Hallo Unschlüssig,
noch mal eine Antwort zum Thema Absprachen in Sachen Kind/Kinder.
Ich finde, es ist ganz schön viel verlangt, 5jährige nicht mal kurz anzurufen, um gute Nacht zu sagen.
Bei uns lief das anders.
Einerseits war es so, dass mein Ex fast jeden Tag angerufen hat, um mit seinem Kind zu sprechen.
Und umgekehrt habe ich ihn auch immer mal angerufen, wenn er beim Vater war. Einfach um meinem Sohn auch zu zeigen: ja, es ist ok, dass Du beim Papa bist, aber auch: ich habe immer Interesse an Dir und dem, was Du erlebst, nicht nur wenn Du bei mir bist.
Für mich wäre da der Trennstrich zu scharf gezogen.
Am Anfang wollte mein Ex jedes Wochenende neu besprechen, wann er mal Zeit für sein Kind hat. Das habe ich abgelehnt. ERstens will ich mit meinem Kind schöne Sachen planen können, zweitens auch ohne! Verabredungen mit Freunden wären einfach zu schwierig geworden.
Also haben wir feste Zeiten vereinbart, aber Anrufen war immer möglich.
Trotzdem habe ich mich möglichst rausgehalten bei neuen Bekanntschaften oder sonstigen Planungen.
Das war nicht immer einfach.
Ein einziges Mal habe ich mir den Vater zur Brust genommen, da hatte er unseren Sohn mit zu seiner Freundin (offiziell) und parallel dazu zu seiner Geliebten genommen, und das mehrfach, und hat ihm gesagt, er dürfe der jeweils anderen Frau nichts erzählen. Da bin ich ausgeflippt und habe ihm auch Entsprechendes gesagt.
Mein Ex hat mit Vorliebe Filme mit unserem Sohn geschaut, die definitiv nicht für sein Alter geeignet waren. Machen konnte ich da nichts. Ich habe das bei mir nicht erlaubt, und habe meinem Sohn auch erklärt warum.
Insgesamt wird es mit der Zeit schon irgendwie entspannter. Jedenfalls meistens. Und die Kinder werden größer, das darf man auch nicht unterschätzen!
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03.08.2014, 14:17
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Die Osterglocke
Wer nicht sagt, was er will, kriegt es auch nicht.
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03.08.2014, 22:40Inaktiver User
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Liebe Unschlüssig, ich schicke euch noch liebe Urlaubswünsche hinterher und hoffe ihr habt eine schöne Mädelszeit zusammen und könnt genug Kraft auftanken.
Ich habe den ersten Urlaub alleine mit den Kindern in etwas unschöner Erinnerung, im Urlaub hat man, stärker noch als zu Hause, den Eindruck lauter glückliche Familien um sich rum zu sehen, was hat es mir letztes Jahr gut getan, als ich im Restaurant an einem Nachbartisch Mann und Frau sich streiten hören (zufällig in meiner Sprache), da hab ich mir dann gedacht: doch lieber allein und friedlich als so
. Ausserdem habe ich die Abende alleine im Urlaub viel schrecklicher empfunden als zu Hause, alleine auf dem Balkon rumsitzen und ein Gläschen Wein trinken macht keinen Spass.
Ich hoffe du schaffst es deinen ersten Urlaub als AE besser wahrzunehmen als ich es konnte und du kommst gestärkt zurück,
alles Liebe
Skippy
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05.08.2014, 19:19
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Hallo, mich gibt es auch noch

Die letzten tage hatte ich kein internet, daher musste ich grad erstmal alles nachlesen...
Tja, jetzt sind wir seit einer woche in der neuen wohnung, mein sohn, meine tochter und ich. Es ist.... Ok.
Nach den anstrengenden letzten wochen, in denen ich aber sehr motiviert und zuversichtlich war, gab es am 2. Tage direkt einen einbruch. Plötzlich war das realität geworden, worauf ich so lange hingearbeitet hatte es aber eigenlich doch nie wollte. Ich hab plötzlich nur das schlechte hier gesehen. Hab alles von zuhause vermisst, hatte das gefühl einen riiiiiesenfehler gemachtzu haben, der jetzt unumkerhbar ist.
Freunde und bekannt, die zu besuch kamen, haben die wohnung gelobt und meine entscheidung und ich wollt eigentlich nur heulen.
Naja, das ist in den letzten tagen alles etwas besser geworden, allerdings weint mein sohn jeden tag nach papa. Gestern ganz schlimm: geweint, geschluchzt, geschrien, nach papa gerufen. Er war gar nicht zu beruhigen.
Und wenn das über ne stunde geht fehlt auch mir die kraft zum trösten und ablenken. Die kleine ist auch noch da... Und irgendwie komme ich dann wieder ins wanken. Womit habe ich das recht mein glück über das der kinder zu stellen? Ich wollte (und will) doch auch nur eine komplette familie, für meine kinder mama & papa!
Ach mann, es ist sooo schwer, in diesen momenten verfluche ich alles, v.a. Mich selbst. Ich hab sein ganzes leben durcheinander gebracht. Es zerreisst mir das herz!
Mein ex meint dann nur, ich solle ihn ablenken. Aber ich weiss nicht mehr wie und womit.
In diesen momenten kommt mir das hier alles als riesenfehler vor. Dazu die ganzen familien, die man bei dem wetter überall sieht: am see, im cafe, aufm spielplatz. Ich will doch auch nur eine familie. Mit dem papa der kinder.
Entschuldigt das jammern, ich versuche mir ja auch zu sagen: das ist jetzt grad die umstellung, wir werden uns alle an das neue leben gewöhnen usw. Aber das es sooo schwer ist.... Sch...(sorry!)
Und es ist ja ein gewöhnen-müssen, nicht ein gewöhnen-wollen.
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05.08.2014, 19:20
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Wenn jemand ein paar tipps hat, wie ich meinem sohn die trennung vom papa leichter machen kann, bitte her damit!
Er ist 3 jahre.
Danke und viele grüße, oranga
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gesperrt
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05.08.2014, 20:04
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Ruhig bleiben und ihm mit leiser Stimme sagen: "Ich fühle mit dir. Unser Leben hat sich geändert. Deinen Papa siehst du am Wochenende wieder."
Und dann geh nach einer Viertelstunde aus dem Zimmer, damit du dich ablenkst und um deiner Tochter kümmern kannst.
Irgendwann hat er sich ausgeheult und kommt aus seinem Zimmer heraus. Dann ist er seine Trauer los.
Erkläre ihm in einer ruhigen Minute, dass die Trennung sein musste. Sage ihm kindgerecht, dass es mit den Finanzen zusammenhängt, die nicht in Ordnung sind. Ja, ich bin ein Vertreter, Kinder nicht anzulügen, sondern ihnen frühzeitig die Fakten auf den Tisch zu legen.
Meinst du das Glück, dass dein Mann das gesamte Geld durchgebracht hat? Dass die Zwangsversteigerung droht? Gesperrte Konten? Dauerbesuch vom Gerichtsvollzieher? Dass ihr alle obdachlos werden könnt? Diese Glück möchtest du haben?
Zahlt dein Mann Unterhalt für die Kinder und dich?
Wenn nicht, warum nicht?
Spätestens wenn du mit deinem Geld, das du verdienst, deinen Kindern und dir den Lebensunterhalt sicherst und dir ein Eis extra oder einen Urlaub gönnst, verstehst du, warum du das getan hast.
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05.08.2014, 21:59Inaktiver User
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Hallo Oranga,
ich würde dem Kleinen nichts von finanziellen Gründen oder so erzählen; er ist drei Jahre alt!! Ich würde sowas sagen wie: Mama und Papa leben nicht mehr zusammen, sie verstehen sich nicht mehr so gut. Mehr würde ich zum Warum nicht sagen, aber vielmehr vermitteln, das beide ihn trotzdem lieb haben und für ihn da sind. Für alles andere ist später Zeit, er wird dich sowieso noch oft fragen...
Im Nachhinein ist mir erst klargeworden, was für eine Katastrophe meine Trennung für die Kinder war. Meine kleine Tochter war auch 3 und ich denke, beide Kinder knabbern bis heute dran. Das zerschmettert wirklich ihre kleine Welt. Aber wenn es nicht anders geht... Andre Kinder, die in nicht intakten Beziehungen mit viel Streit leben, leiden da auch drunter, damit tut man den Kindern ja auch keinen Gefallen. Mein Ex und ich waren bei einer Beratung des Jugendamtes, dort wurden uns ganz gute Tipps gegeben, wie man den Kindern das vermitteln kann.
Meine Schwiegermutter erzählt mir immer, wie sie auch oft überlegt hat sich zu trennen, aber hat es nie gemacht und später wurde ihr genau das von ihrem pubertierenden Sohn vorgeworfen...
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05.08.2014, 23:21Inaktiver User
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Ich finde nicht dass man das standardmässig so sagen kann. Ich glaube das hängt sehr viel davon ab wie die Trennung abläuft und wie man auf Elternebene weiter funktionniert. Meine Kinder hingen sehr am Papa, und wir haben sehr lange an einer Ehe festgehalten, die schon mindestens 1 Jahr länger, keine mehr war, da wir Angst hatten wie die Kinder das aufnehmen würden, dass sie nicht damit fertig werden würden. Sie haben sich aber super dran gewöhnt und ich würde absolut nicht sagen dass ihre kleine Welt zerschmettert ist, sie ist anders geworden, aber nicht schlechter.
Ich glaube das Wichtigste ist dass man den Kindern vermittelt dass Mama und Papa auch weiterhin für sie da sind, dass sie auch ausserhalb der normalen Besuchszeiten den jeweilig anderen sehen oder sprechen können und vor allem dass man den persönlichen Groll weglässt und immer respektvoll vom anderen spricht. Wenn dies gegeben ist (was sicherlich nicht immer der Fall sein kann, ist mir schon bewusst) und die Kinder erleben können dass Mama und Papa sich ein neues Leben aufbauen und dabei zufrieden sind, wird es für sie keine Katastrophe sein und werden sie sich an ihr neues Leen gewöhnen.
Oranga, es tut mir leid dass es mit deinem Sohn grad so schwieirg ist, ich kann mir vorstellen dass dir das in der Seele weh tut und das schlechte Gewissen hervorruft. Ich würde ihm auch einfach erklären dass Mama und Papa nicht mehr zuammenleben können weil sie sich nicht mehr so lieb haben und zu viel streiten, dass sie aber trotzdem immer Mama und Papa bleiben und immer für ihn da sein werden. Ich glaube für ihn ist es umso schwieriger da er auch ja aus seiner Umgebung rausgerissen wurde und sicher an eine neue Wohnung gewöhnen muss. Lass ihm einfach Zeit, sei für ihn da, bleib ruhig und amch euch schöne friedliche Momente, leg einen gerelten Besuchsrhythmus mit dem Papa fast, bald wird er den neuen Rhythmus verstanden haben und merken dass der Papa sein Papa bleibt und er ihn nicht verlieren wird.
Mein Jüngster war 2 Jahre 9 Monate bei der Trennung, komischerweise hat er überhaupt nicht darauf reagiert (deshalb hätte ich dir spontan, vor deinen zeilen auch gesagt, dass das in dem Alter absolut unproblematisch ist), er hatte sich ja einem Monat total an den Mama-Papa-Rhthmus gewöhnt und ich glaune nicht dass er noch weiss wie es vorhin war, für ihn ist es einfach nur normal wie es nun ist. Im gegenteil zu seinen älteren geschwistern die sich noch gut an das Vorher erinnern und die wissen dass bei ihren Freunden Mama und Papa zusammenleben.
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05.08.2014, 23:45
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Hallo,
es ist m.E. in jedem Alter schwierig, mit den Kindern über die Trennung zu sprechen. Bei uns ist die Trennung von mir ausgegangen.
Während ich versuchte den Kindern das Thema schonend beizubringen, Eheberatung etc. waren vorhergegangen, erzählte mein Ex immer das Gegenteil. Im Grunde genommen tut er das bis heute. Er sagt, sobald ich mich wieder beruhigt hätte, würde er wieder bei uns einziehen.
Wir sind geschieden!
Die Kinder hier haben lange nicht verstanden, wie es wirklich steht. Erst ein Jahr nach der Scheidung ist es ihnen klar geworden! Weil der Ex immer behauptet hat, alles ist gut und bald sei er zurück. Sowas wollen Kinder glauben, dass alles wieder gut wird und wie früher.
Heute weiß ich, dass ich klarer wäre, deutlicher sprechen würde und auch schwere Themen ansprechen würde. Auch Geld.
LG Regbri
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06.08.2014, 08:12Inaktiver User
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Hallo,
unsere Trennung verlief auch in schöner Harmonie, Mama und Papa gut im Kontakt, sehr flexibel in den Absprachen und alles...Ich hab mir das lange schöngeredet, dass die Kinder ja im Grunde nichts verlieren usw. Das ist aber nicht so, bzw. die Kinder haben darunter trotzdem sehr gelitten, was ich natürlich vermeiden wollte. Wenn man sich zusammenreißt und vor den Kindern den Streit und so auch nicht so rauslässt, trifft es sie noch härter, weil sie damit nicht rechnen und es noch weniger verstehen - obwohl man sie ja eigentlich schützen wollte. Klar hilft ein guter Kontakt nach der Trennung, aber ich denke, es ist aus Sicht der Kinder grad bei so harmonischen Trennungen doch der Verlust einer bis dahin intakt erschienenen Familie.
VG
Juliette
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06.08.2014, 08:47
AW: Wie macht ihr das - mit der Kraft?
Mit dem Satz "Mama und Papa haben sich nicht mehr so lieb" wird der Wunsch in den Kindern geweckt, dass die Eltern sich wieder liebhaben und wieder zusammenziehen. Denn die Liebe ist ja nicht komplett weg. Das ist aber nicht der Fall: Die Liebe zwischen den Eltern ist so gering bis nicht mehr vorhanden, dass ein Zusammenkommen ausgeschlossen ist.
Fazit: Die Kinder werden belogen, auch wenn das nicht im Interesse der Eltern ist, und reagieren mit Unverständnis. Einerseits leben die Eltern getrennt, reden kaum miteinander, auf der anderen Seite soll ja noch Liebe vorhanden sein.
Je klarer und deutlicher eine Mutter sagt, dass sie mit dem Kindsvater nicht mehr zusammenleben will, kann und wird, desto leichter fällt den Kindern die Umstellung auf die neuen Verhältnisse. Kinder spüren, wenn sie belogen werden, wenn Eltern nicht hundertprozentig hinter ihren Entscheidungen und Ankündigungen stehen, wenn für sie eine heile Welt inszeniert werden soll. So etwas verunsichert sie mehr als die Wahrheit. Deswegen leiden sie und haben irgendwann einen seelischen Knacks: weil sie die Wahrheit nicht erfahren durften.
Keine Mutter möchte, dass ihre Kinder getrennt vom Vater aufwachsen. Das kann man ihnen durchaus sagen. Meistens hat sie sich aus guten Gründen dafür entschieden. Diese Gründe dürfen die Kinder erfahren, sobald sie danach fragen. Auch mit drei oder vier Jahren schon. Je offener also die Mutter mit dem Thema Trennung umgeht, desto leichter akzeptieren die Kinder die Veränderungen. Das gilt übrigens auch für die Themen Tod, Wegzug und zerbrochene Freundschaften.


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