Hallo Li-La-Laune,
Du liest Dich sehr verzweifelt und ich habe das Gefühl, dass Dir irgendwie alles über den Kopf wächst.
Hast Du schon mal darüber nachgedacht eine Mutter-Kind-Kur zu machen? Oder Dir für eine begrenzte Zeit eine Familienhelferin über das Jugendamt in die Familie zu holen?
So ein professioneller längerer Blick von außen, aus einer anderen Perspektive, ist vielleicht ganz hilfreich, um Struktur in den Alltag zu bekommen und Dich für einen fest gesetzten Zeitraum zu unterstützen.
Du könntest Dich auch erst mal beraten lassen bei einem "Freien Träger der Jugendhilfe", die bieten Unterstützung für getrennt lebende Familien an.
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28.06.2014, 18:04Inaktiver User
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
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29.06.2014, 07:20
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Mit Hilfe von außen ist oft der Gedanke verknüpft, dass eine Mutter zu "blöd" ist, Haushalt, Arbeit und Kinder zu managen. Schließlich kann das doch jede. Zudem schwingt oft die Angst mit, dass dann im Fall einer Scheidung die Kinder dem Vater zugesprochen werden, weil der sein Leben im Griff hat und die Mutter nicht.
Bald sind Ferien. Das ist eine gute Gelegenheit, die Wohnung zu "generalüberholen". Besondern an Regentagen.
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29.06.2014, 11:02Inaktiver User
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Ja, diese angstvollen Gedanken sind mir bewusst. Aber, wenn sich eine Mutter (in dem Fall) Hilfe holft, zeigt sie eben damit auch, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist und aktiv mit der Situation umgeht.
Es ist ja so, dass die innere und äußere Unordnung und nicht vorhandene Struktur an den Kindern nicht spurlos vorüber geht. Und da ist es sinnvoller zu agieren als zu reagieren.
Viel schlimmer wäre es doch, wenn der Vater durch die Kinder erfährt, dass etwas im Argen liegt. Obwohl ich hier gelesen habe, dass LiLa und ihr Ex-Mann bezüglich der Kinder ein recht gutes Verhältnis haben.
Man kann auch durchaus mit dem Ex-Mann zusammen eine Beratung bei einem Freien Träger der Jugendhilfe in Anspruch nehmen. Ich finde es immer gut im Gespräch zu bleiben und auch eigene Schwächen offen anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Wenn man vorgaukeln alles im Griff zu haben, fällt es einem früher oder später auf die eigenen Füße.
Eine überwiegend allein erziehende Mutter, mit eigenen gesundheitlichen Problemen und auch noch in einer seelischen Ausnahmesituation muss nicht immer stark sein. Sie darf Schwäche zeigen und sich Unterstützung holen.
So würde sie auch den Kindern vorleben, dass man nicht immer und alles allein schaffen muss und dass es Hilfe gibt.
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29.06.2014, 13:27
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.
Karl Valentin
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29.06.2014, 18:23Inaktiver User
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Es kann so sein, muss es aber nicht.
LiLaLaune versteht sich mit ihrem Ex und er kümmert sich liebevoll. Das Trauma wird sich in Grenzen halten. Selbst wenn es so ist, können sie nichts daran ändern und müssen sich damit arrangieren.
Es gibt auch keine Diagnose für ADHS für den Jungen, nur für die Mutter ADS und das sollte man berücksichtigen.
Sie hat Probleme, sich zu strukturieren, das überträgt sich auf die Kinder.
Das eigentliche Problem scheint mir das schlechte Gewissen der Eltern zu sein, den Kindern keine heile Familie mehr bieten zu können. Daran sollten sie arbeiten.
Ihnen noch ein mögliches Trauma hinterherzuschieben, würde die Situation noch unnötig belasten. Sie sollten sich unbedingt von ihrem schlechten Gewissen und der "wer bietet den Kindern mehr- Haltung" befreien und so den Kinder die Last von den Schultern nehmen, ihre Gunst zwischen den Eltern hin und her zutragen.
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29.06.2014, 20:20
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
cassis
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- Grund
- OT
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30.06.2014, 21:15
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Ich hab jetzt mal einfach nur still mitgelesen. Das klingt alles immer einfacher, als es dann für mich ist. Die Garderobe hab ich auf jeden Fall schonmal gemistet ;-)... All die guten Vorsätze lassen sich aber nicht mal eben so umsetzen, immer wenn ich freudig 5 Punkte abhaken kann kommen 20 neue dazu...
Da mein Mann nach wie vt provisorisch in einer 2-zimmer-wohnung wohnt, geht allzuviel Alltag dort auch nicht so gut.
Ein Trauma ist es hoffentlich nicht, denn so war mein Sohn schon vor unserer Trennung.
Mir platzt fast der Kopf vor lauter was ich vielleicht wie ändern müsste und das im wahrsten Sinn des Wortes.
Vieles hier angesprochenes machen mein schlechtes Gewissen und meine Ohnmacht nicht besser, sondern ehr noch verzwickter.
Bitte nicht falsch verstehen, vieles ist auch wirklich hilfreich.
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30.06.2014, 21:32
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Dickes Lob.
Die erst nachhaltige Veränderung ist umgesetzt.
Wie haben deine Kinder auf die Aktion reagiert?
Hab Geduld. Mit dir und den Kindern.
Mantra: "Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden." "Meine Kinder und ich schaffen uns peu á peu ein wunderbares Familienleben."
Bei jedem hier tun sich oft nach zwei erledigten Dingen fünf neue auf. Dranbleiben. Du hast ja seelische Unterstützung. Das wird schon. Irgendwann erledigen sich die restlichen Punkte oder sind nicht mehr so wichtig. Vielleicht unterstützt dich auch eine Freundin bei dem einen oder anderen Punkt.
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30.06.2014, 23:00Inaktiver User
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Hallo Li-La-Laune,
ich habe bisher nur still mitgelesen, aber der Strang hat mich von Anfang an fasziniert weil vieles von dem was du schreibst hier haargenau gleich ist.
Ich bin auch seit 1 Jahr von meinem Mann getrennt, habe 3 Kinder, 8,7 und 3 Jahre alt. Unsere Kinder haben sich allerdings sehr einfach an ihr neues Leben gewöhnt und jonglieren eigentlich problemlos zwischen ihren beiden Welten hin und her, worüber ich sehr froh bin wenn ich dich so lese, denn auch mir würde es sehr weh tun wenn meine Kinder weinen würden und das würde mich dann auch immer wieder aus dem mühsam aufgebauten Konzept bringen und mich alles in Frage stellen lassen
. Meine Kinder sind jeden 2. Sonntag bis 18 Uhr beim Papa und ich finde das auch ganz gut so, denn wenn ich von ihm verlange dass er sie schon um 16 Uhr zurückbringt, ist der Nachmittag ja eigentlich für sie 4 gelaufen, in der kurzen Zeitspanne kann man ja auch kaum mehr was machen. Und dann geht es mir auch so wie dir, und ich habe an den freien Wochenenden tausende Dinge zu erledigen (von denen ich eh nur einen Bruchteil schaffe) und bin oftmals froh wenn die Kinder erst später zurückkommen 
Vieles was du sonst so schreibst kann ich zu 100 % so unterschreiben.
Geht mir auch so, man hat so viel als AE mit Kindern woran man denken, was man tun, organisieren muss, mich erschlagen auch manchmal die kleinsten Kleinigkeiten und ich habe keine Lust/Energie sie anzugehen, weil es einfach wieder ein zusätzlicher Aufwand ist und ich dann manchmal lieber den Weg ges geringsten Widerstandes wähle
Mir sträubt sich auch immer alles, wenn ich nur was abändern muss und ich brauche ewig um solche Entscheidungen zu treffen, und es ist mit jeder kleinsten änderung, immer eine ganze Lawine an anders Organisieren verbunden.
Ich glaube schon dass das ein AEschicksal ist. Mir geht es ganz genau so. Ich glaube rauszulesen dass du genau so perfektionnistisch bist wie ich und trotz allem was eh schon ist, immer noch viel Zusätzliches vorgesehen hast. Ja eigentlich haben wir schon so viel, dass wir uns aufs Minimum beschränken sollten. Aber das will man eben doch nicht. Ich möchte in allem so weiter machen wie vorher, ich möchte mich nicht in sozialen Kontakten, Engagement, Ausflügen usw zurückschränken müssen, ich möchte meinen Kindern noch was bieten, mit ihnen Spass haben, basteln, radfahren, ins Kino gehen, obwohl es oft an Zeit fehlt und mir diese im Alltag und Haushalt dringend fehlt. Ja, mein Tag hat auch 5 Stunden zu wenig. Und ich knall mich sicher auch oft zu und meine zu viel machen zu müssen, weil es eben eine Leere füllt und man sich gebraucht fühlt. Dennoch leide ich auch an mangelnden Sozialkontakten, ich habe viele Kontakte tagsüber, aber für die intensiven Freundschaften fehlt mir einfach die Zeit, und vor allem die Motivation, genau wie du schreibst:
Ich habe ja nun jedes 2. Wochenende sozusagen frei, aber ich fülle es kaum mit sozialen Kontakten, wenn ich meine ganze To_do Liste, alles was in den 12 TAgen non-stop mit 3 KIndern allein liegengeblieben ist, abgaarbeitet habe, dann bin ich zu k.o. und unmotiviert und möchte nur noch meine Ruhe und nicht noch ausgehen und Gespräch führen müssen.
Nein, das geht nicht nur dir so, ich glaube zwar dass ich ein nornmales Leben habe, aber ein Leben das nur auf die Kinder zentriert ist, ausserhalb der KInder gibt es nichts, ich habe keine Zeit dafür und keine mentale Disponibilität mich auf etwas einzulassen. Ich hatte nun 8 Monate einen Verehrer, der sehr hartnäckig war, und ich konnte mich null darauf einlassen da ich absolut nicht bereit dazu bin auch nur zu überlegen, ob denn da was möglich sein könnte. In meinem Kopf ist gleich das: das macht doch nur wieder alles kompliziert, ändert wieder mühsam aufgebaute Rythmen und Systeme, und ich habe doch eh schon keine Zeit, wo soll ich denn da noch jemanden unterbringen. Ich habe überhaupt nicht die Disponibilität mich auch nur im Entferntesten da auf was einzulassen .
Ja das kenne ich auch, und soziale Kontakte ändern sich schon als AE. Ich habe das grosse Glück ein paar Familien zu haben mit denen es gut klappt, weil a) die Ehe auch kriselt oder b) der Papa froh ist mal seine Ruhe zu haben. Aber mit kompletten Familien fühle ich mich auch manchmal strange, oder so bei Einladungen, es ist einfach nicht mehr dasselbe. Vorher haben wir viel zu uns eingeladen, das fällt nun ganz flach, einkaufen, putzen, Menü zubereiten, ganz nebenbei die Kinder zu beschäftigen, dann allein Gastgeber spielen, das überfordert mich doch total.
Bei uns ist das auch so, und es fällt mir auch schwer hier strikte Linien aufzufahren, da ich die Kinder nicht nur mit Arbeiten und Aufgaben zuknallen möchte. Hier spielt sicher auch die allseits bekannte AEschwieirgkeit mit: beim Papa dürfen sie nur Spass haben, bei Mama gibts die lästigen Pflichten des Alltags und des Haushalts. Man traut sich nicht wirklich zu sehr und zu viel zu fordern weil man nicht immer nur die Böse sein will
Geht mir auch so beim Lesen, es ist doch irgendwie viel einfacher von Strukturen zu reden, als sie konkret einzuführen. Ich finde oft dass es einfacher ist den Kindern hinterherzuräumen als solche Aufräumpläne und Strukturen einzuführen. Ja der Weg des geringsten Widerstandes, nicht wirklich gut, aber hm, man ist doch einfach so sehr geplättet von dem ganzen Anforderungen des Alltags allein mit 3 Kindern, mich überfordert es einfach schon darüber nachzudenken eine Veränderung anstreben zu müssen und da sind mir dann die gewohnten Strukturen, auch wenn es nicht immer die Besten sind, einfach lieber
. Aber jegliches Plus ist einfach manchmal zu viel.
Hier wirds auch 21 Uhr frühstens bis ich abends nach unten komme, dann war da keiner der auch nur mal die SPèlmaschine ausgeräumt hat, der Haushalt muss komplett gemacht werden, die nächsten Tage organisiert, Papiere gemacht, Rechnungen bezahlt, ... mir bleibt meist keine Disponibilität auch nur irgendwelche Zeit in Zusatzprogramme einzusetzen, und wenn sie dann auch noch so nötig wären.
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30.06.2014, 23:27
AW: Sonntage sind die Schlimmsten
Die sozialen Kontakte tun aber deiner Seele gut. Wie sollst du weiterhin deinen Kindern geben können, wenn du dir selber kein Nehmen gönnst, z.B. mit einer Freundin mal eine Stunde plauschen? Du tankst nicht wirklich auf, wenn du erschöpft nach der Hausarbeit aufs Sofa plumpst und pennst.
Strukturen ergeben sich allein schon aus dem Schulalltag. Feste Zeiten sind vorgegeben.
Die Änderungen, die dir Erleichterung bringen und für deine Kinder eine Bereicherung sind, sind ganz klein. Ihr esst gemeinsam am Tisch. Also decken zwei und zwei richten das Essen. Nach dem Essen helfen alle zusammen, Zeug in die Spülmaschine, Küche aufräumen. Es kostet jeden vielleicht zehn Minuten. Aber dann ist alles weg. In ein paar Wochen wird es Alltag sein, dass die Mahlzeiten so beendet werden. Auch abends. Und die Spülmaschine wird morgens nebenbei ausgeräumt. Reicht vollkommen aus.
Wenn du bei den Hausaufgaben dabei sitzt, kannst du z.B. deine "Hausaufgaben" wie Rechnungen bezahlen oder Arbeiten unterschreiben erledigen oder Aktivitäten planen.
Führe zusammen mit deinen Kindern einen Putztag ein: Wäsche einsammeln und sortieren, Waschmaschine anwerfen, Müll 'runter, Staub wischen, saugen, Waschbecken putzen, WC säubern, Bad wischen. Wenn's nicht klinisch rein ist - es ist geputzt. Wenn es außer der Reihe schmutzig ist, dann gibt es eine zweite Runde Putzen.
Trau deinen Kindern doch einfach Verantwortung zu. Sie leben mit dir und sind sicherlich eher für "Minijobs" im Haushalt zu haben, wenn alle mit anpacken. Und das reicht. Wirklich.
Ihr gewinnt nämlich an Zeit für die Dinge, die euch als Familie zusammenschweißen: für Ausflüge, für Spiele, für gemeinsame Unternehmungen.


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