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  1. Inaktiver User

    The struggle...

    Liebe Bri,

    ich lebe seit mittlerweile zwei Jahren von meinem Mann geschieden. Wir haben zwei Kinder, die größtenteils bei mir leben. Unser Verhältnis ist recht gut, mein Ex lebt schon lange (eigentlich direkt nach unserer Scheidung) mit meiner Nachfolgerin zusammen und ist recht glücklich.

    Ich im Gegenzug scheine mein Leben seither nicht mehr so richtig auf die Reihe zu bekommen bzw. glücklich zu werden. Die Kinder leiden nach wie vor unter der Trennung, obwohl sie den Papa sehr regelmäßig sehen. Aussagen wie "ich will zum Papa ziehen" oder "du kannst ein Jahr auf Urlaub gehen" stehen an der Tagesordnung. Wenn sie länger (wie jetzt in den Ferien 8 Tage bei ihnen waren) fällt ihnen der Tausch zwischen den Welten wieder sehr schwer, es gibt dann viele Tränen, Rumgejammere und Nörgelei. Das ganze geht mir natürlich auch nahe (bin ich so eine schlechte Mama?) gleichzeitig belastet es mein Nervenkostüm auch sehr. Am schlimmsten ist es aber meine Kinder traurig zu sehen.

    Finanziell kommen wir so weit über die Runden, ich habe verschiedene Jobs, mein Exmann zahlt auch den vereinbarten Unterhalt. Es geht uns also gut, trotzdem nagt die Existenzangst (was wenn die Aufträge weniger werden, wenn ich meinen Job verliere etc.) immer mit an mir. Irgendwie hängt das Wohl von uns dreien als Familie ja doch trotzdem an mir. Was ich besonders merke wenn ich zb mal krank werde und runderhum uns niemand unterstützen kann.

    Beruflich stecke ich als Alleinerziehende natürlich zurück, aber ich denke damit habe ich mich erstmal abgefunden und nehme es so hin. Die Große Karriere passiert in der Regel halt nicht zwischen 8 und 14 Uhr, aber dafür habe ich ja zwei großartige Kinder.

    Privat bin ich alleine. Manchmal auch einsam. Ich habe zwar einen sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis, nichts desto trotz verbringe ich nun mal 80% meiner Abende alleine auf der Couch neben zwei schlafenden Kindern. Entweder ich arbeite oder ich lese oder gucke fern. Ganz abgesehen davon dass ich von den unfassbar langen Tagen einfach erledigt bin bin ich halt auch ans Haus gefesselt.

    Männertechnisch ist es zusammenfassend eigentlich seit meiner Scheidung eine Katastrophe. Ich hatte eine Beziehung zu einem sehr viel jüngeren Mann die aber nach 10 Monaten gescheitert ist, ansonsten waren einfach nur Flops dabei. Tlw. konnten die Männer gar nix dafür aber ich habe mich entweder nicht verliebt oder sie konnten mit meinem Pensum nicht mithalten (diverse Jobs, KinderI.

    Aktuell habe ich wieder einen Mann kennengelernt der sehr weit weg wohnt (450km). Er möchte den Kontakt gerne intensivieren , ich fürchte es wird halt ein weiterer Stresspunkt in meinem jetzt schon sehr gehetztem Leben.

    Eigentlich wünsche ich mich nichts mehr als endlich mal wieder wo anzukommen, mich zu verlieben, meinen Topfdecke zu finden. Aber es scheint nicht klappen zu wollen.

    Ich merke das ich an machen Tagen einfach traurig, müde und verzweifelt bin - ich das Gefühl habe ich bekomm das alles nicht geregelt.

    Vielleicht gibts ja da draußen sonst noch jemand der in der selben Situation war/ist und sich mit mir austauschen möchte?

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    AW: The struggle...

    If in doubt - wash!

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    AW: The struggle...

    Hallo star,

    nach meiner persönlichen Erfahrung ist das Leben als Alleinerziehende "eben so". Wenn du nicht diejenige bist, die aus der Ehe ausgestiegen ist, sondern du wurdest damit "beglückt", ist es ein mühsamer Weg.
    Der Elternteil, der die Kinder nicht hat, hat es vermutlich einfacher, eine neue Partnerschaft zu leben und seinen Interessen nachzugehen.
    Ich hätte das nicht gewollt.

    An deiner Stelle würde ich mal bei dem "Einsamsein" ansetzen. Vielleicht kannst du ja deine Priorität eines neuen Mannes erstmal verschieben und dich um dich und dein Wohlbefinden kümmern. Wenn die Kinder klein sind, kommt man eben nur schwer aus dem Haus. Wie willst du da einen Mann einbinden, der noch dazu 450 km weit weg wohnt?

    Kennst du keine anderen alleinerziehenden Frauen? Gibt es keine, mit der du einen engeren Kontakt haben könntest?
    Was sind deine Interessen, die du auch zu Haus wahrnehmen könntest?

    Lieben Gruß
    Capbreton

    P.S. Ich bin jetzt fast "durch", meine Kinder sind bald beide volljährig. Aber es ist kein leichter Weg.

  4. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Hm ja, hier, vieles was du geschrieben hast, trifft auch auf mich zu, geschieden, 3 Kinder unter 10 (mit der Situation "beglückt worden")
    Eigentlich läuft alles gut bei uns, wir haben unser Leben im Griff und funktionnieren gut zu Viert. Im Gegensatz zu dir klappt es hier mit den Kindern super, sie jonglieren problemlos mit ihren beiden Welten und zwischen Mama und Papa (mittlerweile auch mit Freundin) hin und her
    Finanziell/beruflich kommen wir gut über die Runden.

    Was mich aber in deinem Post angesprochen hat, ist die abendliche Einsamkeit. Tagsüber ist hier alles normal, wir haben viele Freunde und Bekannte, mit denen wir an den Wochenenden viel unterwegs sind und auch in Urlaub fahren. Ausserdem habe ich nette Kollegen. So weit so gut. Aber abends bin ich alleine und einsam, die Kinder sind im Bett, telefonieren ist nicht mein Ding und alle anderen sind bei ihrer eigenen Familie zu Hause. Keiner da um den Tag zu erzählen, den Alltag zu teilen, sich am Guten mitzufreuen und das Schlechte mitzutragen. Keine Schulter zum Anlehnen, für alles ist man alleine verantwortlich. Das schlaucht verdammt.
    Seit 3 Jahren probiere ich das abends mit virtuellen Brikontakten auszugleichen. Was allerdings nur ein schwacher Ausgleich sein kann. Eigentlich ist das AEsein für mich mittlerweile ok, bliebe da nicht die abendliche Einsamkeit. An der die nächsten 10 Jahre noch nichts zu ändern sein wird

    Männerbekanntschaften, schwierig ... hm welcher Mann ist schon bereit sich auf ein Leben einzulassen das vollends durch 3 fremde kleine Kinder bestimmt sein wird. Aktuell habe ich eine Männerbekanntschaft, ebenfalls alleinerziehend mit 3 Kindern. 6 Kinder, hm ..., will ich das? Eher nicht, mein Leben ist schon jetzt so voll mit nur meinen 3. Alles nicht so einfach.

    Hm, aber wie sagte Capbreton: es ist eben so. Ich sehe nicht was sich an meinem abendlichen Problem in den nächsten Jahren ändern könnte und habe da resigniert.

    Halt die Ohren steif

  5. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Hallo star,

    wie alt sind denn deine Kinder? Nach der flapsigen Aussage "Du kannst ein Jahr auf Urlaub gehen" zu urteilen hätte ich sie auf Teeniealter geschätzt, aber du schreibst, du seist abends ans Haus gefesselt.

    Ich habe den "Abends-allein-auf-dem-Sofa"-Marathon auch hinter mir, allmählich wird es aber besser. Das Kind ist elf und bleibt am WE auch mal abends allein zuhause oder lädt sich einen Kumpel ein.
    Eine Riesenerleichterung!
    Ich kann deinen Frust soooo gut verstehen: ich bin seit 10 Jahren AE und manchmal am Gefangensein fast verzweifelt. Vor allem an langen Sommerabenden, wenn andere eine Runde laufen oder spazieren gingen, und ich mit schlafendem Kind in der Bude festsaß. Kinderfreie Wochenende kenne ich gar nicht - mein Ex lebt im Ausland.

    Da gibt es nicht viel schönzureden - das ist einfach schwierig. In ganz dunklen Stunden habe ich mich - nicht lachen! - sogar mit dem Gedanken an Nelson Mandela und seine Einzelhaft auf Robben Island getröstet. Und mir eingeredet, dass diese Isolation schon für irgendwas gut sein wird, und sei es ein Training in Resilienz.

    Im Rückblick ganz wichtig: Unbedingt die Finger vom Alkohol lassen! So ein abendliches Glas Wein wird verdammt schnell zur Gewohnheit und tendenziell immer mehr. Wenn sich dann die Lebensumstände wieder bessern, hat man sonst ein neues Problem.

  6. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Hallo ihrs!

    Meine Kinder sind 4 und 7,5 Jahre alt. Also von abends alleine lassen sind wir noch weit weg. Ja, es sind die spontanen Geschichten oder wenn man mal wieder das Gefühl hat die ganze Welt findet draußen statt, nur die eigene eben nicht. Für mich rennt fast jeder Abend gleich ab - die Kids dürfen bis 18:30 Uhr draußen spielen, dann wird gegesse, ein bisschen fern geschaut und gekuschelt und dann gehts ab in die Heia. Ein ewiges Hamsterrad.

    Dass ich alleine Alkohol zu Hause trinke kommt überhaupt nicht vor. Da ist die Gefahr von übermäßigem Schokokonsum schon größer.

    Vor den Wochenenden graut mir oft! Wenn ich nicht langfristig im Vorhinein schon was ausmache hocke ich das ganze WE mit den beiden alleine da. Nicht falsch verstehen, ich weiß uns sehr gut zu unterhalten aber auch hier ist es oft einfach gefühlt "einsam" wenn wir dann zu 3. durch Kindermuseen oder auf Spielplätzen rumtollen.

    Und nein, ich wurde nicht gegangen - ich bin gegangen, also ich habe mich sehr wohl für diese Form des Lebens entschieden. Vermutlich hab ich es aber auch unterschätzt bzw. man kann sich das ja alles so nicht vorstellen sondern ist erstmal froh wenn man aus der aktuellen Situation (schlechte Ehe) heraussen ist. Jetzt nach zwei Jahren ziehe ich halt Resumee und hab einfach das Gefühl auf mir lastet enorm viel Druck, Verantwortung, Arbeit und Last.
    (bitte das alles nicht falsch verstehen, ich liebe meine Kinder abgöttisch)

  7. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vor den Wochenenden graut mir oft! Wenn ich nicht langfristig im Vorhinein schon was ausmache hocke ich das ganze WE mit den beiden alleine da. Nicht falsch verstehen, ich weiß uns sehr gut zu unterhalten aber auch hier ist es oft einfach gefühlt "einsam" wenn wir dann zu 3. durch Kindermuseen oder auf Spielplätzen rumtollen.
    ...
    (bitte das alles nicht falsch verstehen, ich liebe meine Kinder abgöttisch)
    Ich verstehe dich absolut nicht falsch, eher zu gut. Die Erschöpfung/Verzweiflung hat nichts mit der Liebe zu den Kindern zu tun.

    An die Wochenenden denke ich auch mit Schaudern zurück. Man will sich ja auch nicht immer an andere Familien "dranhängen", da deren gemeinsame Familien- oder Paarzeit ja auch begrenzt ist. Habe mich damals oft als Bittsteller empfunden, auch wenn keiner meiner Freunde das je so gesehen hatte. Aber diese ständige Schieflage, mehr Hilfe zu bekommen als zurückgeben zu können, das fand ich schwierig.
    Über die Jahre hat sich manches verändert, einige der damals intakten Ehen sind jetzt geschieden, so manche Freundin seither alleinerziehend, und ich achte sehr darauf, mich mit meinem Liebsten nicht abzuschotten, sondern sie zu integrieren. Ist eh einfacher, weil die Kids größer geworden sind.

    star, es ist schwierig, aber es wird besser. Versprochen! In ein paar Jahren hast du wieder mehr Freiräume, nicht zuletzt, weil die Kids sich gegenseitig haben.

    Nimmt dein Ex denn die Kinder regelmäßig, so dass du eine Auszeit bekommst?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass ich alleine Alkohol zu Hause trinke kommt überhaupt nicht vor. Da ist die Gefahr von übermäßigem Schokokonsum schon größer.
    Dann ist gut. Ich hatte es nur erwähnt, weil sich diese abendliche Gewohnheit bei mir ganz allmählich über die Jahre des AE-Daseins eingeschlichen hatte, als eine Art "Jetzt ist endlich Zeit für mich"-Ritual, bis ich irgendwann schockiert feststellen musste, dass ich mich bereits im riskanten Bereich befand. Schokolade ist besser!

  8. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo ihrs!

    aber auch hier ist es oft einfach gefühlt "einsam" wenn wir dann zu 3. durch Kindermuseen oder auf Spielplätzen rumtollen.
    Ja ich kenne das auch, sitzt man auf dem Spielplatz und die Kinder spielen mal schön zusammen, fehlt wieder der Gesprächspartner, oder einfach nur der zu dem man sagen kann: kuck mal, wie toll unser Sohn schon klettern kann.
    Ich finde es fehlt einfach eine ganz wichtige Dimension im Leben wenn man sich nicht tagtäglich mit jemand Vertrautem austauschen kann. Und dabei meine ich nur Austauschen über Banalitäten: hach, heute war es total anstrengend auf der Arbeit, waren die Kinder voll nervig, bin ich total müde, mache ich mir Sorgen weil Sohn/Tochter ... Das fehlt mir abends, bei Ausflügen, Spielplatzbesuchen, ... und das ist das was bei mir die Einsamkeit im Herzen ausmacht.

    Tja, und dann die ganze Verantwortung und Last allein tragen, es wäre so oft so viel einfacher bzw entlastender Entscheidungen ausdiskutieren zu können und Last auf mehreren Schultern verteilen zu können.

  9. Inaktiver User

    AW: The struggle...

    Schokokonsum , hier auch, ich habe nun 15 Kilo mehr drauf als bei unserer Trennung

  10. User Info Menu

    AW: The struggle...

    Klingt für mich nach einem idealen Zeitpunkt etwas zu ändern.

    Wie wäre es mit 50:50 bei der Kinderbetreuung? Du hättest mehr Zeit für Arbeit und mehr freie Abende. Die Chance auf Entstressung des Alltags evtl. kannst du mehr Aufträge annehmen und so auch finanziell ein bisschen Luft verschaffen oder eben eine Beziehung/Freundschaften aufbauen.

    Die Kinder wollen scheinbar auch mehr Kontakt zum Vater.

    Jetzt hilft das nicht gegen die Einsamkeit und fehlenden Austausch über die Kinder grundsätzlich, aber wenn du halb soviel Zeit nur mit den Kindern alleine bist, fühlst du diesen Mangel auch nicht so oft.

    Vielleicht sollte dir auch noch in anderes Projekt/Hobby wichtig werden. Woran kannst du anknüpfen? Was hast du gerne gemacht?

    Ich würde die 50:50 auf jedenfall einfordern und nicht darauf warten, dass die Kinder größer sind. Sie sind groß genug. Der Vater hat auch Erziehungspflichten (=Alltag) auch nach einer Scheidung und unabhängig davon, wer sich getrennt hat.

    Weg vom passiv sein -> aktiv gestalten. Das wird manches vll. komplizieren, aber macht im Gegenzug zufriedener.
    Geändert von moia (09.09.2016 um 14:47 Uhr)

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