Ob sie damit "durch kommt", hängt vom Kind ab.
Wenn das Kind irgendeine Auffälligkeit hat, die es erforderlich macht, dass es rund um die Uhr von seiner Mutter betreut wird, dann vielleicht.
Allerdings hat das dann nichts mehr mit "Ich definiere meine Mutterrolle so, dass ich auch für das 12jährige Kind stets in Reichweite bin" zu tun, dann muß das Kind schon deutlich vom "Normkind" abweichen.
Unsere Mittlere ist Asperger Autistin, wir besuchen schon relativ lange eine Elternselbsthilfegruppe. Eine Mutter hat diesen "Betreuungsunterhalt" für ihren 14jährigen Sohn in befristeter Form durchbekommen. Der Junge ist allerdings Kanner Autist, also wirklich ein Kind, was komplett in seiner eigenen Welt lebt, und mit Beginn der Pubertät war trotz aller Unterstützung durch Schule/Integrationshelfer etc. nicht mehr schulfähig. Er ist derzeit vom Schulbesuch befreit und lernt zu Hause ( e-learning). Wie viele Autisten ist er sehr intelligent, nur halt nicht wirklich "sozialisierbar".
Die Alternative dazu wäre eine Unterbringung in einer Einrichtung gewesen, was beide Elternteile nicht wollten- und dazu kann man auch niemanden zwingen. Zum Glück.
Der Vater zahlt der Mutter den Betrag an Unterhalt, der gerade noch möglich ist- und kümmert sich. Das klappt bei diesem Elternpaar recht gut. Die Differenz zwischen Unterhalt und Bedarf bekommt sie halt vom Staat.
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16.02.2015, 19:31
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
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16.02.2015, 19:32
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Exakt, und das ist etwas, was ein Ehepaar auch nach einer Scheidung weiter ermöglichen kann, sofern von beiden die Bereitschaft hierfür gegeben ist.
Wenn man hiermit vor Gericht "durchkommen" muss, dann impliziert das bereits, dass im Vorfeld auf zwischenmenschlichem Wege keine Einigkeit herrschte, und dann dürfte es - je nach Gesetzeslage - auch entsprechend schwierig werden.
Daher beruht durchaus vieles auf Freiwilligkeit und Entgegenkommen, welches eben auch nur dann vorhanden sein wird, wenn die bisherige Ehe sowie Familienleben einigermassen harmonisch ablief.
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16.02.2015, 19:37
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Ja, so sehe ich das auch. Und hierfür wird es Ursachen geben (ich spreche nicht von "Schuld"). Oftmals sind allerdings finanzielle Mittel vorhanden, und oft liest man von Vätern, die sich arm rechnen lassen. Dass dies dann zu Lasten der Kinder geht, ist schlimm - aber meines Erachtens würde es mehr Sinn machen, die Motivation dessen zu hinterfragen, als pauschal die Zahlungsunwilligkeit von Vätern zu verurteilen.
Es ist nämlich nicht zwingend die Norm, dass nach einer Scheidung so miteinander umgegangen wird.
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16.02.2015, 19:42
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Naja- in einer Ehe von "guter Qualität" lässt man sich eher nicht scheiden. Daher weiß ich nicht recht, was Du mit "Qualität der Ehe" meinst.
In den allermeisten Trennungsfällen geht doch den beiden Partnern der Blick dafür, dass nicht immer alles schlecht war, erstmal verloren. Liegt in der Natur der Sache, denke ich, da kochen die Emotionen hoch, auf beiden Seiten.
Wenn es ein vernünftiges Miteinander geben kann, dann meist erst, nachdem ein bißchen Gras über die ganze Trennung gewachsen ist und beide Partner zur Ruhe gekommen sind.
Hinter der Streiterei um Geld und Umgangskontakte zu den gemeinsamen Kinder steckt doch im Regelfall meistens eine Sache- verletzte Gefühle. Zumindest auf einer Seite. Wirklich "einvernehmliche" Scheidungen sind doch eher selten- es ist ja schon viel gewonnen, wenn die Eheleute- besonders, wenn sie Kinder haben- es schaffen, während der Trennungsphase die Eckpunkte für die Zukunft abzustecken. Dafür eignet sich mitunter Mediation, dazu raten auch etliche Anwälte.
Die Paare, die sich wirklich "gesittet" trennten, trennten sich für die Außenstehenden oft "aus heiterem Himmel". Meist waren da die Kinder aber schon größer, und die Eltern stellten irgendwann fest- mir mögen uns noch, aber so eine lauwarme Geschichte für den Rest unseres Lebens? Eher nicht.
Selbst dann wars oft eine schwierige, belastende Situation für beide Partner- aber da war dann noch Respekt und Achtung vor dem jeweiligen Partner vorhanden.
Solche Trennungen sind aber doch eher selten- ist zumindest mein Eindruck. Irgendwie hatte ich, beruflich wie privat, eher mit "Dem zahl ichs heim, der soll zahlen, bis er grün wird"-Gezeter auf der einen Seite und "Die Olle sieht keinen einzigen Cent von mir, und wenn ich auswandern muß!" -Gebrüll auf der anderen Seite zu tun.
Die "ruhigeren" Paare suchen aber vermutlich nicht unverzüglich einen Anwalt auf und verlangen, auf der Stelle geschieden zu werden, weil es für sie unerträglich sei, auch nur einen Tag länger mit diesem Heini/dieser Tussi verheiratet zu sein ( solche Härtefallscheidungen ohne Trennungsjahr sind ja gesetzlich vorgesehen, gibts aber ganz selten und nur unter ganz wenigen Bedingungen).
Das würde erklären, warum einvernehmliche Scheidungen mir zumindest beruflich -solange ich noch mit Anwälten zu tun hatte- eher ganz selten begegnet sind.
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16.02.2015, 19:42Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich darauf eingehe oder nicht, aber da du diesen Begriff so häufig verwendest, als sei es eine Liturgie oder ein Amulett, das Armut und Verderben von Müttern und Kindern im Falle einer Trennung fern halten soll:
Warum sollten sich Paare, die eine derartig qualitativ hochwertige Ehe führen, überhaupt scheiden lassen, noch dazu wenn Kinder involviert sind?
Man trennt sich doch, gerade mit Kindern, meist nur widerwillig und wenn es gar nicht mehr anders geht - also schon sehr vieles in der Ehe im Argen liegt. Oder verstehe ich da etwas falsch?
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16.02.2015, 19:42
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16.02.2015, 19:43Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
@ sasapi
Du warst schneller!
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16.02.2015, 19:50Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Naja, ich habe da wieder mal eine andere Erfahrung. Ich war alles andere als glücklich mit meinem Ex, aber die Kinder sind ihm wichtig, da gibt's 0 Probleme. (Es gab mal Zeiten, da konnte er den Unterhalt nicht pünktlich zahlen, weil er seinen Lohn vom damaligen Arbeitgeber ebenfalls nicht pünktlich bekommen hat, aber dafür konnte mein Ex ja nichts.)
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16.02.2015, 19:53
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Dann wart Ihr vermutlich in der Lage, Paarebene von Elternebene zu trennen- und das gelingt vielen nicht. Oder zumindest nicht gleich....
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16.02.2015, 19:58
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Damit meine ich den Umgang miteinander, sowie das Familienleben. Ja, eine gute Ehe lässt sich nicht scheiden, aber es gibt jene Fälle, in welchen eine Ehe nicht mehr weitergeführt werden kann, und beide dies gemeinsam beschliessen und bemüht darum sind, eine konstruktive Lösung zu finden.
Eben - und dies macht sich meines Erachtens dann eben auch in den Unterhaltszahlungen bemerkbar.Hinter der Streiterei um Geld und Umgangskontakte zu den gemeinsamen Kinder steckt doch im Regelfall meistens eine Sache- verletzte Gefühle. Zumindest auf einer Seite. Wirklich "einvernehmliche" Scheidungen sind doch eher selten- es ist ja schon viel gewonnen, wenn die Eheleute- besonders, wenn sie Kinder haben- es schaffen, während der Trennungsphase die Eckpunkte für die Zukunft abzustecken. Dafür eignet sich mitunter Mediation, dazu raten auch etliche Anwälte.
Ja, meist ist das so. Aber ich kennen auch Paare mit Kindern, die sich sehr entgegenkommend scheiden liessen, und beide sehr darum bemüht waren, es weder auf dem Rücken der Kinder auszutragen, noch die Rahmenbedingungen drastisch zu verändern.Die Paare, die sich wirklich "gesittet" trennten, trennten sich für die Außenstehenden oft "aus heiterem Himmel". Meist waren da die Kinder aber schon größer, und die Eltern stellten irgendwann fest- mir mögen uns noch, aber so eine lauwarme Geschichte für den Rest unseres Lebens? Eher nicht.
Ja, allerdings lese ich solches auch sehr oft Seitens der Frauen, und sie sind es statistisch auch, die öfters die Scheidung einreichen.Solche Trennungen sind aber doch eher selten- ist zumindest mein Eindruck. Irgendwie hatte ich, beruflich wie privat, eher mit "Dem zahl ichs heim, der soll zahlen, bis er grün wird"-Gezeter auf der einen Seite und "Die Olle sieht keinen einzigen Cent von mir, und wenn ich auswandern muß!" -Gebrüll auf der anderen Seite zu tun.
Vielleicht ganz interessant:Die "ruhigeren" Paare suchen aber vermutlich nicht unverzüglich einen Anwalt auf und verlangen, auf der Stelle geschieden zu werden, weil es für sie unerträglich sei, auch nur einen Tag länger mit diesem Heini/dieser Tussi verheiratet zu sein ( solche Härtefallscheidungen ohne Trennungsjahr sind ja gesetzlich vorgesehen, gibts aber ganz selten und nur unter ganz wenigen Bedingungen).
Das würde erklären, warum einvernehmliche Scheidungen mir zumindest beruflich -solange ich noch mit Anwälten zu tun hatte- eher ganz selten begegnet sind.
Leider liegen der statistischen Erhebung des Statistischen Bundesamtes keine Auswertungen darüber vor, wie viele Scheidungsverfahren einvernehmlich bzw. streitig ausgetragen wurden. Nach unserer eigenen internen statistischen Datenerhebung beläuft sich der Anteil einvernehmlicher Scheidungen auf 76,4 Prozent gegenüber 23,6 Prozent streitiger Scheidungsverfahren mit Folgesachenregelung. Auch hier setzt sich der Trend zur kostengünstigen und schnellen einverständlichen Scheidung weiter fort.
Quelle:Scheidungsstatistik 2010 - i Scheidung



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