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    AW: Sohn (4) will nicht (mehr) beim Vater übernachten

    Das kenne ich vor allem von meinem Jüngsten,der auch in etwa mit 3- 4, damals war
    ich im Nachtdienst tätig,abends extrem problematisch war.Er war in meinen Dienst-
    wochen mal zuhause (wenn er nicht allein hier war), oder bei einer bezahlten Frau
    hier in der Nähe.Da ist er sogar einmal nachts ausgebüxt, weil er "durcheinander" war.
    Das war nicht schön,aber ich interpretiere es so, dass der Wunsch nach Stabilität und
    Ritualen in dem Alter stärker wird ,ebenso der Wunsch eigene Interessen durchzusetzen,
    bzw. das "wie weit komme ich mit dem Willen" auszuprobieren.
    Ich glaube, da muss man hart bleiben, dem Kind in allem was machbar ist entgegen
    kommen, aber auch vermitteln: so wie es ist musst du es jetzt erstmal akzeptieren!

    Heute, mein Sohn ist 7,macht er nichts lieber als ab und zu mal bei Freunden zB.,
    oder bei den weiter entfernt lebenden Großeltern zu übernachten.Bei Letzteren
    ginge es auch gar nicht anders, wenn er sie besuchen will.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

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    AW: Sohn (4) will nicht (mehr) beim Vater übernachten

    Hi, vielleicht funktioniert es mit einem Telefonat, etwa gleich morgens nach dem Aufstehen?
    LG
    Halleluja

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    AW: Sohn (4) will nicht (mehr) beim Vater übernachten

    Kinder in diesem Alter legen generell großen Wert auf Gleichmäßigkeit und viele Kinder sind gerade in diesem Alter mamafixiert. Was hältst du davon, wenn ihr diesen Wunsch ganz bewusst aufgreift und so eine Art neues Ritual schafft? Es gibt da sicher sehr viele Ideen. Ich habe unserem Sohn z.B. ein kleines Kissen mitgegeben aus meinem Bett, wenn er auswärts geschlafen hat und eigentlich nicht recht wollte, damit er mich (bzw. meinen Mama-Duft) beim Schlafengehen bei sich hatte. Unserem Sohn hat das durch diese Phase geholfen.

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es besser ist zu sagen: ich weiß, dass du mich vermisst/ das ist doch klar, dass du mich vermisst oä (und darüber redet!) - als zB zu sagen: du brauchst keine Angst/ kein Vermissensgefühl etc haben, es ist doch alles gut (das ist eine verführerische Elternstrategie, die bei unseren Kindern die Gefühle eher verstärkt haben - bis wir uns die quälenden Gefühle endlich mal gemeinsam angeschaut haben)

    Nebenbei: Kinder spüren sehr genau, ob ihre Eltern hinter ihren Entscheidungen stehen oder ob sich eine Unsicherheitslücke auftut. Es geht also weniger um Härte oder Konsequenz als um Sicherheit. Wenn ihr als Eltern euch sicher seid (die ihr bekommen könnt über die idealerweise gemeinsame Beschäftigung mit diesem Thema), wie ihr euch eurem Sohn gegenüber verhalten sollt und wie ihr selbst zu den Regelungen steht, dann fällt es dem Kind meiner Erfahrung wesentlich leichter, die Situation zu akzeptieren.

  4. Moderation

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    AW: Sohn (4) will nicht (mehr) beim Vater übernachten

    @hora: toller Beitrag!

    Ich stimme zu. Die schwierigen Gefühle zu benennen, ist eine sehr gute Balance zwischen dem Wegwischen ("ist doch alles gut ") und dem Ausweichen vor der Schwierigkeit ("dann lassen wir das erst mal "). Und für das Kind eine wichtige Entwicklungsförderung.

    Überhaupt ist das Benennen dessen, was gerade ist, eine oft unterschätzte Art und Weise ,das Kind zu sehen und zu bestärken, ohne die eigene Marschroute aus dem Blick zu verlieren.

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    AW: Sohn (4) will nicht (mehr) beim Vater übernachten

    Hallo,
    erstmal ganz herzlichen Dank euch allen für die vielen hilfreichen Hinweise und Ideen.

    Ich will versuchen, das nochmal aufzudröseln:

    Eifersucht: Ist möglich, geht ja auch in die Ecke, die Promethea und Merav ansprachen. Ja, ich bin schwanger mit Nr. 2. Sohn weiß das auch, ist mal begeistert, mal gar nicht. Ich versuche, das Thema nur dann zu besprechen, wenn er es anspricht und ihn möglichst auch von nettgemeinten Kommentaren ("Naaaaa, freust du dich auf dein Geschwisterchen???") zu schützen.
    Eifersucht auf meinen Partner kann ich mir schwer vorstellen, die beiden haben ein gutes Verhältnis und er wird auch vermisst, wenn er mal nicht da ist. ("Kommt xy heute nicht???").

    Klebekind: Ich denke auch, dass es in diese Richtung geht. Er möchte ja auch nicht in den Kiga im Moment. Immerhin konnte er mir sagen, warum: "Ich vermisse dich dann immer so, Mama."

    Länger bei Papa: Hm, weiß ich nicht. Die Regelung ist ja schon so, dass er ihn Freitags vom Kiga abholt und Montags bringt. So dass ich ihn dann von Freitag morgen bis Montag nachmittag nicht sehe.

    Mamaweh gefällt mir gut.

    Meine/Usere Einstellung: Ich denke, das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Ich genieße ja ehrlich gesagt auch mal einen freien Abend. Und will versuchen, mich dabei nicht rabenmuttermäßig zu fühlen. Vielleicht spürt er aber diesbezüglich meine Unsicherheit.

    Rituale: Das ist auch ganz stark mein Gefühl. Leider torpediert hier Oma das Ganze auch noch und möchte doch so gern, dass Enkel auch mal bei ihr übernachtet. Er liebt sie auch über alles, aber so entstehen dann eben Tage, in denen das Kind innerhalb von drei Tagen in drei verschiedenen Betten schläft. Das finde ich extrem wenig hilfreich.
    Kissen und Duft ist ein toller Vorschlag, das nehme ich mal auf.

    Haltung und Gespräch: Sehe ich genau so, und so versuche ich auch mit ihm zu kommunizieren. Also, z.B. "Ja, das verstehe ich, dass du Mama dann vermisst."
    Ich denke auch, dass er manchmal sein schlechtes Gefühl auch noch gar nicht benennen kann und dann dankbar ist, wenn es einen Namen bekommt (z.B. vermissen).

    Also, ihr seht es bewegt sich. Lieben Dank noch mal für all eure Gedanken.
    Morgen bekomme sehe ich ihn wieder. Leider dauert es im Augenblick auch sehr lange, bis er wieder richtig "angekommen" ist. Wut, Geschrei, Tränen, Aggression... aber das ist wohl auch normal. Puh.

    *If you don't like the road you're walking start paving another one.*
    (Dolly Parton)

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