Bis hierher habe ich jetzt gelesen.
Also: ICH habe so etwas gemacht. Das ist schon ein paar Jahre her, meine Tochter ist jetzt 21 Jahre alt. Damals war sie aber ebenfalls 14.
Die Trennung zu ihrem Vater lag schon sieben Jahre zurück, mein neuer Partner war nicht mein erster neuer Partner nach der Trennung.
Die Beziehung meiner Tochter zu ihm war anfangs schwierig.
Ich würde in dem Zusammenhang übrigens dazu raten, das mehr oder weniger hinzunehmen. Als Pubertanten haben es Jugendliche in dem Alter eh schon schwer. Sie müssen den neuen Partner der Mutter nicht lieben (inzwischen verstehen sich die Beiden übrigens ganz gut).
Jedenfalls: Ich bin zu ihm gezogen. Das waren nur knapp 300 Kilometer, aber der Fakt war derselbe. Meine Tochter hatte von Anfang an gesagt, dass sie DA auf keinen Fall hingeht, niemals.
Sie ist dann zu ihrem Vater gezogen, konnte also in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, was damals sehr gut für sie war.
NATÜRLICH hatte ich ein schlechtes Gewissen, natürlich habe ich in den ersten zwei Jahren mehrmals gedacht: Ich muss zurück! Für mein Kind!
Aber im Nachhinein kann ich sagen: Es war gut für uns beide. Es war auch gut für ihren Vater. Mit dessen Erziehungsstil war ich nie einverstanden, es war ähnlich, wie die TE es beschreibt, er hatte mehr eine Laissez-fair-Haltung, der Haushalt war chaotisch, vieles lief ganz anders als bei mir.
Allerdings hat meine Tochter immer betont, wie toll doch alles bei ihrem Vater war, und er hat sich darin natürlich gesonnt. Ich habe das halt so hingenommen, was hätte ich auch sagen sollen, war halt ihr geliebter Papa.
Als sie mit ihm zusammenlebte, stellte sich schnell heraus, dass er so toll nun doch nicht war. Aber die Beiden kamen klar.
Und ICH und meine Tochter kamen nach und nach auch besser klar! Heute sind wir uns sehr nah und haben einen freundschaftlichen Umgang. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir meine Tochter vieles anvertraut und auch auf meinen Rat hört.
Ich selbst habe als Vierzehnjährige übrigens auch erlebt, dass meine Eltern umgezogen sind, und zwar sehr weit weg in eine ganz fremde Gegend mit seltsamem (manchmal unverständlichem) Dialekt.
Und ich hätte sehr viel darum gegeben, wenn es eine Tante, einen Onkel, eine WG gegeben hätte, wo ich hätte einziehen und so in meiner gewohnten Umgebung, in meiner Schule, in meinem Freundeskreis hätte bleiben können.
Ich habe sehr unter dem Umzug gelitten.
Diese Erfahrung war es sicher auch, die mich bewogen hat, meine Tochter dort zu lassen.
Natürlich hätte ich meine Tochter mitgenommen. Und natürlich hätte sie jederzeit zu mir ziehen können, das habe ich ihr immer gesagt.
Hier wird so viel darüber geschrieben, wie traumatisch der Umzug der Mutter für den Sohn sein könnte. Für mich war es damals traumatisch, zusammen mit meinen Eltern umzuziehen (nein, das ist nicht übertrieben. Glaubt mir). Aber es ging nicht anders, aus beruflichen Gründen war der Umzug notwendig.
Ich will damit nur sagen: Man kann nicht immer voraussagen, welche Erfahrung sich wie schmerzhaft und wie traumatisch entwickelt.
Ach, und noch etwas: Das mit dem Auslandsaufenthalt ist mir etwas rätselhaft. Meine Tochter war damals auch für einige Monate im Ausland, als sie 15/16 war. Und wir hatten wirklich nicht viel Geld, aber wir haben es hinbekommen.
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31.08.2015, 15:19
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Geändert von Nubia (31.08.2015 um 15:44 Uhr)
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31.08.2015, 15:25
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Es ist gar nicht ganz sicher, welche Lösung ihm mehr "Schmerzen zufügen" würde. Mit einer unglücklichen Mutter zusammenzuleben, die ihm das eventuell unterschwellig übelnehmen würde (keine Unterstellung, nur Lebenserfahrung) ist auch nicht direkt schmerzfrei.
Nun, selbstverständlich sind die Mutter und ihr Ex für ihre Trennung verantwortlich. Aber sie haben diese Situation sicherlich nicht willentlich herbeigeführt. So eine Trennung ist eine schmerzhafte Angelegenheit, die sich oft nicht verhindern lässt.Die Mutter gehört zu den Erwachsenen, die die Situation geschaffen und eingebrockt haben.
Was macht dich da so sicher?Die Mutter kann die Beziehung auch auf Entfernung führen. Da gilt das Argument, dass das auch auf Entfernung geht, viel mehr als für die Mutter bei einem Jugendlichen.
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31.08.2015, 15:29
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Das sehe ich ähnlich.
Wenn ich an meine Tochter in dem Alter denke... Ich kam mir manchmal vor, als sei ich in ihren Augen eine einzige Belästigung.
Hmhm. Ja, ich empfinde ähnlich.Jetzt ist spätestens das Alter, in dem er lernen muss, dass andere Menschen auch wichtige Bedürfnisse haben. Und ich finde eine Lebensbeziehung jetzt nicht unwesentlich. Und das Bedürfnisse konkurrieren können und seine dann nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Er ist ja nicht mal bereit, sich gescheit auseinanderzusetzen. Er will es so, wie es ist. Mutter bleibt, auf sein Austauschjahr hat er Anrecht. Punkt. Aber das Leben um ihn herum hat sich verändert und verändert sich.
Und seine Mutter leidet jetzt schon. Das ist dann aber egal, sie ist ja "schuld".Geändert von Nubia (31.08.2015 um 16:17 Uhr)
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31.08.2015, 15:35
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Äh... Mit vierzehn? Ich finde es eigentlich normal, in dem Alter egozentrisch zu sein. Das ist nicht schlimm, das kann sich später noch ganz anders entwickeln.
Ich finde auch nicht unbedingt, dass ein Vierzehnjähriger freiwillig ob seiner Gefühle für die Mutter auf bestimmte, ihm wichtige Dinge verzichten sollte.
Das ist zuviel verlangt. Aber ja: Er muss und wird lernen, Rücksicht zu nehmen.
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31.08.2015, 16:04
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Hallo Nubia,
wie hast Du denn den Umgang mit Deiner Tochter gestaltet?
Mandelblüte
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31.08.2015, 16:26
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Anfangs war ausgemacht, dass sie zweimal im Monat für ein Wochenende zu mir kam. Mit dem Zug.
Das wurde allerdings nach und nach aufgeweicht, ab und zu bin ich ja auch dort gewesen, in den Ferien kam sie dann manchmal für zwei Wochen oder so - manchmal brachte sie auch eine Freundin mit (einmal auch zwei Freundinnen, und zusammen haben die drei für ein Chaos gesorgt, das derart massiv war, dass es mir Respekt abnötigte).
Anstrengend war es immer, wenn gleichzeitig der Sohn meines Lebensgefährten (sechs Jahre jünger) UND seine Tochter (vier Jahre älter als meine Tochter) da waren.
Die Wohnung hatte nur 65 Quadratmeter.
Dann ging sie ins Ausland und kam als ein neuer Mensch wieder zurück (ganz aufgehellt und tiefenentspannt und gereift), danach wurde alles einfacher, und wir planten unsere Zusammentreffen je nach Bedürfnislage und aktuellen Terminen.
Immer häufiger kam es vor, dass sie nicht konnte, weil zum Beispiel eine "wichtige Party" stattfand.
Ich fühle mich ihr aber trotzdem immer nah.
Nach dem Abi war sie nochmal ein Jahr im Ausland, da haben wir sogar häufiger geskypt und gesimst, als wir das im normalen Alltag tun - in gewisser Hinsicht hatten wir da mehr miteinander zu tun als zuvor, obwohl sie wesentlich weiter weg war. Damit will ich nur sagen, dass räumliche Nähe nicht alles ist.
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31.08.2015, 16:36
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Der Umgang am Wohnort der Mutter funktioniert aber doch nur, wenn Kind und Partner sich wenigstens halbwegs vertragen. Wenn das nicht der Fall sein wollte, würde die TE fahren müssen (was alle 14 Tage durchaus anstrengend ist und - besonders wenn sie am alten Wohnort keine Unterkunftsmöglichkeit mehr haben sollte - ordentlich ins Geld gehen kann).
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31.08.2015, 18:21
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Ehrlich gesagt, wollte ich "so Eine" werden
Mein Plan war: die Kinder ziehen aus und haben jederzeit die Möglichkeit nach Hause zu kommen.
Es steht immer ein frisch bezogenes Bett bereit und ich koch mal eben lecker Essen.
Ich stecke Ihnen paar Euros zu, oder den Enkeln was Feines, dem Hund ein Leckerli und geb noch was mit auf den Weg.
Enkelkind/Hundebetruung gibt es -falls kein Notfall eintritt- ca 1x im Monat (1-2 Übernachtungen)
In meinem weiteren Alltag lebe ich was und wie ich will und fühle mich nicht als aufopferungsvolle Mutter, die nicht nur für ihre Kinder lebt/e!
Was hätt ich für so ein Elternhaus gegeben
Leider sind diese Pläne Fehlplanungen, da ich derzeit garnicht mehr den Platz für Alle habEs wird Zeit für eine neue Signatur
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31.08.2015, 18:23
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31.08.2015, 19:54Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Anfangs war also alles paletti.
Ist das der Grund, weshalb der Sohn den Partner der Mutter ablehnt? Sprachliche Hürde und anderes Essen?Einmal kam er mit mir in den Winterferien mit in das Haus meines Freundes. Wir blieben 8 Tage dort, Familie und Freunde meines Freundes waren zeitweise auch dort. Meinem Sohn hat es dort allerdings nicht so sehr gefallen (sprachliche Hürden, anderes Essen etc.).
Was heißt denn in letzter Zeit? Seit er weiß, dass Du umziehen möchtest?In letzter Zeit blockt er aber total ab. Wenn mein Freund da ist, geht er zu seinem Vater. Wenn er zurück nach Hause kommt, geht er direkt in sein Zimmer, begrüßt ihn nicht mal. Ich sage ihm, daß ich das sehr unhöflich finde, aber das interessiert ihn nicht.
Weshalb ist Dein Sohn so unhöflich? Warum lässt du Dir das gefallen. Er soll sagen, weshalb er Deinen Partner ablehnt. Dein Sohn ist 14, er kann sich äußern.
Du meinst, wenn man sich für ein Kind entscheidet, gibt man irgendwann die Verantwortung für sein eigenes Leben an sein Kind ab?
Wieso ist das verständlich? Was ist denn zwischen den beiden vorgefallen?Dass der Sohn nicht gut auf den neuen Lebensgefährten zu sprechen ist, ist verständlich.
Vielleicht schreibt die TE ja noch was dazu.
Auch hier die gleiche Frage: Was ist denn vorgefallen zwischen den beiden, dass eine derartige (vermutete) Aversion herrscht?
Dann zieht er halt mit der Mutter. Wo ist das Problem?



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