ich kann dich verstehen.
meine kinder bezeichneten sich auch als "glückliche trennungskinder".
trotzdem waren manche situationen irgendwie "komisch".- bis ich dann bemerkt habe, dass sie mehr für mich als für meine kinder "merkwürdig" waren....
für deinen sohn ist nicht wichtig, ob ihr zusammen wohnt (für meine tochter ist es mittlerweile sogar ganz großartig, dass wird das nicht tun, sie ist aber ein teenie und liebt den citynahen schlafplatz bei papa....) - wichtig ist, dass er papa und mama hat, eben beide.
und das ist ja gegeben.
als die kinder noch klein waren, gab es schon viele events, auf die wir (obwohl getrennt) beide gingen -vor allem bei der tochter (mein sohn war schon etwas älter,dem wars zunehmend egal, bei der abifeier waren wir natürlich wieder gemeinsam).- ab und zu ein kindergartenfest, oder - vor allem - bei irgendwelchen aufführungen (musik, sport schule).
natürlich war ich oft auch allein, aber ab und zu gabs eben auch papa dazu.
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15.05.2016, 11:25Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
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15.05.2016, 11:26
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Bei uns ist es leider offensichtlich, dass wir nicht zusammen wohnen. Weil mein Ex mitten im Dorf lebt und ich schon oft gesehen wurde, wenn ich morgens meinen Sohn zu ihm bringe. Oder ich gefragt werde ob wir umgezogen sind... die sehen ja an der KiGaListe, dass wir in einer andren Straße wohnen als wo mein Sohn am Wochenende mitten im Ort auf der Straße spielt.
Manchmal denk ich mir "vielleicht ist der halbe Ort getrennt und es merkt keiner, weil keiner drüber redet"
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15.05.2016, 11:27Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
es geht dir also um das ansehen von außen?
bei mir war es auch offensichtlich, dass wir getrennt wohnen.
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15.05.2016, 11:30Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
und: du schreibst, dass dein sohn ganz offen damit umgeht.
deine ängste und sorgen sind DEINE - ich glaube (und habe es erfahren), dass das für kinder absolut egal ist, ob die eltern getrennt sind oder nicht -das wird auch in der schule kein grund sein, dass er benachteiligt ist -
wenn du es nicht zum "drama" machst.
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15.05.2016, 11:45
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Ja das denke ich mir auch immer. Früher haben wir so viel gestritten und er hat nie Liebe zwischen uns gesehen. Jetzt sind wir beide wieder zufrieden, der Ex und ich. Man merkt auch deutlich, dass mein Sohn viel ruhiger ist als vor der Trennung.
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15.05.2016, 11:54
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
@ Zwischenrose, woran machst Du es fest, dass es für Kinder egal ist, dass Eltern getrennt sind?
Ich habe mich damals nach 1.5 Jahren Überlegungen getrennt. Meinem Ex hat die Ehe offensichtlich auch nicht gefallen mit mir... er ist aber absolut passiv und hätte sich nie getrennt. Ich bin früher so stolz drauf gewesen, den Absprung geschafft zu haben. Jetzt ist das irgendwie weg. Es ist so wie schwanger sein: da sieht man überall Schwangere. Und jetzt im Moment sehe ich nur glückliche Paare. Auch wenn ich keinen Mann vermisse, es tut mir immer leid für meinen Sohn.
Aber es ist absolut MEIN Problem. Das weiß ich ja. wir hatten ein KiGaGespräch vor ein paar Wochen, und ich habe wie immer gefragt, ob sie meinen, dass unser Sohn die Trennung gut verkraftet hat. Ich bin da sehr empfindlich und frage dann immer nach. Jedenfalls wurde mir von der neuen Kindergärterin gesagt "er geht da völlig offen mit ihm, ich hab ihn gefragt, ob er mal was von Mama und Papa erzählen kann, und er hat gleich gesagt "Mama und Papa wohnen in zwei Wohnungen. Die haben sich mal gestritten" - also ein Kind das Probleme damit hätte das hätte gar nicht geantwortet oder wäre traurig geworden".
Ich habe einfach Angst, dass er mal gemobbt wird in der Schule. Dann aber denk ich mir "er wird ja auch im KiGa nicht gemobbt, im Gegenteil fragen die anderen Kinder ja manchmal "dürfen wir am Wochenende mal zum Papa von ihm?". Also die Kinder wissen das ja schon. Mir wurde auch mal gesagt, dass das Kinder herzlich wenig interessiert, wenn andere Kinder in 2 Wohnungen wohnen. Warum also sollte er plötzlich gemobbt werden nur weil er in die Schule kommt...?
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15.05.2016, 11:58
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Ja das "außen" macht mir derzeit große Probleme. In meinem Kopf weiß ich "das geht die anderen gar nichts an. Die sollen mal durch das gehen, was ich erlebt habe, dann würden sie sich auch getrennt haben". Es geht auch so weit, dass mir von Freunden gesagt wird "also, wenn wir uns jemals trennen sollten, dann wollen wir es 100% haben so wie Ihr: nicht streiten und alle kümmern sich um die Kinder". Wir machen das toll. Das weiß ich.
Ich rede natürlich NIE mit meinem Sohn über meine Ängste! Deswegen wollte ich hier mal nachfragen.
Er kommt nun in die Schule. Im KiGa habe ich damals ganz offensiv gesagt "mein Mann zieht aus, wundern Sie sich nicht wenn das Kind nun ein paar Wochen durcheinander ist - seien Sie lieb". Das war für mich die Hölle, das zuzugeben... dieses "Scheitern"... würdet Ihr der Klassenlehrerin im Gespräch sagen, dass man getrennt ist?
Oder kommt man dann gleich in die Schublade "alleinerziehend - auf das Kind hab ich ein Auge?"
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15.05.2016, 12:09Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Deinem Sohn geht es gut, es gibt keinen Grund, der Klassenlehrerin irgendwas zu erzählen. Natürlich solltest du es auch nicht verschweigen, wenn das Gespräch irgendwannmal darauf kommt. Ich finde es ziemlich normal, alleinerziehend zu sein, und ich vermute, wenn ich Lehrerin wäre, wäre es mir komplett egal. Ich würde auf das Kind gucken, und nicht auf den Status der Eltern.
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15.05.2016, 12:13
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
Liebe Sommerwind,
die ersten beiden Sommerurlaube allein mit den Kindern kam ich mir wie ein Exot vor, überall "sah" ich nur Familien oder Paare ohne Kinder, aber auf jeden Fall Paare, Paare, Paare ...
Das war natürlich Quatsch, das wusste ich, die Fakten sprechen ja für sich. Und vielleicht war ich nur eher eine der wenigen Alleinerziehenden, die mit ihren Kindern so lang verreisen konnte und ich hätte doch eher stolz auf mich sein können?
Die beiden ersten Jahre ging da aber gar nichts. Ich kam mir vor als liefe ich mit einem Schild auf der Stirn "Getrennt!" herum. Obwohl doch die Trennung von mir ausging und sie voll richtig war.
Es war eher ein Stigma, was ich mir selbst anheftete: Getrennt = Allein = Nicht geschafft!
Hat eine Weile, eine Kur und eine Psychotherapie gedauert, bis ich es halbwegs gepackt hatte. Im dritten Jahr verlief der Urlaub schon wesentlich entspannter. Ich konnte mich zeigen so wie ich war: alleinerziehend aber völlig normal.
Jetzt habe ich einen neuen Partner und ich ertappe mich dabei, wie angenehm es doch ist, z.B. bei Schulveranstaltungen wieder als "normale" Familie auftreten zu können. Ich ärgere mich fast über mich!
Habe ich es doch 1. doch nicht geschafft, mir einen sicheren Stand als "Getrennte" und Alleinerziehende zu erarbeiten wie es mir eigentlich wünschte und 2. finde ich es ungerecht, denn es bedient ja gerade das Vorurteil, vor dem man sich gefürchtet hat.
Meine eigene "Therapie" ist, so oft es geht darüber zu sprechen, nicht überall und nicht zu jedem, aber wenn es passt: Ja, ich bin getrennt. Ja, ich bin Alleinerziehend. Ja, wir leben jetzt in Patchwork zusammen. Es ist eine Übung für mich selbst, die mir gut tut, und es ist auch "Aufklärungsarbeit" für alle anderen "Getrennten" und Alleinerziehenden. Wir sind nämlich ganz schön viele und sollten uns nicht verstecken!
Viele Grüße, Renka
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15.05.2016, 12:19Inaktiver User
AW: Wie geht Ihr mit dem "Makel" der Trennung um?
ich mach' es aus meiner erfahrung fest....

kinder nehmen das, was sie erleben, erst mal als normal -sie haben kein "wo-soll-es sein-über-ich".
dein sohn kann nur ein problem bekommen, wenn er merkt, dass du eines hast.-dafür haben kinder feine antennen. aber das bedeutet nicht, dass du nicht auch mal traurig sein darfst.- auch das gehört zum leben.
in der schule würde ich sagen, dass ihr getrennt seid. aber nicht als "oh, das arme kind" verkaufen, sondern als selbstverständliche information, dass der getrennte vater eben auch teil des lebens des kindes ist.
ich meine nicht, dass du keine probleme haben darfst.
wie gesagt, das gehört zum leben dazu, das dürfen kinder schon lernen.
aber je selbstverständlicher eine situation für ein kind ist, umso unproblematischer wird sie.
spiel mit deinem sohn, lach mit ihm und habt gemeinsam freude an der welt - dann wird alles andere auch kein großes problem sein.



) - wichtig ist, dass er papa und mama hat, eben beide.
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