen geschrieben, dass ich das Umziehen von Mutter und Kind befürworte, wenn es um Lebensglück der alleinerziehenden (unabhängig, was im Scheidungsurteil steht) Mutter geht. Da habe ich, fürchte ich, doch sehr daneben gelegen, in diesem Strang hier.
Bei allem, was ich gelesen habe, was Du schreibst, denke ich inzwischen eher, dass der Vater hier eher alleinerziehend und da umsichtig, verantwortungsbewusst und engagiert ist. und dass das Kind sein Heim eher bei ihm hat.
Vielleicht war er von vornherein in einer besseren Situation dafür - das lässt sich von mir schlecht beurteilen, aber jedenfalls scheint er sie besser genutzt zu haben, um für sein Kind konstant in seiner Freizeit zwischen der Arbeit da zu sein und zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen.
Mal unabhängig von der vor einigen Jahren bei der Scheidung erfolgten Aufenthaltsvereinbarung, die bestimmt geändert werden könnte, wenn die Tatsachen nur eben anders wären.Geändert von Inaktiver User (17.04.2017 um 08:57 Uhr)
-
17.04.2017, 08:45Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
da kann man sich auch fragen: wie lange denn auf lange Zeit gesehen?
So lange es die Umstände erlauben?
Das ist nämlich genau gesagt die Gretchenfrage.
Ich glaube und hoffe auch nicht dass jemals Richter so temporär entscheiden.
Oder nach finanziellen Aspekten.
Dann würde ein Kind zur Ware verkommen.
Ein Ortswechsel ist ja oft auch mehr als sich mehrere Kilometer zu entfernen.
Es kann von der Stadt aufs Land sein und umgekehrt.
-
17.04.2017, 08:58Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?
In einer gewissen Weise kann ein Kind im Zusammenhang mit einer Scheidung schon als Ware oder Sachwert betrachtet werden. Und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass über es, seinen Aufenthaltsort und der Art seiner Betreuung Geldströme zwischen den nachehelichen Eltern gelenkt werden und u. U. Macht- und Anspruchsverhältnisse entstehen.
Also mal ganz neutral gesehen. Und vom Geld lebt man nun mal, materiell gesehen.
-
17.04.2017, 09:05Inaktiver User
AW: Kann der Vater meiner Tochter meinen Umzug mit Kind verhindern?


Zitieren

