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  1. Inaktiver User

    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Meine Oma wurde vor 35 Jahren pflegebedürftig. Da war von vornherein klar, dass sie nicht bei uns zuhause gepflegt wird, obwohl meine Mutter damals noch Vollzeithausfrau war. Aus dem möglichen Pflegebedarf von Angehörigen ein Argument für die Versorgerehe abzuleiten, wäre mir daher fremd.

  2. VIP

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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bedeutet "in der Fläche", dass das in den alten Bundesländern überwiegend noch der Fall ist?
    Überwiegen würde ich nicht sagen. Doch es gibt immer noch Kitas mit - sagen wir mal - eigenartigen Öffnungszeiten im Vergleich zu der Berufstätigkeit der Eltern.

    Z. B. war es in der Gegend wo ich aufgewachsen (BaWü) bin vor 20 Jahren nicht üblich sein Kind in eine Krippe zu bringen - denn es gab schlichtweg keine. Die üblichen Öffnungszeiten der Kindergärten waren: 8 - 12 und 14 - 16:30.

    Beim Bau einer neuen Kita gab es eine Umfrage für die Gestaltung von Mittagsplätzen inkl. Mittagessen. Diese Umfrage ergab, dass die meisten dies nicht wünschten, weil es eine Oma gab und auch viele äußerten dass die 100 DM Mehrkosten des Mittagsplatzes nicht zu finanzieren seien.

    Mittlerweile gibt es in dieser Gegend überwiegend Kindergärten, die Mittags nicht mehr schließen. Doch die Anfangs- und Endzeiten entsprechen weiterhin 8 - 16:30. Es gibt auch Krippen, dort sind die Öffnungszeiten von 7 - 17 Uhr! D. h. wer dort ein Kind bekommt, erfährt die zeitlich großzügigste Betreuung u3 und so bald das Kind 3 wird, werden die Betreuungszeiten immer schlechter. Grundschüler - wenn überhaupt - nur bis 15 Uhr, später gibt es gar keine Betreuung.

    In der Gegend in der ich jetzt lebe, gibt es viele Kitas, die von 7 - 17 Uhr offen haben. Aber auch Kitas, die Freitags nur bis 15 Uhr offen haben oder Kitas die täglich nur von 8 - 14 Uhr offen haben (im ländlicheren Bereich). Besondere Konzepte wie Waldkindergärten, haben meist nur von 8 - 14 (+/- 30 Min) geöffnet.
    Die studentischen Kinderbetreuungen haben wegen der Not eine Veränderung gestaltet: entweder morgens oder nachmittags einen Platz. D. h um für mehr Betreuungsplätze zu sorgen, wurden diese gesplittet.

    Auch hier gestaltet sich die Betreuung so, dass mit Schuleintritt eine große Betreuungsnot eintritt. Wer keinen der wenigen und heißbegehrten Hortplätze in den Kitas bis 17 Uhr ergattert, muss schauen wo er bleibt.
    Mir sind einige Kinder bekannt, die ab der 1. Klasse Schlüsselkind waren und die Eltern ihre Arbeitszeiten verkürzt und um Homeoffice gebettelt haben, damit die Kinder nicht so lange alleine sind. Denn bis zum Schuleintritt war ja die Betreuung bis 17 Uhr gesichert.

    Die Schulkindbetreuung ist deshalb so ungesichert, weil Land (Schule) und Kommunen (Horte) sich gegenseitig die Schuld zu schieben. Hier sollen die Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden, Schritt für Schritt, wenn diese ausgebaut sind, benötigt man keine Horte mehr. Also warum sollen die Kommunen in Horte investieren, wenn in 5 Jahren die Ganztagsschule ausgebaut ist? Das Land hingegen lässt sich Zeit und probiert gerade mit drei Modellschulen aus, wie denn das so ist, wenn die Kinder bis 14 Uhr Schule haben. Erste Idee: wir fangen später mit dem Unterricht an...

    Und hier gibt es weiterhin sehr lange Wartelisten für Krippen, Tagesmütter und Kindergärten. "So einfach" bekommt man sein Kind nicht unter - gerade wenn man verheiratet ist. Wer alleinerziehend ist, hat größere Chancen, was ich grundsätzlich auch befürworte, dennoch müssen - auch aufgrund des geänderten Unterhaltsgesetzes - auch verheiratete Frauen und auch Männer schnell wieder in Arbeit kommen, z. B. auch um für die eigenen Rente zu arbeiten.

    Hier gibt es z. B. einen familienfreundlichen Arbeitgeber. Der ist deshalb familienfreundlich, weil nach 18 Uhr keiner mehr arbeitet. Doch die Kinderbetreuung geht hier ja nur bis 17 Uhr... also was daran familienfreundlich ist, erklärt sich mir nicht.
    Auch für Schichtarbeiter ist es ein großer Organisationsaufwand mit diesen Betreuungszeiten und Arbeitszeiten Familienleben zu organisieren. Ich habe oft Kinder hier, weil es 2 - 3 Stunden zu überbrücken gibt. Die Fahrtzeiten müssen ja auch immer wieder eingerechnet werden.

    Auch wenn sich der Wiedereinstieg für viele problemlos gestaltet, so haben - finde ich - viele noch große Probleme mit dem Wiedereinstieg, denn die Arbeitgeber suchen jede Lücke, um Teilzeit zu vermeiden oder um die Frauen los zu werden. Kann man hier im Jobforum gut nachlesen.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  3. VIP

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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Oma wurde vor 35 Jahren pflegebedürftig. Da war von vornherein klar, dass sie nicht bei uns zuhause gepflegt wird, obwohl meine Mutter damals noch Vollzeithausfrau war. Aus dem möglichen Pflegebedarf von Angehörigen ein Argument für die Versorgerehe abzuleiten, wäre mir daher fremd.
    Die Pflegebedürftigkeit meiner Großeltern haben dafür gesorgt, dass meine Mutter nicht wie geplant wieder in ihren Beruf eingestiegen ist, sondern erst nach deren Tod. Meine Mutter wurde dafür von den Geschwistern meines Vaters bezahlt, die Großeltern lebten bei uns im Haus.

    Das passiert schon, dass damit gerechnet wird, dass familiär gepflegt wird und vieles wird ja auch so aufgefangen. Ich weiß nicht wie wir das entscheiden werden. Denn noch sind die Frauen in der Familie wegen Kindern (meine Schwägerin) und ich (wg. Kinder und Studium) 'nur' in Teilzeit (25 Stunden) tätig. Die Großeltern sind alle über 70.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  4. Inaktiver User

    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Die Pflegebedürftigkeit meiner Großeltern haben dafür gesorgt, dass meine Mutter nicht wie geplant wieder in ihren Beruf eingestiegen ist, sondern erst nach deren Tod. Meine Mutter wurde dafür von den Geschwistern meines Vaters bezahlt, die Großeltern lebten bei uns im Haus.
    Das finde ich eine gute Lösung, wenn es da einen finanziellen Ausgleich gab.

    Worauf ich eigentlich hinaus wollte: es ist nicht jeder für die Pflege geeignet, und man sollte auch niemanden dazu zwangsverpflichten, nur weil er/sie sowieso zuhause ist.

  5. gesperrt

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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Gabs bei uns nicht, ich lebte von der Hand in den Mund bzw. den Ersparnissen. Mein Vater meinte, jemand der selbstständig von Zuhause aus arbeitet, hat jederzeit Zeit.

    Geld gab es dann mit dem Erbe. :-( Es war ja nur ein halbes Jahr, genug Zeit um die Kunden zu vergraulen.

    Ich würde das so nie wieder machen und kann nur jedem raten, auf der Hut zu sein. Man rutscht da schnell rein, wenn man nicht aufpasst und gutmütig ist.

  6. VIP

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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das finde ich eine gute Lösung, wenn es da einen finanziellen Ausgleich gab.

    Worauf ich eigentlich hinaus wollte: es ist nicht jeder für die Pflege geeignet, und man sollte auch niemanden dazu zwangsverpflichten, nur weil er/sie sowieso zuhause ist.
    Da hast du recht.

    Für meine Mutter war es eine Selbstverständlichkeit, sie hat auch schon ihre Großeltern gepflegt als Schülerin und sie ist im medizinisch-pflegerischen Bereich ausgebildet - von daher war das auch kein Thema.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Das passiert schon, dass damit gerechnet wird, dass familiär gepflegt wird und vieles wird ja auch so aufgefangen.
    Das setzt voraus, dass alle innerhalb eines gewissen Umkreises wohnen. In meinem Umfeld ist das in unserer Generation überhaupt nicht mehr der Fall. Die meisten haben in jungen Jahren studiert und Jobs weit von zuhause angenommen. Teilweise mit Umzügen alle 5-7 Jahre ...


  8. Inaktiver User

    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Sorry, falscher Strang.
    Geändert von Inaktiver User (13.02.2015 um 10:50 Uhr)

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    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Häh?
    Wer ist Nicole und wer muss deutsch sprechen?
    Das Idol unserer Kindheit war ein arbeitsloser Aussteiger mit hohem Bildungsgrad, der abseits gesellschaftlicher Normen im Bauwagen lebte.

  10. Inaktiver User

    AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Das setzt voraus, dass alle innerhalb eines gewissen Umkreises wohnen. In meinem Umfeld ist das in unserer Generation überhaupt nicht mehr der Fall. Die meisten haben in jungen Jahren studiert und Jobs weit von zuhause angenommen. Teilweise mit Umzügen alle 5-7 Jahre ...
    Das wäre erstmal kein Hindernis, man kann die pflegebedürftige Person auch zu sich holen. Wie Du aber selbst sagst - Job weiter weg angenommen, das sind ja dann wieder die Berufstätigen, und nicht die Stay-at-homes.

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