Hallo meine lieben,
ich versuche es einmal hier im forum, weil ich gerade nicht weiter weiß.
die vorgeschichte:
mein ex und ich haben 2 kinder. töchterchen ist 5 und sohnemann ist 3. wir sind seit nicht ganz 2 jahren getrennt. in der zeit hat er sich eine neue frau gesucht (oder schon vorher, ich weiß es nicht und will es im nachhinein auch nicht mehr wissen).
sie ist 3monate nach trennung mit in seine wohnung eingezogen und brachte auch ihren 11jährigen sohn mit. nach 1jahr sind sie zusammen in eine größere wohnung gezogen und haben noch ein baby bekommen. dann kam die heirat.
ich hingegen bin in der alten wohnung wohnen geblieben, habe jedoch auch seit 1jahr einen neuen freund. er verbringt alle 14tage den sonntag mit uns.
die kinder werden im wechselmodell betreut. wir wechseln mehrmals wöchentlich, wollen dies aber jetzt auf einmal die woche ändern (3/4 tage....nächste woche andersrum).
so, das zur vorgeschichte. töchterchen hat natürlich die trennung mit 3jahren sehr genau mitbekommen. es gab viel streit im vorfeld, allerdings hat das mit der trennung schlagartig abgenommen. wichtige termine nehmen wir gemeinsam mit den kindern wahr und es gibt definitiv keine diskussionen mehr vor den kindern. im großen und ganzen pflegen wir einen respektvollen umgang miteinander.
jedoch merke ich immer wieder, dass sie, wenn sie vom papa kommt unglaublich zornig ist und sie einen befehlston drauf hat, der wirklich schlimm ist. verbringt sie das wochenende bei den großeltern kommt sie als der engel wieder, den ich kenne.
versteht mich nicht falsch, auch bei mir zickt sie mal rum und ist vorlaut, aber es ist schon sehr extrem, wenn sie vom papa kommt.
heute war wieder so ein tag. exi brachte mir die kids. sohnemann springt mir in die arme und tochter umarmt mich auch, stürmt in die wohnung und war weg. ex fordert sie auf, die jacke auszuziehen und sie zickt rum. irgendwann tat sie das dann doch.
ich fragte ihn was los sei und da meinte er, dass sie wohl sauer ist, weil er angeblich zuwenig zeit mit ihr verbringt.
ok, ich fragte ihn, ob er das auch so sieht und da meinte er, dass er ihr erklärt hat, dass er einfach nicht soviel zeit für sie hat, weil sie ja zu 6 zuhause sind und das muss sie ja akzeptieren. ex ging dann auch.
ich suchte das gespräch mit meiner tochter, was erst garnicht möglich war. sie machte komplett dicht und war einfach nur wütend. ich bot ihr dann an, dass wir zusammen etwas spielen könnten. das taten wir auch und sie beruhigte sich im spiel. als ich danach das gespräch suchte sagte sie mir, dass sie möchte, dass exis frau wieder zu ihrem ex zurück geht und papa und mama zusammen sein sollen. ich antwortete ihr, dass das nicht geht und auch nicht passieren wird in der zukunft (eine psychologin hatte uns geraten, ganz klare aussagen diesbezüglich zu treffen).
dann überlegte sie kurz und meinte, ich soll dann sohnemann zu papa geben und sie will mit mir und meinem freund zusammen bei uns leben. ich fragte sie, ob sie nicht traurig wäre papa nichtmehr zu sehen. nee, sie hat ja nen neuen papa dann. ich meinte, dass ich aber sohnemann vermissen würde und papa sie vermissen würde. egal, da würden wir uns schon dran gewöhnen.
ich war wirklich geschockt darüber. leider kamen so kleinigkeiten in letzterzeit wirklich häufiger vor. einmal auf meinem arm rief sie meinen freund dazu, umarmte uns ganz dolle und meinte "familienkuscheln".
ich glaube ihr fehlt quasi primetime mit papa, aber ich weiß nicht, wie ich ihn dazu motivieren kann. er findet halt, dass sie sich in die rolle fügen muss, die sie jetzt bekommen hat. ich verstehe das zum teil, aber naja, es ist mein kind und ich will, dass es ihr gut geht.
wisst ihr vielleicht, wie ich ihr das ganze leichter machen kann? meint ihr, dass sie hilfe von einem psychologen braucht? wie soll ich jetzt weiter vorgehen? ich bin so dermaßen überfordert damit, dass ich nichtmal weiß, in welche richtung ich gehen soll.
lg lilalein
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26.01.2017, 18:36
Tochter fühlt sich zurückgesetzt
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26.01.2017, 22:31
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Ich finde das absolut unmöglich vom Vater. Sie (und der kleine Bruder) sehen ihren Vater nur alle 14 Tage und dann wird ihnen klar, dass dieser ein fremdes Kind ständig sieht und sie kaum. Und auch das Baby hat den Vater immer. Wen sich die Kleine vom Vater zurück ziehen möchte würde ich sie nicht zwingen hingehen zu müssen. Der Vater hat sich das selbst zuzuschreiben.
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26.01.2017, 23:14
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Nein die TE hat geschrieben, dass sie das Wechselmodell praktizieren so dass die Kinder mehrere Tage die Woche beim Vater sind.
Einerseits muss eure Tochter tatsächlich akzeptieren, dass im anderen Haushalt sechs Personen leben und dass da einfach weniger nach ihrer Nase geht als bei nur drei (gelegentlich vier) Personen in eurem Haushalt oder bei den Großeltern.
Und bei vier Kindern ist es sicher schwierig jedem Kind Primetime zu geben.
Und sie muss auch akzeptieren, dass Mama und Papa nie wieder ein Paar sind.
Ich würde mich vielleicht eher selbst psychologisch beraten lassen, wie du es deiner Tochter erleichtern kannst mit der Situation umzugehen - aber ich denke auch, es einfach nach ihrem Willen zu machen ist weder gut noch überhaupt machbar und sie zu sehr zu bedauern und zu betüddeln verstärkt unter Umständen nur ihren Trotz und ihre "Opferrolle".Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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28.01.2017, 13:24
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Der Tochter ganz klar sagen, dass ihr beide Eltern gemeinsam entschieden habt, wie die aktuelle Regelung aussieht... und sie das als Kind nicht entscheiden kann und soll, welches Kind wo mit wem lebt und wer wen wann sieht u.ä.
Sie mischt sich da in Sachen ein, die sie in ihrem Alter nicht überblicken und korrekt beurteilen kann... und deswegen hat sie da eben auch keine echte Kompetenz... die von ihr vorgeschlagenen Lösungen sind immerhin recht kindlich naiv und von Eifersucht geprägt, offensichtlich stellt sie sich und ihren Egoismus vor alle und jeden.
Sauer und wütend darf sie ab und an auch sein... zickig... es ist auch völlig normal,d ass sie immer noch beide Eltern als Paar vereinen würde ...
Aber, es ist schlicht nicht ihr Ding, Dir oder dem Vater das Leben mit dessen Next und deren Kindern nun umzuorganisieren.
Sie hat recht Teil dieser Patchworkfamilie zu sein.. dort eines von insgesamt 4 Kindern.
Ja. ihr Vater hat neben ihr noch weitere Kinder ... sie ist kein Einzelkind... weder in ihrer Ursprungsfamilie... noch in Papas neuen...
Es ist also ganz selbstverständlich, dass neben ihr und ihren Bedürfnissen noch die anderer zu berücksichtigen sind und sie immer wieder auch zurücksteckt und Kompromisse eingeht.
Primetime ... ist schon o.K... aber neben ihr existieren viele andere Menschen, die nun auch alle Bedürfnisse haben.. Papa hat tatsächlich mehr Interessen gleichzeitig abzudecken, als nur die seiner Tochter... und ja, selbstverständlich auch an solchen Umgangszeiten.
Sie soll sich überlegen, wann ihre Familienmitglieder gerne mit ihr zusammen sein wollen .. ob sie glaubt, dass klappt zickig, eifersüchtig oder als Prinzessin mit Sonderstatus am besten ???
Auch ihr Verhalten am hat Einfluß auf das, was dort dann abläuft...
und sie ist sogar eines der "älteren Kinder"...
eines, das z.B. auf jüngere Rücksicht nehmen lernen muss... sie selbst ist also auch gefragt und muss sich wirklich in die Situation einfügen... damit liegt der Vater nicht falsch.
Einfacher könnte es sein, wenn sie z.B als Zweitälteste bestimmte Sachen darf, die kleiner Kinder noch nicht dürfen ... mit 5 kann sie bestimmt mehr, gibt es ausreichend dinge wo der vater nun nur die beiden älteren Kinder einbinden könnte und eben besonderes mit ihnen unternehmen...
Ich pers würde also denken, vielleicht wäre es gut, wenn der Vater nur mit den beiden älteren Kindern so ein paar Aktivitäten plant... einen Schwimmbadbesuch für alle Freischwimmer mit ihm o.ä.
Babys und Kleinkinder haben doch von sich aus anderes Programm aus nun Schulkinder... demnächst ist sie ja nun auch schon Schulkind... und dann gibt es wieder neue Rituale... die man nur hat, weil man eben schon Schulkind ist .
Aber:
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft ... tut nicht gut das auszuleben... macht ihr Streß und sie unglücklich...
Und das muss so nicht sein.. und es will eben auch gelernt sein, mit den eigenen negativen Gefühlen umzugehen.
5 Jahre... ist doch noch sehr, sehr jung... sie wird älter und reifer und verständiger... und damit kommen solche Probleme auch wieder aus der Welt.
Nicht dramatisieren und künstlich den Konflikt pushen... wäre mein Rat.
Und dann wächst sie da rein.Geändert von Lonamisa (28.01.2017 um 14:03 Uhr)
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28.01.2017, 13:57Inaktiver User
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
ich denke mal, dass Ihr/Du das schon ganz gut macht, indem Ihr klar mit den kids kommuniziert..
und sowas braucht eben Zeit, besonders für Kinder, bis sich alles innerlich "geklärt" hat bzw akzeptiert wird.
Entscheidend ist, dass sich die Kinder sicher und geborgen fühlen, und das kommt mir trotz allem bei Euch schon so vor..
Heile Welt gibt es nirgendwo....mach Dir nicht zu viele Gednaken/Sorgen
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28.01.2017, 19:53Inaktiver User
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Idee:
Der Vater nimmt sich eine ganz spezielle Zeit NUR für diese Tochter.
Fakt ist- sie war die Erstgeborene und wurde auf unsanfte Art "vertrieben"- da kommt ein älteres Kind, dann später noch ein Baby.....das ist für die Seele dieses kleinen Mädchens echt viel und vermutlich ZU viel.
Bei allen Kompromissen muss meiner Meinung nach auf DAS eingegangen werden, was wichtig ist-- und das sehe ich gerade in einer Exklusivzeit für NUR diese Tochter.
Das muss nicht für immer sein- aber wenn man sagt:" 1 x die Woche haben wir 2 h und zwar NUR für uns"- dann muss doch sowas möglich sein!
Sie ist ein Kind und kein Erwachsener, die nun mit Verstand und Übersicht Situationen erfassen soll!
In ihrer Welt ist der Papa immer mehr "weg"- wenn sie es schon so konkret ausdrückt-- herrje, WAS soll ein Kind denn noch machen????
Super, das das Kind so ausdrückt- super, dass sie es zeigt und sich traut alles auszudrücken- das heißt, ihr könnt reagieren und wisst, WAS sie nun braucht.
Wäre sie nun krank- ernsthaft krank- dann wären die anderen 5 Personen auch total egal.
Und wenn sie schon so leidet, dann wird es irgendwo "kränkeln"- das tut es doch schon jetzt, wenn sie auf den Papa komplett verzichten will! (und das doch nur, weil sie total hilflos, verzweifelt und verletzt ist!).
Kurz: ich würde versuchen Exklusivzeit einzuräumen- man kann auch ins Kino fahren, spazieren gehen- schlicht Zeit NUR zu zweit einräumen.
Wenn das eine zeitlang geht und wieder Sicherheit eingekehrt ist, wird man das auch nicht für immer tun müssen.
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29.01.2017, 07:55Inaktiver User
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Lilalein,
ich finde, ihr bekommt das grundsätzlich prima hin mit euren zwei Familien ! Für deine Tochter ist es in der Tat schwierig, aber der Vater hat nunmal drei Kinder und da ist sie nicht mehr die Prinzessin. Daran müssen sich alle Erstgeborenen gewöhnen, wenn weitere Geschwister hinzukommen, egal ob nun in in einer zweiten Familie oder im "Standardfall".
Die Idee mit Unternehmungen nur mit der Tochter ist sicher gut, bleibt die Frage, inwiefern bzw. in welchem Umfang das möglch ist, wenn es mehrere Kinder gibt, die das alle für sich "beanspruchen", aber machbar ist das sicher.
Ich finde es positiv, dass das Mädchen offenbar einen guten Draht zu deinem Freund hat. Was mögliche Verbesserungen im Kontakt zum Vater ja nicht ausschließt.
Ähm, ich wäre mit vorschnellen Urteilen etwas vorsichtiger: die TE und ihr Ex-Mann haben mit ihren Kindern das "Wechselmodell", also nix mit "nur alle 14 Tage"......
Gruß ElliGeändert von Inaktiver User (29.01.2017 um 08:09 Uhr) Grund: Ergänzung
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29.01.2017, 11:03
AW: Tochter fühlt sich zurückgesetzt
Und grundsätzlich ist die Idee, dass man das "neue" Kind aussetzt nicht neu, dass habe ich auch schon von anderen Kinder gehört, wenn sie ein Geschwister bekamen und merkten, dass die Zeit für sie selbst knapper wurde.
Finde ich auch sehr verständlich - aus der Sicht einer drei bis siebenjährigen.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
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