So ein kleines bisschen ist Dein Problem wirklich hausgemacht.
Es spricht doch gar nichts dagegen, dass Deine Kinder ihre Ferien gerne bei Oma und Opa verbringen. Es ist doch alleine eine Frage der Sichtweise ob man das als Hilfeleistung der Großeltern ansieht oder eher als eine "Win-Win" Situation. Die Großeltern freuen sich doch auch wenn sie die Kinder sehen, sie tun nicht nur Dir damit einen Gefallen sondern Du auch ihnen - sieh das mal so !
Auch "unabhängige" Eltern halten Kontakt zu den Großeltern.
Wenn es Dich stört, dass Deine Mutter übers WE zu Dir kommt, die Fahrt auf sich nimmt etc., dann schick die Kinder doch einfach zu ihr ! Die Idee mit den Fernbussen ist gut, die fahren heutzutage wirklich fast alle mittelgroßen Städte an und sind sehr preisgünstig.
Es ist eine reine Kopfsache, dass Dich die Situation so belastet. Du bist nicht auf Deine Mutter angewiesen und schon gar nicht von ihr abhängig ! Wenn Du Dir das bewusst machst, geht es Dir vielleicht besser.
Mach Dir auch klar, dass Deine Mutter eines Tages vielleicht von Dir abhängig ist. Sie wird älter und wird Deine Hilfe vielleicht dringend brauchen. Dafür hat man eben Familie.
Ich hatte mal eine Freundin, die sich bitter darüber beklagte, dass ihre Eltern sie finanziell noch unterstützten und sich dafür auch gewisse Rechte herausnahmen in ihr Leben einzugreifen. Das ist für mich eine "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"-Einstellung. Man kann sich im Leben nicht die Rosinen herauspicken. Die gnädige Frau hätte durchaus mit etwas weniger Luxus leben oder sich ein besseres finanzielles Polster zulegen können.
Und wenn Du Deine Eltern nicht hättest müsstest Du ja auch eine Lösung finden und würdest Deine Kinder nicht in der Wildnis aussetzen.
Dass Du der Ansicht bist Du würdest Deiner Mutter eine "Bühne" bieten zeigt mir, dass Du noch nicht wirklich abgelöst und in der Erwachsenenwelt angekommen bist. Das geht vielen so - besonders wenn sie ihre Mütter als sehr dominant empfinden. Aber auch das ist eine reine Kopfsache und hat mit der Realität wenig zu tun.
Und tröste Dich - spätestens in drei Jahren hast Du das Problem nicht mehr und Deine Kinder werden sich mit Händen und Füßen dagegen sträuben einen Babysitter zu benötigen :)
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Ergebnis 21 bis 30 von 37
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16.06.2015, 10:28
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
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16.06.2015, 11:42
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Das mit der Bühne kann ich sehr gut nachempfinden, das fühle ich auch. Und manchmal stelle ich mich extra trotzig und verweigere mich. Kindisch, ich weiss....... Sie versteht es auch nicht wenn ich Grenzen setze, ist dann beleidigt. Als ich klein war hiess es immer, sie wird krank wenn ich nicht lieb bin. Das steckt tief drin.
Es ist richtig, was Chyseis sagt. Man kann die Liebe nur an die Kinder weitergeben........ Trotzdem ist das Gefühl da, dass etwas zurückerwartet wird.Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile: wie absurd!
LA BRUYÈRE (Pascal Mercier, Der Klavierstimmer)
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16.06.2015, 21:10
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Liebe Renka,
mir ist das noch ein wenig zu vage, was genau dich an dem Betreuungsarrangement mit deiner Mutter stört. Es scheint mir überwiegend ein Gefühlsding zu sein - das Gefühl der Abhängigkeit, das dir nicht behagt, was ich gut verstehen kann. Da aber der Vater offenbar als Betreuungsperson nicht in Frage kommt (darf ich fragen, warum?), du aber vermutlich auch nicht die finanziellen Möglichkeiten hast, eine professionelle Betreuung zu engagieren, bist du real in einer Abhängigkeitssituation - damit zu hadern und das Schicksal zu "beschimpfen"
kommt mir wenig lösungsorientiert vor.
Was genau ist es, was dich an deiner Mutter stört? Sind ihre Erziehungsprinzipien anders als deine? Werden die Kinder zu sehr verwöhnt/gegängelt/sonst in einer Weise behandelt, die dir nicht behagt? Mögen die Kinder deine Mutter? Mir fällt auf, dass zwar von Großeltern die Rede ist, aber das Problem nur mit der Mutter zu bestehen scheint. Wie ist die Rolle des Großvaters?
Ich sehe es eher wie Caramac: Wenn die Kinder gern dort hingehen, und mit Hof (ist es ein Bauernhof?), Garten, Hund ein Kontrastprogramm zum Zuhause haben, dann ist das doch etwas Schönes, etwas, worüber man sich (für die Kinder!) freuen sollte! Praktisch, also im praktischen Alltag, scheint die Vereinbarung ja wirklich eine Win-win-Situation zu sein. Was also ist es, was dir Schwierigkeiten bereitet?
Deine Mutter betreut nicht deine Kinder, weil sie sich in dein Leben drängen will, sondern weil du in deiner jetzigen Lebenssituation es brauchst. Mit scheint, du machst - unbewusst - deine Mutter verantwortlich für etwas, für das sie nichts kann.
Was genau meinst du damit?
Welche Probleme meinst du?
Geht es hier nicht eher um dein (Betreuungs-)Problem?Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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21.06.2015, 20:16
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Es ist der Geist der sich den Körper baut
Friedrich Schiller
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21.06.2015, 21:21
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Hallo Analuisa & Ihr,
ja, ich bin real in einer Abhängigkeitssituation - und ich suche Wege damit klar zu kommen. Ich wollte mit meinen Beiträgen nicht den Eindruck erwecken, dass ich damit hadere oder das Schicksal beschimpfe. Ich habe inzwischen einiges an Beratung und Psychologen durch - Ich bin an dem Punkt, wo ich akzeptieren versuche was nicht zu ändern ist (alleinige Betreuung der Kinder von mir wegen Krankheit des Vaters + schon länger bestehende Probleme mit der Mutter, die jetzt wieder in den Vordergrund rücken).
Ich will die Probleme mit meiner Mutter hier nicht ausführlich analysieren. Erstens habe ich das bereits mit Psychologen gemacht (sie raten zur Distanz) und zweitens kann ich mir einige Antworten inzwischen gut vorstellen, die hier kommen würden...
Nein, Danke.
Ich hatte nach Erfahrungen anderer gefragt, die ähnliches erleben und vielleicht berichten wollen, wie sie damit umgehen.
Es geht in diesem Forum um sehr spezielle und nicht gerade einfache Themen. Über die kann man nicht mit jeder Freundin oder Nachbarin reden. Meist können einem dann Leute am besten weiterhelfen, die ähnliches erlebt haben.
So allg. Tipps wie "schick Deine Kinder übers Wochenende mit dem Fernbus quer durch Deutschland" sind für mich nicht hilfreich, ich glaube nicht, dass sie auf eigenen Erfahrungen basieren.
Also, ich will Euch nicht länger nerven mit meinem Mutterproblem. Dachte nur, dass ein Forum wie dieses dazu da ist, dass man sich -wertfrei- austauschen kann.
Viele Grüße!
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21.06.2015, 21:30
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Hallo Renka,
ich stand vor 35 Jahren vor dem gleichen Problem. Es gab keine Tagesmutter und der Kindergarten machte erst um
8.00 h auf (Arbeitsbeginn 7.30 h). Wohin mit dem Kind, wenn der Kindergarten 3 Wochen geschlossen ist?
Ich war noch sehr jung und habe mich schweren Herzens entschieden meine Mutter einzubinden.
Ich kann nachvollziehen dass du da haderst. Und ich kann dir nur raten, versuche es anders zu regeln. Suche
eine andere alleinerziehende Frau oder andere Wege.
Nie wieder würde ich es so machen. Bei mir kam noch dazu, dass ich sehr jung war und wieder in die Rolle des
Kindes geschubst wurde. Ich habe viel schlucken müssen. Und von meiner Tochter kommen Vorwürfe.
Ich wünsche dir, dass du einen anderen Weg findest. Hör auf dein Gefühl, ich habe es nicht getan.
Lieben Gruß
KakaolieseGeändert von kakaoliese (21.06.2015 um 21:55 Uhr)
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21.06.2015, 22:10
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Und warum befolgst du den Rat nicht? Warum willst du dich unbedingt wieder unnötig belastenden Situation mit deiner Mutter aussetzen? Warum willst du unbedingt leiden? Gefällst du dir in der selbstgewählten Opferrolle?
Deine Kinder sind 10 und 13 Jahre alt. Sie sind alt genug, dass sie allein bzw. zu zweit zu den Großeltern fahren könne. Ohne dich. Sie können lesen und schreiben und sprechen und finden Züge ebenso wie einen Bus und das Zuhause deiner Eltern und ihr eigenes Zuhause. Sie sind überlebensfähig, was eine Reise betrifft.
Oder möchtest du sie ebenso abhängig halten wie deine Mutter dich? Du bist nämlich auf dem besten Wege dahin, deinen Kindern genau das Gleich anzutun wie deine Mutter dir.
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21.06.2015, 22:33
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Es ist der Geist der sich den Körper baut
Friedrich Schiller
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21.06.2015, 22:49
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
chryseis, wann hast Du Deine Kinder das erste Mal allein für 7h quer durch Deutschland in die Bahn gesetzt?
uschiuschi, Danke für die Ferndiagnose, unglaublich hilfreich! Was heißt eigentlich TE. Finde es sehr merkwürdig, dass hier in der 3.Person über jemanden geschrieben wird - "die TE hat" u.ä. Hetzt es sich dann leichter?
Schreibt doch mal, wie IHR das so macht mit dem Alleinerziehen, also wirklich Ihr selbst, aus der Praxis, nicht theoretisch!
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21.06.2015, 22:54
AW: Alleinerziehend und (wieder) abhängig von den eigenen Eltern..
Mein Kind habe ich mit 12 Jahren in den Zug gesetzt und ihm gesagt, dass es groß genug ist, alleine zu reisen. Deine sind zu zweit!
Natürlich habe ich mit Bangen auf den Anruf gewartet, dass es gut angekommen ist. Ist es auch. Ohne Probleme. Und du kannst nicht einmal zwei in einen Fernbus setzen? Der Fernbus ist wesentlich sicherer als ein Zug! Oder du setzt sie in den Flieger.
Deine Kinder finden allein den Weg zur Schule und kommen mittags nach Hause. Aber mit dem Fernbus können sie nicht fahren? Sie dürfen nicht, weil du ihnen das nicht zutraust.
Solange du weiterhin deine Kinder zwanghaft kleinhältst und keine andere Lösung siehst als deine Mutter, wirst du dich immer abhängig fühlen. Und das ist hausgemacht. Erzähl mir nix.


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