Aber dafür dass sie noch so viele kindliche Anteile besitzen, dürfen sie schon ganz schön viel bei der Lebensgestaltung der Eltern mitreden.
Und dieser stabile Gegenpart ist nicht gegeben, wenn die Mutter wegzieht? Wenn sie sich nach ihrem Sohn richtete und ihm die Entscheidung überließe, wäre der Bogen alles andere als fest und im Sinne von Gibran. Weder Bögen noch Pfeile, weder Eltern noch Kinder gehören nach ihm sich selbst, sondern sie gehorchen einer höheren Macht.Vom sicheren Hafen der Familie aus, können sie, über die nächsten Jahre, mehr und mehr Verantwortung übernehmen, Irrtümer begehen, auf die Nase fallen, Hilfe bekommen, ihre Erfahrungen machen. In dieser Zeit brauchen sie in ihren Eltern einen möglichst stabilen Gegenpart (der "feste Bogen", von dem Gibran schreibt), (...)
Der Sohn der TE ist nicht ungeborgen, er hat sowohl Vater, als auch Mutter, bei denen er leben kann. Von beiden ist er erwünscht und willkommen. Welches Problem sollte er haben?Diese Ungeborgenheit hängt ihnen oft nach, macht sie praktisch wie emotional unsicher. Natürlich gibt es auch sehr resiliente Jugendliche, die trotz Widrigkeiten ihren Weg gehen - aber ich würde mich hüten als Eltern, größere Widrigkeiten ohne Not selbst zu gestalten.
Es wird nur etwas an Bequemlichkeit mangeln, das ist alles.
Das würde ich nicht tun. Denn das "Losfliegen" hat schon längst begonnen, er entscheidet über den Lebensentwurf der Mutter. Ihm wird eine Entscheidung zugestanden, die er anscheinend schon treffen kann.Ich persönlich würde andere Lösungen finden, die kein Auseinanderziehen beinhalten, bevor der Sohn nicht losgeflogen ist.
So ist es. Trotzdem haben sie ihre Schulen verlassen müssen, ihre Schulfreunde, Vereine ihre komplettes Umfeld. Wir sind oft gefragt worden, weshalb die Kinder das so klaglos mitgemacht haben.@phaden: ich finde, du beschreibst in bezug auf deine eigenen Kinder etwas anderes, als du hier postulierst. Wenn ihr sie noch als Jugendliche mehr oder weniger fraglos mit habt umziehen lassen, dann habt ihr sie nicht als besonders eigenständig behandelt. Sondern sie quasi noch mit dem elterlichen Nest umgetopft.
Uns wäre es im Traum nicht eingefallen, ihnen in dieser Hinsicht eine Mitentscheidung zu überlassen (der Älteste war schon 16). In dieser Hinsicht wäre Gibran sehr zufrieden mit uns gewesen.
Die TE kann auch einfach umziehen und ihren Sohn mitnehmen. Wenn der Sohn das nicht möchte kann, sie den Bogen fest anspannen und den Pfeil abschießen. Er wird warm und sicher bei dem Vater landen.
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30.08.2015, 18:09Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
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30.08.2015, 18:25Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Es wird also automatisch ein Abwenden, wenn ein Elternteil (oder beide) sich neue Partner wählen und gegebenenfalls umziehen?
Es wird also von getrennten Eltern erwartet, dass sie sich ihr folgendes Leben von den Kinder diktieren lassen?
Kindern, denen so etwas zugemutet wird, also die Entscheidungen für die Eltern treffen, fehlt der sichere Hafen. Sie leben in der Vorstellung die Eltern kreisen nur um sie, sie haben kein Eigenleben, sind keine Persönlichkeiten.
Kindern muss der Weg geebnet werden, auch noch mit 14, 15 oder 17. Das Schicksal ihrer Eltern interessiert sie nicht, Hauptsache ihnen wird nichts zugemutet.
Ich denke, das sind die Kinder, die gefährdet sind, den Halt zu verlieren. Sie werden maßlos in ihren Ansprüchen. Jemanden durch seine Person binden und festhalten, das ist eigensüchtig.
Der Sohn der TE wird seine Mutter nicht verlieren, sie liebt ihn, sie zeigt es ihm, sie wird ihn mitnehmen, wenn er das möchte.
Er möchte aber, dass sie ihm zu Liebe auf ihr Glück verzichtet. Das wird ihm nachhängen, der arme Junge.
Ich vermute nach wie vor, dass er der Spielball seines Vaters ist, der möchte nicht verlässlich werden, sondern die Mutter in der Nähe wissen, die ihm den Jungen jederzeit abnimmt, wenn es unbequem wird.
Da kannst Du lange fordern. Die moralische Last liegt bei den Müttern. Sie müssen sich fügen, ihr Bogen soll weich und nachgiebig sein, dafür kann dann der Bogen des Vaters um so straffer sein.
Väter sind halt in allem gottgefälliger. Frag mal Gibran.
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30.08.2015, 19:06Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
ein abwenden wird es nicht automatisch, tut mir leid, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt habe.
es ist aber doch so, dass die mutter eine liebesbeziehung hat zu jemandem, zu dem der sohn keine liebesbeziehung hat. und je weniger nähe der junge zu der anderen person erträgt, desto stärker wird es eine entscheidung gegen ihn - ein abwenden - wenn die mutter trotzdem dort hinzieht.
wenn die eltern gemeinsam gehen, ist es eine "wir"-entscheidung; dann folgen die kinder ihren beiden wichtigsten bezugspersonen.
bei getrennten eltern zwingst du das kind dagegen in eine gemeinschaft, in der die zweite liebesbeziehung (in diesem fall partner-sohn) fehlt.
deshalb ist es wirklich was anderes als bei eltern.
wieso machts du einen machtkampf daraus? das finde ich völlig fehl am platz.Es wird also von getrennten Eltern erwartet, dass sie sich ihr folgendes Leben von den Kinder diktieren lassen?
eltern könnten sich ja auch von sich aus und freiwillig entscheiden, dem kind den vorzug zu geben.
kannst du dir sowas vorstellen?
in meiner welt ist es jedenfalls nicht soooo ungewöhnlich, wegen kindern auf dinge zu verzichten...
da schließe ich mich an - der sohn sollte keine entscheidung treffen; die mutter sollte sich nicht von seinen gefühlen leiten lassen. sowas sehe ich auch als zumutung für ein kind.Kindern, denen so etwas zugemutet wird, also die Entscheidungen für die Eltern treffen, fehlt der sichere Hafen. Sie leben in der Vorstellung die Eltern kreisen nur um sie, sie haben kein Eigenleben, sind keine Persönlichkeiten.
das finde ich ziemlich normal. ich denke, für jugendliche in dem alter ist es überhaupt eine zumutung, sich mit den lebensentscheidungen ihrer eltern befassen zu müssen.Kindern muss der Weg geebnet werden, auch noch mit 14, 15 oder 17. Das Schicksal ihrer Eltern interessiert sie nicht, Hauptsache ihnen wird nichts zugemutet.
wenn der vater sich nicht kümmert, kannst du dich schwarz ärgern, aber die frage bleibt, was tun wegen des kindes.Da kannst Du lange fordern. Die moralische Last liegt bei den Müttern. Sie müssen sich fügen, ihr Bogen soll weich und nachgiebig sein, dafür kann dann der Bogen des Vaters um so straffer sein.
Väter sind halt in allem gottgefälliger. Frag mal Gibran.
bei einem dreijährigen würde ich noch mit dem vater kämpfen - für die letzten jahre lohnt es sich irgendwann nicht mehr. wenn ein vater in mehr als zwei jahrzehnten nicht gelernt hat, verantwortung zu übernehmen, wird er es auch nicht mehr tun.
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30.08.2015, 19:39Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Wie hätte man sich das denn auch vorzustellen? Der Sohn muss den Partner der Mutter nicht lieben. Er sollte ihn respektieren (und umgekehrt natürlich auch).
Wie willst Du denn den Unterschied herausbekommen, ob der Junge einfach nur eifersüchtig oder von seinem Vater beeinflusst ist oder ob tatsächlich etwas bei dem neuen Partner vorliegt?und je weniger nähe der junge zu der anderen person erträgt, desto stärker wird es eine entscheidung gegen ihn - ein abwenden - wenn die mutter trotzdem dort hinzieht.
Eine Mutter, bei der das Kind einen sicheren Hafen hat, kann sehr wohl entscheiden, ob ihr neuer Partner Veranlassung gibt, ihm zu misstrauen. Er wird nicht verheimlichen können, dass er das Kind ablehnt und eine verlässliche Mutter wird das zu deuten wissen und ihre Konsequenzen ziehen.
Ein Mutter, die diese Zeichen nicht deuten kann und trotz schlechtem Verhalten des Partners zu ihm und nicht zu dem Kind hält, ist auch kein sicherer Hafen. Auf diese Art Mutter könnte ein Kind dankend verzichten und sich dem Vater oder einem anderen Zuhause zuwenden.
Das ist aber der Idealfall. Und der ist hier (und in vielen Familien) nicht gegeben. Das Kind ist 14 und keine 4 mehr, er wird das Getrenntleben seiner Eltern verkraften können.wenn die eltern gemeinsam gehen, ist es eine "wir"-entscheidung; dann folgen die kinder ihren beiden wichtigsten bezugspersonen.
Die beiden müssen sich nicht lieben, das verlangt keiner. Der eine sieht den Sohn seiner Partnerin und der andere den Partner seiner Mutter, die Liebe geht über den Verstand. Ob sich mehr entwickelt, würde die Zeit und das Einfühlungsvermögen zeigen.bei getrennten eltern zwingst du das kind dagegen in eine gemeinschaft, in der die zweite liebesbeziehung (in diesem fall partner-sohn) fehlt.
Ein 14 jähriger kann schon allein mit dem Zug fahren oder fliegen, die Distanz sollte keine Hürde mehr sein.
Das finde ich nicht, es ist ein Machtkampf.wieso machts du einen machtkampf daraus? das finde ich völlig fehl am platz.
Ich glaube, da hast Du mich in Deinem Sinne missverstanden. Ich bin der Meinung, dass Kinder ab einem bestimmten Alter durchaus auch für andere ihre Ansprüche zurückschrauben können.das finde ich ziemlich normal. ich denke, für jugendliche in dem alter ist es überhaupt eine zumutung, sich mit den lebensentscheidungen ihrer eltern befassen zu müssen.
Ein 14 jähriger kann auch schon begreifen, ob es der Mutter gut geht oder nicht.
Dann zieht er mit der Mutter um. Das ist doch ganz einfach. Ich sehe da kein Problem.wenn der vater sich nicht kümmert, kannst du dich schwarz ärgern, aber die frage bleibt, was tun wegen des kindes.
Warum sollte sie denn mit dem Vater kämpfen?bei einem dreijährigen würde ich noch mit dem vater kämpfen - für die letzten jahre lohnt es sich irgendwann nicht mehr. wenn ein vater in mehr als zwei jahrzehnten nicht gelernt hat, verantwortung zu übernehmen, wird er es auch nicht mehr tun.
Der Sohn darf allein entscheiden, bei wem er leben möchte. Er ist gern bei seinem Vater, es gibt da keine Probleme. Er kann zum Vater ziehen, wenn er möchte.
Er kann aber auch zur Mutter ziehen, wenn er möchte. Er kann bzw. darf es entscheiden, es ist sein Leben.
Beide würden ihn aufnehmen, beide lieben ihn. Er hat alles, was er braucht.
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30.08.2015, 22:04Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
das muss ich nicht herausbekommen, denn erstens geht es bei solchen befindlichkeiten nicht um objektive fakten, sondern um die subjektive sichtweise. und die ist bei dem kind, wie sie ist.
zweitens sind die unterschiede im endeffekt umwichtig; interessant für die mütterliche entscheidung ist das ergebnis, also die befindlichkeit bzw. das dilemma des kindes.
die meisten neuen partner lehnen kinder in diesem alter ab, wenn sie ihnen zu nahe kommen.Eine Mutter, bei der das Kind einen sicheren Hafen hat, kann sehr wohl entscheiden, ob ihr neuer Partner Veranlassung gibt, ihm zu misstrauen. Er wird nicht verheimlichen können, dass er das Kind ablehnt und eine verlässliche Mutter wird das zu deuten wissen und ihre Konsequenzen ziehen.
der neue partner kann trotzdem eine bereicherung sein, und es mag sicher auch konstellationen geben, in denen das zusammenziehen allen beteiligten gut tut.
aber das ist eben nicht immer der fall.
das alter als einziges kriterium? für mich zu wenig.Das Kind ist 14 und keine 4 mehr, er wird das Getrenntleben seiner Eltern verkraften können.
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30.08.2015, 22:49Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Das gibt dem Kind aber eine gewaltige Macht über seine Mutter. Es braucht nur befindlich zu sein und schon springt die Mutter. Das halte ich für sehr ungesund.
Es gibt dem Kind eine Verantwortung auf, der es nicht gewachsen ist.
Das stimmt doch gar nicht. Und weshalb sollten sie ihnen zu nahe kommen? Gegenseitiger Respekt würde das von vornherein verhindern.die meisten neuen partner lehnen kinder in diesem alter ab, wenn sie ihnen zu nahe kommen.
Das Alter wäre für mich ein wichtiges Kriterium. Dann die Frage, wie sehr das Kind unter der Trennung der Eltern gelitten hat oder leidet.das alter als einziges kriterium? für mich zu wenig.
Und dann die Frage, ob der andere Elternteil zur Verfügung steht.
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30.08.2015, 23:02Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
huch, wieso denn das?
die mutter muss das doch nicht mit dem kind besprechen.
sie sieht, wie es drauf ist und sich verhält, und dann entscheidet sie, was sie tun möchte.
das klingt irgendwie nach internat oder schule für mich... wie auch immer, wir haben wohl unterschiedliche erfahrungen beziehungweise beobachtungen gemacht.Das stimmt doch gar nicht. Und weshalb sollten sie ihnen zu nahe kommen? Gegenseitiger Respekt würde das von vornherein verhindern.
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30.08.2015, 23:31Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Es ist ein 14jähriges "Kind" und mit dem muss die Mutter selbstverständlich etwas besprechen und zwar ihrer beider Lebensplanung. Kind möchte ins Ausland (für ein Jahr nehme ich an), es muss danach wieder eine Schule besuchen, ein Austauschkind muss aufgenommen werden. Das betrifft das "Kind", das muss besprochen werden.
Die Mutter hat einen neuen Partner, in dessen Nähe die Mutter ziehen möchte, das betrifft die Mutter, dass sollte sie mit ihm besprechen.
"Kind" hat die Wahl mitzuziehen oder beim Vater einzuziehen, das betrifft beide, auch dass sollte mit einem 14jährigem besprochen werden.
Außer dem Punkt, den die Mutter betrifft, hat das Kind eine Entscheidungsbefugnis, weil es auch es betrifft.
Also muss alles gründlich besprochen werden.
Das tut man bei einem 0 bis ca. 10jährigen, danach muss geredet werden. Und das Kind muss die Möglichkeit haben, Dinge zu entscheiden, die sein Leben betreffen.sie sieht, wie es drauf ist und sich verhält, und dann entscheidet sie, was sie tun möchte.
Oder meinst Du, ein 14jähriger braucht nur zu maulen oder zu blocken, dann entscheidet die Mutter sofort in seinem Sinne? D.h. das "Kind" kann so seinen Willen durchsetzen? So scheint es aber vielfach zu sein.
Respekt hat nur etwas mit Schule oder Internat zu tun? Hat in einer Familie nichts zu suchen?das klingt irgendwie nach internat oder schule für mich... .
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30.08.2015, 23:39Inaktiver User
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
ich meinte, die mutter entscheidet, ob sie umzieht oder nicht. sie schaut, wie geht es dem kind, wie geht es mir, und dann entscheidet sie - allein.
anschließend bespricht sie mit dem kind die folgen ihrer entscheidung - das ist das, was du beschreibst.
aber die entscheidung selbst sollte sie nicht mit dem kind besprechen, finde ich. wenn ich diese mutter bin, beziehe ich die befindlichkeit des kindes in meine entscheidung ein, sehr stark sogar. aber ich treffe die entscheidung, ohne es zu fragen, was ich tun soll.
sind wir da nicht sogar einer meinung?
ich habe dich so verstanden: man respektiert sich und kommt sich deshalb nicht zu nahe. das ist für mich nicht sehr familiär.Respekt hat nur etwas mit Schule oder Internat zu tun? Hat in einer Familie nichts zu suchen?
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31.08.2015, 11:55
AW: Umzug ohne Pubertier - Rabenmutter?
Das hört sich so dramatisch an - aber ist das nicht vielleicht auch Teil der Verantwortung, die man mit der Entscheidung für ein Kind bewusst akzeptiert hat?
Ich frage mich, wieviel die Mutter durch einen Umzug gewinnt. Bleibt der Sohn beim Vater, dann reist die Mutter im klassischen "jedes zweite Wochenende"-Umgang (der in dem Alter sicher nicht mehr in Reinkultur stattfindet) jedes zweite Wochenende Hunderte von Kilometern. Dass der Sohn nicht gut auf den neuen Lebensgefährten zu sprechen ist, ist verständlich. Und es wäre auch nicht verwunderlich, wenn in dieser Konstellation die ebenfalls klassischen "vier Wochen in den Ferien" ohne den Lebensgefährten stattfinden würden. Unterm Strich bleibt da nicht soviel mehr Paarzeit als bei einer gut organisierten Fernbeziehung. Ist das die Belastung eines Teenagers in einer sehr sensiblen Lebensphase wert?
Und: vielleicht könnte die TE das Auslandsjahr ihres Sohnes ja nutzen und z.B. bei ihrem Arbeitgeber einen längeren unbezahlten Urlaub nehmen, um bei ihrem Lebensgefährten zu leben (und dort arbeiten)?



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