Ich habe ja das Gerede über liierte Frauen, die angeblich deshalb nichts mit AEs zu tun haben wollen, weil sie Angst haben, diese könnten es auf ihre Männer abgesehen haben, immer für - naja, Gerede gehalten, und bin einigermaßen bestürzt, dass du, Lonamisa, diese Denkweise hier bestätigst. Da kann ja nicht viel Vertrauen in den eigenen Ehemann vorhanden sein, wenn frau so denkt.
Mir ist die Gegenüberstellung von Familien mit Eigenheim und regelmäßigem Urlaub hier - armen, Hartz-IV-abhängigen Alleinerziehenden da ein wenig zu schablonenhaft. Auch du, Fledervieh, schreibst:
Mein Glück nach der Trennung war vielleicht, das ich nur wenige "Heile-Welt-Familien mit Eigentum und großem Garten" kannte. Das "Glück" meiner Kinder war sicher auch, dass sie, schon vor der Trennung ihrer Eltern, viele AE-Familien kannten, und dass sie schon früh, durch unterschiedliche Kontakte und auch durch eine entsprechende Erziehung, gelernt haben, dass der materielle Status einer Familie/eines Kindes unwichtig ist, bzw. sein sollte, wenn es um echte Freundschaften geht.
Das Kind in der Grundschulklasse meiner mittleren Tochter, das als erstes ein Handy bekam (mit 8 Jahren, das war damals, 1998, sehr exotisch!) war die Tochter einer alleinerziehenden Mutter - der Vater hatte Geld. Die Freundin meiner Ältesten, die noch als ca. 14jährige mit ihrer 5köpfigen Familie in einer Dreizimmerwohnung lebte, hatte eine sog. "vollständige" Familie.
Es lohnt sich durchaus, auf die Suche zu gehen nach Leuten, die zu einem (und zu den Kindern) passen. Ob das nun unbedingt Alleinerziehende sein müssen, weiß ich nicht - ist sicher naheliegend, wenn man sich z.B. auch mal über Probleme des AE-Seins austauschen will, aber nicht zwingend. Wenn andere nicht verstehen, dass du vor der Lohnzahlung keine kostenpflichtigen Freizeitangebote wahrnehmen kannst, dann sind das vielleicht nicht die Leute, die sich als Freunde eignen. (Wobei ich im Sommer einen gut ausgestatteten Draußen-Spielplatz oder einen See, in dem man baden oder paddeln kann, immer noch netter finde als den coolsten Indoorspielplatz, aber das nur nebenbei, das ist hier nicht das Thema)
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07.08.2015, 15:26
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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08.08.2015, 14:29
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Ihr Lieben,
erstmal vielen Dank für eure Rückmeldungen und ein "Sorry!" für mein spätes Melden.
Ich bin zeitlich im Moment stark eingeschränkt und kann daher gerade nicht auf den jeden Einzelnen eingehen.
Klar, es stimmt schon, dass es immer individuell auf die Rahmenbedingungen ankommt, wie sich das eigene Leben verändert.
Vielleicht muss ich einfach etwas mehr Geduld zeigen. Das soziale Umfeld sich selbst aussortieren lassen.
Neue Kontakte werden sich vielleicht wieder ergeben, wenn meine kleine Tochter jetzt in die Schule kommt.
Ich finde es nur eben schade, dass sich so einige, mit denen der Kontakt bis vor einer Weile noch sehr gut war, so derbe zurückgezogen haben.
Weder bin ich an den (Ehe-)Partnern aus meinem Umfeld interessiert, noch suche ich nach einem bestimmten Beuteschema einen neuen "Ernährer".
Auch einen "Ersatzpapa" wird es für meine Kinder niemals geben. Sie haben ihren Vater (beide sind übrigens vom gleichen Mann) und dabei bleibt es auch.
Da tauchen ja irgendwie doch immer wieder neue Klischees auf, mit denen AE abgestempelt werden - oder?
Und scheinbar gibt es doch mehr Menschen mit Klischee-Denken als ich dachte. Das ärgert mich ein wenig.
Und das macht es nicht einfacher, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die das aller Ansicht nach eigentlich gar nicht so wirklich möchte.
Im Übrigen finde ich es faszinierend, dass meine Kinder in mindestens einem Punkt total aus dem AE-Klischee herausfallen - beim Thema TV gucken.
Ich bekomme im Umfeld mit, dass die Kinder aus "heilen" Familien fast täglich vor der Kiste hocken (und aus Erfahrung weiß ich, dass auch Alleinerziehende die Kinder ganz gern mal vorm Fernseher parken, um Ruhe zu haben). Oder Konsole. Oder PC. Oder sowas in der Art. Egal, ob Einzelkind oder nicht.
Ich sehe lieber zu, dass meine beiden entweder draußen sind oder aber wir irgendwas unternehmen."Kacktusse."
- "Das heißt 'Kakteen'."
"Ne, ne. Ich mein schon dich."
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08.08.2015, 16:10Inaktiver User
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Mensch, mach dir doch das Leben nicht selber schwer. Wie kommst du denn auf die Sache mit den Klischees? Klar gibt es die. So wie es viele andere Klischees gibt.
Dicke sind träge und gefräßig.
Blondinen sind strunzdumm.
Frauen in den Wechseljahren sind zickig.
Männer gucken Frauen nur auf den Hintern.
Polen klauen.
Italiener sind großartige Liebhaber.
Engländer können nicht kochen.
usw.....
Ja, manchmal stimmt's. Aber manchmal - meistens - eben auch nicht. Lass doch die anderen denken, was sie wollen. Aber mach dir nicht die Vorurteile zu eigen, nur um sie dann, wie im Fall Fernseh-Konsum, selbst zu widerlegen. Sei einfach du. Mach dein Ding. Geh mit deinen Kindern so um, dass es ihnen gut geht.
Dass die Gesellschaft Alleinerziehende nicht integrieren möchte - wo hast du das denn her? Das ist Unsinn. Es gibt nicht die Gesellschaft hier und die Alleinerziehenden da. Sondern sie sind Teil unserer Gesellschaft. Und zwar mittlerweile ein ziemlich bedeutsamer Teil.
Es gibt nicht DIE Alleinerziehenden, so wenig wie es DIE in der klassischen Familienform gibt. Es gibt Menschen und Familien mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben und mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Und ob man sich gut versteht oder sogar zu Freunden wird, hängt im Wesentlichen davon ab, wie ähnlich die Bedürfnisse und die Vorstellungen vom Leben sind. Und nicht davon, welchen Status du im Kindergeld-Formular ankreuzt.
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08.08.2015, 16:35Inaktiver User
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
So ist es.Es gibt Menschen und Familien mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben und mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Und ob man sich gut versteht oder sogar zu Freunden wird, hängt im Wesentlichen davon ab, wie ähnlich die Bedürfnisse und die Vorstellungen vom Leben sind
Die Themen und die Schnittmengen ändern sich, wenn sich die Lebenssituation ändert. Paare habe andere Themen als Singles, Mütter mit kleinen Kindern andere als Kinderlose oder mit älteren Kindern, Berufstätige andere als Hausfrauen und Geschiedene oder sonstwie Getrennte andere als Verpartnerte und so mancher Rentner kommt mit seinen früheren Kollegen auch nicht mehr so ins Gespräch. Da ändert sich schon mal der Freundeskreis, wenn die gemeinsame Basis kleiner wird.
Die Freunde, mit denen man sich früher als Single ins Nachtleben gestürzt hat konnten auch nicht unbedingt was damit anfangen, wenn geheiratet wurde oder sich die Welt um Kleinkindthemen drehte.
Sich deshalb ausgegrenzt zu fühlen, halte ich für falsch.
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08.08.2015, 16:37
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Stimmt schon, du hast Recht. Ich mache es mir wirklich wohl schwerer, als es sein müsste.
Ich denke, da steckt vielleicht auch eine Portion Perfektionismus hinter.
Alles, so gut es eben geht, zu erledigen. Unabhängig davon, ob es Kinder, Haushalt, Berufsleben (in meinem Fall Studium), Familie, soziales Umfeld, etc. betrifft.
Da habe ich mir einen guten Rat meines Vaters angenommen. Er selbst war mit meiner Schwester und mir alleinerziehend.
Er sagte: "Lass die Leine ein bisschen länger. Lass die Kinder laufen, sie kommen von selbst an."
Und er hat Recht. Sie werden ruhiger. Und ich damit auch.
Evtl hänge ich noch zu sehr an dem Bild der "klassischen" Familie. So, wie es mal geplant war. Und gleichzeitig hallt es im Hinterstübchen "Versager!".
Ich weiß, ich muss niemandem, außer meinen Kindern und mir, gerecht werden. Solange es uns gut geht, ist das richtig so.
Da können andere mir getrost den Buckel runterrutschen.
Und doch sieht die Realität oftmals anders aus."Kacktusse."
- "Das heißt 'Kakteen'."
"Ne, ne. Ich mein schon dich."
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08.08.2015, 21:04
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Dahinter dürfte womöglich auch Wunschdenken stecken, sowie der nicht ganz zuende gedachte Gedanke, ein Vater, der Frau und Kinder betrügt und verlässt um mit einer anderen Frau samt Kindern zusammen zu sein, sei ein "guter" Vater.
Tatsächlich dürfte es für Alleinerziehende eher schwierig sein, einen neuen Mann kennenzulernen, da die meisten Männer es auch "unkomplizierter" haben können: mit einer unverheirateten und kinderlosen Frau.
Bleiben also die Ehemänner anderer Frauen - wobei hier nicht bedacht wird, dass Männer ihre Frauen eher selten verlassen, sondern Trennungen meist von Frauen ausgehen, und viele Frauen geschiedene Männer nicht haben wollen.
Ganz rational betrachtet, stellen Alleinerziehende nicht wirklich eine Konkurrenz dar, zumindest in dem Sinne, als dass "Geschieden mit Kind(ern)" nicht ganz oben auf der Liste der "potenziellen" Konkurrenz stehen dürften.
Es dürfte, wie hier schon beschrieben, auch andere Gründe dafür geben, weshalb eher Abstand gehalten wird. Soziökonomische, nicht ausreichend Gemeinsamkeiten, unterschiedliche Lebensumstände.
Auch unterscheiden sich "echte" Alleinerziehende stark von jenen Frauen, die verheiratet sind und viel mit den Kindern "alleine" sind - da letztere zumindest finanziell nicht alleine dastehen, und im Fall der Fälle, einen Ehemann an der Seite haben, sowie einen präsenten Vater für ihre Kinder.
Frauen, dessen Männer beruflich sehr eingebunden sind, tauschen sich dann unter anderem über jene Problematiken aus - dass sie ihn vermissen, wann sie ihn wiedersehen werden, usw. Die haben nicht selten auch Freundinnen, die in der selben Situation sind (bzw. dessen Ehemänner Kollegen sind).
Vergleichen, würde ich das daher nur bedingt.
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08.08.2015, 21:12
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Die wenigsten Menschen dürften glücklich sein, wenn ihre Ehe und die Familie zerbricht. Vielleicht ist es auch ehrlicher, Trauer darüber zuzulassen, statt die Scheidung oder das Alleinerziehend-Sein als etwas "fortschrittliches" zu betrachten, um das Alleinerziehende vermeintlich beneidet werden.
Oder sich damit trösten zu wollen, dass andere Ehen gewiß nicht perfekt sind, oder nur eine Fassade. Viele Menschen beginnen Ressentisments zu haben, sobald ihnen etwas nicht vergönnt war, das sie einst anstrebten, und sie werden verbittert.
Würde meine Ehe jemals zerbrechen, wäre ich am Boden zerstört, und ich glaube nicht, dass ich jemals darüber hinwegkäme. Aber ich fände es zumindest wichtig, diese Gefühle auch ehrlich zuzulassen, statt die Schuld in der Gesellschaft zu suchen, oder mich zu fragen, weshalb gewisse damit einhergehende Privilegien, oder Zugehörigkeiten, nun nicht mehr präsent sind.
Du bist noch jung und Zeit heilt viele Wunden. Vielleicht ist es auch gar nicht falsch, weiterhin den Wunsch nach einer "klassischen" Familie zu haben, vielleicht lernst du eines Tages einen sehr netten Mann kennen.Ich weiß, ich muss niemandem, außer meinen Kindern und mir, gerecht werden. Solange es uns gut geht, ist das richtig so.
Da können andere mir getrost den Buckel runterrutschen.
Und doch sieht die Realität oftmals anders aus.
Wichtig wäre es meinem Empfinden nach nur, die Wut und Enttäuschung nicht auf andere zu verlagern oder so zu tun, als seien sie einem egal.
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10.08.2015, 08:54
AW: Als Alleinerziehende aus dem Rahmen fallen
Nach einer Trennung nimmt ja aber auch jeder Partner Freunde mit - also vielleicht sind die Freunde, die sich jetzt zurückziehen eher Freunde deines Ex gewesen? War in meinem Bekanntenkreis so. Es ist eben für Freunde auch anstrengend, zwischen den Stühlen zu stehen, da entscheidet man sich halt...
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?



. Da kann ja nicht viel Vertrauen in den eigenen Ehemann vorhanden sein, wenn frau so denkt.
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