Du schreibst ja selbst, es geht nicht in erster Linie darum, dass Du den Vater der Kinder als verantwortungslosen Hallodri empfindest, sondern darum, die Kontrolle zu behalten.
Und auch, wenn du sagst, die Kinder kriegen das Kopfkino nicht mit, sie merken es Dir an. Das Ältere auf jeden Fall. Und ja, Teenager können nicht jede Situation richtig einschätzen, das müssen die Erwachsenen machen- manchmal...es ist aber so, wenn ein Teenager der Meinung ist, er weiß schon selbst, was richtig ist, dann wird er im Zweifelsfalle eher denken...oh nö, wenn das meine Mutter mitkriegt, dann regt sie sich schon wieder auf...also sage ich lieber nichts und mache es heimlich.....was sie dann in aller Regel auch tun.
Kontrolle hört irgendwann sowieso auf, Loslassen muß man lernen, heute sind es die Urlaube mit dem Vater, später das Ausgehen am Abend oder Festivaltouren übers Wochenende. Und lass Dir gesagt sein- man bleibt nicht plötzlich völlig entspannt, nur weil der Nachwuchs 18 geworden ist und gesetzlich jedes Recht hat zu tun, was er will. Da muß man sich schon fest vornehmen- ich rege mich nicht auf. Sonst wird das nichts.![]()
Antworten
Ergebnis 11 bis 19 von 19
Thema: Ich kann so schwer loslassen
-
12.03.2016, 12:03
AW: Ich kann so schwer loslassen
-
12.03.2016, 12:15
AW: Ich kann so schwer loslassen
Alles steht und fällt mit der Einschätzung, für wie verantwortungsvoll du den Vater der Kinder hältst. Wenn du diesbezüglich Bedenken hast, kann man die ohne Einblick ins Familienleben schlecht wegdiskutieren. Ich glaube, wir kommen an dieser Stelle nicht weiter.
Darum zurück zur praktischen Seite. Ängste hin, Ängste her – wie gedenkst du zu reagieren? Sind deine Befürchtungen so stark, dass du deinen Kindern den gemeinsamen Urlaub mit dem Vater verbieten willst? Wohl nicht oder? Du würdest dir da eine ziemliche Abfuhr einfahren, sowohl bei den Kindern wie auch beim Vater.
Ich bin immer für einen pragmatischen Ansatz. Ich kann nur dafür sorgen, dass der Vater von meinen Sorgen erfährt und somit sensibilisiert ist. Damit sind die Einflussmöglichkeiten allerdings ausgeschöpft. Ansonsten bleibt nur die Akzeptanz. Was ich nicht ändern kann, muss ich akzeptieren. Und wenn ich es schon akzeptieren muss, weil es keine Alternative gibt, dann versuche ich mich damit zu arrangieren. Denn wenn ich immer wieder mit Dingen hadere, die ich nicht ändern kann, wird das in eine sich verstärkende, negative Gedankenspirale führen.
Wie gesagt, man kann Sorgen/Kopfkino nicht so einfach ausschalten, sondern muss tatsächlich immer wieder bewusst daran arbeiten, ausufernde Gedanken aktiv im Zaum zu halten. Es klappt auch nie zu 100 Prozent, aber eine Reduzierung ist möglich."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
-
12.03.2016, 12:19Inaktiver User
AW: Ich kann so schwer loslassen
Ich würde eher schaun, woher dieser Kontrollzwang kommt und daran arbeiten, ggf. mit professioneller Hilfe.
Die Kinder, die immer größer und selbstständiger werden, machen das auch nicht mit, sie werden sich dem entziehen, es nervt dann einfach, sie wollen frei sein und das immer mehr.
Vertrauen in sich selbst und die anderen, abschalten, freie Zeit für Schöne genießen, das versuchen zu lernen.
-
12.03.2016, 12:25
AW: Ich kann so schwer loslassen
Jupp.
Die letzte Lektion zu diesem Thema bekam ich erst zum Valentinstag.
Mein Mann "überraschte" mich mit der Mitteilung, eine Übernachtung in einem Wellnesshotel, ca. 1,5 Stunden entfernt, gebucht zu haben. Samstag Mittag los, Sonntag Nachmittag sind wir wieder da. Betriebshelfer für die Rindviecher ist bereits bestellt und bezahlt.
Ich war ...entsetzt. Die Mädchen! Ich kann doch die Mädchen nicht alleine lassen! Ob er eine Oma oder die älteste Schwester einbestellt hätte, damit die über Nacht hier bleiben?
Meine Jüngste wird morgen 16 und die Mittlere in wenigen Wochen 18. Mein Mann warf mir einen seltsamen Blick zu, wies auf das Alter der Kinder hin und erklärte: Also, wenn Du sie jetzt noch nicht alleine lassen kannst, dann mach mit ihnen eine WG auf. Aber ohne mich!
Die Mittlere erklärte, ohnehin nicht da zu sein und das Wochenende bei ihrem Freund verbringen zu wollen. Aber am Sonntag Mittag wäre sie wieder im Haus. Die Jüngste hatte eine Freundin zur Gesellschaft eingeladen und war empört, wirklich empört, dass ihre Mutter der Meinung war, sie nicht allein lassen zu können. Vor lauter Pikiertheit sprach sie gesamten Freitagabend nicht mit mir und behandelte mich wie Luft.
Mich ausgesprochen unbehaglich und unverstanden fühlend verließ ich samt Ehemann das Haus. Aber ich muß sagen- mit jedem Kilometer Entfernung ging es besser- denn: Jetzt konnte ich eh nichts mehr tun.....
Und als wir am Sonntag Mittag zurückkamen, war alles in Ordnung. Alle Familienfamilien samt Getier waren wohlauf, die Töchter saßen samt Freundin und Fritz -Fridolin in der Küche, wo die Mittlere gerade eine Schüssel mit Kartoffeln auf den Tisch stellte ( sie hatte Frikadellen, Möhren und Kartoffeln gekocht
).
Und ich erkannte, wenn auch schweren Herzens- so unverzichtbar bin ich gar nicht.....
-
12.03.2016, 13:03
AW: Ich kann so schwer loslassen
So alleine bin ich ja gar nicht

Ich hab meine 13jährige schonmal mit 2 Freundinnen allein in der Wohnung des Vaters übernachten lassen, hat mir gar nichts ausgemacht. Das ist eigentlich interessant, wenn du das so schreibst. Es liegt nicht dran, dass ich den Kindern nicht vertraue. Es liegt ein bisschen dran, dass ich dem Vater zutraue, hier und da mal unerwarteterweise über die Stränge zu schlagen. Es liegt aber auch nicht nur an ihm, s. Flugangst. Entfernung spielt eine Rolle. Ich mach mir keine Sorgen, wenn sie zwei Wochen am Stück bei ihm zuhause wären.Wahrscheinlich so eine generelle Verlustangst bzw. Angst, dass sie in Gefahr geraten, ohne dass ich einschreiten könnte.
Ich gedenke jetzt mangels Alternative genau dies zu tun:
Ich versuche, das dieses Jahr ganz bewusst kleiner zu kochen.
-
19.03.2016, 12:20
AW: Ich kann so schwer loslassen
ich kann dich schon verstehen... dumme Situation, wenn sich der Vater vom pubertären Teenager und seinen Sturm-und-Drang-Jahren nie merklich abgrenzt ...
normaler wäre ja schon, dass man im Laufe der Jahre bemerkt, man wird gesetzter und
plant seine eigenen Reisen und Ferien anders ... weil man eben auch keine 20 Jahre mehr ist.
Irgendwo wäre es für dich schon erfreulicher Du müsstest dir keinen Kopf drüber machen, was sich deiner Kontrolle entzieht und was alles schief läuft, wenn Papa mal wieder extrem am Ruder ist und steuert.
Und vermutlich hat das auch nichts mit Kontrollzwang zu tun... sondern ist genau das, was erwacshene Mütter sich eben denken, und worum sie sich Sorgen machen.
Grundlos hast Du bestimmt keine schlaflosen Nächte und kein Kopfkino...
wie man das abstellt... vielleicht mit autogenem Training .. o.ä.... der Konflikt ist deswegen zwar nicht aus der Welt ... aber man kann mit ihm besser umgehen.
Ich denke, Du musst das als Krise eben weiter aussitzen ...
und vermutlich ist wäre hilfreich, die Kinder zu eigenen Jugendaktivitäten und Ferien mit Freunden und unter Gleichaltrigen zu bestärken.
Altersgemäß und normal ist es ja schon, dass Elternurlaube irgendwann in den Hintergund treten und Freunde und Jugendreisen interessanter sind... egal wie cool Papa drauf ist, er bleibt Papa.
Versuch das so hinzubiegen, dass Deine Kinder ihr eigenes, unabhängiges Programm haben und haben wollen
und selbständig werden... Sprachferien, Zeltlager.. was auch immer..
Jugendfreizeiten sind ja schon oft geplanter und sicherer, als das was Dir Kopfzerbrechen bereitet!
Biete Alternativen an... auch Deine Kinder werden das toll finden und machen wollen!
Momentan machen sich ganz viele Menschen Gedanken, wo sie noch sicher Urlaub machen können und wollen .. und das was früher o.k. war .. ist es heute nicht mehr ..
momentan denken sich doch wohl so einige... besser nicht fliegen und schon gar nicht in die Türkei oder nach Tunesien und auch nicht nach Ägypten oder über den Sinai... Paris oder London sind auch terrorvedächtig ...
griechische Insel ... muss gerade auch nicht wirklich sein ...
Da denken sich doch viele Eltern heute ihren Teil und gehen lieber eine Runde auf Nummer sicher.
Viele planen heute eine Runde anders, als z.b. noch vor 2 Jahren ... und verändern ihr Reiseverhalten. Unbekümmerte Sorglosigkeit leben andere jedenfalls auch nicht mehr !!!
Also, ich würde ja denken... die Flüchtlinlingskrise hat einiges konkret verändert ...
da muss man sich drauf einstellen und trampt nicht mehr ohne Plan an den Mittelmeerküsten von Hostel zu Hostel und campt wild oder sitzt in propevollen Zügen...
und europaweit freut man sich weniger Väter die mit ihren Kindern und nem Zelt einen auf unabhängig machen ... da hält sich die Hilfsbereitschaft mittlerweile in Grenzen.
Das kann in ein paar Jahren alles ja auch wieder anders aussehen .. und dann sind deine Kind auch noch jung und können ihre eigenen Abenteuer selbst planen.
Wieso Papa das heute tun muss... es erschließt sich einem momentan wohl weniger ...
schon auch nicht verekehrt, sich seine Gedanken zu machen und Risisken abzuwägen .. bzw eben mal zu verzichten.
Denn Ferienvergnügen klappt auch ohen Extreme und im eigenen Land und sogar zu Hause.
Wenn es dich also so belastet... und das seit Jahren .. dann ist gerade das jetzt ein kluger Zeitpunkt, mal mit dem Ex darüber zu reden, ob wirklich in jeden Ferien Stress und Aktion angesagt sind, oder ob auch mal dem Bedürfnis nach Ruhe, Chillen und eben Erholung eher angesagt sind ... mal ein neutraleres und wenig belastendes Programm sinnvoller wäre und alles mal eine Runde anders gehalten werden könnte und er heuer auch die Alternative zum sonst Üblichem plant.Geändert von Lonamisa (19.03.2016 um 16:41 Uhr)
-
21.03.2016, 11:50
AW: Ich kann so schwer loslassen
Der Vater hat Spaß an "Abenteuerurlauben" mit den Kindern, die Kinder haben ganz offensichtlich auch Spaß daran und realistisch betrachtet ist das, was die TE schildert, ja nun auch nicht gerade ein hochriskantes Unternehmen. Wieso sollte für den Vater und die Kinder "Ruhe, Chillen und Erholung" angesagt sein, was alle drei offensichtlich gar nicht wollen, nur weil die TE ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis hat, das eigentlich nur durch Urlaub auf Balkonien befriedigt werden kann?
-
24.03.2016, 10:55
AW: Ich kann so schwer loslassen
naja.. irgendwie scheint es um Ziel zu gehen, die man nur mit Flugzeug oder Zügen erreicht .. weswegen an die aktuellen Knotenpunkte des Fernverkerhrs wohl schlecht vermeiden kann
da fallen mir doch so einige ein, die da momentan Sicherheitsbedenken kennen und das eigene Reiseverhalten auch mal ändern... kritisch hinterfragen, was sein soll und was nicht ...
Balkonien ist eine Alternative ... zu zig anderen, die ganz genauso sicher wären.
Abenteuer obs pausenlos angesagt ist.. keine Ahnung... ob man nicht auch mal anders Spaß haben kann udn eine schöne Zeit verleben ...offen .. ich würde ja denken, ja.
-
26.03.2016, 12:43
AW: Ich kann so schwer loslassen
Dass Du loslassen musst, weißt du ja selber. Aber ich kann dich sehr gut verstehen, dass es dir schwerfällt. Mir ginge das ganz genauso. Ich hätte auch Angst, dass etwas passiert, weil ich als "Kontrolle" nicht mehr dabei bin.
Wahrscheinlich musst du dich zum Coolbleiben irgendwie zwingen.
Ich drück dir die Daumen.


Zitieren

