das ist der springende punkt.
nicht die kinder haben ein problem
(wer fragt heutzutage schon nach dem status der eltern?)
wir haben es, genährt aus einer vorstellung, die aus den 50ern des letzten jahrhunderts kommt.
ich bin seit fast 12 jahren vom vater meiner kinder getrennt (seit 5 jahren lebe ich wieder in einer partnerschaft, aber mein partner hat relativ wenig mit der erziehung der kinder zu tun), es hat auch bei mir jahre gedauert, bis ich es -ganz tief drinnen -nicht mehr als versagen und makel gedeutet habe.
eigentlich haben meine kinder mir den beweis geliefert. - sie sind tolle menschen, es ist "gut gegangen" und ich bin ziemlich stolz auf mich, das gut geschafft zu haben.
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Ergebnis 21 bis 30 von 77
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15.05.2016, 12:36Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
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15.05.2016, 19:31Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Ich war ein Trennungs-/Scheidungskind. Ich kann dir sagen, dass ich in der Schule wegen allem Möglichen gehänselt wurde - wegen der Brille, wegen meiner Eigenheit, lieber mit den Jungs Fussball zu spielen, statt mit den Mädchen herumzutuscheln - aber nie, kein einziges Mal, weil meine Eltern getrennt bzw. geschieden sind. So was interessiert Kinder in der Regel nicht.wie kann ich meinem Sohn helfen, dass er nicht irgendwann mal geärgert wird in der Schule?
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15.05.2016, 22:49
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
ich empfand es nie als makel und ich war jahrelang alleine
und bei mir war der vater eigentlich nie praesent in der schule oder in der kita
einzig und alleine was mich gestoert hat war, das die anderen muetter immer wie ein schießhund auf ihre maenner geachtet haben, weil da ja eine frau war, die "noch zu haben" ist
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15.05.2016, 22:52Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
same here... aber mit meinem Kind hatte das nie was zu tun.
Sie fragte manchmal nach, warum immer nur ich alles bestimme und nie der Papa, aber das hatte sich schnell erledigt.
Man kann Kinder auch nicht vor allem beschützen und je offener man mit dem Thema umgeht, desto weniger ist es eins.
Das Problem liegt tatsächlich bei dir, liebe TE, deinem Kind fehlt es bestimmt an nichts.
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16.05.2016, 00:10
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Du kannst nicht verhindern, daß er mal geärgert wird, und du kannst nicht kontrollieren, weswegen, aber wenn du ihm nicht vermittelst, daß irgend etwas falsch oder verwerflich daran ist, wenn die Eltern nicht zusammenleben, und deinen Beziehungsstatus zum seinem Vater nicht für Sachen verantwortlich machst, die bei dem Sohn vielleicht nicht so rund laufen, wird es zumindest für die Kinder, die versuchen, ihn damit zu ärgern, recht langweilig werden, und sie müssen sich was anderes suchen.
Es sind doch nicht mehr die Sechziger des vorigen Jahrhunderts. Wenn du dich selber nicht überzeugen kannst, daß es kein Problem gibt, dann laß dich zumindest nie dabei erwischen, daß du nicht überzeugt bist!** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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16.05.2016, 08:54
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Schönen guten Morgen,
JA das ist genau der Punkt! Es ist "mein Stigma was ich mir selbst verpasse!". Da sind in mir schon Gedanken wie "warum habe ich es nicht "geschafft" durchzuhalten? Wenigstens für das Kind?". Ich weiß nun aber auch, dass ich nicht mit einem Mann zusammenbleiben darf, nur damit wir nach außen (!!) hin perfekt wirken. Da wäre ich irgendwann kaputtgegangen (war eh damals vor dem Punkt, dass ich psychisch und körperlich nicht mehr konnte). Da ist es wirklich besser, allein wieder fröhlich zu sein und dann eben in 2 getrennten Wohnungen. Das mit dem Urlaub kenne ich auch, oder generell bei Ausflügen. Da sehe ich absolut nie Frauen alleine mit Kind. Dann bin ich aber auch etwas stolz darauf, dass ich mich "traue" allein mit Kind in Urlaub zu fahren und dass ich so gespart habe, dass wir uns das leisten können (absolut nicht böse gemeint gegen Mamas, die sich das eben nicht leisten können!!).
Komischerweise vermisse ich keinen Mann an meiner Seite. Im Gegenteil schau ich mir dann manche Paare an, die sich im Restaurant oder im Park gegenüber sitzen und absolut nicht miteinander reden. Also, da denk ich "ha, hab ich es gut, ich bin meinen Ex los"
Ich beneide aber meine ehemalige Bekannte aus dem Kindergarten. Die kam immer so happy mit ihrem Mann an. Wir waren mal allein bei ihr zuhause und sie sagte dann "ja klar sind wir happy. Sommerwind, das ist ja auch mein zweiter Mann mit Kind 2 und Kind 3". Also, ich beneide sie um ihr schönes Bild nach "außen". Ein Mann kommt für mich aber derzeit gar nicht in Frage
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16.05.2016, 09:01
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
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16.05.2016, 09:18
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Ja. Ich weiß noch in meiner Grundschulzeit waren die Eltern meiner besten Freundin auch getrennt und sie lebte beim Vater. Das fand ich überhaupt nicht seltsam. Ich fand es seltsam, dass sie nicht getauft war und nicht in den Religionsunterricht ging. Im KiGa wird er überhaupt nicht geärgert deswegen, soweit ich das mitbekomme. Er hat auch noch nie was gesagt. Auch zuhause, ich hab ihn mal gefragt wie er das so findet (ganz behutsam 1x!) und da sagte er "ich finds gut, dass Ihr Euch nicht mehr streitet. Außerdem hab ich nen Garten UND nen Balkon und 2x Spielzeug". Mein Sohn ist aber generell ganz anders als ich. Ich war ein schüchternes Kind und er ist laut Kindergarten "eine Führungspersönlichkeit". Wir hatten in der Schule dieses Schulspiel, und er ist da soooo locker hin. Ich hab mich danach so gefreut, dass alles gut war und wir eine total nette kurze Einschätzung von der zukünftigen Lehrerin bekommen haben. Und er ganz trocken "Mama! Jetzt sei doch nicht immer so aufgeregt wegen solcher Dinge!". Ich kann echt viel von ihm lernen!
Und ich kann ihn auch nicht hinter meine "perfekte Fassade" zerren. Und das soll ja auch nicht. In seine Klasse gehen dann auch Kinder von Bekannten von mir, und 2 wissen ja, dass wir getrennt sind.
Ich versuche gerade einen Termin für eine Psychotherapie zu bekommen, damit ich das mal aus meinem Kopf bekomme. Ich versteh mich da nicht. Denn von anderen Alleinerziehenden denk ich 100% "wow toll wie die das schaffen". Dabei schaffe ich es genauso und noch besser, denn unser Sohn sieht uns beide täglich. Von solchen Bedingungen können andere nur träumen - die die sich vor Gericht um den letzten Euro streiten.
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16.05.2016, 09:24
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Ich kenn es übrigens nicht so, dass andere Frauen Angst um ihre Männer haben. Mir fällt aber auf, dass wir nie zu Ausflügen oder Grillpartys eingeladen werden bei denen Familien sich treffen. Das führe ich darauf zurück, dass wir da exotisch sind. Und es den Paaren einfacher ist, andere Paare einzuladen, weil dann ja die Männer quatschen können.
Meine Bekannten versuchen aber oft, mich mit "nem echt total interessanten Mann, den solltest Du Dir mal anschauen - den kennt mein Mann vom Arbeiten!" zu verkuppeln. Aber no thanks, da hab ich kein Interesse. Da werd ich immer angeschaut wie ein Freak "das wäre doch so schön, wenn Du wieder einen Freund hättest" - äh nein da vermisse ich gar nichts
Danke für Eure lieben Antworten, die mir klar gemacht haben: ich mach es gut wie ich es mache, es ist mein Problem und es ist gut, wie ich meinem Sohn beibringe, dass alles gut ist. Ich zeige es ihm auch nie. Dass wir getrennt sind ist höchstens zu 5% mal ein Thema unter uns, wenn mein Ex mit ihm wo hin fahren will und das nicht geht, weil ich uns schon verabredet habe. Mein Sohn geht da gut und selbstverständlich mit um.
Inklusive lautem über den ganzen Spielplatz rufen "ich fahr jetzt grad zum Papa!!" wenn wir an nem Kumpel von ihm vorbeifahren mit dem Rad.
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16.05.2016, 10:11Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
schau mal: alles gut....

meine kinder haben übrigens EXAKT das gleiche zu mir gesagt im laufe der jahre.
du fragst, wie ich den makel aus dem kopf gekommen habe.
1. erkennen, dem kind gehts gut, es ist dein problem, nicht seins.
2. genieße dein kind, sei stolz auf deine leistungen als alleinerzieherin und nimm seine aussagen ernst ( aus dem satz "ich kann noch viel von ihm lernen" lese ich, du tust das - super!
und dann -dann gehts um dich. (- und nicht ums kind, da passt alles)
-nimm dich und deine sorgen für dich wahr, tu nicht so, als wäre es "für das kind" (jaja ich weiß, leichter gesagt als getan...
)
mhhh...es war ein prozess.
es ging wohl darum, sich als familie zu fühlen, auch ohne immer anwesenden vater.
ich habe mir verschiedenste familen -und gesellschaftsstrukturen angesehen (ok, ich bin eher so ein analytischer typ, as derartiges betrifft)
habe festgestellt, dass es matriliniare gesellschaften gibt, in denen der biologische vater gar keine rolle spielt,
dass das konstrukt der kernfamilie tatsächlich nie so durchgängig eingehalten wurde und erst seit der industrialisierung bei uns in der form existent ist. (väter waren immer wieder "abwesend")
-habe gelernt, dass liebe nicht ursächlich und einzig verantwortlich für das bestehen einer familie ist....
ja heute glaube ich, dass das vorgaukeln der ewigen liebe, die die grundlage für die familie sein soll und angeblich muss, ein ziemlich überzogenes konzept ist.
familie, ehe war immer ein wirtschaftliches modell.- heute ist das teilweise überholt, jetzt impft man uns ein, wir müssten eben genug daran arbeiten, um ewig zu lieben.-das ist doch quatsch.
wenn eine ehe ein leben lang hält, dann ist das ein glücksfall, manchmal aus finanziellen bedürfnissen geboren, oft ein "einander auf dauer schätzen und sich geborgen fühlen" - wenn das so ist, dann ist es schön.
- wenn nicht, dann MÜSSEN wir heute aber nicht mehr zusammen bleiben.
und das ist, vor allem für frauen, gut so. (männer haben in patriarchischen gesellschaften immer schon die möglichkeit gehabt, sich das glück auch außerhalb zu holen)
langer rede kurzer sinn: ich habe mein bild davon, was ideal und einzig möglich ist, verändert.
nicht von heute auf morgen, aber langfristig.
abgesehen davon: ich wollte eigentlich schon wieder eine partnerschaft.- für mich.
daraus hat sich dann wieder etwas wie ein "teilzeit-familienmodell" ergeben, wir sind heute ein haufen von menschen, die sich irgendwie doch auch als familie fühlen, auch wenn es wenig mit dem traditionellen modell zu tun hat.



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