Und daran kann man sehen, dass es nicht entscheidend für die Entscheidung zum Kind ist, wie die Betreuungssituation vor Ort aussieht.
In der Provinz - wenn mir das als Berlinerin mal gestattet ist- werden mehr Kinder geboren als in den Städten mit sehr gutem Betreuungsangebot.
Die Entscheidung fürs Reproduzieren ist eine innere Entscheidung und kann durch noch so viel Geld nicht forciert werden.
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12.02.2015, 22:03
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
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12.02.2015, 22:13
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Wenn du dich da nicht täuscht! Seidem in Düsseldorf die Kita kostenlos ist, gibt es dort viele Kinder. Mehr als bei uns im Vorort. Aber vielleicht ziehen alle mit Kiwu in die Stadt um? Eine Überlegung wäre es wert. Etwas mehr Miete, dafür Kita gratis.
Aber auch in den Schulen ist mehr los.
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12.02.2015, 22:29
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Ich wohne in der "Provinz":
Hier stehen Oma und Opa "bei Fuß", wenn die Tochter arbeiten möchte.
Meist will die Tochter eh nicht arbeiten bevor das letzte Kind 10 oder 12 Jahre ist und Oma und Opa stehen trotzdem "bei Fuß".
Beim Berufswiedereinstieg sind Beziehungen das Mittel der Wahl, um die Tochter/die Ehefrau wieder in Lohn und Brot zu bekommen.
Wenn die Ehe der Tochter auseinander geht, wird halt ein Acker verkauft.
Nachtrag:
Nachteil: Der durchaus mögliche "gute" Wiedereinstieg ins Berufsleben galt bis vor wenigen Jahren eben nur für Frauen, die das "Opa/Oma-Glück" und/oder Beziehungen hatten.
Die gescheiterte Beziehung kann ganz gut mit einem Ackerverkauf abgefangen werden, ansonsten wird's eng.
Verbesserung heute: Auch hier hat sich die Betreuungssituation unabhängig von persönlich glücklichen Umständen gebessert.Geändert von Zazu2 (12.02.2015 um 22:49 Uhr)
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13.02.2015, 00:00
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Ich hatte vor zwanzig Jahren die Großeltern nicht zur Verfügung. Für mein Kind gab es sofort einen Platz in einer Kita mit einem Jahr und einen Platz in einem Kindergarten mit drei Jahren.
Zudem habe ich mir einen Babysitter geleistet, wenn ich abends mal weggehen wollte.
Ich habe nicht pausiert, sondern während des Studiums mein Kind bekommen und erzogen. Unter diese Kategorie Frauen falle ich nicht.2. Nach längerer Pause war sowieso der Zug abgefahren, außer bei Aldi oder Schlecker (aber nur für eh schlecht Qualifizierte, weil die anderen waren/sind überqualifiziert und bringen Unruhe in den unsozialen Laden)
Vom Staat gab es damals zwei Jahre Erziehungsgeld von 600 Mark, vom bayerischen Staat ein Jahr Erziehungsgeld von 500 Mark.3. Der Staat hatte kein Interesse an der Berufstätigkeit der Frau, deshalb gab es kaum Betreuungsmöglichkeiten.
Jedes Kind in der Stadt bekam einen Kindergartenplatz. Die Quote lag rein rechnerisch bei 98%, d.h. nicht alle Kindergartengruppen waren voll. Und es gab bereits Ganztagesplätze. Reihenfolge war: Studenten, Alleinerziehende, Geschiedene, Verheiratete.
Als Alleinerziehende war ich bei Seminaren, Veranstaltungen und anderen Institutionen wie dem Wohnungsamt grundsätzlich bevorzugt.
Vorsicht mit Verallgemeinerungen!
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13.02.2015, 00:39
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
In meiner Stadt gab es damals keine allgemein zugängliche Kita für Kinder mit einem Jahr, außer in einer bestimmten Einrichtung, die aber sozial als komplett "unten drunter" angesehen wurde. Da waren die Eltern sozial stigmatisiert, wenn sie ihr Kind hier unterbrachen.
Stimmt, Kinder von Alleinerziehenden bekamen immerhin alle für den Kindergarten (ab 3 Jahren) einen Platz von 8:00 bis 12:00 Uhr/13:00 Uhr.
Die anderen Eltern mussten sich für das erste Kindergartenjahr, das eigentlich eher für 4-Jährige vorgesehen war, mit einem Platz von 14:00 bis 17:00 Uhr begnügen.
Es sei denn, sie stellten sich so richtig auf die Hinterfüße für den tollen Platz von 08:00 (aber jaaaa nicht vorher abgeben) bis 12:00 (aber jaaaa nicht nachher abholen) oder gar bis 13:00 Uhr (für Rabeneltern reserviert).
Ja, diese Strategie fuhren manche. Kind im Studium bekommen, am besten Anfangs, dann ist es nach dem Studium aus dem Gröbsten raus.Ich habe nicht pausiert, sondern während des Studiums mein Kind bekommen und erzogen. Unter diese Kategorie Frauen falle ich nicht.
Hat nicht jeder Bock drauf, in dem Alter schon ein Kind zu bekommen.
Eine Kommilitonin war auch in der Situation und ich staunte nicht schlecht über diesen Geldsegen, war schon fast versucht, ob ich nicht doch...Vom Staat gab es damals zwei Jahre Erziehungsgeld von 600 Mark, vom bayerischen Staat ein Jahr Erziehungsgeld von 500 Mark.
Nicht in der Stadt, in der ich lebte (Kleinstadt - in Bayern recht häufig vorkommend), die Reihenfolge der Platzgewährung war die gleiche.Jedes Kind in der Stadt bekam einen Kindergartenplatz. Die Quote lag rein rechnerisch bei 98%, d.h. nicht alle Kindergartengruppen waren voll. Und es gab bereits Ganztagesplätze. Reihenfolge war: Studenten, Alleinerziehende, Geschiedene, Verheiratete.
Studenten hatten es tatsächlich auffällig gut.
Ist ja in Ordnung so, kann ich nicht beurteilen, aber wenn du das schreibst, wird es schon stimmen. Mir kamen und kommen "Otto-Normal-Alleinerziehende" jedenfalls nicht sehr privilegiert vor.
Als Alleinerziehende war ich bei Seminaren, Veranstaltungen und anderen Institutionen wie dem Wohnungsamt grundsätzlich bevorzugt.
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13.02.2015, 06:39Inaktiver User
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13.02.2015, 08:20
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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13.02.2015, 08:31
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Mal zu meiner Situation damals: Ich war nie alleinerziehend, aber meine Probleme interessierten erst recht niemanden - bis heute übrigens.
Unseren Großelternluxus mussten wir aufgeben, weil mein Mann arbeitslos wurde. Wir zogen weit weg. Ich hatte zwar Arbeit, konnte aber damit die Familie nicht alleine finanzieren. Auch das super Betreuungsangebot war damit weg.
Ich suchte in der neuen westlichen Welt also Kinderbetreuung, denn auch ich musste weiterhin arbeiten und zwar Vollzeit. Ich nahm für alles, was nicht abgedeckt war, eine Tagesmutter. Das war teuer, aber ich blieb aktiv im Arbeitsleben, was mir wichtig war, ich will nicht irgend einen gering bezahlten Job machen müssen, weil es mir an Praxis fehlt. Ich musste alles genau planen und durchdenken und das tat ich auch - vor allem für mein Leben.
Ich wurde vor der Einstellung u.a. gefragt: Warum ich mit so kleinem Kind arbeiten möchte. Und später vor Aufnahme eines anderen Jobs: Ob ich etwa noch mehr Kinder haben möchte.
Das tat oft sehr weh (auch unkollegial war so Einiges), aber ich bin verheiratet, da zählen diese Sorgen gar nicht. Kindergartenplätze, so sagte man mir, seien für Alleinerziehende reserviert, ich zähle nicht unter die Bedürftigen.
Wenigsten war ich nie von Hartz IV bedroht bis jetzt. Ich könnte mich damit überhaupt nicht arrangieren.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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13.02.2015, 08:44
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Da hattest du aber viel Glück, vor 30 jahren gab es bei uns in einem Vorort einer Metropolregion einen KiGa, von acht bis zwölf, eine Kinderbetreuung war extrem schwierig und das war dann vor 10 Jahren nicht besser. In einen Nachbarort ausweichen wurde direkt abgelehnt und eine Bevorzugsbehandlung als Alleinerziehnde war bei uns auch nicht, eher im Gegenteil, nach dem Motto, selbst Schuld, wenn dein Alter dir weg rennt. (fast wörtlich zu hören bekommen)da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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13.02.2015, 09:20
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Pflege ist etwas, was zwar sein kann, aber eigentlich nicht sein darf. Nutzlos, überflüssig, braucht kein Mensch. Keine Investition in die Zukunft, wie bei einem Baby. Was beim Baby süß ist, ist beim Senior ein Ärgernis (Hilflosigkeit, Inkontinenz, Flüssignahrung, Bettlägerigkeit). Der Senior selbst hofft ja, dass es ihm erspart bleibt und sagt dann auch nichts. Bie gar nichts mehr geht. Und dann fällt man aus allen Wolken. (Mein Vater tat jahrelang so, als wäre alles unter Kontrolle, bis dann sein Medikament auf einmal nicht mehr wirkte, weil die Krebszellen resistent wurden. Praktisch innerhalb weniger Wochen.)
Den Pflegefall hast du im Extremfall von heute auf morgen. Man kann sich kaum drauf vorbereiten, man ist ja nicht schwanger oder so. Von heute auf morgen kannst du dein Geld nicht mehr verdienen und der Pflegefall ist auch nicht so leicht zu handhaben, wie ein Baby (ob man jemanden mit 3,5 kg oder mit 70 kg wickelt ist ein Unterschied!). Du hattest vorher auch keine Schulung, keinen Pflegekurs o.ä.. Ein Baby kann dich mit seinem Geschrei an deine Grenzen bringen, aber es kann dabei weder boshaft, gemein, hinterhältig, verlogen oder indiskret werden. Und dir auch nicht drohen.
Und was genau dich erwartet, weißt du vorher auch nicht. Aber jeder weiß ungefähr, was einen normalerweise bei einem Baby erwartet.



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