Mein Mann und ich, verheiratet, beide ungefähr gleiches Einkommen, 2 Kinder, wurden ebenfalls besteuert wie 2 Single - allerdings haben wir nie zusätzlich den Haushaltsfreibetrag der Lohnsteuerklasse 2 erhalten....Ich ärgere mich bis heute darüber, dass ich immer besteuert wurde wie ein Single obwohl ich ein Kind erzogen und wesentlich zu dessen Ausbildung beigetragen habe.
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12.02.2015, 17:54Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
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12.02.2015, 17:55
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Also- das kann ich nun wirklich nicht bestätigen.
Ich habe ja nun schon eine Weile einen Vollzeitjob und unsere Kinder sind etwa im gleichen Alter wie die "Beispielkinder". Wenn wir mal den "Ausreißer nach oben", unsere Älteste, da rausnehmen. Die ist nämlich schon 23, zog allerdings bereits mit 18 nach dem Abitur aus ( ganz freiwillig- wir haben sie weder rausgeekelt noch rausgeworfen
)
Für 10 bis 12jährige gibts immer noch die Möglichkeit einer Hortbetreuung, die man als Alleinerziehende auch bevorrechtigt bekommt.
Außerdem gibt es Ganztagsschulen- und selbst bei Halbtagsunterricht kann ein 13jähriger schon durchaus einige Stunden am Tag allein zu Haus bleiben, ohne dass Chaos ausbricht oder sich bedenkliche Verwahrlosungstendenzen zeigen.
Unsere Jüngste wird im März 15, kommt nachmittags gegen 14 Uhr nach Hause, wärmt sich ihr Essen auf, macht Hausaufgaben- und dann steht entweder Mama oder Papa auch schon in der Tür. Nicht in allen Berufen verlässt man das Haus um 7 Uhr morgens und kommt erst nach 18 Uhr zurück.
Zudem- alle mir bekannten, ganz normal erscheinenden Jugendlichen verbringen ihre Freizeit durchaus lieber mit Freunden als mit den Eltern. Und das bedeutet nicht "wir lungern in der Gegend rum und machen dummes Zeug".
Erziehungsprobleme - nicht massiv, halt im normalen Rahmen- gibts hier auch immer, ab und an hakt es einfach. Aber - in dem Alter lassen sich Dinge auch schon mal "auf den Abend vertagen"- es sei denn, man soll sich unverzüglich auf dem Polizeirevier einfinden, weil der Nachwuchs festgenommen wurde oder muß man das hoffnungsvolle Kind aus der Notaufnahme abholen, weil es dort gerade ausnüchtert. DAS sind aber keine "Regelfälle" bei einer normal verlaufenden Pubertät meiner Meinung nach.
Alles andere kriegt man dann schon hin- es ist stressig, ja, aber mir ist es immer so gegangen, dass ich manchmal froh war, an meinem Arbeitsplatz zu sein und dem häuslichen Wirrwarr entfliehen zu können. Auch, als die Mädchen noch klein waren und ich nur einen Minijob hatte.
Soo unheimlich regelmäßige Arbeit fällt in einem 4-Personen-Haushalt nun auch nicht an, eingekauft wird am Wochenenende alles, was sich lagern lässt, Frischware und fehlendes wird auf dem Rückweg nach Hause besorgt- das erledigt schon mal die Jüngste, die ist schon längerem in der Lage, nach der Schule beim Bäcker vorbeizugehen und Brot zu kaufen, weil der Bäcker auf ihrem normalen Schulweg liegt.
Also bleibt täglich nur die Kocherei, da kann man die sich ebenfalls zu Hause einfindenden Kinder gleich so nebenher fragen, wie denn so der Tag war- dann bekommt man auch mit, wie sie grad so drauf sind, Kleinigkeiten lassen sich dann beim oder nach dem gemeinsamen Abendbrot besprechen....wenn dann jeder immer alles gleich weg räumt, was er so gebraucht hat, dann hält sich der tägliche Arbeitsaufwand im Haushalt auch in Grenzen. Waschen kann man nebenher, und langwierige Bügelarbeiten hebe ich mir immer fürs Wochenende, Sonntagabend, auf. Dann gucke ich nebenher Tatort.....
Was ich früher gemacht habe- und heute abgeschafft habe- ist der riesige Gemüsegarten und die "ich mache alles selbst" -Geschichte. Vom Brot bis zur Marmelade. Dafür habe ich schlichtweg keine Zeit mehr, das vermisse ich aber auch nicht.
Natürlich habe ich weniger Zeit für MICH und meine Interessen, als wenn ich eine unverheiratete Singlefrau wäre. Das war mir aber vor der Hochzeit und vor dem ersten Kind schon klar.....
Richtig stressig finde ich plötzlich auftretende Krankheitswellen oder andere Notfälle. So saß ich montags nach Feierabend noch auf dem letzten Drücker mit der Mittleren beim Arzt, der einen seltsamen Ausschlag am Arm hatte ( im Nachhinein stellte sich raus, sie hat auf der "Krepp-Platte" ihres Glätteisen geschlafen und hats nicht gemerkt. Eine Prinzessin auf der Erbse ist sie aber nicht...) und dienstags mit der Jüngsten von 18 bis 21.45 Uhr in der Notaufnahme des Krankenhauses mit Verdacht auf Blinddarmentzündung- ( die sich als einfache Magen-Darm-Grippe rausstellte).
An beiden Abenden kam ich erst um 22 Uhr dazu, etwas zu essen und erst gegen 24 Uhr ins Bett. Spaß macht mir sowas nicht.
Aber das gehört halt dazu, und so ein hoher Zeitaufwand entsteht nun auch nicht, dass ich deshalb nicht voll arbeiten könnte.
Das Einzige, was mir an solchen Tagen dann wirklich fehlt ist Schlaf.
Ich spare jährlich ein paar Tage Urlaub für solche Notfälle auf, wenn dann ein Kind plötzlich erkrankt kann ich kurzfristig zu Hause bleiben, sowohl die Führungstetage als auch meine (kinderlosen) Kolleginnen haben für sowas Verständnis und fragen nach meiner Rückkehr höchstens nach, wies meinem Kind denn nun ginge. Nachteile habe ich deshalb nicht.
Das sähe evtl. in einer verantwortungsvollen Position anders aus- aber hätte ich eine solche angestrebt ( als junge Frau), dann hätte ich nicht mehr als ein Kind bekommen. Und wenn ich tatsächlich Anwältin geworden wäre, wie ich es als junges Mädchen vorgehabt hätte, dann hätte ich vermutlich gar kein Kind bekommen.
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12.02.2015, 17:56Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Das seh ich absolut so, und ich persönlich hätte auch keine drei Kinder in die Welt gesetzt wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre, die zur Not auch allein großkriegen zu können.
Trotzdem ist es doch nicht so, dass es genügend Arbeitplätze und Kinderbetreuungsmöglichkeiten für Alleinerziehende gibt, und Wohnraum auch nicht. Und ich weigere mich die Folgen davon als individuelles Versagen zu werten.
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12.02.2015, 17:56
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12.02.2015, 17:56Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Gingera
Ich kann allerdings in keiner Weise nachvollziehen, dass die Situation Alleinerziehender pauschal katastrophal sein soll und noch weniger, wieso das „Mutter sein“ nach einer gescheiterten Beziehung davon entbinden sollte, auch finanziell für sich selbst verantwortlich zu sein. Das fände ich auch dem Expartner gegenüber sehr ungerecht.
Meinen Kindern möchte ich auch kein Frauenbild vorleben, was eine Opferposition suggeriert, den Lebensstandard vom Expartner abhängig macht und sie selbst zur Bürde reduziert
Stimme jedem Wort zu.
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12.02.2015, 17:58Inaktiver User
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12.02.2015, 18:00Inaktiver User
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Wieso das denn? Dass es das in bestimmten Kreisen schon gibt ist doch kein Wunder, wenn Sozialleistungen pro Kopf auszahlt aber Leuten die arbeiten das Geld aus der Tasche zieht ist doch klar, dass manch einer die Konsequenzen daraus zieht und sich ausrechnet, dass er mehr Geld hat wenn er nicht arbeitet.
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12.02.2015, 18:02
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Warum sollte man ein "Erziehungsgehalt" zahlen bzw. wer sollte das finanzieren?
Und - wie lange soll das gezahlt werden?
Ich fand den Ausdruck "Erziehungsgeld" und "Erziehungsurlaub" früher reichlich blöd- Urlaub wars nicht und 3jährige - das war ja die "Maximalzeit" - sind nicht "fertig erzogen und aus dem Haus".
Wenn man jetzt sagt- wir zahlen ein fixes Gehalt bis zum 18.ten Geburtstag des jüngsten Kindes ( vielleicht auf der Höhe eines Erziehergehalts, was dann bei Alleinerziehenden, wenn sie mehrere Kinder haben und der Vater kein "Besserverdiener" ist, dafür sorgt, dass sie trotz Erziehungsgehalts wieder auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen sind...sooo viel wäre das nämlich dann auch nicht..- was passiert dann nach Auslaufen dieses Erziehungsgehalts?
Wovon leben die Frauen, die vielleicht mehrere Kinder großgezogen haben, über einen Zeitraum von...na, rechnen wir großzügig, 25 Jahre hinweg.....dann?
Sie hätten doch wieder das gleiche Problem- ihr "Arbeitsplatz", sprich: die Kinder, ist weggefallen, sie sind jahrzehntelang aus dem Beruf heraus und im Alter von mindestens 45 aufwärts- nicht gerade die Klientel, auf die der Arbeitsmarkt wartet.
Das löst doch das Problem nicht, es verschiebt sich nur! Und eine auskömmliche Rente bekäme man damit allein auch nicht zusammen....nach heutigem Stand.
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12.02.2015, 18:04Inaktiver User
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12.02.2015, 18:07
AW: Die katastrophale Situation alleinerziehender Mütter in Deutschland
Wenn ich Kinder bekomme, dann hab ich mir das doch so ausgesucht? Und wenn die Kinder bei mir leben, dann war das auch meine Entscheidung?
Sehr weit hergeholt, aber...wenn der Vater die Kinder nicht will, die Mutter aber auch nicht, dann springt der Staat ein. Niemand muß Kinder großziehen, wenn er das nicht will.
Macht kaum jemand, ist aber möglich.
Und was "Die Sozialversicherungen brauchen Kinder" angeht- ich weiß doch gar nicht, was meine Kinder später mal machen.
Unsere Große ist Köchin, die möchte sich mal selbstständig machen. Irgendwann. Die Kleine will Anwältin werden, die Mittlere interessiert sich für eine Laufbahn beim Zoll ( Beamtenstatus).
Wenn also ganz dumm läuft, dann habe ich zwar drei Kinder bekommen, von denen zwei evtl. gar nicht und die Dritte nur - auf die Lebenszeit gesehen- nur ganz kurze Zeit in die Rentenkassen eingezahlt hat?


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