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  1. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das wundert mich bei dem Thema hier auch. Dass sowas heutzutage noch ein Gesprächsthema ist, wird wohl nur in sehr konventionellen Umfeldern (wo mehr Schein als Sein herrscht) vorkommen. Aber im normalen Leben sind Trennungen doch an der Tagesordnung. Ca. 50 % Scheidungen + die Trennungen unverheirateter Paare, die durch die Statistik rauschen.

    Ich bin in meinem Umfeld (obwohl unkonventionell) auch die einzige Alleinerziehende, aber ich käme ganz sicher nicht auf die Idee, das als Makel zu empfinden. Uns geht es phantastisch, also, worüber sollte ich mich beschweren? Auch aus dem Umfeld käme keiner auf solche Ideen. Wir werden auch nirgendwo ausgeschlossen oder so. Im Gegenteil, wir haben ein sehr großes und aktives soziales Netzwerk und da kräht kein Hahn danach, ob nachts ein Mann neben mir liegt oder nicht. Auch dieses Konkurrenzdenken (dass Frauen ihre Männer am liebsten wegschließen würden) kenne ich nicht. Und mit solchen Frauen würde ich auch nichts zu tun haben wollen (und mit deren Männern auch nicht). Das klingt ja nach Stress pur.

    Und da wir weit und breit diejenigen mit dem größen Haus und Grundstück sind (vielfältigste Beschäftigungsmöglichkeiten eingeschlossen), war unser Zuhause schon immer der Sammelpunkt für den Freundeskreis meiner Kinder. Aber sie fühlen sich auch unabhängig davon bei uns wohl. Ein Kumpel meines Sohnes sagt mal: Am wohlsten fühle ich mich bei euch. Bei euch ist es immer so entspannt und lustig. Genauso empfinde ich es auch. :-) Ich möchte jedenfalls mit niemandem tauschen.

    Edit: Ich möchte noch hinzufügen, dass es bei uns wohl auch deshalb so entspannt ist, weil ich mich seit der Trennung sehr viel wohler fühle. Vor der Trennung war es stressig, ich war unglücklich und das haben auch die Kinder gespürt. Nach der Trennung sind wir alle aufgeblüht. Das Leben als Alleinerziehende kann also durchaus wesentlich angenehmer sein als das Leben in einer Beziehung. Hängt natürlich von den Umständen ab.
    wunderbar ! ich bin auch lieber bei Alleinerziehenden zu Besuch als bei Familien, wo so eine miese Stimmung herrscht, weil schon wieder mal gestritten wurde....

  2. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wunderbar ! ich bin auch lieber bei Alleinerziehenden zu Besuch als bei Familien, wo so eine miese Stimmung herrscht, weil schon wieder mal gestritten wurde....
    Ich habe ja nun keinen Vergleich, kann mich über die Stimmung idR. aber nicht beschweren. Wir machen aber auch meistens irgendwas Aktives (Sportliches, Gemeinnütziges usw.). Pures Rumsitzen kommt eher selten vor, das ist nicht so mein Ding. Höchstens mal beim Grillen, aber da wird gegessen und nicht gestritten. ;-)

    Da fällt mir ein - das ist (neben der sexuellen Schiene) der einzige Bereich, wo ein Mann echt toll wäre: Ich habe Unmengen an Rezepten mit Zutaten, die meine Kinder nicht mögen (ich sage nur: Rhabarber und Spargel). Ein Mann, der das mit wegspachtelt, wäre schon echt hilfreich. (Stattdessen müssen nun halt immer mal wieder meine Kollegen dran glauben, die sich auch gerne mal revanchieren. ;-)).

    Sorry, völlig OT, das wurde mir nur heute beim Lesen der neuen "Hausgemacht" mit all den tollen Rezepten wieder mal bewusst...

  3. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Heutzutage geht jede zweite Ehe in die Brüche, die Hälfte aller Kinder leben also mit einem Elternteil allein oder in Patchworksituationen.
    Naja statistisch.....und dann mal ganz sicher abhängig, wo Du wohnst!
    Und wo Du dann alleine damit dastehst......bekommt es nunmal eine andere Wertigkeit- ist nunmal so.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Wie kann man da noch annehmen, die Anderen würden einen Makel sehen?
    Vielleicht WEIL man durch verändertes Verhalten ausgeschlossen oder ausgegrenzt wird! Weil man nicht nur DENKT, dass man nun anders ist als die anderen sondern das auch gezeigt bekommt!
    Und- weil man gerade NACH der Trennung warhlich nicht nur mit sonnigem Strahlegemüt herumläuft sondern mit soviel Schmerz und Trauer herumläuft, dass ablehnendes Verhalten wirklich schwierig ertragen werden kann.
    Wer in einem engeren Dorfverbund lebt, der ist nunmal nicht anonym.

    lg kenzia

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Sommerwind_4 Beitrag anzeigen
    Oder kommt man dann gleich in die Schublade "alleinerziehend - auf das Kind hab ich ein Auge?"
    Du bist nicht alleinerziehend. Ihr beide seid getrennt-erziehend. Alleinerziehend ist was ganz anderes.

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Hallo Sommerwind,

    ich finde, es mischen sich verschiedene Sachen bei dir:
    1. Stigma; du hast ja da ein ganz besonderes Umfeld; ich bin auch getrennt und gemeinsam-erziehend mit Ex, allerdings in der Großstadt; hier gibts nach meinem Eindruck mindestens so viele getrennt- wie gemeinsam lebende Paare, ist also Normalität; klar ist das schwer, das einzige Exemplar einer bestimmten Lebensform zu sein :)

    2. Trennung vielleicht noch nicht so richtig weggesteckt? Weil du schreibst, es ist nicht so leicht, den Ex täglich zu sehen. Bei uns war das anfangs auch sehr durchlässig, aber richtig gut gehts mir erst, seit wir die Bereiche und Zeiten klar trennen; eine Trennung ist eben doch auch ein großer Verlust, so begründet sie auch sein mag; würde ich meinen Ex ständig sehen, würde ich da glaub ich auch noch viel mehr dran rumknabbern

    3.Einsamkeitsgefühle...wenn du andre Paare siehst, dass du da traurig bist, oder Urlaube allein mit Kindern; ich kenne auch das Gefühl manchmal, dass ich mir wünschte, noch in so einer Familieneinheit aufgehoben zu sein; allein sein ist nicht immer leicht; ich such mir oft Urlaubspartner mit Kindern; du wirst das Problem haben, dass du ja keine andren EAs kennst

    Generell: bist du denn in Behandlung wegen der Depression?
    Du kannst natürlich sicher sein, da nicht von lauter glücklichen Familien umgeben zu sein; ein großer Teil der Leute wird massive Paarprobleme haben, das ist einfach so, auch wenn bei euch der äußere Anschein einer intakten Familie offenbar sehr wichtig ist.

    Ich finde es toll, wiue ihr das geregelt kriegt. Dein Sohn profitiert davon ganz sicher. Lass dich nicht beirren, ihr lebt da ein ziemlich modernes Familienmodell, zu dem auch viel Reife gehört. Du kannst da stolz drauf sein. Das ist nicht gescheitert, das ist äußerst gelungen.

    Viele Grüße
    Sabina

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Schönen guten Abend,

    danke für Eure ganzen Antworten :-)
    Das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
    Ja, es ist mein mir selbst eingebildeter "Makel" - deswegen die Anführungszeichen.
    Ich lebe in einem Dorf mit 6.000 Einwohnern. Leider nicht in einer Großstadt. Da wäre es schön anonym. Hier ist es recht ländlich, ich möchte gar nicht mal sagen: spießig... aber hier leben halt viele Familien bewusst, da man in der Natur ist und dennoch fast sofort in der großen Stadt im Süden mit "M".

    Ich spür im Moment dieses Gefühl nicht mehr, das mich nach der Trennung so motiviert hat "ich schaffe es auch ohne Mann". Im Moment kommen Zweifel, ob ich nicht doch etwas mehr hätte durchhalten können?

    NEIN hätte ich nicht. Uns der "Makel" ist nur in meinem Kopf. Aber da fest verankert.

    Ich glaub, das ist mein Hauptproblem, und viele von Euch sind schon darüber hinweg.... wenn ich richtig mit der Trennung abgeschlossen hätte, dann würde ich sicherlich gar nicht so denken... sondern "pah ich bin getrennt, na und? Icg hab ein super Kind und bin allein, ja, aber dafür hab ich nie wieder Streit mit einem Mann der zuhause sitzt".
    Es ist eine Frage der Einstellung. Ihr habt mir schon sehr geholfen - danke!!!

    Ich habe mich auch nun mit einer Gruppe in Verbindung gesetzt, die aus Alleinerziehenden besteht. Vielleicht treff ich da mein halbes Dorf wieder :-)
    Sommerwind
    PS ja, richtig Alleinerziehende bin ich nicht, das stimmt schon. Und ich bin auch dankbar dafür, dass mein Ex sich gut kümmert
    Geändert von Sommerwind_4 (19.05.2016 um 21:11 Uhr)

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass sowas heutzutage noch ein Gesprächsthema ist, wird wohl nur in sehr konventionellen Umfeldern (wo mehr Schein als Sein herrscht) vorkommen. Aber im normalen Leben sind Trennungen doch an der Tagesordnung. Ca. 50 % Scheidungen + die Trennungen unverheirateter Paare,
    Darauf möchte ich noch zurück kommen. Ich hab da durch die Arbeit Zugriff drauf. Bei uns sind 4% offiziell als "Alleinerziehende" auf dem Bürgeramt hinterlegt. Plus natürlich die, die es nicht gemeldet haben.
    Im Kindergarten mit 75 Kindern kenn ich niemanden, der auch getrennt ist. Die Bekannten oder Kindergärtnerinnen hätten da ganz sicher mal eine Andeutung gemacht. Dadurch dass ich mich viel engagier kenne ich da viele Eltern.
    Na, die eine war Alleinerziehende, aber sie hat einen neuen Mann mit Kind 2 und Kind 3 und wirkt immer super glücklich.

    Bei zwei Paaren, bei denen wir früher oft eingeladen waren, werden mein Sohn und ich tatsächlich nicht mehr zum Grillen usw eingeladen, seit ich gesagt habe "ab jetzt sind wir getrennt". Das finde ich schon traurig. Vor allem fur mein Kind. Aber das sind dann auch genau die Leute, wo ich das Gefühl habe, dass sie mich "urplötzlich" schief ansehen. Naja, das waren keine Freunde, aber auch mein Sohn allein wird nicht mehr eingeladen.
    Geändert von Sommerwind_4 (19.05.2016 um 21:11 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Sommerwind_4 Beitrag anzeigen
    .... wenn ich richtig mit der Trennung abgeschlossen hätte, dann würde ich sicherlich gar nicht so denken... sondern "pah ich bin getrennt, na und? Icg hab ein super Kind und bin allein, ja, aber dafür hab ich nie wieder Streit mit einem Mann der zuhause sitzt".
    Es ist eine Frage der Einstellung.
    Ach, ich weiß sowas nicht........eine Trennung ist ein so allumfassendes Thema- es durchzieht alle Bereiche des Lebens und eben WEIL man ein Kind hat, bleibt immer Bezug, bleibt immer eine Tür offen und wird das alles auch immer ein Thema bleiben.
    Und wenn es für einen selber kein Thema mehr gibt, dann kommen die Kinder und erzählen und man setzt sich doch wieder auseinander.........zB wenn der Partner dann wieder einen neuen Parter hat.
    Man WIRD einfach mit hinein gezogen auch wenn man damit nicht mehr tief in Berührung geht- es ist halt ein gewaltiger Unterschied, ob ich mich mit oder ohne Kind trenne........bei Letzterem kann ich komplett abschließen.

    Die tiefe innere Gewissheit, dass die Beziehung nicht funktioniert hat- ist eine große Stütze dabei und genau das sollte man sich auch immer wieder vergegenwärtigen.
    Mit jedem TAg kommt mehr Alltag hinein und es wird "normaler"- auch das Aussprechen des Ganzen.
    Ich erinner mich, dass mir bei den ersten Malen immer die Tränen kamen......das legt sich mit der Zeit.

    Ich möchte damit sagen- sei gnädig mit Dir und wundere Dich nicht, wenn alles recht lange dauert und nur langsam geht.
    Bei allem " super" habe ich noch keine Frau getroffen, die diesen Zustand gewünscht hat oder die es nicht gerne anders hätte......letztlich hat man getan, was man tun musste- aber das war keine Traumerfüllung.

    lg kenzia

  9. gesperrt

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    naja, das mit der lebenslangen beziehung war dann doch nicht so.
    und irgendwann ist mir dann klar geworden, dass das niemand von mir verlangt, dass mein leben auch - eben auf andere als die geplante weise - gut werden kann.
    ist es auch.
    ging mir genauso. Ist aber noch ausbaufähig
    Geändert von silberdistli (19.05.2016 um 08:08 Uhr)

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    AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die tiefe innere Gewissheit, dass die Beziehung nicht funktioniert hat- ist eine große Stütze dabei und genau das sollte man sich auch immer wieder vergegenwärtigen.

    Ich möchte damit sagen- sei gnädig mit Dir und wundere Dich nicht, wenn alles recht lange dauert und nur langsam geht.
    Hallo nochmal,

    danke. Ja das sage ich mir auch immer wieder. Bei uns ist es so, dass wir in einem bayrischen Dorf leben. Das macht mir sehr zu schaffen. Das geht so weit, dass mich regelrecht morgens die Nachbarn von ihm "beobachten" (mit Kopf aus dem Fenster strecken oder oben mal schnell auf den Balkon treten). Es ist keinerlei Anonymität bei uns. Würde ich meinen Sohn anonym in einen anderen Ort bringen zum Ex, dann hätte ich dieses Problem nicht
    An guten Tagen denk ich "mein Gott, sollen sie doch schauen" - an schlechten belastet es mich. Letztendlich weiß mein Kopf aber: sollen sie es doch alle merken, irgendwann sieht es eh jeder. Es geht ja auch niemanden was an - und fragen tut ja eh keiner.
    Wir machen es gut.

    Hach ja es ist mein Problem, ich weiß. Ich mach mir da aber zu viele Gedanken.
    Liebe Grüße und danke
    Geändert von Sommerwind_4 (19.05.2016 um 21:12 Uhr)

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