Sicher sehne ich mich nach einem Partner. Aber doch nicht einfach nach irgendeinem! Die Trennung von meinem Freund ist gerade mal ein paar Wochen her. Ich sehne mich momentan hauptsächlich nach ihm, der Gedanke an eine neue Beziehung ist gerade völlig absurd.
Ich bin sehr dankbar, dass sich eine Bekannte nun gerade zu einer wirklichen Freundin entwickelt. Sie hat übrigens einen netten attraktiven Mann und vier Kinder und sagt, dass ich jederzeit zu ihr kann "weil es jetzt auch keinen Unterschied macht, ob da noch zwei mehr mit am Tisch sitzen". Natürlich denke ich da in meinem "Zustand" manchmal "So eine große Familie, eine liebevolle Beziehung, das will ich auch!". Aber ich will doch nicht ihre Familie, und schon gar nicht ihren Mann, um Gottes Willen!!!
Lonamisa, wenn eine nette Arbeitskollegin dein neues Auto lobt und gesteht, dass sie so eines ja auch gerne hätte, versteckst du dann den Schlüssel vor ihr? Oder bietest du ihr vielleicht sogar an, sie bei Gelegenheit mal mitzunehmen? Wenn eine Freundin meint, sie sei ja ganz neidisch auf die Ruhe und Natur in Deinem Garten, lädst du sie nicht gerne am nächsten warmen Tag nochmal zu dir ein? Und wenn du merkst, dass eine eigentlich sympathische gerade frisch getrennte Frau überhaupt nicht scharf darauf ist, nach dem Kinder-vom-Spielen-Abholen schnell wieder nach Hause zu verschwinden wo keiner auf sie wartet, bietest du ihr dann nicht gerne noch einen Kaffee an? Weil du ernsthaft denkst, dass sie sich in deine Familie drängen und dir deinen Platz streitig machen will?
Ich stelle mir das sehr anstrengend vor, so zu leben. Immer misstrauisch und auf der Hut zu sein. Und im Grunde genommen auch sehr einsam, weil man ja eigentlich niemandem wirklich trauen kann. Noch nichtmal dem eigenen Mann...
Vielleicht hast du recht und es gibt tatsächlich viele Menschen die so ticken. Aber ich glaube, auf deren Gesellschaft lege ich sowieso dann nicht so viel wert. Hier im Forum scheint es jedenfalls noch genug zu geben, die nicht so denken.
Antworten
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Thema: Einsamkeit
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27.12.2013, 11:33
AW: Einsamkeit
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27.12.2013, 18:49
AW: Einsamkeit
Ich halte es für eine fast schon zwingende Voraussetzung dafür, eine Partnerschaft eingehen zu können, dass man über die letzte Partnerschaft und die Trennung hinweggekommen ist.
Einsam fühlt sich wohl jeder nach einer Trennung, denn es fehlt einem der Mensch, der einem am nächsten Stand und zurück bleibt eine Lücke. Diese schließt sich in der Zeit, in der man die Trennung verarbeitet. Einsam fühlt man sich zunächst auch, weil man in seinem Trennungsschmerz glaubt, nur von zufriedenen Paaren oder Familien umgeben zu sein, weil das eigene Selbstbewusstsein ordentlich angeknackst ist und weil man seinen Platz als frischgebackener Single finden muss.
Irgendwann ist man über den Trennungsschmerz hinweg, findet seinen Platz in seinem oder einem neugeordneten Freundes- und Bekanntenkreis und sein Gleichgewicht wieder. Und idealerweise hat man irgendwann das Gefühl, dass es einem ohne Partner richtig gutgeht. Dann ist auch wieder wirklich Platz im Leben und im Herzen für einen neuen Menschen.
Mandelblüte
PS: So war es, als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe: ich war durch alle emotionalen Phasen einer Trennung gegangen und irgendwann war alles wirklich gut. Ich hatte das eine oder andere in meinem Leben geändert (ich war ja frei zu tun, was ich wollte und was mir gut tat) und den einen oder anderen Freund oder Bekannten anders kennengelernt und ein paar neue Menschen waren in mein Leben getreten. Und ich hatte das Gefühl, dass ich, wenn ich nie wieder einen Mann kennenlernen würde, dann eben zufrieden alleine leben würde. In diesem rundum zufriedenen Zustand lernte ich dann meinen Partner kennen (dem es gerade nicht anders ging)...
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27.12.2013, 19:29Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Schau, und ich find das gar nicht. Was für ein schreckliches Leben wäre das, wenn einen nur der Partner vor Einsamkeit bewahrt?? Und kann man sich nicht auch mit Mann sehr alleine fühlen? Das ist was, das man für sich alleine hinbekommen muss, finde ich, sich im eigenen Leben daheimfühlen, gern mit, aber eben eventuell auch ohne Mann.
Ich find das nicht zwanghaft. Natürlich kann einem das Singleleben nicht alles geben, was man in einer Beziehung leben kann, ich will das gar nicht idealisieren - aber ich seh eben auch eine Beziehung nicht als Rettung aus einem Leben, was mir so nicht recht gefällt. Das ist doch Märchenprinz-Denke: wenn nur, dann...es stimmt zwar, dass es um so vieles leichter und entspannter wird, einen partner zu finden, wenn frau erst mal (wieder) bei sich selbst angekommen ist - aber dieses manchmal fast schon zwanghafte "zuerst mal auf sich selbst besinnen" halte ich dann auch schon für übertrieben.
Man muss doch eine Beziehung wollen weil man etwas zu geben hat, und nicht nur weil man dringend was braucht, oder??
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27.12.2013, 19:30Inaktiver User
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27.12.2013, 19:36Inaktiver User
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27.12.2013, 19:42Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Solche Sätze machen mich schon traurig, nicht nur zu Weihnachten.
Weil das zu ändern ist, das ist kein unabänderliches Schicksal das einen eben trifft wenn man keinen Partner hat.
Man kann nach einer Trennung traurig sein und allein - aber sich einsam zu fühlen hat in meinen Augen mit Partnerlosigkeit nichts zu tun.
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27.12.2013, 20:19Inaktiver User
AW: Einsamkeit
schnellschnell und mandelbluete, ich gebe euch ja insofern recht, als ich auch glaube (wie eine vorschreiberin, wars marcheeba? schrieb),dass einsamkeit etwas inneres ist (und ich habe sie selten erlebt, nach meiner trennung aber sicher am intensivsten, selbst mit vielen menschen rundum).
was ich meinte, war: ich kann verstehen, dass sich einsame menschen partnerschaft wünschen.
das funktoniert sowieso nicht (bei mir war es mit dem partner ja ähnlich wie bei mandelbluete).aber ich seh eben auch eine Beziehung nicht als Rettung aus einem Leben, was mir so nicht recht gefällt. Das ist doch Märchenprinz-Denke: wenn nur, dann...
Man muss doch eine Beziehung wollen weil man etwas zu geben hat, und nicht nur weil man dringend was braucht, oder??
aber ich halte es heute, sozusagen im nachhinein, auch für legitim, sich einen partner zu wünschen, weil man etwas braucht/will, nicht nur und ausschließlich um zu geben.
wie gesagt: in zeiten der totalen bedürftigkeit findet man eh meiner meinung nach keinen partner(zumindest keinen "vernünftigen", weil sich die meisten menschen so was verstädnlicherweise nicht antun wollen).
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27.12.2013, 22:10Inaktiver User
AW: Einsamkeit
Es ist absolut nachvollziehbar - und fast jeder war wohl schon in der Situation und dachte, wenn nur...
Aber so im Nachhinein weiß man dann halt, das wär nicht die Lösung gewesen. Die ist halt nur mit sich selbst zu finden, und nicht gar so einfach - aber man kann's hinkriegen.
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27.12.2013, 22:20
AW: Einsamkeit
Hallo,
ich denke, man wünscht oder sucht etwas, was die Lücke oder Leere füllt. Und weiß doch gleichzeitig, dass das jetzt kein neuer Partner das können wird, dass der alte Partner es nicht mehr könnte und dass man es nur selbst kann und dazu Zeit braucht. In schwerden Zeiten laufen die Seele und der Intellekt eben nicht synchron.
Mandelblüte
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28.12.2013, 10:06
AW: Einsamkeit
Mir wird immer mehr klar, dass mein Hauptproblem wahrscheinlich gerade eigentlich gar nicht "Einsamkeit" ist, sondern ganz banaler, wahnsinnig schmerzhafter, fieser Liebeskummer, wie ich ihn zuletzt wohl ca mit 16 erlebt habe. ;-)
Ganz egal wie viele Menschen um mich herum sind, ER ist nicht da, und das ist es was mich einsam fühlen lässt. Und je mehr Zeit vergeht (es sind jetzt 27 Tage, dass er sich am Telefon von mir getrennt hat), desto schlimmer wird es eigentlich. Er hat das mit sich alleine ausgemacht und mir dann seine Entscheidung mitgeteilt, es gab für mich keinen Prozess, keine endlosen Diskussionen oder Streitgespräche, nichts. Ich weiß nicht wie ich das verarbeiten soll, damit klar kommen soll. Was ich gegen das ständige Gedankenkarrussell und den andauernden Wunsch, ihn anzurufen oder sonstwie zu kontaktieren machen soll. Wie ich es schaffen soll, mal wieder eine Nacht einfach durchzuschlafen.
Eure Ideen/Tipps/Anregungen gegen Einsamkeit helfen natürlich auch da. Mein Ex und ich haben eine Fernbeziehung geführt, wollten jedoch in absehbarer Zeit zusammenziehen. Wir haben uns gemeinsam eine Wohnung in einer anderen Stadt gesucht, eingerichtet, ich war fast jedes WE dort. Ich habe angefangen mir dort einen Freundeskreis aufzubauen und die Kontakte in meiner Gegend stark vernachläßigt. Somit habe ich hier nun auch kaum Freunde. Ich bin berufstätig, allerdings schon lange sehr unzufrieden an meinem Arbeitsplatz, was hauptsächlich mit an dem Team liegt, in dem ich arbeite. Somit sind meine Kollegen auch keine Ansprechpartner für mich. Ich hätte schon längst etwas an dieser Situation geändert, wäre ich nicht davon ausgegangen dass ich ja sowieso bald in der neuen Stadt arbeite, wo ich auch schon etwas in Aussicht hatte. Nun will ich mich auf jeden Fall hier nach einem neuen Job umsehen, weiß aber gerade nicht wie das ohne Kraft und Selbstwertgefühl gehen soll...
Wahrscheinlich muss ich einfach mehr Geduld mit mir selber haben. Und, wie irgendjemand schrieb, diese Zeit der Trauer und des Sich-Einsam-Fühlens bewusst annehmen. Nur leider wehrt sich alles in mir noch dagegen. :-(



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