Hallo,
ich lebe seit 1,5 Jahren von meinem Partner getrennt. Wir waren 11 Jahre zusammen. Unsere Tochter wird im August 9.
Anfänglich schien es so als würde sie die Trennung gut verkraften. Nun eineinhalb Jahre später zeigt sich jedoch, dass sie sehr damit kämpft.
Wir haben uns ohne Schlammschlacht und ohne große Streitereien getrennt. Sind beide nach wie vor Single und pflegen einen ziemlich entspannten Umgang. Er nimmt auch mal an gemeinsamen Mahlzeiten mit teil und kümmert sich insgesamt auch viel um unsere Süße.
Wir sind beide Vollzeit arbeiten und dadurch durch unterschiedliche Arbeitsrhythmen auch darauf angewiesen uns in die Betteuung reinzuteilen. Das klappt auch alles ganz gut.
Ich dachte immer es ist gut für die Püppi, wenn die Eltern immernoch Seite an Seite für sie da sind trotz der Trennung.Aber sie fängt jetzt an alles erst so richtig ernst zu nehmen. Ich hab das Gefühl, sie versteht nicht warum wir nicht mehr zusammen sind wenn doch der Umgang weiterhin so gut verläuft und weint deshalb jeden Abend. Ich weiß einfach nicht wie ich es ihr erklären kann und was ich tun kann um ihre Trauer zu mildern.
Hat jemand einen Tip?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
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29.05.2016, 23:10
entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
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29.05.2016, 23:26Inaktiver User
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Keinen Tipp, nur eine halbseidene Info (irgendwo gelesen, aber ich weiß nicht mehr wo):
Natürlich sind Rosenkriege fürchterlich anstrengend für Kinder.
Es hat sich allerdings wohl in den letzten Jahren herausgestellt, dass "Kuschelscheidungen" auch so ihre Nachteile haben.
Wenn die Eltern sich nämlich eigentlich noch ganz gut verstehen, DANN fangen Kinder anscheinend ab und an an sich zu fragen: "Warum war ich nicht wichtig genug, dass sie zusammenbleiben?"
Wie mans macht....
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29.05.2016, 23:30
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
.... macht man es falsch .... weil es da wohl kaum ein richtig gibt .... ich weiß.
Trotzdem wünscht man sich ja, es so zu gestalten, dass auch der am meisten leidtragende Part der Geschichte damit auch umzugehen lernt.
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30.05.2016, 06:02Inaktiver User
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Sei so gut und beschreibe doch die Umstände genauer.
Wann weint sie? wirklich JEDEN Abend? Schläft sie nie beim VAter- wenn doch, weint sie dann auch JEDEN Abend?
Weint sie nur bei Dir oder auch bei ihm?
Wenn es nicht JEDEN Abend ist- was war dann an dem Tag gelaufen? Gab es Gespräche/Kontakt mit Erwachsenen und Kindern, die Wirkung hatte?
Wenn es JEDEN Abend ist- wie genau läuft das dann ab?
Ich finde es deshalb wichtig ganz konkret zu werden, weil es schonmal zig Gründe für das Weinen haben kann.
Möglich ist, dass sich hier andere Probleme (zB Konflikte mit anderen Kindern, Erwachsenen) zeigen, die das Kidn ansonsten weder benennen noch erklären könnte.
So nach dem Motto, dass alles an Wut, Trauer und Unwohlsein (vielleicht auch Einsamkeitsgefühle) dahin geleitet wird und seine Entlastung dann im Weinen am Abend findet.
Hat sie gesagt, sie versteht nicht wie man nicht zusammen bleiben kann, wenn man sich so gut versteht??
Solche Sätze kommen nicht von 9jährigen-- das sind Sätze, die von Erwachsenen aufgeschnappt werden und weiter getragen!
Es wäre also sehr gut, wenn zuerst einmal ganz klar wird WAS die wirklche Ursache und die Hintergründe für die Traurigkeit sind. - ich würde mich nicht wundern, wenn die Trauer mit der Trennung gar nichts zu tun hat!
Was mich noch interessiert: Wie stehst DU denn zu dieser Trennung? Wie dein Mann?
Wie getrennt, gelöst, innerlich entfernt seid ihr?
Wieviel Trauer steckt denn noch in DIR? Wieviel in Deinem Mann?
Kinder haben phantastische Antennen und wissen- ohne Bewusstheit- was für Gefühle von den Menschen ausgehen.
Deine Tochter "weiß", was in Dir oder Deinem Mann vorgeht und so kann es sein, dass sie diesem Gespür folgt und das auslebt, was noch zwischen Euch steht.
Ich glaube, dass alles sehr mit der Haltung von Euch Erwachsenen zu tun hat!
Was gar nicht da hinein passt ist, dass die Elternebene- Deinen Aussagen nach- perfekt funktioniert.
Und DAS ist für das Kind wichtig.
Was Du nun beschreibst klingt ja eher als ginge es um Eure Paarebene -- nur interessiert sowas eine 9jährige normalerweise gar nicht. Nochmals so ein Hinweis, dass sie was auslebt, was nicht von ihr ist.
Nun- das mal als Gedanken, was Hintergründe sein können- neben dem, was Du schon vermutest.
Wenn das alles angesehen ist, dann gibt es auch noch mehr Handlungsmöglichkeiten.
Ansonsten gilt es Trauer zuzulassen- und dann aber auch als stabiles Elternteil in seine Verantwortung gehen und dem Kind klarmachen, dass Papa immer Papa bleibt- Mama immer Mama und der Weg nun so entschieden wurde-- von den Erwachsenen.
Wenn ICH als ERwachsener von meinem Weg überzeugt bin, dann kann ich auch ein schwankendes Kind überzeugen und ihm Halt geben.
Für mich klingt das alles nicht wirklich stimmig.......konkreter hinsehen wäre also sher von Vorteil.
lg kenziaGeändert von Inaktiver User (30.05.2016 um 07:25 Uhr)
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30.05.2016, 20:33
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Hallo,
als ich mich damals getrennt habe war meine größte Sorge, dass unser Kind (damals 3) darunter leiden könnte. Ich habe mich da oft von netten Mitarbeiterinnen von Pro Familia drüber unterhalten. Mir wurde ausnahmslos gesagt "ein Kind spürt alle Missstimmungen (3 x S?), sehr wahrscheinlich wird Ihr Kind unglücklich, wenn Sie nur wegen der Fassade zusammenbleiben. Solange sich beide Eltern kümmern und das Kind weiß, dass Mama und Papa immer noch da sind für es, ist das besser als nur wegen des Kindes zusammenzubleiben".
Bei uns ist es so wie bei Dir, wir kümmern uns beide fast täglich um unser Kind. Streiten tun wir kaum, und wenn wir mal verschiedener Meinung sind (schon ab und zu), dann diskutieren wir das nie vor dem Kind.
Es ist ja auch die Frage: wieviel "müsste" man streiten, damit das Kind merkt, dass Ihr Euch nicht mehr liebt...
also, nur um das klarzumachen ist ja kein Streit nötig... Ihr macht das super!
Vielleicht hat Dein Kind anderen Streß, in der Schule, und Du beziehst es (genau wie ich, nur mit einem anderen Thema... siehe mein Strang) auf die Trennung als Ganzes?
LGGeändert von Sommerwind_4 (30.05.2016 um 21:19 Uhr) Grund: Schlimme Tippfehler
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30.05.2016, 21:20
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Ich war damals wegen derselben Problematik mit meinem Expartner beim JA; unsere Kinder kamen mit der Trennung gar nicht klar und fragten immer, ob der Papa nicht doch bei uns schlafen könne, wenn er ja schonmal da ist etc. Uns wurde da gesagt, es wäre für die Kinder nicht so vorteilhaft, wenn die Rahmenbedingungen nicht klar sind. Sprich, Trennung soll auch heißen, Trennung, keine verschwimmenden Grenzen etc. Wir haben den Rat befolgt, unsre Lebenswelten auseinanderzufummeln, seitdem ist Ruhe eingekehrt; eine "Wiedervereinigung" ist kein Thema mehr.
Ich muss aber auch Kenzia rechtgeben, dass wir insgesamt wahnsinnig verstrickt waren. Eigentlich war das für keinen von uns gut; ich konnte mich auch emotional nicht richtig lösen von ihm. Jetzt gehts uns allen besser. Gemeinschaftlich erziehen tun wir immer noch.
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30.05.2016, 21:33
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Hallo kenzia,
erstmal ein großes Dankeschön, dass du dir soviel Zeit genommen hast.
Erstmal zu unserer Paarebene ... Wir sind beide im Reinen und die Trennung ist beidseits sozusagen "durch". Ich bin darüber nicht traurig. Es war für mich die richtige Entscheidung und möchte daran auch nichts ändern. Von seiner Seite sieht das meines Empfindens nach genauso aus.
Natürlich spielen auch äußere Umstände eine Rolle. Andere Freunde bekommen Geschwister. Sie wünscht sich das auch. Aber ohne einen Papa geht das natürlich nicht und das weiß sie auch.
Es ist nur tatsächlich so, dass sie z.Bsp. wie gestern Abend im Bettchen liegt. Wir quasseln noch ein bisschen und sie sagt mir, dass es ein schönes Wochenende war und plötzlich bricht sie in Tränen aus und sagt, dass sie wieder daran denkt was mit mir und Papa ist und sie traurig ist.
Sie übernachtet auch Wochenends beim Papa, je nach dem wie es die Schichten hergeben. Eine feste Regel gibt es da leider nicht. Um es für sie deutlich zu machen und sie sich darauf einstellen kann wann Papawochenende ist hab ich es ihr im Kalender markiert. So hat sie immer einen Anhaltspunkt.
Jeden Abend ist auch auf die Istsituation bezogen. Das geht mal eine Woche so und dann kehrt auch wieder eine Woche Ruhe ein. Da es nun aber grad mal wieder stetig war und sie halt auch immer äußert, dass sie über mich und Papa nachdenkt wusste ich mir langsam keinen Rat mehr.
Ich sage ihr auch, dass ich sie verstehe und dass sie sich ruhig ausweinen darf. Aber eben auch, dass es so ist und sich nicht ändern wird. Dann schnieft sie nur "ich weiß".
Das wir sie beide lieben und immer für sie da sind haben wir beide mit ihr besprochen. Sie kann sich da auch voll drauf verlassen.
Selbstverständlich ist bei mir auch nicht immer Sonnenschein. Ich fühle mich schon manchmal einsam und bin ein Mensch dem man die Gefühle direkt am Gesicht ablesen kann auch wenn ich versuche soetwas hinunterzuspielen. Sie kennt halt ihre Mama.
Sie möchte halt immer wissen "warum?". Ich erkläre, dass Erwachsene um zusammen leben zu können sich auf eine ganz besondere Art lieben sollten und dass das bei Mama und Papa eben nicht mehr der Fall ist. Ich weiß nicht, wie ich es ihr sonst erklären soll.
Für mich ist das schwierig und ich möchte ihr halt gern helfen. Aber wie?
LG
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30.05.2016, 21:40
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Dankeschön auch an Sommerwind und Sabina,
es tut gut zu lesen, dass auch andere in der selben Situation Startschwierigkeiten haben.
Und sicher hat ein Mädchen in ihrem Alter auch noch andere Sorgen, die noch hinzukommen.
Vielleicht sollten wir auch von den gemeinsamen Zeiten ein wenig mehr Abstand nehmen und gemeinsame Mahlzeiten reduzieren.
LG
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30.05.2016, 21:56
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
Ach, das weiß ich jetzt wiederum gar nicht. Meine Vorstellung ist eigentlich auch, dass es für die Kinder schön sein müsste, die Eltern auch noch gemeinsam zu erleben. Mich hat das damals kalt erwischt, dass wir dadurch die Schwierigkeiten eher ausgelöst haben. Aber ich denke auch, dass unsre Kinder unsre Ambivalenzen auf der Paarebene mitbekommen haben. Wir haben auch die Trennung versucht schönzureden, so in der Art, ach, wir sind zwar getrennt, aber eigentlich ändert sich gar nichts, alles nicht schlimm und so. Weil für uns selbst die Trennung so schlimm war und wir uns dem auch nicht so stellen konnten. Dabei ist eine Trennung ja ein Riesen-Einschnitt für alle und sehr wohl Grund zur Traurigkeit. Ich glaub, die Kinder haben das gemerkt, dass Trauer nicht erwünscht war und sind dadurch richtig unter Druck geraten. Wir mussten dann auch nach dem Rat des JA uns mit den Kindern an einen Tisch setzen und ihnen ins Gesucht sagen, dass wir nun endgültig getrennt sind und auch nicht mehr zusammensein werden. Definitiv einer der absoluten Tiefpunkte meines Lebens...aber wichtig war das für die Kinder, keine FRage.
Aber was ich sagen wollte, das JUgendamt hat im Gespräch mit uns Erwachsenen unser Problem genau erkannt und uns da rausgeholfen, sonst würden wir vll. heute noch rumkrampfen und denken, wir machen das Beste für die KInder. Das kann ja bei euch ganz anders sein. Aber eine Beratung durch Fachleute wäre doch vll. eine gute Idee...Wenn du dir Sorgen machst um die Kleine. Ich fand diese Beratungsstelle sehr einfühlsam und würde das immer weiterempfehlen. Manchmal sieht man einfach nicht so klar.
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30.05.2016, 22:04
AW: entspannte Trennung....irritiertes Kind...was tun?
hmmmmmm.... Beratungsstelle hab ich bis jetzt noch nicht in Anspruch genommen. Aber vielleicht hast du Recht und in einem persönlichen Gespräch mit jemandem der viele Familien begleitet kommt man eventuell auf einen guten Lösungsansatz.
Dankeschön. Ich werd mich mal erkundigen.


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